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Gewohnheiten ändern: Warum fällt es so schwer?

Gewohnheiten ändern: Warum fällt es so schwer?

Du willst Deine Gewohnheiten ändern? Du willst Dich endlich mit dem Zero-Inbox-Prinzip befassen, mehr Wasser trinken, eine halbe Stunde früher aufstehen, ein Buch schreiben – die Idee ist schließlich schon lange da und Dein volles E-Mail-Postfach treibt Dich an den Rand des Wahnsinns.

Irgendwie will es aber einfach nicht klappen. E-Mails zu ordnen scheint zu aufwendig, das Wasser vergisst Du immer, das Bier am Abend aber nie. Naja, dann wird es eben ein Vorsatz fürs neue Jahr.

Was ist da los? Warum fällt es uns so schwer, neue, gute Gewohnheiten in unser Leben zu integrieren? Ganz einfach: weil es anstrengend ist. Es erfordert Willenskraft. Gleiches gilt, wenn Du versuchst eine schlechte Angewohnheit aufzugeben.

Warum fällt es so schwer schlechte Angewohnheiten loszuwerden?

Welche Gewohnheiten gibt es in Deinem Leben, die Du gern ändern würdest, weil Du sie als „schlecht“ empfindest? Drückst Du prinzipiell mindestens zweimal den Snooze-Button auf Deinem Wecker? Driftest Du manchmal mitten im Gespräch mit einem Kollegen gedanklich ab und hörst nicht weiter zu? Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie vielen das passiert. Dir auch?

Unser Gehirn macht einen gewaltigen Unterschied zwischen dem Hier und Jetzt und der Zukunft.

Nimmst Du Dir vor, in jeder Mittagspause einen Spaziergang zu machen, klingt das erst einmal ganz gut. Du kommst raus an die frische Luft und gönnst Dir eine Pause vom Flimmer-Bildschirm. Prima!

13 Uhr, es wäre an der Zeit. Dein Gegenwarts-Gehirn will jetzt aber einfach nur das machen, was Spaß macht.

„Ach, mit dem Spazierengehen fang ich morgen an“, sagst Du Dir und scrollst lieber durch Facebook und Instagram. Die „Belohnung“ setzt sofort ein: Katzenvideos, ein Foto von Sindys Mittagessen und die Einladung zu einem Event – all dies wird Dir bequem auf den Tisch serviert. Gewohnheiten ändern ist nicht leicht – das wird jeder bestätigen.

Von der Gewohnheit zum Automatismus – wie lange dauert es?

In dem Moment, in dem wir die neue Gewohnheit umsetzen wollen, benötigen wir enorme Willenskraft – zumindest für ungefähr die ersten zwei Monate.

Laut James Clear, einem Autor und Redner, der sich eingehend mit dem Thema „Gewohnheiten“ auseinandersetzt, dauert es circa 66 Tage, bis eine neue Angewohnheit zum Automatismus geworden ist. Abhängig ist das natürlich davon, wie schwerwiegend die Änderung ist, die Du Dir angewöhnen möchtest.

Willst Du Dir angewöhnen, mehr Wasser zu trinken und stellst Dir jeden Morgen eine Flasche auf Deinen Schreibtisch, wird Dir das höchstwahrscheinlich leichter fallen, als konsequent jede zweite Woche ein Feedbackgespräch mit Deinen Mitarbeitern zu führen. Denn dazu gehört eine gute Vor- und Nachbereitung. Der Aufwand ist größer, die Veränderung des Verhaltens anstrengender.

Gewohnheiten ändern: den Habit-Loop für Dich nutzen

Zu verstehen, was Gewohnheiten genau sind und wie sie im Regelfall ablaufen – Stichwort: Habit-Loop – Gewohnheitsschleifen –, ist immer der erste Schritt, wenn Du Dich weiterentwickeln möchtest. Gesünder und glücklicher leben, Mitarbeiter besser verstehen und führen – alles hängt von den Gewohnheiten ab, die Deinen Alltag formen.

Nun hast Du viele Informationen gesammelt. Du hast meinen letzten Blogbeitrag gelesen. Du willst Deine Gewohnheiten ändern. Du bist bereit.

Los geht’s! Der folgende Leitfaden soll Dich dabei unterstützen, eine neue Routine in Dein Leben zu integrieren, die – Trommelwirbel – auch bleibt. Du wirst nicht aufgeben wollen, nicht, wenn es so einfach ist.

In unserer Infografik findest Du einen Überblick zum Thema „Gewohnheiten ändern“:

Infografik Gewohnheiten ändern Gewohnheiten bilden

Gewohnheiten ändern – Der 5-Punkte-Plan

1. Fange mit einer wahnsinnig kleinen, einfachen Gewohnheit an!

Mit der Motivation ist das so eine Sache. An einem Tag ist sie da, am nächsten nicht. Dich zu etwas zu zwingen, macht nie Spaß. Willenskraft ist wie eine Art Muskel, der über den Tag hinweg an Power verliert, sich dann aber erholt und wieder voll dabei ist.Also: Überlege Dir eine Sache, die Du Dir angewöhnen möchtest, die Dir jetzt vielleicht winzig, fast lächerlich erscheint. Sie sollte so klein sein, dass Du Dir denkst: „Muss ich mir das wirklich vornehmen, das sollte doch kein Problem sein.“ Statt Dich täglich eine Stunde mit Fachliteratur weiterzubilden, versuche, täglich nur einen Fakt zu lernen, einen kurzen Text zu lesen, der nur zwei Minuten deines Tages in Anspruch nimmt.

Oder möchtest Du vielleicht deine E-Mail-Flut unter Kontrolle bringen und das nervige rote Briefsymbol aus Deinem Leben verbannen? Dann beginne langsam die Zeitabstände auszudehnen, in denen Du Dein Postfach checkst.

Willst Du eine Gewohnheit ändern, dann mach es Dir so einfach, dass sie auch dann durchführst, wenn Du eigentlich keine Motivation hast.

Und? Hast Du Dir etwas ausgedacht? Überlege Dir etwas, bevor Du mit dem Lesen dieses Textes fortfährst.

Willst Du Gewohnheiten bilden, so überlege Dir kleine Gewohnheiten, mit denen Du beginnst.

2. Jeden Tag nur ein klein wenig besser/mehr/weniger – was auch immer Du Dir vornimmst

Statt morgen gleich volle Fahrt aufzunehmen und dann nach einem tragischen Unfall womöglich aufzugeben, rolle im ersten Gang los. Wenn Du Dich dann so richtig gut und sicher fühlst, fahre jeden Tag ein klein wenig schneller – nur die große Zehe auf dem Gaspedal, immer so langsam, dass auch Deine Motivation und Willenskraft mithalten kann.Verändere und verbessere deine neue Angewohnheit jeden Tag um nur einen Prozent. Ein Prozent gleichmäßig über einige Tage hinweg hat einen stärkeren Effekt als von 0 auf 100 aufzudrehen, glaube es mir!

Dir wird es leichter fallen, Deine Motivation aufrechtzuerhalten, wenn Du Dir kleine statt großer Stücke vornimmst.

Ein Beispiel: Dankbarkeit ist die grundlegendste Form guten Benehmens. Uns wird beigebracht, immer „Bitte“ und „Danke“ zu sagen, bestenfalls dabei sogar noch zu lächeln. Sind wir aber wirklich dankbar für alles, was wir haben, was uns täglich widerfährt?

Nimm Dir jetzt vor, täglich drei Dinge aufzusagen, für die Du dankbar bist: gutes Wetter, eine spannende berufliche Möglichkeit, ein tolles Team-Meeting, jemand hat Muffins mitgebracht … keine Sorge, Dir wird etwas einfallen. Nun versuche, statt abends im Bett über alle drei Dinge nachzugrübeln, diese Dankbarkeit aufzuteilen. Am Vormittag gibt es den ersten „Dankbarkeits-Gedanken“, am Nachmittag den zweiten und abends dann den dritten. Stell Dir ruhig einen Wecker dafür!

