10 TOP GRÜNDE, WIESO ARBEITSGLÜCK DER ULTIMATIVE PRODUKTIVITÄTSSCHUB IST

Wie Lisa ihr Arbeitsglück verlor

Lisa war dem Gefühl von “Arbeitsglück” weit entfernt und es wurde ihr alles einfach zu viel. Jeden Morgen wachte sie nervös auf und fragte sich, was ihr an diesem Arbeitstag bevorstehen würde. Jeden Abend ging sie nach Hause und dachte an die Aufgaben, die sie nicht mehr geschafft hatte.

Lisa ist eine 35-jährige Ingenieurin und Projektmanagerin in einem IT-Unternehmen. Seitdem das Geschäft boomte, war es schwierig geworden, mitzuhalten – sie fühlte sich, als ob sie sehr schnell laufen musste, nur um auf der Stelle zu bleiben.

Durch ihren überfüllten Posteingang und die vielen Menschen, die ihre Assistenz bei ihren Projekten benötigten, begann sie, nach neuen Produktivitätswerkzeugen und -systemen zu suchen, und entschied sich schnell für etwas Passendes. Wie es für Lisa typisch ist, blieb sie am Ball. Mit den neuen Möglichkeiten, ihre Zeit zu planen, mit ihrer verbesserten To-do-Liste und den neuen Prioritäten am Arbeitsplatz fiel ihr schnell auf, dass sie mehr Arbeit erledigen konnte.

Trotzdem hatte sie das Gefühl, dass sie noch produktiver sein könnte. Während sie über ihren nächsten Schritt nachdachte, fiel ihr plötzlich etwas auf: Einiges von dem, was sie tun musste, tat sie einfach nicht gern. Sie hasste es regelrecht.

Obwohl ihr ihre Arbeit im Allgemeinen Spaß machte – besonders, wenn sie Menschen dabei helfen konnte, Projekte zu planen, und ihnen Ratschläge gab, wie sie am besten weiterkommen würden – waren einige ihrer Aufgaben administrativer Natur. Ihren Fortschritt zu messen, unterschiedliche Statistiken zu aktualisieren, Berichte zu erstellen etc… Es ging um Aufgaben, die nicht viel ihrer Zeit einnahmen, aber ihr sehr viel weniger Spaß machten. Oder lass es mich klarer ausgedrückt: Für Lisa waren diese Aufgaben todlangweilig.

Sie sprach mit ihrem Chef darüber und beide entschieden, die Aufgaben an eine Projektsekretärin abzugeben. Das verschaffte Lisa mehr Zeit, ermöglichte ihr aber vor allem, sich auf die Aspekte ihres Jobs zu konzentrieren, die ihr wirklich Spaß machten. Als Konsequenz war Lisa sehr viel glücklicher an ihrem Arbeitsplatz – und DAS war der Zeitpunkt, an dem ihre Produktivität den Höhepunkt erreichte. Sie hatte die Energie, produktiv mit anderen zusammenzuarbeiten, und genügend Kreativität, um neue Ideen zu finden und umzusetzen. Statt sich gestresst und überfordert zu fühlen, war sie optimistisch und gut gelaunt.

Obwohl ihr Produktivitätssystem ihr wirklich dabei geholfen hatte, Dinge zu erledigen, war der Motivationsschub, weil sie plötzlich glücklicher an ihrem Arbeitsplatz war, gleich zehnmal so groß. Lisa arbeitet jetzt kürzer – und schafft dabei gleichzeitig mehr. Und noch viel wichtiger: Sie hat sehr viel mehr Spaß und ist seitdem glücklicher an ihrem Arbeitsplatz!

 

Produktivitätswerkzeuge

Viele der Produktivitätsgurus werden dir erzählen, dass sich alles um das richtige System dreht, wenn du mehr in deinem Job schaffen willst. Du musst deine Aufgaben priorisieren, detailliert festhalten, womit du deine Zeit verbringst, To-do-Listen anlegen, lernen deinen Kalender zu strukturieren und vieles mehr.

Produktivitätswerkzeuge sind durchaus nützlich und hilfreich. Ich selbst nutze die Pomodoro-Technik sowie ein Kanban-System für meine Aufgaben. Aber diese hervorragenden Tools werden dir nicht helfen, deine Zufriedenheit an deinem Arbeitsplatz zu steigern.

 

Auswirkung von Arbeitsglück im Vergleich zu anderen Produktivitätsmethoden

Was ist Arbeitsglück?

Arbeitsglück ist ein in Deutschland eher selten benutztes Wort. Häufiger ist der englische Begriff „Happiness at Work“ anzutreffen.

