Eine Frage, die sich Menschen wohl seit Anbeginn der Zeit stellen: Wie wird man glücklich?

Als ich 2013 das erste Mal mit dem „Happiness at Work“-Konzept von Alexander Kjerulf beschäftigte waren das Prinzip des Positive Leaderships und das Thema Arbeitsglück, zumindest hier in Deutschland, noch recht unbekannt. Stark verbreitet war hingegen der Irrglaube, dass ein Job nur genau das sein sollte – ein Job, ein Mittel zum Zweck, um Geld zu verdienen, um über die Runden zu kommen, um die Karriereleiter weiter hinaufzuklettern. 

Erinnere dich doch einmal 20 Jahre zurück! Wie hat sich die Einstellung im Bezug auf Arbeit verändert? Was erwarten die jüngeren Generationen heute von einem Job? Was sind neue Ziele, neue Anforderungen, neue Herangehensweisen? 

Heute pfeifen es die Spatzen nur so von den Dächern: Du hast dein Glück in der Hand. Du kannst und solltest auch bei der Arbeit ein Glücksgefühl empfinden. Glücks-Ratgeber, „10 fixe Tipps für dein Glück“, Glücks-Forscher, Glücks-Schamanen – Wer die Antwort auf die Frage „Wie wird man glücklich?“ im Internet sucht, wird schnell fündig … auf dem ersten Blick zumindest. Nach kurzer Recherche, dem Ausprobieren des ein oder anderen Tipps, wird aber schnell klar, dass es für dein eigenes Glück kein simples Rezept gibt. Für dein Leben gibt es keine einfache Bedienungsanleitung. 

Happiness at Work – Hype oder echte Aufforderung zum Handeln?

Natürlich will jeder von uns glücklich sein. Oft wissen wir aber gar nicht so genau, ob wir es denn nun gerade sind oder nicht, ob wir unser Glück gefunden haben oder nicht und was das ganze eigentlich so genau bedeutet. Irgendwie, irgendwann, entlang des Weges, wurde der Glücksbegriff so oft neu erfunden und von klugen Marketing-Menschen ausgenutzt, dass seine Bedeutung für viele Menschen nicht mehr klar ist. Was wir wissen ist, dass wir „es“ wollen. 

Die Suche nach dem Glück, auch im Bezug auf das Arbeitsleben, wurde also über die letzten Jahre hinweg in den Medien, in sozialen Netzwerken und Studien sehr häufig thematisiert. Jeder will mitreden. Jeder will auf den Glücks-Zug aufspringen. 

Wie das aber nur allzu häufig ist: Sind zu viele Köche am Zubereiten der Suppe beteiligt, sollten wir diese mit Vorsicht geniessen. Nicht jeder der Glückstipps, die im Internet kursieren, bringen dich wirklich weiter. Manche sind sogar eher kontraproduktiv. 

Wie wird man glücklich - Glückstipps

Heute, hier mit diesem Blogbeitrag, möchte ich mit fünf gängigen Glücksmythen aufräumen, die meiner Erfahrung und Meinung nach, nicht unbedingt zielführend sind. Bitte bedenke immer: Jeder von uns ist ganz unterschiedlich, wir sind alle individuell. Was für den einen wichtig ist, mag dem anderen ganz egal sein. Was den einen glücklich macht, mag den anderen ins Unglück treiben. Wie wird man glücklich? Nur du kannst diese Frage für dich beantworten. 

5 Glücksmythen – Gut gemeinte Tipps, die dich nicht unbedingt weiterbringen

Glücksmythos 1: Glück ist planbar. 

Glücksforschern zufolge liegt unsere Happiness zu 40% in unserer eigenen Hand. Alles klar! Projekt Glück! Wie fangen die meisten von uns eine Aufgabe an? Mit einem Plan. 

Oft wird uns erzählt, wir sollen unsere Gedanken aufschreiben, unseren Morgen mit guten Gewohnheiten minutengenau planen, Dinge für die wir dankbar sind, jeden Abend in einen Kalender eintragen. Für viele mag genau dieses Vorgehen funktionieren. Schließlich ist es motivierend, Ziele zu haben, Herausforderungen zu meistern und Erfolge zu feiern. Andere wiederum, finden all diese gutgemeinte Glücksplanerei einengend und frustrierend. Sobald es zu einem Zwang wird, das Dankbarkeits-Tagebuch am Abend zu füllen und du eigentlich keine Freude dabei empfindest, solltest du es wohl besser lassen. 