Mit dieser Vorgehensweise, die „Dankbarkeits-Gedanken“ aufzuteilen, wird Dir bewusst, welche schönen Dinge täglich in Deinem Arbeitsleben passieren. Denn oft fällt es uns leichter, nur das zu sehen, was schlecht läuft!

Willst Du Gewohnheiten ändern, hilft es, große Ziele in kleine Stücken zu unterteilen.

3. Gewohnheiten ändern: Finde Deinen Auslöser!

Wie Du ja nun weißt, läuft jede Gewohnheit nach immer demselben Muster, dem Habit-Loop ab und ein Auslöser bzw. eine Erinnerung geht der Handlung voraus. Nun sind wir alle Menschen. Wir vergessen – besonders vergesslich sind wir dann, wenn es um ein neues Verhalten geht. Warum? Weil wir bereits eine Routine haben und die neue Gewohnheit bisher noch nicht dazu gehört.Aus diesem Grund brauchen wir zwei Dinge:

  1. Eine Routine, auf der die neue Gewohnheit aufbauen kann:
    Du kommst jeden Morgen ins Büro, Tür auf, „Hallo“ zur Rezeptionistin, dann schnurstracks zu Deinem Schreibtisch, Tasche drauf und Laptop rausgeholt.

    Diese Routine ist bereits da. Sie läuft jeden Morgen genau so ab. Möchtest Du Dir angewöhnen, jeden Deiner Mitarbeiter jeden Morgen ordentlich zu begrüßen, dann bau dies in den Vorgang, der ja eh schon abläuft, ein. Das könnte dann so aussehen:Du kommst ins Büro, „Hallo, wie geht es Dir? Gestern Abend noch etwas Schönes gemacht?“ zur Rezeptionistin, zu Deinem Schreibtisch, Tasche abgestellt, dann zum Kollegen und diesen begrüßen, dann zum nächsten und zum nächsten. Vielleicht hat ja jemand Lust auf einen Kaffee?
  2. Ein intelligent platzierter Auslöser:
    Meinst Du, morgens immer zu sehr in Eile zu sein, und fürchtest Du schon die ganzen E-Mails, die auf Dich warten, dann klebe Dir einen Zettel an den Bildschirm:Ich möchte meine Mitarbeiter besser kennenlernen, um sie zukünftig besser einschätzen und unterstützen zu können.

Dir wird es gleich viel leichter fallen, Deine neue Routine durchzuziehen, weil Du das „Warum“ dahinter kennst.

Willst Du also eine neue Angewohnheit in Deinen Alltag integrieren, so platziere bestimmte Dinge, die als Auslöser dienen können, genau dort, wo Du sie benötigst. So werden sie Dich an die Handlung erinnern. Willst Du zum Beispiel während der Arbeitszeit mehr Wasser trinken, dann besorge Dir eine große Flasche, die Du direkt neben Dich stellst. Kleine Erinnerungen helfen so lange, bis sie nicht mehr notwendig sind.

Gewohnheiten ändern: Finde den passenden Auslöser für Deine Routine.

4. Ausrutscher passieren, sie geben Dir aber nicht die Erlaubnis aufzugeben

Wie bereits im letzten Blogbeitrag – Macht der Gewohnheit – erwähnt, neigen wir zu einem All-or-Nothing-Denken.Das bedeutet, dass wir uns oft vornehmen, uns eine neue, gute Gewohnheit anzueignen. Der Start ist geschafft. Nun kommt Tag 5 und wir vergessen / wollen nicht / können nicht / was auch immer. Tag 6 kommt daher und wir denken uns: „Jetzt habe ich gestern schon ausgelassen, jetzt klappt das ganze Vorhaben eh nicht mehr. Ich fang einfach nächsten Monat noch einmal von vorn an.“

So sollte es nicht sein! Fehler passieren! Du solltest sie nicht unbedingt erwarten, aber einplanen. Überlege Dir, was Dich dazu verleiten könnte, deine neue Routine durchzuführen. Könnten diese „Risikofaktoren“ von vornherein aus dem Weg geräumt werden?

Es ist wichtig, dass Du konsequent bist, nicht jedoch unbedingt perfekt! Ausrutscher passieren, aber nicht an zwei Tagen hintereinander.

Gewohnheiten ändern: Erlaube Dir Ausrutscher beim Gewohnheiten bilden

5. Selbstdisziplin und Ausdauer

Prinzipiell solltest Du nicht zu viel Disziplin investieren müssen, wenn Du alle vorangegangenen Tipps berücksichtigst. Deine neue Gewohnheit ist in winzige, kleine Teilschritte heruntergebrochen, Du erlaubst Dir (wenige) Ausrutscher und hast das neue Verhalten in eine bestehende Routine implementiert. Prima!

Und trotzdem gibt es da manchmal die Tage, an denen Du Dich überwinden musst. Denke immer daran, warum Du das neue Verhalten einbinden möchtest. Schließe eine Art Vertrag mit Dir selbst ab, in dem Du ganz genau definierst, was Du bis wann erreichen möchtest – nicht schwammig, nicht irgendwann, sondern ganz genau und mit „heute“ als Startdatum.

Ganz wichtig ist es, Dich selbst zu belohnen. Positives Feedback wird Deine Motivation aufrechterhalten. Feiere Dich selbst!

Macht der Gewohnheit: Wie Gewohnheiten unser Leben bestimmen

Macht der Gewohnheit: Wie Gewohnheiten unser Leben bestimmen

Wiederholen wir Verhaltens- oder Denkweisen stetig, so werden sie zu Gewohnheiten, also zu Handlungen, die wir ganz automatisch durchführen, viele davon sogar täglich.

Wie stark Gewohnheiten unser Leben beeinflussen, wird in den folgenden Beispielen deutlich:

Ben hat seinen virtuellen Briefkasten immer genau im Auge und meint, er ist im Multitasking bestens geübt. Beim Telefonieren und im Meeting werden E-Mails überflogen, selbst auf der Couch vor dem Fernseher, wo er sich doch entspannen sollte. Ploppt die kleine rote Zahl an der Mailbox auf, klickt er sofort. „Sie haben Post.“
Ben hat sich angewöhnt, E-Mails immer sofort zu lesen – nicht unbedingt aufmerksam, nicht um sie gleich zu erledigen, sondern nur um zu wissen, worum es geht. Die Macht der Gewohnheit treibt ihn dazu. Dieses Verhalten lenkt ihn jedoch von den Aufgaben ab, auf die er sich eigentlich gerade konzentrieren wollte. Er fühlt sich gestresst, gejagt und geknechtet von dem kleinen Briefsymbol.

Daniel ist leidenschaftlicher Motorradfahrer. Die Freiheit, das Adrenalin, sich richtig in die Kurven legen – das ist sein Ding. Er muss dabei nicht mehr nachdenken, wann er den nächsten Gang einlegt, wie er den Blinker bedient oder bremst. Alles läuft automatisch ab, alle Handgriffe sitzen.

Wir brauchen Gewohnheiten

Gewohnheiten bestimmen unseren Alltag – manche erleichtern ihn, sind teilweise sogar überlebenswichtig, manche sind aber auch schädlich oder lästig. Abhängig ist das davon, ob sie mit unseren Zielen übereinstimmen oder uns nur Energie und Zeit rauben, sogar unsere Gesundheit schädigen.

Die Macht der Gewohnheit: Gewohnheiten beeinflussen unser Leben.

Ohne Gewohnheiten würde uns die Routine fehlen. Laut Bas Verplanken, einem Professor für Sozialpsychologie an der University of Bath in England, zufolge werden zwischen 30 und 50 Prozent unseres täglichen Handelns von Angewohnheiten bestimmt (Quelle: zeit.de). Bist Du erfolgreich oder nicht? Ergebnis deiner Gewohnheiten. Bist Du glücklich oder nicht? Alles was Du tust, alles was Du bist, ist die Summe Deiner Gewohnheiten.

Das Fazit aus dieser Erkenntnis: Du hast Dein Leben in der Hand. Trenne Dich von alten Routinen, die Dir schaden und arbeite an neuen, die Dich bereichern.

Woher weiß ich, welche neuen Gewohnheiten mein Leben bereichern würden?

