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In der heutige Arbeitswelt arbeiten hauptsächlich drei Generationen. Da sind die Babyboomer (geboren zwischen 1946 und 1964), die Generation X (1965 – 1981) und schließlich die Millennials, die auch Generation Y genannt werden und die zwischen 1981 und 1999 geboren wurden. Letztere machen mittlerweile den größten Anteil aller Erwerbstätigen aus und das Führen von Millennials wird in Personal- und Führungsebenen heiß diskutiert. Wie führt man junge Facebook-, Snapchat- und YouTube-Nutzer, die andere, neue Werte haben, die nach Sinnhaftigkeit suchen und auf den ersten Blick faul erscheinen?

Um Klarheit zu gewinnen, stelle ich in diesem Artikel stelle ich mein kleines 1×1 für das Führen von Millennials vor. Prinzipiell plädiere ich immer für ein individuelles Management. Der erste Grundsatz für jede Führungskraft sollte das Interesse am Kollegen, Wertschätzung und in der Folge die Anpassung des Führungsstils sein. Durch Stärken des Einzelnen können nur dann aufgedeckt und gefördert werden, wenn man als Führungskraft ganz individuell mit den Mitarbeitern beschäftigt.

Statistik zum Führen von Millennials - Wie viele Millennials gibt es in Deutschland?

Millennials sind jetzt in den 20ern oder frühen 30ern. Viele beginnen ihre Karriere erst oder stehen zumindest noch an deren Anfang. Sie haben Erwartungen, sind aber auch beeinflussbar. Eine gute Führungskraft kann hier richtungsweisend und ein Vorbild für die Entwicklung der jungen Menschen sein.

Versuchen wir zunächst, den Begriff, diese Gruppe zu definieren. Wer sind eigentlich diese Millennials und was macht sie so besonders?

Wer sind eigentlich diese Millennials?

Im Vergleich zu vorangegangenen Generationen wuchsen Millennials in geborgenen Elternhäusern auf. Ihnen wurde erzählt, sie könnten alles erreichen, wenn sie es denn wirklich wollten. Millennials sind seit ihrer Kindheit an Routinen gewöhnt und kennen einen strukturierten Tagesablauf. Sie sind mit verschiedenen Kulturen in Kontakt gekommen und haben Toleranz gelernt.

Außerdem haben sie ständigen Zugriff auf das Internet und soziale Medien. Wenn ich jemandem etwas mitteilen möchte, schreibe ich eine Nachricht. Möchte ich etwas kaufen, bestelle ich dies auf Amazon und habe das Produkt am nächsten Tag im Briefkasten. Möchte ich einen Film schauen, schalte ich den Fernseher an und suche den Titel auf Netflix.

Natürlich wird hier pauschalisiert. Niemand ist sich sicher, wann genau die Generation der Millennials begann; und natürlich kann weder der familiäre Hintergrund noch der Charakter einer ganzen Generation über einen Kamm geschert werden.

Und trotzdem gibt es da die eine oder andere Besonderheit, die auffällt, wenn es um die Einstellung eines Millennials zum Arbeitsleben geht.

Wie denken und arbeiten Millennials?

Die Babyboomer und die Menschen der Generation X beschweren sich:

Millennials hätten keine Werte, sie seien faul, verwöhnt und würden Latte Macchiato schlürfend und Avocadotoast essend durch die Welt reisen.

Tatsächlich ist es so, dass Millennials ANDERE, jedoch nicht falsche Werte haben. Ihnen ist eine Balance zwischen Arbeit und Privatleben wichtig. Sie wollen sich das gönnen können, was sie sich wünschen, und Erfüllung in dem finden, was sie tun. Ist das zu viel verlangt?

Es mag so scheinen, als wären alle Millennials selbstbewusst und wüssten genau, was sie wollen. Das Gegenteil ist allerdings der Fall. Viele leiden unter falscher Selbstwahrnehmung und geringer Selbstachtung. In der Arbeitswelt kann man schließlich keine Filter vor die eigene Leistung schieben, Mutti kann es nicht richten: Du musst für Dich selbst einstehen, Du musst Dich selbst einschätzen können und an Dir arbeiten wollen.

 

Wonach suchen Millennials in ihrem Arbeitsleben?

Die folgenden fünf Punkte zeigen auf, worauf Millennials am Arbeitsplatz und in ihrem persönlichem Leben Wert legen. Führungskräfte können aus diesem Wissen ihre eigenen Schlüsse ziehen und mit Einfühlungsvermögen und Wertschätzung das enorme Potenzial der größten Generationengruppe am Arbeitsmarkt nutzen.

Motivation

Millennials ist es wichtiger, wertgeschätzt zu werden und Teil einer guten Unternehmenskultur zu sein, als auf finanzielle Kompensation. Natürlich bleiben faire Entlohnung und Boni wichtige extrinsische Motivationsfaktoren; noch bedeutender ist aber Sinnhaftigkeit und das Gefühl, etwas zu bewirken und Teil eines großen Ganzen zu sein.