Bei all dem Suchen und Planen übersehen wir außerdem viel zu leicht all die kleinen aber feinen Momente, die Glück wirklich ausmachen. Wir fokussieren uns so oft, so arg darauf, dies und das zu erreichen, dass wir gar nicht merken, dass heute die Sonne scheint, dass die Muffins, die die Kollegin für das Team gebacken hat himmlisch schmecken, dass sich dein Hund wie verrückt freut, dich nach der Arbeit zu sehen …

Dankbarkeitstagebuch, Glückstagebuch - Wie wird man glücklich

Der Trick ist es, die glücklichen Momente zu erkennen und wirklich zu genießen, wenn sie nun einmal da sind. Werde dir zuallererst immer deiner eigenen Werte bewusst! Schränken dich persönlich starr festgelegte Ziele ein, dann (und nicht nur dann, sondern immer) richte dein Verhalten an deinen Werten aus und verschaffe dir Klarheit darüber, was du wirklich willst und was dich glücklich macht. Denk nicht zu lange nach, mach einfach!

Glücksmythos 2: Nach Glück musst du suchen

Oft wird Glück als dieses Paradies dargestellt, das da irgendwo in der Ferne liegt. Wir müssen nur unser Köfferchen packen und uns auf die Suche machen. Dabei richten wir unseren Blick auf den Horizont aus: „Wenn ich xy habe, wenn ich dort bin, DANN …“

Fehlanzeige! Das Glück liegt in dir, nirgendwo anders. Ob du einen Moment, eine Sache, eine Person, einen Ort als glücksbringend betrachtest, hängt ganz von dir und deiner persönlichen Einstellung ab. 

Glücksmythos 3: Positive Gedanken machen glücklich.

Vor kurzem las ich in einem Magazin, dass es ratsam sei, sich jeden Morgen vor den Spiegel zu stellen und sich selbst gut zuzureden. 

Ich bin glücklich. 

Ich bin gut so wie ich bin. 

Ich schaffe das.

Ich bin liebenswert/erfolgreich/intelligent/….

Affirmationen sollen uns helfen, uns von negativen Gedanken zu befreien und unser Selbstwertgefühl zu steigern. Tatsächlich haben positive Gedanken und positive Worte einen positiven Einfluss auf unseren Körper und unser Wohlbefinden. Die Voraussetzung ist aber immer, dass wir wirklich, wirklich glauben, was wir da sagen oder denken. Bist du wütend oder traurig, wirst du dich nicht unbedingt schlagartig glücklich fühlen, nur weil du es dir immer und immer wieder vorsagst. Überlege dir stattdessen Formulierungen, die du tatsächlich annehmen kannst. Bist du zum Beispiel frustriert, weil deine Excel-Tabelle einfach nicht die Ergebnisse ausspuckt, die du brauchst, denke dir: „Meine Liste sieht soweit ganz gut aus. Es fehlt nur noch dieser eine Schritt und den schaffe ich auch noch.“, statt: „Ich verstehe Excel einfach nicht. Ich werde das nie hinbekommen.“

Unser Selbstwertgefühl steigert sich vor allem durch eines: Positive Ergebnisse und Erlebnisse. Wir werden nie zu 100% glauben, etwas wirklich schaffen zu können, wenn wir nicht irgendwann einfach mal loslegen und es ausprobieren. Mit jedem Problem, das wir lösen, mit jeder Herausforderung, die wir meistern, wächst unser Selbstvertrauen ein Stückchen. Was will ich damit sagen? Positive Gedanken und eine positive Grundhaltung sind schön und gut, aber Hoffen und Glauben allein machen uns nicht glücklich. Wir müssen handeln. 

Ein weiterer wichtiger Hinweis: Sei glücklich, sei zuallererst aber immer du selbst, sei menschlich, sei authentisch! Und genau das kommt mit der ganzen Bandbreite an Gefühlen. Dazu gehört Glück, ja, aber auch Trauer, Wut und Ratlosigkeit. Diese Emotionen machen die schönen, zufriedenen, glücklichen Momente umso intensiver.

