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Fehlzeitenmanagement: Abwesenheit runter, Motivation hoch

Fehlzeitenmanagement: Abwesenheit runter, Motivation hoch

Ist dein Büro zu Grippezeiten wie leer gefegt? Fehlt dein Kollege öfter montags nach einem Partywochenende aufgrund einer Magen-Darm-Infektion? Ist der Krankenstand in deiner Abteilung hoch, dann gilt es, die Ursachen hierfür herauszufinden. Denn: Fehlende Mitarbeiter verursachen einem Unternehmen – ganz nüchtern betrachtet –Kosten. Sie verlangen Organisation und gehen zu Lasten derer, die liegen gebliebene Aufgaben zusätzlich zu den eigenen erledigen müssen. Fehlzeitenmanagement ist also nicht nur aus personalwirtschaftlichen Gründen wichtig, sondern kann auch die Motivation aller Kollegen steigern, die ansonsten immer einspringen müssen.

Warum kommt es überhaupt zu Fehlzeiten?

Erst eine gründliche Analyse der Ursachen für Fehlzeiten in deinem Unternehmen ermöglicht es dir, geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Frage dich, aus welchem Grund deine Mitarbeiter häufiger fehlen! Glänzt eine Person besonders oft durch Abwesenheit? Inwieweit hast du als Führungskraft überhaupt Einfluss?

Die häufigsten Ursachen für Fehlzeiten sind:

  • Erkrankungen, saisonal bedingt; körperliche Leiden
  • Verletzungen
  • Stress und andere psychische Leiden
  • Erkrankungen der Kinder oder der Familie des Mitarbeiters
  • Demotivation

Braucht es Regeln und Abläufe für Fehlzeiten?        

In jedem Unternehmen sollte es eine einfache und klar verständliche Prozedur geben, an die sich jeder Mitarbeiter halten muss, der sich krankmeldet. Was muss wann gemacht, was muss wann eingereicht werden?

Manche Unternehmen sind hier recht streng und fordern bereits ab dem ersten Fehltag einen ärztlichen Nachweis, andere sind nachlässiger. Da wird der schniefende Mitarbeiter einfach nach Hause geschickt, ohne Dokumentation, ohne Konsequenzen. Leider wird Firmen diese Gutmütigkeit dann häufig zum Verhängnis. Unmotivierte Angestellte nutzen Lücken im Umgang mit Fehlzeiten gern aus, kommen zu spät oder verlassen das Büro einfach, ohne sich abzumelden.

Was kann ein Unternehmen dagegen unternehmen? Zuerst gilt es wieder zu analysieren, warum und wer das System der Krankentage ausnutzt. Ist es eine bestimmte Person, eine Abteilung, die von einer bestimmten Führungskraft geleitet wird?

Im nächsten Schritt sollte ein Gespräch mit den Angestellten stattfinden, um herauszufinden, ob es vielleicht Probleme im persönlichen oder im Familienumfeld des Kollegen gibt. Auch innerbetriebliche Herausforderungen oder Auseinandersetzungen können der Grund für die krankheitsbedingten Ausfälle sein. Unter Umständen kann das Unternehmen Hilfestellung bieten, den Mitarbeiter vorübergehend freistellen oder Konflikte lösen.

Ein zweites Gespräch – das Krankenrückkehrgespräch – sollte dann geführt werden, wenn ein Mitarbeiter nach längerer Krankheit zurückkehrt.

Eine Führungskraft sollte auch lernen „Nein“ zu sagen. Bittet ein Mitarbeiter um einen freien Tag und gibt hierfür einen unzureichenden Grund an, dann ist es vollkommen ok, wenn du sagst, dass er hier gebraucht wird und das Büro momentan nicht verlassen kann.

Wenn deine Mitarbeiter die Grippe haben …

Fehlzeitenmanagement: Zur Grippezeit sind fehlen besonders viele Mitarbeiter. Was kann dagegen unternommen werden?2018 begann mit einer Grippewelle, die viele Angestellte ans Bett statt den Schreibtisch fesselte. Da zwei Virenstämme nur um Wochen versetzt kursierten, erwischte es manche sogar mehrfach und viele mussten für längere Zeit zu Hause bleiben. Fehlzeiten haben also auch saisonale Gründe. Ist der Winter kalt, der Frühling nass, dann wird das Büro öfter mal leerer sein. Hierauf hast du als Führungskraft oder Arbeitgeber nur wenig Einfluss.

Auch wenn du kein Wettergott bist, gibt es doch Maßnahmen, die durchgeführt werden können, um zumindest das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Die Belüftung der Arbeitsräume spielt eine große Rolle, eine angenehme Temperatur und das Vermeiden von Zugluft. Das Waschen der Hände nach dem Toilettengang, das Niesen in den eigenen Ellenbogen statt quer durchs Büro und das Entsorgen von Taschentüchern sollten schon fast keiner Erwähnung bedürfen.

Zu welcher Gruppe von Mitarbeitern gehörst du? Schon beim ersten Schniefen bleibst du lieber daheim – man will ja nicht, dass es schlimmer wird – oder schleppst du dich auch mit Fieber noch ins Büro – man kann ja nicht auf dich verzichten.