Es geht ihnen nicht darum, täglich bis hin zur Rente einfach ihre Zeit abzusitzen. Es geht nicht darum, nur auf das Wochenende hinzuleben. Es geht darum, Freude und einen Sinn in der eigenen Arbeit zu sehen, dem Unternehmen treu zu sein und mit Motivation auf ein gemeinsames Ziel, auf eine Vision hinzuarbeiten.

Mein Tipp für Führungskräfte

Gibt es in Deinem Unternehmen bereits eine klar definierte Vision? Nein? Dann sorge dafür, dass Du eine entwickelst. Eine Vision gibt Sinn, wenn sie geteilt und gelebt wird. Eine Vision motiviert und gibt das Gefühl, etwas Gutes zu tun, nicht nur für Dich selbst, sondern auch für die Umwelt, die Gesellschaft und die Tierwelt.

Als Führungskraft stehst Du in der Verantwortung, die Unternehmensvision aktiv zu tragen. Lebe sie vor! Sei stolz auf das, was Du tust und warum Du es tust! Mitarbeiter, die Deine und somit auch die Vision des Unternehmens teilen, sind treu und langfristig intrinsisch motiviert. Sie spüren, dass ihre Arbeit einen tieferen Sinn hat, einen Zweck, der größer ist als sie selbst.

Teamarbeit & zwischenmenschliche Beziehungen zu Kollegen

Millennials arbeiten gern in Teams zusammen und wurden bereits im Kindergarten und in der Schule an Gruppenarbeit herangeführt. Die Zusammenarbeit von Menschen mit unterschiedlichen Stärken, verschiedenen Ideen und Meinungen ist fast immer ein effektiver Weg, um Ziele zu erreichen. Wichtig ist, dass diese Zusammenarbeit strukturiert und respektvoll abläuft.

Wir alle brauchen Beziehungen. Es ist der wichtigste Glücksfaktor für uns Menschen: wenn wir uns mit Gleichgesinnten umgeben können, wenn wir durch positive Kommunikation andere kennenlernen, wenn wir lachen und zusammen arbeiten können.

Da wir viel Zeit mit unserer Arbeit verbringen, sind zwischenmenschliche Beziehungen am Arbeitsplatz besonders wichtig. Gegenseitiges Vertrauen, offene Kommunikation und ein konstruktiver Umgang mit Konflikten bringt alle dem Unternehmensziel näher, motiviert und schafft Arbeitsglück.

Was Gesprächen oft entgegensteht, ist unsere moderne Technologie – unsere Smartphones, die wir immer und überall griffbereit haben, die sozialen Medien, über die oberflächliche Beziehungen entstehen und die uns verlernen lassen, wie man Menschen in der Offline-Welt kennenlernt.

Mein Tipp für Führungskräfte

Schaffe ein Umfeld, in dem die Zusammenarbeit im Team möglich und gewünscht ist. Schaffe Freiräume, in denen sich die Kollegen auf einem ganz privaten Level kennenlernen können, ohne über die Arbeit zu sprechen und vor allem ohne die Smartphones griffbereit zu haben. Millennials wollen Spaß haben.

Motiviere Deine Mitarbeiter dazu, weder Handys noch Laptops in die Meetings zu bringen, um Ablenkung zu vermeiden und Gespräche zu initiieren, wenn Wartezeiten entstehen. Ein Meeting startet verspätet, was machen alle? Schauen auf ihr Smartphone! Was würde man tun, wenn man es nicht dabei hätte?

Schaffe Projektteams und übertrage ihnen viel Verantwortung. Wer hat das Zeug zur Führungskraft? Wie können sich die individuellen Stärken jedes einzelnen Mitarbeiters ergänzen? Nimm Dich selbst zurück, versuche den Überblick zu behalten und unterstütze, ohne Mikromanagement zu betreiben.

Stärkenfindung

Jeder von uns hat Stärken, jeder kann etwas gut. Die Schwierigkeit besteht nur darin, herauszufinden, welche das sind und wie Stärken weiter gefördert werden können. Millennials wollen genau das! Sie wollen ihre Stärken einsetzen und vor allem – sie wollen lernen, ihre Talente auszubauen.

Mein Tipp für Führungskräfte

Mitarbeiter, die ihre Stärken täglich einsetzen können, sind motivierter, produktiver und kreativer. Sie bemühen sich eher darum, neue, innovative Lösungen für ein Problem zu finden und fühlen sich glücklicher mit ihrem Job.

Darum solltest Du herausfinden, welche Stärken Dein Mitarbeiter hat. Wie? Indem Du eine Kultur der offenen und vertrauensvollen Kommunikation pflegst, die es Deinen Kollegen leicht macht, anzusprechen, wenn sie sich in eine neue Richtung entwickeln möchten!