Für mich ist Arbeitsglück von genau zwei Faktoren abhängig:

  1. Du siehst einen Sinn in dem, was du tust, und bist stolz darauf.
  2. Du hast eine positive Beziehung zu deinen Kollegen und Vorgesetzten.

Oder anders ausgedrückt:

Dass du selbst an einen verregneten Montagmorgen gern zur Arbeit gehst und Spaß hast.

Deshalb ist meine Empfehlung, dir erst einmal zu überlegen, welche Tätigkeiten dir wirklich Spaß machen, und erst im zweiten Schritt dir Gedanken über die Steigerung deiner Produktivität zu machen.

Deshalb ist Arbeitsglück (für mich) der wichtigste Punkt, um deine Produktivität zu steigern.

 

Sind Produktivitätswerkzeuge dann sinnlos?

Kein System, kein Tool und keine Methode der Welt kann den Produktivitätsschub überbieten, den du erlebst, wenn dir deine Arbeit wirklich Spaß macht.

Ich möchte die verschiedenen Produktivitätswerkzeuge nicht schlechtmachen – sie sind weder schlecht noch wirkungslos. Doch wendest du die Ratschläge in einem Job an, der dich nicht glücklich macht, dann versuchst du, auf oberflächlicher Ebene ein Problem zu lösen, das eigentlich viel tiefer reicht.

 

Deshalb zeige ich dir 10 der wichtigsten Gründe, wieso Arbeitsglück der beste Weg zur Steigerung deiner Produktivität ist.

 

1: Glückliche Menschen arbeiten besser mit anderen zusammen

Man umgibt sich sehr viel lieber mit glücklichen Menschen und natürlich haben diese daher auch bessere zwischenmenschliche Beziehungen auf der Arbeit, die sich wie folgt auswirken:

  • Bessere Teamarbeit mit Kollegen
  • Bessere Mitarbeiterbeziehungen, wenn du eine Führungskraft bist
  • Zufriedenere Kunden, falls du im Dienstleistungssektor arbeitest
  • Mehr Verkäufe, wenn du im Vertrieb tätig bist

 

2: Glückliche Menschen sind kreativer

Hängt deine Produktivität davon ab, ob du in der Lage bist, neue Ideen zu haben, dann musst du auf der Arbeit glücklich sein. Sieh dir die Forschung von Teresa Amabile als Beweis an. Sie sagt:

Hat ein Mensch an einem Tag gute Laune, dann ist es wahrscheinlicher, dass er an diesem und am nächsten Tag kreative Ideen hat – selbst, wenn er am nächsten Tag schlecht gelaunt ist. Es scheint einen kognitiven Prozess zu geben, der in Gang gesetzt wird, wenn sich Menschen gut fühlen und der zu einem flexibleren, flüssigeren und originellen Denken führt, das sich sogar mithilfe eines Inkubationseffekts auf den nächsten Tag überträgt.

 

3: Glückliche Menschen lösen Probleme, statt sich darüber zu beschweren

Magst du deine Arbeit nicht, dann kommt dir jeder Maulwurfhügel wie ein unbezwingbarer Berg vor. Es wird schwierig werden, ein Problem zu lösen, ohne sich zuerst lange den Kopf darüber zu zerbrechen. Bist du glücklich bei der Arbeit und stößt auf ein Problem, dann löst du es ganz einfach.

4: Glückliche Menschen haben mehr Energie

Glückliche und positive Menschen haben mehr Energie und arbeiten daher effizienter.

5: Glückliche Menschen sind optimistischer

Glückliche Menschen haben eine positivere, optimistischere Einstellung und die Forschung (besonders Martin Seligmans Arbeit in der positiven Psychologie) hat gezeigt, dass Optimisten sehr viel erfolgreicher und produktiver sind. Es ist einfach eine Neuauflage der alten Weisheit „Egal, ob du glaubst, du kannst etwas oder du kannst etwas nicht; wahrscheinlich hast du recht damit.“

 

6: Glückliche Menschen sind sehr viel motivierter

Wenig Motivation führt zu wenig Produktivität und die einzige nachhaltige und verlässliche Weise, bei der Arbeit motiviert zu sein, ist, wenn du magst, was du tust. Über dieses Thema habe ich schon in einem vorherigen Blogartikel mit dem Titel „Wieso Motivation mit Pizza nicht funktioniert“ geschrieben.