Früher oder später kommt jeder von uns an den Punkt, an dem man sich entscheidet: Veränderungen müssen her.

Die Folge dieser Entscheidung ist, dass wir uns Ziele setzen – meistens zu hohe. Wir nehmen uns vor, etwas umzukrempeln, etwas ganz „neu“ zu machen, am besten gleich morgen. Die Motivation ist anfangs hoch, nimmt dann aber immer weiter ab. Es ist einfach zu schwierig, zu anstrengend.

Anhaltende Veränderung ist ein Produkt täglicher Routinen, es gibt nur sehr selten eine „Einmal-und-nie-wieder-Lösung“.

Tipps für das Bilden von Gewohnheiten: Mach es Dir einfach, damit die Motivation bestehen bleibt.

Ablauf von Gewohnheiten: Die Gewohnheitsschleife

Gewohnheiten laufen (fast) immer nach dem gleichen Schema ab – drei Schritte, die der Autor und Gewichtheber James Clear als die Gewohnheitsschleife bezeichnet.

  1. Auslöser
    Was löst die Angewohnheit aus?
    Du möchtest Dich auf eine Aufgabe fokussieren, öffnest Spotify und wählst erst einmal eines der (vielen) Alben von Metallica aus. Mit der richtigen Musik kannst Du Dich einfach am besten konzentrieren.Plötzlich ploppt ein kleiner Kasten rechts oben auf: „Sie haben eine neue E-Mail.“
  2. Routine
    Als Routine wird in der Gewohnheitsschleife das Verhalten bezeichnet, dem ein Auslöser vorausging und das Du nun automatisch durchführst.Du wirst durch Metallica einfach in Deinen „Arbeitsmodus“ versetzt, und das geht so lange gut, bis die kleine rote Zahl dort an dem Briefsymbol auf deinem Desktop erscheint und Dich ablenkt. Der visuelle Auslöser provoziert eine automatisierte Handlung: E-Mails gleich zu lesen, wenn sie reinkommen.
  3. Ergebnis/Belohnung
    Welches Ergebnis erzielt Deine Handlung?Du bist ziemlich weit in der Bearbeitung Deiner Aufgabe gekommen – Metallica sei Dank. Die Belohnung: Du wirst gleich die Zeit für einen Kaffee mit dem Kollegen haben.Dann ist aber die E-Mail gekommen und hat Dich aus Deinem Rhythmus gerissen. Eigentlich hattest Du Dir doch vorgenommen, Dich nicht mehr so schnell ablenken zu lassen. Aber immerhin weißt Du jetzt, wer Dir geschrieben hat und worum es ging.

Ist das Ergebnis positiv, so wirst Du den Vorgang wiederholen (wollen), wenn Du den Auslöser das nächste Mal wahrnimmst, dann immer und immer wieder, bis aus der Handlung eine Gewohnheit geworden ist.

Die Gewohnheitsschleife oder Habit Loop beschreibt den Ablauf einer Gewohnheit.

Was formt Gewohnheiten – Die vier verborgenen Kräfte

„Du kannst alles erreichen, wenn Du es nur wirklich willst“ – Ich bin ein absoluter Verfechter dieses Mottos. Ich bin mir aber auch bewusst, dass es „verborgene Kräfte“, wie ich sie gern nenne, gibt, die unser Leben beeinflussen, Gewohnheiten formen und uns zu der Person werden lassen, die wir sind.

Dein Umfeld

Dein Umfeld bestimmt Deine Gewohnheiten mit. Gestalte Dein Umfeld, so dass es die Bildung neuer Gewohnheiten unterstütz.Geht etwas schief, schieben wir die Schuld nur zu gern auf unser Umfeld. Dabei vergessen wir allerdings, dass unser Umfeld uns auch im umgekehrten Fall dabei unterstützen kann, etwas zu tun oder zu unterlassen.

Was ich damit meine?
Du ertappst Dich dabei, dass Du während der Arbeit ständig auf Dein Smartphone schaust und Dich so ablenken lässt? Dann lege es in den Nebenraum, packe es in einen Schrank, schalte es aus.

Beim Mittagessen sind die Augen immer größer als der Magen? Dann nimm Dir einen kleineren Teller, mit dem Du automatisch weniger essen wirst. Du entscheidest!

Unser Umfeld ist wie eine unsichtbare Hand, die unser menschliches Verhalten formt. Zwar glauben wir, unsere Gewohnheiten seien das Produkt aus Motivation, Talent und harter Arbeit.

Und das ist sicherlich nicht falsch, doch vergessen wir, dass unser Umfeld uns stark beeinflusst. So können die allein ungünstige Lebensumstände oder auch finanzielle Einschränkungen verhindern, dass wir/Du unser gesamtes Potenzial ausschöpfen.

Es wird Dir nicht leicht fallen, Dich zu konzentrieren, wenn Dein Stuhl unbequem ist. Wie willst Du organisiert sein, wenn Du Dir kein System für Deine Aufgaben anlegst? Wie kannst Du offene Mitarbeitergespräche führen, wenn Du zu Deinen Angestellten kein gutes Verhältnis hast?

Menschen, die sich mit Leichtigkeit an gute Gewohnheiten halten, haben oft ein Umfeld, das dieses Verhalten fördert. Willst Du Dein Verhalten verändern, dann fange damit an, Deine Umgebung zu verändern. Optimiere Dein Arbeitsumfeld!

Deine Gene / Dein angeborenes Verhalten

Nicht jeder von uns hat die Figur von Usain Bolt und kann die 100 Meter in unter 10 Sekunden sprinten. Goethe war intelligent, keine Frage, doch fehlte ihm mathematisches Verständnis.

Klar, vieles können wir erlernen, doch wir haben alle Stärken und Schwächen, Talente, die uns angeboren sind. Jeder hat irgendwann einmal ein bestimmtes Deck an Karten zugeteilt bekommen und es ist unsere Aufgabe, sie optimal auszuspielen.

Die gute Nachricht: Auch wenn ein Teil unserer Stärken genetisch bedingt ist, so kannst Du doch mit Willenskraft und Leidenschaft (fast) alles erreichen, was Du Dir vornimmst.

Du kannst ein bestimmtes Verhalten trainieren, Du kannst Dir Wissen aneignen und an Deinen Soft Skills, also an Deiner emotionalen Intelligenz arbeiten.

Ein Beispiel:
Friedrich führt ein kleines, fünf Mann starkes IT-Team. Zwar liebt er seinen Job und auch die Herausforderung. Nur fällt es ihm nicht immer leicht, ein guter Manager zu sein. „Von Natur aus“ fiel ihm schon immer das Lesen einer Programmiersprache leichter als das Verstehen von Körpersprache. Zuhören war irgendwie noch nie so sein Ding. Er lässt sich zu leicht ablenken, der Kopf arbeitet immer an irgendeinem mathematischen Problem. Sein Team spürt bei Gesprächen die gedankliche Abwesenheit natürlich und fühlt sich dadurch wenig wertgeschätzt.

Friedrich nimmt sich vor, diesen Zustand zu ändern und arbeitet intensiv an seinen Gewohnheiten und seiner Fähigkeit, den Kollegen zuzuhören. Soft Skills wie diese können erlernt werden und eine Person zu einer besseren Führungskraft, aber auch zu einem besseren Menschen machen.

Deine Einstellung

Worin erkennst Du Dich wieder?

  1. Du weißt, dass Du „von Natur aus“ unorganisiert/faul/leicht zu überreden/… (hier eintragen, was Du von Dir selbst hältst) bist und denkst, das lässt sich nicht ändern.
  2. Du weißt, Du bist zwar im Moment schlecht in Mathe / im Wassertrinken / im Organisieren / im Joggen /…, aber Du denkst, Du packst das und kannst es ändern.

Welche Einstellung Du an den Tag legst – Deine Mentalität spielt beim Bilden neuer Gewohnheiten eine entscheidende Rolle.