Frage nach, teste aus! Übergib einem Mitarbeiter eine Aufgabe und beobachte, wie er sie bewältigt! Biete immer Deine Unterstützung an und stelle sicher, dass sich niemand davor scheut, darum zu bitten.

Persönliche Entwicklung

Millennials hatten ihr Leben lang kaum Probleme, Informationen zu finden. Wikipedia weiß schließlich alles, und die Möglichkeiten zu lesen und zu lernen sind unbegrenzt. Und genau das will diese Generation auch im Arbeitsleben fortführen. In der Regel lernen Millennials gern – vor allem dann, wenn sie sich in einem Feld weiterbilden können, in dem ihre Stärken liegen und welches sie interessiert.

Sie suchen nach Vorbildern und schauen gern zu Personen auf, die sie für erfahren halten. Sie wollen, dass ihre Ideen gehört und diskutiert werden, sie wollen Mentoren haben, nach deren Bestätigung sie streben.

Feedback und Mitarbeiterjahresgespräche für Millennials sehr wichtig. Sie wollen wissen, wie sie abschneiden und möchten, dass man sich für sie Zeit nimmt. Konstruktive und regelmäßige Feedbackgespräche spielen eine ausschlaggebende Rolle für ihre Entwicklung.

Mein Tipp für Führungskräfte

Aufbauend auf Deinem Wissen über die Stärken Deiner Mitarbeiter kannst Du Weiterbildungen und Schulungen anbieten. Stelle sicher, dass Deine Kollegen wissen, dass diese Möglichkeiten bestehen und dass sie lernen können, wenn sie es denn wollen.

Beziehe Millennials direkt und aktiv in ihren Entwicklungsprozess ein! Gib Feedback zu ihrer Performance, biete Unterstützung an und lass genügend Freiraum, damit Deine Mitarbeiter eigene Ideen entwickeln können. Setze Ziele und lass sie in regelmäßigen Abständen wissen, wie viel näher sie ihrem Ziel gekommen sind.

Vor allem aber: Gib Verantwortung ab! Traue Deinen Millennial-Kollegen zu, Projekte zu meistern. Stelle sie vor Herausforderungen!

Motiviere Deine Mitarbeiter dazu, weder Handys noch Laptops in die Meetings zu bringen, um Ablenkung zu vermeiden und Gespräche zu initiieren, wenn Wartezeiten entstehen. Ein Meeting startet verspätet, was machen alle? Schauen auf ihr Smartphone! Was würde man tun, wenn man es nicht dabei hätte?

Schaffe Projektteams und übertrage ihnen viel Verantwortung. Wer hat das Zeug zur Führungskraft? Wie können sich die individuellen Stärken jedes einzelnen Mitarbeiters ergänzen? Nimm Dich selbst zurück, versuche den Überblick zu behalten und unterstütze, ohne Mikromanagement zu betreiben.

Work-Life-Balance

Zwar wird Millennials nachgesagt, sie würden nicht hart arbeiten, dem ist aber nicht so. Ja, sie wollen nicht acht Stunden lang auf einem Stuhl sitzen, aber sie sind bereit, sich so richtig reinzuhängen, alles zu geben und auch abends zu arbeiten, wenn es um ein Projekt geht, das sie interessiert und in dem sie einen Sinn sehen. Sie schätzen Flexibilität und Mobilität.

Eine gute Work-Life-Balance ist für Millennials wichtig, denn schließlich gibt es auch außerhalb des Büros viele spaßige Aktivitäten. Zeit mit der Familie, mit Freunden, Zeit für Sport und Kultur hat für Millennials oberste Priorität.

Mein Tipp für Führungskräfte

Auch wenn Du zur Generation der Babyboomer gehörst und Dir eingebläut wurde, eine 60-Stunden-Woche gehöre ab und an dazu, wenn man erfolgreich sein will, so übe Dich in Toleranz. Millennials sind nicht faul, sie wollen nur flexibel sein. Biete ihnen die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Setze Ziele und überprüfe deren Erreichung, ohne den Mitarbeiter selbst zu überwachen. Nutze Software zur Organisation von Aufgaben und installiere Strukturen zur Kommunikation, die jeden einbeziehen – im Büro oder nicht.

Führen von Millennials – Fazit:

Millennials stellen mittlerweile die Mehrzahl aller erwerbstätigen Erwachsenen. Ob man ihre Arbeitsweise mag oder nicht – man muss sich als Führungskraft anpassen, von altem Denken verabschieden und neue Ideen zulassen. In einer Welt, die sich dank neuer, anders denkender Generationen immer schneller zu drehen scheint, darfst Du nicht stehenbleiben.

Welche Erfahrungen hast Du mit Millennials gemacht? Oder gehörst Du selbst zu dieser Generation und hast eine andere Sichtweise? Kontaktiere mich gern direkt. Ich freue mich auf den Austausch!

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