Der Grad ist hier wirklich schmal: Wie krank ist krank genug, um zu Hause zu bleiben?

Bist du in einer Branche, in der die Arbeit vom Home-Office aus möglich ist, so ermutige Kollegen, die sich nicht ganz in Topform fühlen, genau das zu tun. Will er oder sie erst einmal nur ins Bett und sich dem Projekt später noch einmal widmen, so ist auch das in Ordnung.

Unser digitales Zeitalter und moderne Führungskonzepte ermöglichen es vielen, ihren Job auch von zu Hause und zu flexiblen Zeiten auszuführen. Das verbessert die Work-Life-Balance und hat auch im Krankheitsfall zahlreiche Vorteile.

Langes Sitzen auf Stühlen, die nicht immer ergonomisch optimal sind, führt zu Rückenschmerzen, das dauerhafte Starren auf den Monitor zu Migräne und Sehproblemen.

 

Fehlzeitenmanagement – Mein Tipp:

  • Passe die Temperatur in den Büroräumen dem Mitarbeiter an, dem es in der Regel am kältesten ist.
  • Stelle Hand-Desinfektionsmittel zur Verfügung.
  • Ein Fitnessraum oder ein Angebot an Kursen wie Yoga oder Zumba können Mitarbeiter motivieren, mehr Sport zu treiben.
  • Ergonomische Stühle, Stehtische und regelmäßiges Aufstehen verringern Rücken- und Kopfschmerzen.

Wenn sich deine Mitarbeiter verletzt haben …

Verletzen sich Mitarbeiter häufig, so muss Fehlzeitenmanagement betrieben und die Ursache herausgefunden werden.Vor allem, wenn du und deine Kollegen körperlicher Arbeit nachgeht, besteht natürlich immer ein Verletzungsrisiko. Unfälle passieren, sorgen dann auch oft dafür, dass Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum hinweg ausfallen. Maßnahmen zur Arbeitssicherheit und gründliche Schulungen aller Angestellten können das Unfallrisiko zwar senken, aber ganz eliminieren kann man es wohl nie – auch nicht im Büro. Da wird mal auf einen Stuhl geklettert, um einen Geburtstags-Luftballon an der Decke anzubringen, da hat jemand Kaffee auf der Treppe verschüttet, Kabel wurden provisorisch über den Gang verlegt und Frank stellt prinzipiell seine Tasche neben statt unter seinen Tisch. Wo Menschen arbeiten, da passieren Unfälle.

 

Fehlzeitenmanagement – Mein Tipp:

  • Nimm Arbeitssicherheit ernst, informiere deine Kollegen über Risiken und sorge dafür, dass bei bestimmten Arbeiten die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen eingehalten werden.
  • Besonders häufig sind Rückenproblemen, die durch unsachgemäßes Heben schwerer Gegenstände hervorgerufen werden. Stelle deinen Mitarbeitern Maschinen und Mittel zur Verfügung, die diese Arbeiten erleichtern.
  • Rufe den verletzten Kollegen an und frage, ob du etwas tun kannst, um seine Situation zu erleichtern. Gib ihm zu verstehen, dass ihn alle vermissen und er wertgeschätzt wird.

 

Wenn sich deine Mitarbeiter überfordert und gestresst fühlen ….

Viele Mitarbeiter fehlen stressbedingt. Fehlzeitenmanagement soll hiergegen angehen.Wohingegen Fehlzeiten aufgrund von Verletzungen in Relation recht selten vorkommen, steigt die Anzahl derer, die sich aufgrund von Stress oder Überforderung nicht in der Lage fühlen, zur Arbeit zu gehen. Zum einen liegt das daran, dass wir für psychische Erkrankungen heute mehr sensibilisiert sind, zum anderen aber auch daran, dass sich die Arbeitswelt immer schneller zu drehen scheint und immer unvorhersehbarer wird.

Selbst in unserer Freizeit schalten wir den Laptop und das Smartphone nur selten ab, sind ständig erreichbar und haben das Gefühl, auf Arbeit präsent sein zu müssen.

 

Fehlzeitenmanagement – Mein Tipp:

  • Ein positives Arbeitsumfeld, in dem sich Mitarbeiter wohl und gebraucht fühlen, steigert die Zufriedenheit und somit auch das seelische Wohl.
  • Zeige Interesse an deinen Kollegen und entwickele ein Gespür dafür, wann sie sich über- oder unterfordert fühlen.
  • Ergebnisorientiertes Führen“ statt Bewertung der Leistung anhand der Präsenz einer Person“ sollte das Motto für den Führungsstil sein.
  • Informiere über Maßnahmen zum Stressmanagement und ermutige deine Kollegen, einen Tag frei zu nehmen, wenn du bemerkst, dass sie sind auf dem besten Weg sind, auszubrennen.