Bilden neuer Gewohnheiten ist nur mit der richtigen Einstellung möglich.Normalerweise läuft das Setzen von Zielen so ab:
Ziel: Meetings sollen zukünftig immer pünktlich beginnen.
Aktion: Du speicherst in deinem Kalender eine Erinnerungsnotiz für den Termin ab um nicht so häufig zu spät im Konferenzraum zu erscheinen.
aber:
Du als Persönlichkeit: bummelst gern und verquatschst Dich schnell mal auf dem Gang. So richtig weißt Du gar nicht, warum Du immer zu spät kommst.

Beginne die ganze Sache stattdessen mit der Überlegung „Welche Person will ich werden?“
also:
Person, die ich werden will: immer pünktlich – davon wirst Du nicht abweichen.
Aktion: Du speicherst eine Erinnerungsnotiz in deinem Kalender ab, um nicht wieder zu spät im Konferenzraum zu erscheinen. Es gibt keine Ausreden. Die Kollegen auf dem Gang lässt Du freundlich wissen, dass Du auf dem Weg zum Meeting bist und Dich gerade nicht unterhalten kannst.

Ergebnis: Meetings werden zukünftig immer pünktlich beginnen.

Feedback/Das Ergebnis

Im letzten Punkt ging es um Deine Einstellung, die stimmen muss, wenn Du eine neue Angewohnheit in Dein Leben integrieren möchtest. Was kannst Du aber machen, wenn genau das nicht zu passen scheint?

Zwar willst Du Dich besser organisieren, aber Du fällst immer wieder in Dein altes Muster „Ich lass die E-Mail einfach hier, statt sie in den passenden Ordner zu verschieben“ zurück. Macht der Gewohnheit! Sooo ganz wichtig ist Dir die Sache mit dem Organisieren dann doch nicht.

Eine der Kräfte, die das Formen von Routinen beeinflusst, ist positives „Feedback“. Bemerkst Du also, wie ein aufgeräumter Posteingang Deinem Arbeitsalltag hilft, Dich schneller werden lässt, ändert sich auch Deine Einstellung.

Wir Menschen wollen Ergebnisse sehen. Wir wollen bestätigt werden oder uns einfach nur gut fühlen – was auch immer der Auslöser dafür ist. Willst Du eine neue Angewohnheit einführen, dann ist es wichtig, dass Du Dich jedes Mal belohnst, wenn Du erfolgreich eine Handlung durchgeführt hast.

Achtung: Du musst nicht immer perfekt sein!

Beim Gewohnheiten bilden geht es nicht nur um Ganz oder Gar nicht! Fehler sind erlaubt.

Oft haben wir eine „Ganz-oder-Gar-nicht-Einstellung“.

Ein Beispiel: Franzi führt ein Team von 15 Angestellten. Auf ihrem Schreibtisch herrscht Chaos. Sie hat grundsätzlich mehr Aufgaben, als sie bewältigen kann, und es fällt ihr schwer, auch nur eine davon abzugeben. Es bleiben Stress, Überstunden und am Ende trotzdem das Gefühl, nicht alles geschafft zu haben.

„Das muss sich ändern!“, denkt sie sich und nimmt sich vor, zukünftig jeden Tag etwas zu delegieren, sich also nach und nach frei zu schaufeln und das Abgeben zur Gewohnheit werden zu lassen. Bereits nach fünf Tagen dieses Vorhabens stößt sie auf eine Aufgabe, deren Erledigung sie lieber selbst machen möchte. Sie ringt mit sich. Einfach fix erledigen oder ganz abgeben?
Franzi holt sich eine Kollegin ins Büro, erläutert die Aufgabe und übergibt Teile. Einiges macht sie immer noch selbst.

Ist Franzis Ziel, sich das Delegieren als neue Gewohnheit anzueignen, nun dahin? Nein! Auch wenn Du auf Deinem Weg ein- oder zweimal „abrutschst“, heißt das nicht, dass Du von vorn anfangen oder aufgeben musst. Eine Gewohnheit kann entstehen werden, auch wenn Du nicht immer, nicht jeden Tag perfekt bist.

Wie schaffst Du es, neue Gewohnheiten in Dein Leben zu integrieren?

Du hast in diesem Beitrag von der Gewohnheitsschleife, der Macht der Gewohnheit und den verborgenen Kräften gehört, die Gewohnheiten formen. Wie kannst Du dieses Wissen nun für Dich umsetzen? Wie kannst Du Gewohnheiten ändern?

Dieses Thema ist unglaublich interessant und beeinflusst, wie bereits gesagt, alle Bereiche unseres Lebens. Demzufolge gibt es auch einiges dazu zu sagen. In meinem nächsten Blog-Beitrag werde ich Dir erklären, wie Du all dieses Wissen umsetzt – Gewohnheiten änderst, die abschaffst, die Dich runterziehen und neue einführst, die Dein Leben bereichern.

5 (etwas andere) Tipps für ein gutes Team-Meeting

5 (etwas andere) Tipps für ein gutes Team-Meeting

„Och nö … schon wieder ein Team-Meeting? Das ist doch pure Zeitverschwendung.“ Auch schon mal über den Tisch gelehnt und genau diese Worte augenrollend in Richtung Lieblingskollege gestöhnt?

Tatsächlich wird die Hälfte aller Besprechungen, zu denen Angestellte einberufen werden, als überflüssig angesehen. Ein Viertel aller Teilnehmer sind der Meinung, das Thema, worum es im Meeting geht, habe nichts mit ihnen und ihrer Arbeit zu tun. „Was mache ich eigentlich hier?“, hat sich da sicher schon der eine oder andere gedacht.

Warum aber sind Meetings im Arbeitsalltag so verpönt? Was machen Unternehmen falsch? Und vor allem: Was sollte ich beim nächsten Team-Meeting anders machen?

 

Ein normales Team-Meeting Szenario


Es ist Montag, kurz nach der Mittagspause, und ein Status-Update mit dem gesamten Team steht an. Eine richtige Agenda gibt es nicht – jeder berichtet, wie die letzte Woche (die kaum mehr in Erinnerung ist) lief und wie der Plan für die kommenden Tage aussieht. Jeder Teilnehmer hat für dieses Meeting, für das lediglich 15 Minuten angesetzt sind, alles stehen und liegen lassen – außer Toni, der kommt wie immer zu spät und alle müssen warten.

Endlich geht’s los. Da niemand wirklich vorbereitet ist, wird sich fix etwas aus den Fingern gesogen. „Hmmm … Diese Woche werde ich das neue Projekt starten, aber hierzu gibt es noch keinen konkreten Plan. Am nächsten Montag kann ich mehr dazu sagen.“

 

Häufig werden Team-Meetings als Zeitverschwendung angesehen und ein Team-Meeting wird genutzt um Negatives loszuwerden.

 

Toni wirft eine Frage in den Raum und plötzlich wird diskutiert – nicht geordnet, sondern wie ein aufgeregter Hühnerhaufen. Fünf Minuten geht das so, bis alle realisieren, dass man total vom Thema abgekommen ist. Franzi bleibt still – sie ist mit ihrem Smartphone beschäftigt und hat unterdessen vier E-Mails beantwortet.

Das Meeting endet nach einer halben Stunde ohne wirkliche Ergebnisse für irgendeinen der Teilnehmer, ohne Protokoll und Planung für die Nacharbeit. Bis alle wieder am Platz sind und arbeiten, dauert es weitere zehn Minuten.

 

Ineffektive Meetings verhindern Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterzufriedenheit

Zu viele und ineffektive Besprechungen verschwenden Zeit und viel Geld. Führungskräfte verbringen bis zu 50 Prozent ihrer Zeit in Meetings, das sind circa vier Stunden täglich und 130 Arbeitstage im Jahr. Geht man nun davon aus, dass die Hälfte dieser Besprechungen zu keinem Ergebnis führt, ist das eine Menge Zeit, die effektiver genutzt werden könnte.

Unsere Infografik legt Fakten zu effektiven Meetings dar und zeigt auf, woran es scheitert:

Infografik mit Fakten zu Team-Meetings und Zahlen aus Umfragen zu Team-Meetings

Auch auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter haben die häufigen Meetings einen Einfluss. Sie machen müde, sorgen dafür, dass einige Aufgaben liegen bleiben und später bearbeitet werden müssen.