 

7: Glückliche Menschen sind seltener krank

Natürlich wirkt sich eine Krankheit negativ auf die Produktivität aus und magst du deinen Job nicht, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass du dir eine lange Liste an Krankheiten wie Geschwüre, Krebs und Diabetes einfängst. Du wirst außerdem zu mehr Stress am Arbeitsplatz und zu Burn-out neigen.

Eine Studie untersuchte die Auswirkung von Stress am Arbeitsplatz auf die Gesundheit von 21.290 weiblichen Krankenschwestern in den USA und kam zu dem Ergebnis, dass die Frauen mit dem größten Risiko für eine schlechte Gesundheit diejenigen waren, die ihren Job nicht mochten. Die Auswirkung auf ihre Gesundheit war groß, da sie mit Rauchen und einem bewegungslosen Lebensstil in Verbindung stand (Quelle).

 

8: Glückliche Menschen lernen schneller

Bist du glücklich und entspannt, dann bist du sehr viel offener dafür, neue Dinge auf der Arbeit zu lernen und so deine Produktivität zu verbessern.

 

9: Glückliche Menschen machen sich weniger Sorgen, Fehler zu machen – und machen daraufhin auch weniger Fehler

Bist du glücklich auf der Arbeit, dann stört dich ein gelegentlicher Fehler sehr viel weniger. Du kannst dich wieder aufraffen, daraus lernen und weitermachen. Du wirst auch kein Problem damit haben, deinen Fehler vor anderen zuzugeben – du übernimmst einfach die Verantwortung, entschuldigst dich und löst das Problem. Eine entspannte Einstellung bedeutet, dass weniger Fehler gemacht werden und dass es sehr viel wahrscheinlicher ist, dass du aus ihnen lernst.

 

10: Glückliche Menschen treffen bessere Entscheidungen

Unglückliche Menschen befinden sich in einer dauerhaften Krise. Sie können sich auf wenig konzentrieren und verlieren den Überblick, ihr Überlebensinstinkt setzt ein und sie treffen kurzfristigere Hier-und-Jetzt-Entscheidungen. Im Gegensatz dazu treffen glückliche und positive Menschen sehr viel bessere Entscheidungen und sind eher in der Lage, ihre Arbeiten zu priorisieren.

 

Das Fazit

Erinnere dich an eine Situation, in der du das Gefühl hattest, dass du deine bestmögliche Arbeit lieferst. Eine Situation, in der deine Ergebnisse zu den besten gezählt haben, die sie jemals waren. Ich würde wetten, dass du an etwas gearbeitet hast, das dich glücklich gemacht hat. Etwas, das dir sehr viel Spaß bereitet hat.

Zwischen Arbeitsglück und Produktivität besteht ein klarer Zusammenhang. Es bleibt also nur die Frage nach dem Grund hierfür: Macht uns die Produktivität glücklich oder sind wir produktiver, weil wir glücklich sind? Die Antwort auf beide Fragen lautet natürlich ja! Beides bedingt sich gegenseitig.

 

Zusammenhang zwischen Arbeitsglück und Produktivität als Kreislauf

 

Der stärkste Zusammenhang besteht aber zwischen Glück und Produktivität – was bedeutet, dass das Beste, was du tun kannst, um produktiver zu sein, darin besteht, Spaß an dem zu haben, was du tust.

 

Wie kannst du dein Arbeitsglück verbessern?

Wie schaffen wir es also, dass uns unsere Arbeit Spaß macht? Hier zwei mögliche Wege:

 

  1. Werde glücklich mit dem Job, den du hast. Hierzu gibt es Hunderte von Möglichkeiten, die du umsetzen kannst, um deine Arbeitssituation zu verbessern – vorausgesetzt, du entscheidest dich, etwas zu tun, anstatt darauf zu warten, dass jemand anderes etwas für dich tut.
  2. Finde einen neuen Job, mit dem du glücklich werden kannst. Kann dein aktueller Job nicht gerettet werden, dann warte nicht länger und suche dir einen neuen!

 

Wie denkst du über das Thema Arbeitsglück? Ich freue mich wie immer über deine Kommentare und Gedanken.

Bis dahin

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Dein Saleh Amiralai


Saleh Amiralai
Saleh Amiralai

Dipl.-Ing. Saleh Amiralai ist Führungskräftecoach und Chief Happiness Officer. Schwerpunkt seiner Expertise sind die Themen „Positive Leadership“ und „Mitarbeiterzufriedenheit & Arbeits-glück“. Hierbei unterstützt er Unternehmen und Führungskräfte dabei, ihre Führungsaufgabe wirksamer zu gestalten, um innerhalb kürzester Zeit bessere Ergebnisse zu erzielen.

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