Wenn die Kinder deiner Mitarbeiter erkrankt sind …  

Fehlzeitenmanagement beschäftigt sich auch mit dem Ausfall von Mitarbeitern aus familiären Gründen.Fehlen deine Mitarbeiter auch häufiger krankheitsbedingt während der Schulferien? Den Beruf und die Familie unter einen Hut zu bekommen, ist nicht immer einfach, erst recht nicht, wenn jüngere Kinder erkranken und dann nicht durch den Kindergarten betreut werden können. Viele Angestellte sehen sich dann gezwungen, selbst einen Krankentag einzureichen, um das Kind abzuholen und betreuen zu können.

Auch hier bietet die Möglichkeit, vom Home-Offices aus zu arbeiten, wieder Vorteile. Eltern können sich so ihre Zeit flexibler einteilen, das kranke Kind versorgen und von zu Hause aus fertigstellen, was sie im Büro begonnen haben.

 

Fehlzeitenmanagement – Mein Tipp:

  • Ermögliche die Arbeit vom Home-Office aus.
  • Zeige Interesse an deinem Kollegen und lerne seine familiäre Situation kennen.
  • Lerne, deinen Mitarbeitern zu vertrauen, und fokussiere dich auf Ergebnisse statt auf die tatsächliche Anwesenheit des Kollegen.

 

Wenn deine Mitarbeiter demotiviert sind …

Beim Fehlzeitenmanagement wird versucht unmotivierte Mitarbeiter zu identifizieren und mit ihnen zu kommunizieren.Ein Job, der nicht fordernd oder erfüllend ist, Kollegen, mit denen du dich nicht verstehst, und ein Vorgesetzter, der dir nie zuzuhören scheint – die Gründe für Demotivation sind vielfältig und vor allem ganz individuell. Wer nicht gern zur Arbeit geht, wer keinen Sinn in dem sieht, was er tut, der bleibt auch schon bei nur kleinen Wehwehchen oder unter einem Vorwand zu Hause..

 

 

Fehlzeitenmanagement – Mein Tipp:

  • Ein transparenter und wertschätzender Führungsstil steigert die Mitarbeitermotivation und das Vertrauen in den Vorgesetzten.
  • Wer einen Sinn in der eigenen Tätigkeit sieht und täglich die eigenen Stärken einsetzen darf, um einer Vision näherzukommen, hat ein erfüllteres Arbeitsleben.
  • Gute Beziehungen zu den Kollegen sind wichtig, sehr sogar. Wer nicht möchte, dass Projekte und somit Mitarbeiter blockiert werden oder diese zusätzliche Aufgaben übernehmen müssen, der wird weniger fehlen.
  • Gleitzeit oder die Möglichkeit, vom Home-Office aus zu arbeiten, erhöhen die Flexibilität und somit die Work-Life-Balance. Viele Angestellte wissen genau das zu schätzen.

Fazit

Fühlen sich deine Mitarbeiter für den Erfolg des Unternehmens und die Arbeitslast ihrer Kollegen mitverantwortlich, so werden Fehlzeiten ganz automatisch reduziert. Wer seinem Vorgesetzten vertraut, der sucht das Gespräch, statt „blauzumachen“, wer will, dass ihm oder ihr Vertrauen geschenkt wird, der ist offen und ehrlich.

Fehlzeitenmanagement braucht klare Prozesse, Abläufe, die jeder Mitarbeiter kennt. Außerdem braucht es Kommunikation.

Stressmanagement im Hamsterrad – 5 Übungen für zwischendurch, um der Stressspirale zu entkommen

Stressmanagement im Hamsterrad – 5 Übungen für zwischendurch, um der Stressspirale zu entkommen

Ich möchte Dir 5 Übungen zum Stressmanagement vorstellen, die Du auch in einem Job, bei dem täglich neue Aufgaben zu lösen sind, immer wieder zwischendurch umsetzen kannst. Dass Du Dich auf Deine Stärken besinnst und auf Deine Energieressourcen Acht gibst, ist nicht zuletzt zu Beginn Deiner Geschäftstätigkeit, während der Existenzgründungsphase und der Zeit danach, wichtig.

„Richtiges“ Stressmanagement und Du wirst erfolgreich

Vor allem für Existenzgründer, Solopreneure und Unternehmensinhaber, die nur wenige Mitarbeiter beschäftigen, sind Flexibilität, Belastbarkeit, Handlungsfähigkeit und eine Gabe, Probleme zu lösen, wichtige Erfolgsfaktoren.
Der Geschäftsalltag wird immer komplexer. Dadurch müssen alle im Unternehmen Beschäftigten daran arbeiten, die neuen Herausforderungen zu meistern – und das, ohne dass hohes Engagement in Stress umschlägt, der langfristig das Gegenteil bewirkt.

Die Resilienzforschung definiert einige Faktoren, die Du beachten solltest, um nicht Gefahr zu laufen, ein Burn-out zu erleiden:

  • Schätze Dein Wissen, Deine Fähigkeiten und Stärken richtig ein.
  • Akzeptiere Deine Schwächen und gehe mit ihnen um.
  • Verschließ Dich nicht vor Neuem, lerne dazu.
  • Achte auf Deine innere und persönliche Belastbarkeit.

Jeder kennt ihn – aber was ist Stress eigentlich?