Bevor Du eine Besprechung organisierst, stelle Dir

die folgenden Fragen:

 

Entscheidungshilfe, ob ein Team-Meeting abgehalten werden sollte für effektivere Besprechungen

Auch wenn es das Ziel sein sollte, die Anzahl und Häufigkeit der Besprechungen zu reduzieren, sind sie in vielen Unternehmen, die auf Teamarbeit bauen, unerlässlich. Die Lösung: statt vieler, wenige GUTE Meetings organisieren.  

 

Das geht auch anders:

Organisiere ein richtig GUTES Meeting!

 

Was macht ein GUTES Team-Meeting aus?

  • Effizient – Let’s get it done!
  • Positiv und mit Spaß – Wer Spaß an einem Meeting hat und interessiert bei der Sache ist, freut sich auch auf kommende Besprechungen.
  • Möglichkeit zur Mitbestimmung und aktiven Teilnahme – Jeder sollte sich angesprochen fühlen.
  • Offen – Jeder sollte in der Lage sein, die eigene Meinung kundzutun.
  • Kreativ – Welche neuen Ideen können gefunden werden?

Führst Du eine Google-Suche zu diesem Thema durch, wirst Du auf vielen Webseiten die gleichen Tipps finden. Dazu gehören:

  1. Pünktlich beginnen – pünktlich enden
  2. Teilnehmerzahl begrenzen
  3. Klare Agenda – definierte Ziele
  4. Moderation, aber trotzdem Diskussion zulassen, solange sie nicht vom Thema abrückt
  5. Keine Ablenkung durch Smartphones und Laptops
  6. Protokoll führen und einen Plan zur Umsetzung der Meeting-Ergebnisse festlegen

Alles schön und gut. Sicher sind diese Hinweise hilfreich und sollten die Grundlage einer jeden Besprechung sein. Die Ziele, die wir zuvor für ein GUTES Meeting gesetzt haben, erreicht man damit aber noch nicht.

Aus diesem Grund habe ich fünf ungewöhnliche Tipps zusammengetragen. Probiere den ein oder anderen doch einfach einmal aus und schau, wie sich die Meeting-Dynamik und Motivation der Mitarbeiter verändert.

 

5 Tipps für bessere Team-Meetings

 

Tipp 1: Eröffne die Besprechung mit einer „positiven Runde“

Es ist entscheidend für den Verlauf des Meetings, welche Atmosphäre von der ersten Minute an herrscht. Die Eröffnung und Begrüßung kann hierzu positiv oder negativ beitragen und somit die gesamte Besprechung beeinflussen.

Beginnt die Runde mit Beschwerden, Beschimpfungen und Schuldzuweisungen, ist die gute Laune gleich dahin. Hat aber jeder Teilnehmer ganz kurz (weniger als 30 Sekunden) die Möglichkeit, etwas Positives zu berichten, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Stimmung während des Meetings gut ist.

Einige Ideen:

  • Berichte von einer Aufgabe, die Du seit dem letzten Meeting erfolgreich gemeistert hast und auf die du stolz bist.
  • Benenne eine Person, die Dir seit dem letzten Meeting bei einer Aufgabe geholfen hat.
  • Erzähle, worauf Du Dich in der kommenden Woche freust.
  • Hat Dir jemand in der letzten Woche etwas Lustiges erzählt hat?
  • Hast Du etwas Interessantes seit dem letzten Meeting gelernt?

In einem Team-Meeting ist Positive Leadership und positives Feedback gefragt

Tipp 2: Unterbrich das Team-Meeting regelmäßig

„Puuh, die Agenda ist heute aber ziemlich voll. Da lassen wir lieber die Pausen aus.“ Natürlich wollen wir alle jede Minute der Besprechung nutzen, aber Pausen auszulassen bringt rein gar nichts.

Jeder Mensch braucht in regelmäßigen Abständen Unterbrechungen, auch wenn sie nur ganz kurz sind: um durchzuatmen, sich einen Kaffee zu holen oder den Fokus neu auf das Kommende zu richten.

Eine 5-minütige Pause pro Stunde ist Pflicht. Aller 30 Minuten kann außerdem noch eine kleine kreative Unterbrechung eingeschoben werden. Kurz ausschütteln, schnelles Schere-Stein-Papier-Turnier, weiter geht’s.

Tipp 3: Meeting ohne Tisch

Für die nächste Besprechung stell einfach mal Stühle in einem Kreis oder Halbkreis auf.

Ein tischfreies Meeting kann die folgenden Vorteile habe:

  • Die Teilnehmer können sich freier bewegen.
  • Der Unterhaltungs- und Diskussionsfluss fließt besser, da man mehr als die obere Hälfte der Person sieht, mit der man sich unterhält.
  • Da sich niemand unter einem Tisch verkriechen kann, wird die Bereitschaft zur Mitarbeit gesteigert.
  • Die Teilnehmer sitzen näher beisammen und jeder fühlt sich gleichberechtigt, da sie in einem Kreis sitzen.

Tipp 4: Mit dem ganzen Körper dabei

Ist unser Körper müde und steif, so ist es mit großer Wahrscheinlichkeit auch unser Gehirn und damit die Konzentration. Genau das passiert in langen Meetings, weswegen ich Teilnehmer in regelmäßigen Abständen animiere, kurze Stretch-Übungen durchzuführen.

  1. Alle stehen auf
  2. Anheben und Kreisen jedes Fußes
  3. Arme in Richtung Decke ausstrecken
  4. Mit erhobenen Armen nach rechts beugen
  5. Nach links beugen
  6. Nach hinten strecken
  7. Nach vorn beugen, die Fußspitzen berühren und wieder hinsetzen

Die Übung dauert nicht länger als eine Minute, macht Spaß und alle fühlen sich gleich erfrischter.

Tipp 5: Nutze strategisch platzierte Stille

Dem ersten Anschein nach geht es in Meetings vor allem darum, Themen zu besprechen. Nicht ganz – es geht darum, Lösungen für ein Problem zu finden.

Nun fällt es einigen Menschen leicht, nachzudenken, während andere sprechen. Die meisten werden aber dadurch abgelenkt und kommen erst dann auf gute Ideen, wenn sie in Ruhe über die Herausforderung nachdenken können. Die Denker-Typen unter uns, die in Besprechungen selten zu Wort kommen, finden wenig Zeit, ihre Vorschläge zu sammeln, wenn es keine Pausen, keine Stille gibt.

Erzeuge diese stillen Momente strategisch in einem Meeting. Wie?

  • Soll ein Problem diskutiert werden, so präsentiere zuerst die Fakten, lege eine 2-minütige Stille ein und frage dann nach Lösungsvorschlägen.
  • Diskussionen können sich leicht aufschaukeln und sind dann nicht mehr produktiv. Zwei Minuten Stille hilft in diesen Situationen, die rauchenden Köpfe etwas abkühlen zu lassen.
  • Wurde eine Entscheidung getroffen, so gib Deinen Meeting-Teilnehmern kurz einen Moment Ruhe, um herauszufinden, ob sie mit dem Entschluss zufrieden sind.

Auch wenn es Dir beim ersten Versuch etwas seltsam vorkommen mag – nach kurzer Zeit wirst Du merken, wie viel produktiver jeder ist und wie gut eine kurze Pause von dem ganzen Gerede tut.

Fazit

Schlechte Meetings sind energieraubend, erzeugen schlechte Laune und Konflikte und führen zu schlechten Entscheidungen.

Für wirklich spaßige Besprechungen, in denen alle Teilnehmer gerne ihre Meinung sagen und Ideen finden, solltest Du neue Wege ausprobieren – auch wenn sie Dir zunächst seltsam vorkommen.

Hast Du weitere Vorschläge, um ein Team-Meeting zu einem richtig GUTEN Meeting werden zu lassen? Schreibe sie mir gern in die Kommentare!

Durch Vision zu mehr Mitarbeitermotivation

Durch Vision zu mehr Mitarbeitermotivation

Was Dein Unternehmen verkauft, was Ihr produziert und wie genau Ihr das macht, können Dir sicherlich viele Deiner Mitarbeiter sagen. Sie sind an den Prozessen beteiligt und ein Rädchen im Getriebe.

