Zeit – eine Produktivitäts-Formel?

Zeit – eine Formel für Produktivität?

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Was ist Zeit eigentlich? Und kann sie wirklich als verlässlicher Maßstab für unsere Produktivität dienen? Diesen Fragen wollen wir im folgenden Blogbeitrag nachgehen. Beginnen wir also mit einem Versuch, die Zeit zu definieren. 

Bevor die Menschheit die Maßeinheit Zeit ins Leben gerufen hat, haben wir uns ganz simpel an der Sonne orientiert. Wir sind mit Sonnenaufgang aufgestanden und haben uns bei Sonnenuntergang schlafen gelegt – es war ein ganz natürlicher Rhythmus. 

Schon mit der beginnenden Landwirtschaft und dem Sesshaft werden der Menschen, benötigten wir noch weitere Maßeinheiten. In welchen Abständen müssen die Felder bewässert werden, wann geerntet und wann gesät?

Kurzum, die Zivilisation und die Entwicklung der Menschheit verlangte nach einer weiteren Maßeinheit, um unsere Tage und Tätigkeiten, die neuen anfallenden Aufgaben, besser zu organisieren.

In vielen Fällen machte es auch Sinn, die Produktivität nach der Zeit zu messen. Je schneller eine Aufgabe erledigt war, desto schneller konnte die nächste Aufgabe begonnen werden und so vielleicht der Ernteertrag gesteigert. Es lohnte sich, möglichst zeiteffizient zu arbeiten.

Doch Fast Forward ins 21. Jahrhundert, scheint diese Produktivitäts-Formel Zeit immer seltener aufzugehen. Schlimmer noch, Menschen erkranken an zeitlichem Druck und Stress – das Burnout lässt grüßen.

Kommen wir also nun zur zweiten Frage: Ist Zeit immer noch ein verlässlicher Maßstab für Produktivität bei der Arbeit?

In alten Mustern – Zeit als ultimative Produktivitäts-Formel  

Wir müssen gar nicht so weit in der Geschichte der Menschheit zurückblicken, um Zeit als beliebte Produktivitäts-Formel zu erkennen. An einem bestimmten Punkt wurde die 40-Stunden-Woche eingeführt. Mitarbeiter, die folgsam ihre 8 Stunden am Tag abgearbeitet haben, und vielleicht sogar noch die ein oder andere Überstunde geleistet haben, die waren produktiv und besonders wertvoll für das Unternehmen.

Zeit – eine Formel für Produktivität?

Es klingt auch erst einmal schlüssig und vor allen Dingen ist Zeit als Produktivitäts-Formel leicht zu verfolgen. Vielleicht hast auch du einmal in einem Unternehmen gearbeitet, in denen es Zeitstempelkarten gab? Diese haben den Führungskräften die Illusion der absoluten Kontrolle der Mitarbeiter geschenkt.

Einerseits trägt diese Form der Kontrolle nicht zu einem angenehmen Arbeitsklima bei und widerspricht so ziemlich allen modernen Führungsstilen, andererseits war und ist diese vermeintliche Kontrolle eine perfekte Illusion. Wieso das, fragst du dich? Nun ja, nur weil sich ein Mitarbeiter mit einer solchen Karte „zur Arbeit einstempelt“, bedeutet dies nicht, dass dieser auch direkt aktiv an die Arbeit geht und die ganze Zeit durchgehend arbeitet.

Was tatsächlich passiert ist bestimmt jedem von uns bekannt – wir wissen, wir müssen eine bestimmte Anzahl an Stunden leisten. Diese Leistung wird danach bewertet, ob wir diese Stundenanzahl auch in den Büroräumen gesessen haben – wie produktiv wir waren wird erst einmal nicht gemessen. 

Selbstverständlich fällt es über kurz oder lang auf, ob ein Mitarbeiter nur die Stunden absitzt und nie wirklich arbeitet. Doch auch dies ließe sich leicht umgehen, wenn wir Zeit als Produktivitäts-Formel ein für alle Mal hinter uns lassen.

Neu gedacht – welche Produktivitäts-Formel hilft denn wirklich?

Für 8 Stunden bezahlt, aber nur 4 Stunden konzentriert arbeiten! Dies trifft selbstverständlich nicht auf jeden zu, und lässt sich auch nicht in alle Branchen übersetzen, aber vor allem Bürojobs, oder auch kreative Bereiche, lassen sich nur schwer nach Stunden messen.

Ein Beispiel: Du führst eine Marketingagentur und ihr habt einige Aufträge, es läuft super! Ganz im Sinne von Zeit als Produktivitäts-Formel denkst du dir: Ich brauche unbedingt Texter und Grafiker, die 8 Stunden am Tag im Büro sind – wie sollen wir sonst alles schaffen!?