Sobald Du mit einer Situation konfrontiert wirst, bewertest Du sie. Das kann sowohl bewusst als auch unbewusst ablaufen. Welche Bewertung Du triffst, hängt von Deinen persönlichen Erfahrungen, Wertvorstellungen und Verhaltensweisen ab. Sollte diese Bewertung eine Situation als bedrohlich einstufen, setzen sofort die biochemischen Vorgänge (hormoneller und körperlicher Art) ein, um auf die potenzielle Gefahr zu reagieren. Die unterschiedlichen Stresssymptome habe ich hier genauer beschrieben.

Wenn Du Dich neuen Herausforderungen stellen willst, zählt zunächst Deine innere Bewertung. Häufige Hemmnisse, die Dich zögern lassen, beruhen darauf, dass Du vor Aufgaben wie dem bürokratischen Aufwand zurückschreckst, dass Du daran zweifelst, der Aufgabe gewachsen zu sein. Damit behinderst Du Dich selbst. Denn allein die Gedanken an die zu lösenden Aufgaben können Stress auslösen.

Nutze den Stress für Dich

Aus evolutionärer Sicht hat Stress durchaus positive Wirkungen, denn er versetzt Dich in Alarmbereitschaft und schärft Deine Aufmerksamkeit, indem das limbische System Dein Handeln bestimmt und weniger das sogenannte Denkhirn. In Stresssituationen werden nicht überlebenswichtige Funktionen zurückgeschraubt. Denkbare Folgen sind, dass Du kampfbereit bist, schneller eine Situation verlassen kannst bzw. Dich der Sache stellst oder erstarrst.

Durch die ausgeschütteten Stresshormone werden Reflexe aktiviert, während das Denken in den Hintergrund rückt. Ziel ist es, möglichst viel Energie freizugeben, indem zum Beispiel Blutströme ins Innere gelenkt werden. Du kennst sicherlich den sogenannten Tunnelblick. Er ist ein Zeichen für die hohe Konzentration in einer Stresssituation. Dies kann im Beruf für genutzt werden. Beispielsweise haben Piloten alle notwendigen Hebel und Knöpfe, die für eine sichere Landung notwendig sind, in dem engen Blickfeld, das sie in dieser Stresssituation überblicken können. Durch ein richtiges Stressmanagement nutzt du Phasen der Anspannung und Entspannung für dich.

Stressmanagement: Frau taucht an die Wasseroberfläche

Positive Folgen vom EU-Stress

Du kennst sicherlich die Aufregung vor Vorträgen, Präsentationen und wichtigen Meetings. Diese Form des Stresses hilft Dir, Dich auf Deine Aufgabe zu konzentrieren und fokussiert auf ein Ziel hinzuarbeiten. Zuständig ist dafür Arousal, das auf mittlerem Niveau die besten Leistungen ermöglicht (EU-Stress). Überschreitet diese Stressform jedoch ein gewisses Level, schlägt die Wirkung ins Gegenteil um. Der Stress führt zu Ermüdung, Erschöpfung und schließlich zu tatsächlichen Gesundheitseinschränkungen und einem Zusammenbruch (Disstress). Natürlich kannst Du Disstress nicht komplett ausschließen. Du solltest aber immer für einen Ausgleich oder richtiges Stressmanagement sorgen, zum Beispiel durch Sport oder Freizeitbeschäftigung mit Freunden.

Die Wissenschaftler Yerkes und Dodson haben mit ihrem Yerkes-Dodson-Gesetz 1908 den Zusammenhang zwischen Leistung und Arousal nachgewiesen. Sie belegten, dass es ein Arousalniveau gibt, auf dem Aufgaben unterschiedlichster Schwierigkeit gut zu lösen sind, wenngleich es laut ihnen ein gewisses Arousalniveau braucht, über überhaupt eine Leistung zu erzielen.

Wenn Du Dir keine Auszeiten nimmst

Stress lässt sich nie ganz vermeiden. Was aber passiert, wenn Du keinen Ausgleich für den Stress findest oder kein richtiges Stressmanagement betreibst?

Eine Herausforderung jagt die nächste und das Gehirn empfängt unaufhörlich Stresssignale. Ein Fakt ist, dass Stress, der nicht kompensiert wird, dazu führt, dass Deine Leistungsfähigkeit sinkt und Du schließlich krank wirst, denn das für Dein Wohlbefinden elementare Immunsystem gehört zu denjenigen, die hintangestellt werden, wenn sich der Körper voll und ganz auf die Stressbewältigung fokussiert.

Ein dauerhaftes Stresslevel (Disstress), das nicht ausgeglichen wird, verursacht einen Abbau derjenigen Proteine, die für Gehirnfunktionen notwendig sind. Das hat zur Folge, dass die Gehirnfunktionen schlechter arbeiten, da weniger neue Verknüpfungen zwischen Neuronen entstehen und insgesamt die elektrischen Impulse gehemmt übertragen werden.