Wissen Deine Angestellten, Deine Kollegen aber auch, WARUM Dein Unternehmen existiert? Weißt Du es selbst? Was ist Eure Mission?

Willst Du für mehr Mitarbeitermotivation sorgen, so ist es wichtig, eine klar definierte Vision zu haben. Aber nicht nur bei der Mitarbeitermotivation, sondern in all Deinen Unternehmensbelangen spielt das „Warum“ eine große Rolle.
Weiß ein Mitarbeiter was die Vision des Unternehmens ist, so steigert sich seine Mitarbeitermotivation.

Gemeint ist nicht der angestrebte Jahresprofit, die die Anzahl und Kommentare der Newsletter-Abonnenten, sondern etwas, was viel tiefer geht. Mit dem „Warum“ meine ich ein Ziel, eine Absicht, einen Sinn, eine Vision. Vielleicht helft Ihr Menschen bei etwas, vielleicht unterstützt Ihr eine ganz bestimmte Gruppe dabei, ein Problem zu lösen, oder Ihr stellt etwas Vorhandenes in Frage, damit die Welt ein besserer Ort wird.

Warum das „Warum“ wichtig ist

Das „Warum“ der Firma zu kennen, für die man arbeitet, trägt (neben einigen anderen Faktoren) stark zur Mitarbeitermotivation und zum Engagement bei. Stimmt die Vision des Unternehmens mit der des Angestellten überein, so ist dieser aufgrund der emotionalen Bindung engagierter.

Simon Sinek stellt in einem Vortrag den „Golden Circle“ vor. Der gebürtige Brite ist als Autor, Journalist und Unternehmensberater tätig und hat sich damit befasst, warum manche Firmen erfolgreich und innovativ sind und woran es anderen fehlt. Er ist der Meinung, dass Führungskräfte und deren Einstellung den Unterschied ausmachen.

Im Video zeichnet Sinek drei Kreise an eine Tafel. Einer steht für „Was“, einer für „Wie“ und den Mittelpunkt bildet „Warum“.

Viele Unternehmen und viele Marketing-Kampagnen sind von außen nach innen aufgebaut – zunächst fragt man nach dem „Was“.

  • Was – Welche Produkte oder Dienstleistungen bietet ein Unternehmen an?
    Wir verkaufen Autos.
  • Wie – Was macht das Unternehmen anders/besser? Wie erfolgreich ist es?
    Unsere Autos haben Ledersitze, eine Klimaanlage und eine Einparkhilfe.
  • Warum – Woran glaubt eine Firma, welche Vision hat sie?
    Hmm … ?!

Laut dem Golden Circle fragen Unternehmen erst nach dem "Was", dann dem "Warum".

Nicht wirklich inspirierend, oder? Woran aber liegt es, dass Unternehmen oft den Golden Circle von außen statt von innen angehen? Ganz einfach: Sie kennen ihr „Warum“ nicht.

Will man erfolgreich sein, will man verkaufen, will man motivieren, so muss eine Vision klar sein. Warum mache ich das Ganze überhaupt? Ich war in der Lage, diese Frage für mich zu beantworten.

  • Warum – Ich möchte andere dabei unterstützen, auch an einem verregneten Montagmorgen gern zur Arbeit zu gehen. Ich will zuhören, verändern und inspirieren.
  • Wie – Ich gehe direkt in die Unternehmen, analysiere die derzeitige Lage und spreche mit Führungskräften und Mitarbeitern.
  • Was – Ich biete Seminare für Führungskräfte und Mitarbeiter an.

Der Golden Circle hat das Warum, die Unternehmensvision im Mittelpunkt für mehr Mitarbeitermotivation.

Ok, klar soweit – will man inspirieren, braucht es eine Mission.

Damit kommen wir zum eigentlichen Thema: Wie kann eine Vision zu mehr Mitarbeitermotivation führen?

Mitarbeiterzufriedenheit ist noch nicht alles

Wie in meinem Blogbeitrag „Intrinsische Motivation vs. Motivation by Pizza“ beschrieben, kann Motivation entweder von außen oder innen kommen.

Ist die Bezahlung gut, der Arbeitsplatz schön ausgestattet und die Arbeitszeit flexibel, so bist Du vielleicht zufrieden, aber noch lange nicht (dauerhaft) motiviert.

Extrinsische Mitarbeitermotivation ist oft nur kurzfristig. Schnell werden sie zum Standard und die anfängliche Motivation, die sie hervorgerufen hat, flacht wieder ab.

Wie also kann man bei Mitarbeitern Begeisterung erzeugen, die von innen kommt? Wie kann man diesen Antrieb schaffen, der Angestellte zu Fans werden lässt?

Du hast richtig gehört: Dein Ziel sollte es sein, dass Deine Mitarbeiter Fans werden, Markenbotschafter. Was macht in der Arbeitswelt einen richtigen Fan aus?

  • Zufriedenheit Die Grundlagen sollten stimmen.
  • Ergebnisse Der Mitarbeiter hat das Gefühl, etwas zum Erfolg beizutragen, Leistungen werden anerkannt.
  • Beziehungen Einen guten Freund bei der Arbeit zu haben, eine gute, ehrliche Beziehung zum Manager – diese zwischenmenschlichen Faktoren spielen eine Kernrolle beim Finden des eigenen Arbeitsglücks.
  • Emotionale Bindung Deine Fans stehen hinter der Vision deines Unternehmens und sind stolz darauf, dazu beizutragen. Sie sind mit Herzblut dabei.

Hier wird deutlich: Hat Dein Unternehmen eine Mission, sind Werte klar formuliert und stimmen diese mit denen Deiner Angestellten überein, so sind sie (in der Regel) glücklicher auf Arbeit. Wichtig ist: Visionen stellen keine konkreten Ziele dar. Sie zeichnen ein Bild davon, wohin man will. Visionen weisen die Richtung, ohne einen zu engen Weg vorzugeben. Aus einer Vision heraus sinnvolle Ziele zu formulieren, sollte die Aufgabe der Führungskraft und idealerweise auch der Angestellten sein.
Eine Unternehmsvision hilft zu mehr Mitarbeitermotivation

Weißt Du, über welche Stärken jeder Deiner Mitarbeiter verfügt, so solltest Du diese einsetzen, um Deiner Vision einen Schritt näher zu kommen. Das bringt nicht nur Deinem Unternehmen enorme Vorteile, sondern motiviert auch denjenigen, der das Gefühl hat, er wird gebraucht und kann etwas beitragen. Hast Du Ziele mit Hinblick auf das „große Ganze“ formuliert, so ist das Erfolgserlebnis umso schöner. Man hat eine Etappe geschafft und ist der Vision einen Schritt näher.

Von der Vision zur Kultur

Die Vision eines Unternehmens, dessen Werte und Vorstellungen, bildet die Basis für eine Mitarbeiterkultur. Sie ist die Summe der Zufriedenheit der persönlichen Einstellungen und der Beziehungen zwischen den Mitarbeitern und wächst stetig.

Das „Warum“ weist hierbei den Weg und zeigt, wofür man einsteht, welches Verhalten gewünscht wird, welches unpassend ist.

Die Werte der Firma sollten jedem Angestellten klar kommuniziert und in die tägliche Arbeit einbezogen werden.

Führungskraft als Missionar

Als Führungskraft bist Du das Vorbild. Du selbst musst Dich mit der Vision Deines Unternehmens identifizieren können und sie täglich vorleben. Schön und gut, wenn sich ein paar schlaue Leute zusammengesetzt und ein „Warum“ definiert haben. Werden die Werte der Firma im täglichem Arbeitsleben nicht deutlich und als gelebt wahrgenommen, so bringen sie niemanden weiter.

Visionen müssen als erreichbare Ziele formuliert und umgesetzt werden.

 

Mitarbeitermotivation: Das „Warum“ als Lockmittel

Arbeitnehmer suchen heute mehr als je zuvor nach Unternehmen, mit denen sie sich selbst identifizieren können. Bei der Jobsuche spielt für einige das „Was“ sogar eine untergeordnete Rolle. Eine klar definierte Vision zieht genau diejenigen an, die sie teilen. 