Glücksmythos 4: Wir brauchen andere Menschen, um glücklich zu sein

Nicht wirklich ein Mythos – ich bin davon überzeugt, dass uns zwischenmenschliche Beziehungen glücklich machen und wir diese als gesellschaftsliebendes Wesen ganz einfach brauchen. Selbst introvertierte Menschen suchen den Zusammenhalt einer Gemeinschaft, selbst wenn sie sich in dieser nicht allzu stark hervortun. Und doch müssen wir uns daran erinnern, dass jeder von uns unterschiedlich ist und andere Bedürfnisse hat. Zudem kommen wir mit manchen Personen besser, mit anderen weniger gut klar. Zwanghaftes Beisammensein kann genauso unglücklich machen, wie Einsamkeit. Lieber allein, als in schlechter Gesellschaft.

Ähnlich verhält es sich, wenn es darum geht, anderen zu helfen. Ein beliebter Glückstipp in vielen Ratgebern ist es, für andere da zu sein und sie zu unterstützen. Dieser Hinweis ist per se nicht falsch: Hilfst du anderen, fühlst du dich selbst gut und bist stolz auf deine Selbstlosigkeit. Wird das Helfen aber zum Zwang oder verliert die Sinnhaftigkeit einer guten Tag, verschwindet auch rasch dein Glück. Erst wenn du dich selbst mit deinem Verhalten wohl fühlst, an deine eigenen Bedürfnisse denkst und keine egoistischen Hintergedanken hegst, wird dein Helfen zur Quelle deiner Happiness. 

Glücksmythos 5: Gute Bezahlung macht glücklich. 

Nun, wie wird man glücklich? Für viele bedeutet „Glück“ ein fettes Auto, Urlaube an weißen Sandstränden, ein großes Haus mit fein gepflegtem Rasen. 

Klar, wir alle wollen für unsere Arbeit angemessen entlohnt werden, doch Geld allein, macht bekannterweise nicht glücklich. Bezogen auf deinen Job und somit dein Arbeitsglück, sind es meiner Überzeugung nach, vor allem zwei Faktoren, die zu Happiness at Work führen: Ergebnisse und Beziehungen. 

Zudem braucht wahres Arbeitsglück noch eine gehörige Prise Leidenschaft. Kennen wir die Vision, das „Warum“ unseres Unternehmens und stimmt dieses mit unseren eigenen Werten überein, empfinden wir unsere Arbeit als sinnhaftig.

Dann gibt es da noch etwas, dass du dir mit Geld nicht kaufen kannst: Gesundheit. Achte auf dein Wohlbefinden, dein Stresslevel, deine Haltung beim täglichen Sitzen im Büro, deine Ernährung und deine Bewegung. 

Um eine ganze Reihe weiterer Mythen im Bezug auf Mitarbeiterzufriedenheit und Arbeitsglück geht es auf meinem YouTube-Kanal:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

Fazit – Wie wird man glücklich? 

Glück können wir nicht messen, Glück können wir nicht planen und wahrscheinlich sollten wir es auch nicht suchen. Glück und somit auch unser Weg dahin ist immer subjektiv und ganz, ganz individuell. Viele der gutgemeinten Tipps in Magazinen, im Internet und selbst in einem Coaching mögen für viele Menschen hilfreich sein, doch du selbst musst deine ganz eigene Glücksstrategie entwickeln. Das kann bedeuten, dass du verschiedene Dinge und Hinweise ausprobieren und wieder sein lassen kannst. Das kann bedeuten, dass du andere um Unterstützung bittest oder dich ganz eingängig mit dir selbst und deinen Bedürfnissen beschäftigst. Wichtig ist nur: Bist du unzufrieden, dann warte nicht darauf, dass dein Glück an deine Tür klopft, grüble nicht allzu lang, sondern steh auf, mach den ersten Schritt und beginne zu Handeln. 

Beginne Deine Reise zu mehr Arbeitsglück heute, mit einem ersten Schritt. Kontaktiere mich jetzt, um mehr über mein Arbeitsglück Seminar zu erfahren.