Das hat zur Folge:

  • Du bist weniger kreativ.
  • Es fällt Dir schwerer, Zusammenhänge zu erkennen und zu entschlüsseln.
  • Deine Merkfähigkeit leidet, vor allem die des Kurzzeitgedächtnisses.
  • Du kannst Dich nur noch schwierig konzentrieren.
  • Du reagierst oft gereizt, Aggressivität und Passivität steigen.
  • Häufiger hast Du das Gefühl, nicht mehr mithalten zu können.
  • Du bist mit Dir und Deiner Leistung unzufrieden.
  • Du verlierst die Lust und den Spaß an der Arbeit.
  • Es fällt Dir schwerer, den Überblick zu behalten.
  • Du spürst häufiger Ängste.

Das ganz passiert natürlich nicht über Nacht, sondern ist eher ein schleichender Prozess. Die unterschiedlichen Symptome sind in 12 Phasen eingeteilt.
Wissenschaftlich belegt ist, dass diese Folgen immer deutlicher werden, wenn Dein Arbeitspensum regelmäßig 45 Stunden pro Woche übersteigt. Du kennst sicherlich die Geschichten deren, die nach einer sehr erfolgreichen Phase, in der sie sich für das Unternehmen über alle Maße engagiert haben, einfach in ein Loch gefallen sind.

Dieser sogenannte Euphoriestress, dem diese Personen ausgesetzt waren, kann in einem Übermaß genauso bedrohlich werden wie der allgemein ohnehin als belastend empfundene Stress (Disstress), zumal Warnhinweise auf Gehirnebene oft beiseitegeschoben werden und der unbedingte Wille zum Erfolg über allem steht.

Stress kann handfeste gesundheitliche Folgen haben, die über zwischenzeitliche Leistungsabfälle im Arbeitsalltag weit hinausgehen. Deshalb ist richtiges Stressmanagement so wichtig:

• Dein Gehirn kann nur noch weniger leisten.
• Durch Stress wird Gehirnsubstanz abgebaut, was in Demenz und Alzheimer enden kann.
• Die körperlichen Folgen können sich in Impotenz und sexueller Unlust zeigen.
• Dein Immunsystem wird geschwächt. Du bist anfälliger für Autoimmunkrankheiten wie Allergien.
• Das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt (Herzinfarkt, Schlaganfall).
• Du bist anfälliger für Burn-out und Depressionen.
Stress führt zu Schlafstörungen, Rücken- und Kopfschmerzen, Tinnitus usw.

Ich möchte Dir 5 Übungen zur Stressbewältigung vorstellen, die Du ganz einfach in Deinen Alltag einbauen kannst.

Wenn Du es schaffst, Deine Reaktionen auf Stressfaktoren in gemäßigte Bahnen zu lenken, steigert das unmittelbar Deinen Erfolg und hat eine präventive Wirkung auf Deine Gesundheit. Dass dies im Alltag möglich ist, belegt eine Studie mit dem Ergebnis, dass Arousal schon innerhalb weniger Minuten gesenkt werden kann.

Tipp 1: Du hast eine enge Beziehung zu Deiner Familie und/oder zu Deinen Haustieren?
Personalisiere Deinen Schreibtisch mit einem Bild Deiner „Lieben“, das Du zwischendurch anschauen kannst.

Tipp 2: Du lebst allein?
Platziere auf Deinem Schreibtisch einen Gegenstand des Büroalltags, dessen Farbe oder Form Du mit einem schönen Erlebnis assoziiert. Wenn Du diesen Gegenstand anschaust, kannst Du Dich für wenige Minuten in dieses positive Ereignis hineinversetzen. Nimm diese „Urlaubsszene“ mit all Deinen Sinnen wahr.

Tipp 3: Du bist ein Musikfan?
Wenn Du Lieblingsmusik hast, die Dir hilft zu entspannen und die Deine Laune steigert, dann speichere sie auf Deinem Handy und hör sie immer mal wieder „zwischendurch“ an. Der positive Effekt wird durch das Mitsingen noch verstärkt.

Tipp 4: Du bist eher der Zahlen-Daten-Fakten-Typ?
Dann stell Dir folgende High-Performer-Fragen, um Deine aktuelle Situation neu zu strukturieren und Dich zu fokussieren: Wie sehr konzentriere ich mich gerade auf meine Aufgabe? Erledige ich Aufgaben parallel?
Solltest Du die zweite Frage bejahen, erstelle eine Prioritätenliste und erledige die wichtigste Aufgabe zuerst, dann die nächste.
Dazu kannst Du Dir auch die Frage stellen, ob Deine aktuelle Tätigkeit wirklich wichtig für das Ziel ist.

Tipp 5: Du musst Dampf ablassen?
Du kannst Frust und Ärger loswerden, indem Du das Stresslevel neurobiologisch senkst. Das Fachwort für das sogenannte „Tappen“, das ich Dir vorstellen möchte, ist die bilaterale Hemisphärenstimulation.

• Geh an einen Ort, an dem Du ohne Störung und unbeobachtet sitzen kannst.
• Atme bewusst drei- bis fünfmal ein und aus. Achte darauf, dass Du doppelt so lang ausatmest als einzuatmen.
• Du wirst spüren, wo im Körper der Ärger „sitzt“. Konzentriere Deine Aufmerksamkeit auf genau diesen Bereich (z. B. den Magen oder den Kopf).
• Klopfe für ca. zwei bis drei Minuten jeweils abwechselnd auf Deinen rechten bzw. linken Oberschenkel. Das Tempo sollte 120 bis 180 Schlägen pro Minute mit Tempiwechseln entsprechen, bis sich das Gefühl beruhigt hat.