Fazit

Nicht das „Was“ verkauft, sondern das „Warum“.
Bezogen auf das Motivieren von Mitarbeitern bedeutet dies: Verfolgt das Unternehmen eine Vision, die klar definiert und vorgelebt wird, fällt es leichter, auf das Erreichen dieses Zieles hinzuarbeiten und man ist stolz darauf, einen Teil beitragen zu können. Stimmt die eigene Mission mit der der Firma überein, so steigt die Motivation.

Kennst Du das „Warum“ Deines Unternehmens und werden Werte bei Euch klar definiert? Ich freue mich darauf, von Deinen Erfahrungen zu hören.

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Gallup Q12 – 12 Fragen für mehr Mitarbeiterzufriedenheit

Gallup Q12 – 12 Fragen für mehr Mitarbeiterzufriedenheit

Ist Gallup Q12 eine neue Anti-Faltencreame? Nun wir alle wissen: Mitarbeiterzufriedenheit ist wichtig, sorgt für mehr Produktivität, Kreativität und Erfolg des Unternehmens. Wie aber findet man denn heraus, ob die Kollegen mit ihrem Job glücklich sind, wenn sie es einem nicht erzählen. Gar nicht! Hier ist der Knackpunkt! Unternehmen sollten die richtigen Fragen stellen.

Nun scheint der Prozess der Ausarbeitung der richtigen Fragen, der Feedbackgespräche und der Auswertung ein recht langer und mühsamer. Dachte sich auch die Gallup Organisation und veröffentlichte nach intensiver Studie 12 Fragen, die, wenn ehrlich beantwortet, der Mitarbeiterzufriedenheit auf den Grund gehen.

Wer ist eigentlich dieser Gallup?

Die Gallup Organisation ist ein US-amerikanische Meinungsforschungsinstitut, das seit den 1930er Jahren Umfragen zu verschiedenen Themen durchführt. Heute ist das Unternehmen in Deutschland hauptsächlich für seine Studien im Bereich der Mitarbeiterzufriedenheit und –motivation bekannt.

Jährlich wird eine große generelle Umfrage durchgeführt, Gallup bietet aber auch Produkte speziell für Firmen an, die den Motivationsstand ihrer Beschäftigten erfassen möchten, so zum Beispiel die bereits erwähnten 12 Fragen der Gallup Q12.

Was ist so besonders an der Gallup Q12?

Warum sich so viele Führungskräfte für Gallup zur Befragung ihrer Mitarbeiter entscheiden? Weil nur wenige einen solch großen Schatz an Umfrageergebnissen und Erfahrungen haben, wie das amerikanische Unternehmen.

Die 12 Fragen basieren auf jahrelanger Studie, sind natürlich urheberrechtlich geschützt und eine entsprechende Mitarbeiterbefragung kann über die Gallup-Webseite käuflich erworben werden.

Wo etwas geheim bleiben soll, gibt es immer etwas, das durchsickert, immer jemanden, der etwas veröffentlicht. Auch wenn man das offizielle Gallup-Produkt nicht kauft, kann man anhand von einigen Internetrecherchen, und den Daten, die der Umfrageriese selbst publiziert hat, herausfinden, worum es im Gallup Q12 geht… und dies will ich auch dir nicht vorenthalten.

Die 12 Elemente der Mitarbeiterzufriedenheit

Wie stark stimmen deine Mitarbeiter den folgenden Aussagen auf einer Skala von eins bis fünf zu. Darum geht es in der Gallup Q12. Desto höher die Zustimmung, desto zufriedener der Mitarbeiter.

In meiner Gallup Q12 Infografik sieht du alle 12 Fragen gruppiert und in einer Art „Weg zu mehr Mitarbeiterzufriedenheit“ aufgeführt.

Infografik mit den Fragen Gallup Q12 zur Ermittlung der Mitarbeiterzufriedenheit

Wie du sehen wirst, geht es bei Gallup’s 12 Fragen weniger um Faktoren wie Gehalt, Organisationsstrukturen oder Sozialleistungen. Ein Mitarbeiter sieht diese zwar nicht als unwichtig an, aber für die Arbeitszufriedenheit spielen sie laut der Studienergebnisse keine solch große Rolle.

  1. Ich weiß, was auf Arbeit von mir erwartet wird.

    Gallup hat herausgefunden, dass an Arbeitsplätzen, an denen die Mitarbeiter zufrieden und motiviert sind, Ziele gesetzt und Ergebnisse sinnvoll mit dem, was man erreichen will, abgeglichen werden. Es geht darum, ein klares Bild davon zu zeichnen, wo man hinwill und was die Standards sind – qualitativ und quantitativ.Damit deine Mitarbeiter dieser Aussage zustimmen, ist eine ganze Menge an Kommunikation von Nöten. Bringe ganz klar herüber, was die Maßstäbe sind, an denen du später die Ergebnisse messen wirst, definiere klar, was du erwartest. Lass aber auch Freiraum für deine Kollegen, ihre eigenen Ziele zu finden und festzulegen.

  2. Ich habe alles, was ich brauche, um meinen Job gut zu machen.

    Arbeitsplatzeinrichtung, genügend Raum, Licht, Werkzeuge aber auch Informationen – Haben deine Mitarbeiter alle Mittel (nicht nur physische) um ihre Aufgaben gut zu erledigen und sich wohlzufühlen? Sind alle Voraussetzungen gegeben?

  3. Ich habe täglich die Möglichkeit meine Stärken im Job zu zeigen und einzusetzen. Ich mach auf Arbeit das, was ich am besten kann.

    Laut Gallup sind die Menschen am erfolgreichsten und produktivsten, die ihre Stärken kennen und die Möglichkeit haben sie einzusetzen. Für eine Führungskraft bedeutet das, herauszufinden, wo die Talente des Teams liegen. Wer kann was am besten? Wie kann ich die verschiedenen Stärken meiner Mitarbeiter nutzen?Die eigenen Stärken zu kennen, ist nicht selbstverständlich. Viele glauben, gar keine zu haben. Stimmt nicht! Unterstütze deine Angestellten dabei, herauszufinden, was ihnen wirklich liegt und wie diese Talente weiterentwickelt werden können. Hier spielt auch das Umfeld, die Möglichkeiten, die das Unternehmen bieten kann und Kollegen eine Rolle.

     

    Gallup Q12 Ich kenne meine Stärken und kann sie einsetzen.

  4. In den letzten sieben Tagen, habe ich Anerkennung oder Lob für ein gutes Ergebnis erhalten.

    Regelmäßige, sinnvolle Bestätigung motiviert. Sie bringt Mitarbeiter dazu, das Verhalten, dass zur zufriedenstellenden Erfüllung der ersten Aufgabe geführt hat, weiterhin an den Tag zu legen. Und… Motivation kann ansteckend sein.Aber Achtung: Nicht jeder mag es, vor einer großen Gruppe aufgerufen und gelobt zu werden. Lern zu verstehen, welche Art der Anerkennung jedes deiner Team-Mitglieder bevorzugt. Der eine freut sich über einen Kaffee und ein lockeres, lobendes Gespräch, der andere über eine öffentliche Verkündung. Gleiches zählt für die Häufigkeit der Bestätigung – der eine braucht mehr, der andere weniger. Lerne deine Mitarbeiter kennen!

    Fördere das Teamgefühl auch dadurch, bekannt zu geben, was alle gemeinsam erreicht haben. Was lief so richtig gut?

  5. Ich habe eine gute Beziehung zu meinem Manager.

    Gute zwischenmenschliche Verhältnisse sind die Bindeglieder, die ein gutes Unternehmen zusammenhalten und weiterbringen. Nur wenn Mitarbeiter das Gefühl haben, es schert jemanden, ob sie da sind, ob ihre Arbeit einen Sinn hat, ob sie sich wohlfühlen, kann Mitarbeiterzufriedenheit geschaffen werden.Für dich als Führungskraft bedeutet das, dass du dir bestimmte Soft-Skills für Manager zulegen musst.