Natürlich sitzen deine Texter und Grafiker brav ihre 8 Stunden ab, immerhin ist es ihr Job und sie brauchen ihr Einkommen.

Doch wenn du sie einmal fragen würdest, ob sie dieses Modell sinnvoll finden, dann möchte ich jetzt schon verraten, dass sie dies verneinen werden.

Schreiben, zeichnen, kreieren, brainstormen – alles braucht Zeit, ja. Doch lässt sich das kreative Gehirn selten morgens um 9 Uhr aktivieren, heiß laufen bis 17 Uhr und dann abschalten. Manche kreativen Geister erwachen erst nachts!

Zeit – eine Formel für Produktivität?

Zweites Beispiel: Genauso kann es auch in weniger kreativen Jobs aussehen, wie im Kundensupport beispielsweise. Wenn deine Mitarbeiter ein bestimmtes Pensum pro Tag haben, dieses durchaus innerhalb von 4 Stunden erledigen könnten, aber 8 Stunden am Arbeitsplatz sein müssen, dann ziehen sie ihre Arbeit in die Länge!

Beide Beispiele zeigen uns, dass Zeit als Produktivitäts-Formel nicht so richtig aufgehen will. Der Kreative braucht vielleicht nur 10 Minuten um den neuen, catchy Slogan oder die perfekte Farbpalette zu kreieren, aber dafür Stunden für die Inspiration. Ein Spaziergang durch die Natur, ein Buch, Musik hören. Wenn dies jedoch kommuniziert wird, dann werden ja nur 10 Minuten Arbeitszeit bezahlt. Und nicht der kreative Prozess vorab!

Und der Mitarbeiter im Kundensupport? Auch dieser wird niemals zugeben, dass eine kürzere Arbeitszeit möglich ist, denn das Vollzeitgehalt benötigt er schon. 

Alles in allem, eine sehr unbefriedigende Situation für alle Beteiligten.

Die Lösung für eine neue Produktivitäts-Formel

Natürlich solltest du als Unternehmer oder Führungskraft ein Auge auf die Finanzen haben, aber nicht so sehr, dass du deinen Mitarbeitern die Bezahlung kürzt, nur weil sie keine 8 Stunden für die Aufgaben benötigen.

Eine wahre Lösung, mit der du die Produktivität in deinem Unternehmen steigerst und zugleich die Mitarbeiterzufriedenheit, sollte sich also von dem Maßstab Zeit abwenden und die Eigenverantwortung der Mitarbeiter in den Fokus stellen.

Dies kann vorerst auch als Testmodell eingeführt werden, um zu sehen, ob Eigenverantwortung als Produktivitäts-Formel für deine Mitarbeiter funktioniert. 

Zeit – eine Formel für Produktivität?

Das Modell Eigenverantwortung als Produktivitäts-Formel:

  1. Das Pensum und die Aufgaben bleiben dieselben.
  2. Es gibt keine fixen Arbeitszeiten.
  3. Wenn möglich, können die Mitarbeiter auch im Home Office arbeiten.
  4. Die Mitarbeiter müssen lediglich ihre Aufgaben, ihr Pensum, erreichen. Ob die kreative Idee nachts kommt, oder das Pensum an Kundensupport innerhalb von 3-4 Stunden geleistet werden, ist zweitrangig.
  5. Die Bezahlung bleibt dieselbe! 

Und so berechnest du die Formel für Produktivität bei diesem Modell

Anstelle eines Stundenzettels dienen dir bei dieser Produktivitäts-Formel die Ergebnisse der Arbeit. Um noch einmal zurück auf die oben angeführten Beispiele zu kommen, kannst du sehen, dass die Texte, Grafiken oder Konzepte für die Kunden der Marketingagentur von Relevanz sind – kein Kunde wird fragen, ob deine kreativen Mitarbeiter auch am Arbeitsplatz saßen, oder zu welcher Tageszeit dieser neue, innovative Slogan entstanden ist.

Gleichzeitig werden deine Kunden, die sich an den Support wenden, auch nicht darüber beschweren, dass sie schneller eine Antwort erhalten haben. 

Und letztendlich läuft es bei Produktivität doch darauf hinaus – auf die Zufriedenheit der Kunden deines Unternehmens. Die Ergebnisse der Arbeit müssen stimmen, und diese werden umso besser, wenn Mitarbeiter sich geschätzt fühlen, wissen, dass du ihnen vertraust und sie die Möglichkeit haben, ihre Zeit freier einzuteilen.

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