Ich wünsche Dir viel Erfolg mit diesen einfachen Stressmanagement Maßnahmen, die Dir im Alltag helfen, mit Stress umzugehen.

Dein Saleh Amiralai

Stresssymptome, auf die du unbedingt achten solltest

Stresssymptome, auf die du unbedingt achten solltest

5 vor Burnout oder 12 Stresssymptome, auf die du unbedingt achten solltest!

In einem Unternehmen in Hamburg: Karl Müller* aus dem Projektbüro arbeitet täglich rund zwölf Stunden. Er fühlt sich völlig ausgebrannt und erschöpft. ‚Aber nur die Harten kommen in den Garten‘, denkt er sich und macht in gewohnter Weise weiter, ohne auf die Stresssymptome zu achten.

Seine Kollegin Frida Hansen* sucht dringend einen Krippenplatz für ihre dreijährige Tochter und weiß in der Zwischenzeit nicht, wie sie Arbeit und Familienleben unter einen Hut bringen soll.

Diese Frage stellt sich für Kollege John Petersen* aus der Buchhaltung nicht mehr: Nach monatelangen großen Eheproblemen ist seine Frau mit den drei Kindern kürzlich ausgezogen, sie will sich scheiden lassen. Petersen findet seitdem keine Ruhe. Er kann nicht mehr schlafen, hat abgenommen, seine Gedanken kreisen nur noch um die Trennung …

Das sind doch alles Privatangelegenheiten der Mitarbeiter? Die Antwort ist: Keineswegs!

(*Ort und Namen sind vom Autor frei erfunden)

 

Private Probleme können schnell zu Personalproblemen werden

„Jegliche privaten Probleme“ verhindern konzentriertes Arbeiten. Persönliche Probleme der Mitarbeiter können sich schnell zu Personalproblemen für das Unternehmen wandeln.

Doch jede Krankheit hat ihre Vorgeschichte und so ist es auch mit dauerhaften Erschöpfungszuständen und Burn-out. Zu weitverbreiteten Erschöpfungszuständen kam es bereits etwa während der Industrialisierung. Zu einer Zeit also, in der sich Lebens- und Arbeitsbedingungen – ähnlich wie heute – in einem gravierenden Wandlungsprozess befanden. Der Begriff Burn-out tauchte erstmals Mitte der 1970er-Jahre auf; damals im Kontext häufiger Erschöpfungsleiden in sozialen Berufen. Der amerikanische Psychoanalytiker Herbert Freudenberger beschrieb das Syndrom als eine Folge übermäßigen Stresses in Arbeitsbereichen mit hoher emotionaler Belastung.

Das Thema Gesundheit in Einklang mit den täglichen Anforderungen zu bringen, ist meist vor allem für Personen in verantwortungsvollen Positionen, also für Führungskräfte und Selbstständige, ein nicht leicht zu meisternder Balanceakt. Umso wichtiger ist es, sich differenziert mit Stressquellen und Präventionsmöglichkeiten auseinanderzusetzen.

 

Ein Burn-out kommt nicht über Nacht

Wie gesagt: Dauerhafter Stress oder ein Burn-out kommen nicht über Nacht, sondern sind ein schleichender Prozess. Diesen schauen wir uns in diesem Beitrag etwas genauer an.

Stresssymptome: 12 Burnoutphasen auf einer Uhr dargestelltPhase 1: JA! Ich schaffe das!

Erinnerst du dich noch an Karl Müller (falls nicht, siehe bitte oben) aus dem Projektbüro? Als Karl in dem Unternehmen seinen Arbeitsvertrag unterschrieb, war er der Meinung, seinen Traumjob gefunden zu haben. Einen Job mit vielen Handlungs- und Entscheidungsfreiheiten. Neben der außergewöhnlich guten Bezahlung standen auch glänzende Karrieremöglichkeiten in Aussicht. Also stürzte er sich hoch motiviert in die Fachliteratur, besuchte Seminare und war immer vorne dabei, wenn es um Arbeitseinsatz ging. Er hatte ständig neue Ideen, verpasste keine Besprechung und war voller Engagement für das Unternehmen. Selbstverständlich bekam er für seinen außerordentlichen Einsatz viel Lob von seinen Vorgesetzten. Nimm es mir nicht übel, aber ich wette, du und ich wären genau so. 🙂

Stresssymptome in dieser Phase: Du fühlst dich großartig, voller Energie und hoch motiviert.

Phase 2: Ich bin unverwundbar!

All die Anstrengungen von Karl hatten sich gelohnt. Er wurde für die Leitung eines sehr wichtigen Projektes vorgeschlagen. Wow! Er hatte allen gezeigt, was in ihm steckt, und die „Weicheier“ von internen Konkurrenten weit hinter sich gelassen. Er war so glücklich, stolz und zufrieden mit sich. Er hatte sogar das Gefühl, dass sein Erfolg irgendwie sexuell anziehend auf das andere Geschlecht wirkte. Er wollte mehr! Mehr Anerkennung, mehr Macht, mehr Geld, mehr Wissen, mehr Einfluss – mehr, mehr…

Das Belohnungszentrum in seinem Gehirn lief auf Hochtouren und es schien unersättlich.

Stresssymptome in dieser Phase: Du fühlst dich großartig und bist auf dem Höhepunkt des Erfolges.

Phase 3: Ich werde überall gebraucht!

Karl fand überall Anerkennung. Nicht nur bei Vorgesetzten und Kollegen, sondern auch bei Freunden und seiner Familie. Alles klappte wie am Schnürchen und das Leben auf der Überholspur könnte ewig so weitergehen. Erholung oder mal nichts zu tun ist nur etwas für Verlierer. Deshalb war er auch während seines Urlaubs mit der Familie immer erreichbar. Und wenn das Telefon mal nicht klingelte, dann rief er halt seine Kollegen an, um sich nach Neuigkeiten und dem aktuellen Projektstatus zu erkundigen. Neben einem gesteigerten Kaffeekonsum und manchmal einem guten Gläschen Wein (oder auch zwei) zur Entspannung lief doch alles gut. Sein Leben bestand zwar nur aus Aktivitäten, die in Verbindung zur Arbeit standen, auch in der Freizeit. Aber so ist es nun einmal, wenn man/frau unverzichtbar ist.

Stresssymptome in dieser Phase: Du genießt deine vielen Verpflichtungen und das Gefühl, unverzichtbar zu sein und überall gebraucht zu werden.

Phase 4: Ich habe doch kein Problem…

Ach, das Leben könnte so schön sein, wenn da nicht immer das Genörgel von seiner Frau und den Kindern wäre. Immer wieder werfen sie Karl Desinteresse an der Familie vor und fühlen sich nicht richtig verstanden. Und das alles, weil er es nicht pünktlich zum Fußballspiel seines Sohnes geschafft hat. Wenn die wüssten, was so ein Überflieger wie Karl alles leisten muss. Auch seine Freunde haben sich schon längst zurückgezogen und ihren Platz mit Kollegen und Geschäftspartnern getauscht. Genervt zog sich Karl immer mehr in seine Arbeit zurück, denn hier bekam er noch die gewünschte Anerkennung. Aber auch hier reagierte er zunehmend gereizter, wenn etwas nicht seinen Vorstellungen entsprach.

Symptome in dieser Phase: Du reagierst zunehmend gereizter auf deine Umwelt und zeigst wenig Verständnis für die Belange deiner Mitmenschen.

Phase 5: Für mich zählt nur Höchstleistung!

Mittelmaß ist ein Grund, sich zu schämen! Dieser Spruch stand eingerahmt auf dem Schreibtisch von Karl. Für ihn zählte nur eines: Höchstleistung! Deshalb hatte er auch keine Lust auf die ewigen Diskussionen mit seiner Frau und den Kindern. Für all diese Kleinigkeiten war ihm nun seine kostbare Zeit wirklich zu schade. Lieber verbrachte er seine Wochenenden im Büro. Hier hatte er wenigstens seine Ruhe und wurde nicht von den spielenden Kindern gestört. Ach ja… Die kleinen Flüchtigkeitsfehler, die in letzter Zeit passierten, waren doch vollkommen normal bei dem Arbeitspensum. Und die Schlafstörungen? ‚Na wozu gibt es wohl Schlafmittel‘, dachte sich Karl. Warum sollte so ein Kinderkram Einfluss auf seine Leistung haben? Schließlich ist er Karl Müller, der personifizierte Inbegriff für Höchstleistung. Und all die Jammerlappen mit ihren Problemchen sollten sich schämen. Kein Wunder, dass die nicht vorankamen.

Stresssymptome in dieser Phase: Du fühlst dich als der Macher und unfehlbar. Dein Vokabular gegenüber anderen tendiert immer mehr zur Geringschätzung.

Phase 6: Ich befinde mich im Krieg!

Karl erlebte seine Umwelt immer stärker als eine Art Kriegsschauplatz. Hier durfte man sich keine Fehler erlauben. Wenn andere Fehler machten, musste hart durchgegriffen und Stärke gezeigt werden. Kein Wunder, dass er in dieser Zeit auch erste körperliche Probleme bekam. Neben der ständigen Müdigkeit kämpfte er immer öfter mit Kopfschmerzen. Auch sein Körpergewicht veränderte sich aufgrund der ungesunden Ernährung dramatisch. So erlebten ihn seine Kollegen als einen ungeduldigen, schlecht gelaunten und intoleranten Menschen. Aber Karl funktionierte noch gut und konnte seine gewohnte Leistung durch Erfahrung, Routine und extrem viele Überstunden aufrechterhalten.

Stresssymptome in dieser Phase: Du fühlst eine Art Ratlosigkeit in dir aufsteigen und in stillen Momenten macht sich ein Gefühl von einer nicht greifbaren Angst breit.

Phase 7: Rückzug

Zitternd saß Karl Müller hinter seinem Schreibtisch. Hatte er doch gerade seinen Kollegen John Petersen aus heiterem Himmel lauthals beschimpft und angebrüllt, sodass andere Kollegen dazwischengehen mussten. Eigentlich war er mit sich selbst unzufrieden gewesen, denn er spürte seinen deutlichen Leistungsabfall, und da lagen seine Nerven nun mal blank. Zumal seine Frau mit den Kindern zu ihren Eltern gezogen war. Das erste Mal fühlte Karl sich stark verunsichert. Immer häufiger versuchte er, dem inneren Druck mithilfe von Alkohol zu entkommen. Trotz der gelegentlichen Panikattacken blockte Karl soziale Kontakte ab. Was sollten die anderen auch von ihm denken, wenn er Schwächen zugab? Unmöglich! Vielleicht wäre ein kurzfristiger Urlaub die Lösung seiner Probleme?

Symptome in dieser Phase: Du spürst zwar, dass deine Leistung schwindet und du mit Konzentrationsproblemen zu kämpfen hast, mobilisierst aber sämtliche Reserven, um das nicht zu zeigen.

Phase 8: Ich bekomme das schon wieder in den Griff!

Leider brachte der kurzfristig angesetzte Urlaub nicht die gewünschte Erholung. Karl hatte das Gefühl, dass seine innere Batterie nicht mal ansatzweise wieder aufgeladen war. Aber er war besessen von dem Gedanken, der Welt zu zeigen, was für ein großartiger Macher er doch war. Dieses tägliche Theaterspiel kostete ihn viel Kraft und Energie. Dabei hatten schon längst alle bemerkt, dass Karls Leistung merklich nachgelassen hatte, er Fehler machte und auf Fragen oftmals unangemessen gereizt reagierte. Wohlwollende Hinweise wurden von ihm missachtet und sogar als Bedrohung wahrgenommen.

Stresssymptome in dieser Phase: Du fühlst dich ständig überfordert, hältst aber trotzdem an der Überzeugung fest, nicht nachlassen zu dürfen und dass alles wieder ins Lot kommt.

Phase 9: Ich habe meine Persönlichkeit verloren.

Wo waren die einstige Identität von Karl und seine Werte geblieben? Sein Familienleben existierte nicht mehr. Er war schon lange nicht mehr der Mensch voller Lebensfreude und Energie. Karl spürte, dass sein Leben ihm aus den Fingern glitt und er es nicht kontrollieren konnte. Es machte sich eine Angst in ihm breit und er war im Grunde nicht mehr arbeitsfähig und hätte sich fachärztlich behandeln lassen müssen.

Stresssymptome in dieser Phase: Du fühlst dich unendlich müde und ängstlich. Die Welt erscKarlt zunehmend trostlos und grau.

Phase 10: Ist mir doch egal!

Alleine das morgendliche Aufstehen, Waschen und Zähneputzen kosteten Karl unendlich viel Kraft. Er fühlte sich innerlich leer und wie in einem Hamsterrad gefangen. Irgendwie war ihm alles egal. Schon lange sah er in seinem Job keine Herausforderung mehr. Um überhaupt etwas zu spüren, stürzte er sich hin und wieder in ein sinnloses Abenteuer, aber die innere Leere hatte in fest im Griff.

Stresssymptome in dieser Phase: Du fühlst dich innerlich leer und gefühlslos.

Phase 11: Ich falle in das tiefe schwarze Loch.

Karl war verzweifelt und sah keinen Sinn mehr im Leben. Warum auch? Er hatte doch alles verloren! Immer häufiger wurde er von Suizidgedanken heimgesucht.

Stresssymptome in dieser Phase: Du fühlst dich verloren und schätzt deine Lage als absolut hoffnungslos ein. Zudem beschäftigst du dich immer öfter mit Suizidgedanken.

Phase 12: Der totale Zusammenbruch

Gott sei Dank wurde Karl Müller von seinem Umfeld nicht aufgegeben und in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Er brauchte Monate, bis er sich so weit erholt hatte, dass er überhaupt therapiefähig war. Viele weitere Monate vergingen, bis er wieder ans Arbeitsleben herangeführt werden konnte.

Heute hat Karl Müller gelernt, seine Grenzen wahrzunehmen und besser auf sich zu achten. Er führt wieder ein glückliches Leben mit seiner Familie und ist beruflich erfolgreicher denn je.

 

Treffen diese Stresssymptome nur auf Manager zu?

Natürlich ist das nur ein Beispiel, wie die unterschiedlichen Burn-out-Phasen ablaufen könnten. Sie könnten sich auch überschneiden oder einzelne übersprungen werden. Es muss auch nicht immer der hoch motivierte Managertyp sein, der ausbrennt. Es kann ebenso gut Lehrer, Angestellte oder Studenten treffen: im Grunde genommen jeden, der seine eigenen Grenzen nicht akzeptiert und nicht rechtzeitig gegensteuert.

Ich wünsche dir eine entspannte Zeit

Dein Saleh Amiralai

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