  6. Jemand auf Arbeit fördert meine Weiterentwicklung.

    (Fast) jeder Mensch hat das Bedürfnis sich weiterzuentwickeln, zu lernen und seine Stärken auszubauen. Ein Umfeld in dem man genau das tun kann und eine Person, die einen hierbei unterstützt, verbessert die Motivation ungemein.Diese Aussage könnte also auch wie folgend formuliert sein: Mein Manager unterstützt mich dabei, noch besser darin zu werden, was ich bereits gut kann (siehe hierzu auch Punkt 3).

  7. Meine Meinung wird gehört.

    Wir alle wollen respektiert werden, wollen unsere Meinung äußern und wollen, dass diese auch gehört wird. Wie funktioniert das am Arbeitsplatz? Schenke deinen Mitarbeiter Aufmerksamkeit, stell sicher, sie fühlen sich nicht unbedeutend und wissen, sie können ihrer Meinung frei kundtun.

    Gemeint ist mit diesem Punkt nicht, dass alles, was die Angestellten wollen, auch umgesetzt wird – aber in Betracht gezogen muss es werden.

  8. Die Ziele und Philosophie meines Unternehmens gibt mir das Gefühl, mein Job sei wichtig.

    Eine Sinnhaftigkeit im Leben zu finden, danach streben wir doch irgendwie alle. Dein Job kann dir dieses Gefühl geben, aber nur dann, wenn du die gleichen Werte und dieselbe „Mission“ hast, die deine Firma auch verfolgt.Hierbei muss das Unternehmensziel selbst aber auch wie jeder einzelne dazu beitragen kann, klar sein. Teil eines großen Ganzen zu sein fühlt sich gut an und motiviert. Siehst du einen Sinn hinter deiner Arbeit? Sehen deine Mitarbeiter einen?

  9. Meine Kollegen sind bestrebt, qualitativ hochwertige Arbeit abzuliefern.

    Dieser Punkt fokussiert sich auf das Umfeld, in dem man als Angestellter ist und wirft zwei Fragen auf: Was zählt in meinem Job als qualitativ hochwertige Arbeit? Folgen meine Kollegen diesen Standards?Es muss definiert werden, was das Ziel, was „Qualität“ im Bezug auf den eigenen Job ist und wie diese sinnvoll gemessen wird. Sieht man nun, wie die Kollegen diese Standards befolgen, so ist man selbst motiviert gleiches zu tun.

  10. Ich habe einen besten Freund auf Arbeit.

    Worum es bei dieser Aussage wirklich geht: Vertrauen. Gibt es da jemanden an deiner Arbeit, dem du dich anvertrauen kannst, an den du dich wenden kannst, wenn es mal stressig zugeht, jemand, der die gleichen Werte wie du teilt? Ja? Prima!Mitarbeiter, die diesem Punkt zustimmen, fühlen sich eher in der Lage ihre Meinung zu äußern. Sie gehen mehr Risiken ein, fühlen sich selbstbewusster und sind produktiver.

     

    Gallup Q12 - Ich habe einen guten Freund auf Arbeit.

  11. In den letzten sechs Monaten, hat sich jemand mit mir über meine Fortschritte auf Arbeit unterhalten.

    Gallup’s Studien haben gezeigt: Feedback verbessert die Produktivität, die Kreativität – allgemein die Leistung. Man will wissen, wo man steht und wie man sich verbessern kann.Die Unternehmen, die in dem Punkt Zustimmung erhielten, haben in der Regel Strukturen für regelmäßige Mitarbeitergespräche. Man spricht darüber, wo man derzeit steht und definiert klare Ziele für die kommenden Wochen und Monate. Was kann verbessert werden? Woran möchte man arbeiten?

    Feedbackgespräche sind aber nur dann sinnvoll, wenn Ergebnisse auch nachverfolgt und Fortschritte gemessen werden. Hierzu sind kürzere Meetings zusätzlich zu den jährlich oder halbjährlich stattfindenden Jahresgesprächen von Nöten.

    Ein Tipp: Manche Mitarbeiter brauchen mehr, andere weniger Feedback. Lege dich nicht starr darauf fest, nur eine Unterhaltung pro Jahr zu haben, wenn du merkst, dein Angestellter benötigt mehr Unterstützung oder Aufmerksamkeit.

  12. Im letzten Jahr hatte ich die Gelegenheit im Bezug auf meine Arbeit hinzuzulernen und meine Fähigkeiten auszubauen.

    Jeder hat andere Ziele aber eines wollen die meisten von uns: Wir wollen lernen und uns weiterentwickeln. Dieser Prozess kann für jeden anders aussehen. Manche wünschen sich eine Beförderung und somit mehr Verantwortung, manche hätten gern eine Schulung in einem bestimmten Bereich, andere freuen sich darüber, an einem besonders kniffligem Projekt arbeiten zu dürfen.

    Gallup bezieht diese Aussage bezüglich der persönlichen Weiterentwicklung auf das letzte Jahr. Meiner Meinung nach, sollte es sich aber um einen stetigen Prozess ohne Zeitrahmen handeln.

Umfragen wie diese, machen nur dann Sinn, wenn die Ergebnisse ernst genommen und ordentlich ausgewertet werden. Stellt man Defizite fest, müssen diese ausgebessert werden. Bemerkst du, ein Kollege stimmt einem der Punkte so gar nicht zu, sprich ihn darauf an. Communication is key – bei jeder der Gallup Q12 Fragen!

Hast du zuvor Mitarbeiterbefragungen durchgeführt? Welche Erfahrungen hast du machen können?

Mitarbeiterjahresgespräche – Feedback richtig umsetzen

Mitarbeiterjahresgespräche – Feedback richtig umsetzen

„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“, so heißt es im Volksmund. Ist dies auch für Mitarbeiterjahresgespräche gültig?  Wir wissen Kommunikation ist wichtig, sehr sogar.

Klar, in jedem Unternehmen wird wahrscheinlich reichlich kommuniziert. Da wird delegiert, Lob und Kritik ausgeteilt, Small-Talk an der Kaffeemaschine, Team-Meetings und natürlich die heitere Unterhaltung mit dem Sektglas in der Hand zur Weihnachtsfeier. Abgegrenzt von all dieser, nennen wir sie einmal „Alltagskommunikation“, finden in vielen Firmen Mitarbeiterjahresgespräche statt.

Der Austausch zwischen den Mitarbeitern in einem Team aber auch Vorgesetzten und deren Angestellten, ist für den Erfolg des Unternehmens ausschlaggebend. Weiß eine Führungskraft, was seine Mitarbeiter antreibt, was deren Ziele und Sorgen sind, so können diese aufgenommen und ein besseres, produktives Arbeitsumfeld für alle geschaffen werden. Hierfür reicht aber Reden allein nicht aus – Feedback, egal ob es von Seiten des Managers oder des Mitarbeiters kommt, muss auch umgesetzt werden.

Warum werden Mitarbeiterjahresgespräche geführt?

Manche halten es für Unsinn, manche sogar für kontraproduktiv. Einige Unternehmer und Führungskräfte haben Mitarbeiter-Performance Gespräche abgeschafft. Sie argumentieren, dass es sich die Unterhaltungen mehr wie eine Farce und Pflicht für beide Seiten anfühlte. Soll der Mitarbeiter wirklich auf einen Termin, der nur einmal jährlich von der HR-Abteilung eingerichtet wird, angewiesen sein, um mit seinem Manager etwas Vertrauliches zu besprechen?

Außerdem bekommt man vielleicht im Mitarbeiterjahresgespräch etwas gesagt, das man nicht gern hören möchte. Diese Angst besteht übrigens auf beiden Seiten – der des Managers, der vielleicht auf einen Vorwurf nicht korrekt reagieren kann und der des Mitarbeiters.

 

Berufliche Ziele werden sollten in einem Mitarbeiterjahresgespräch festgelegt werden.

 

Wir sehen also: Mitarbeiterjahresgespräche sind eine Herausforderung. Wird die Unterhaltung aber richtig geführt, die Zeit sowie das Feedback gut genutzt, kann es zu einem besonders wichtigem Führungsinstrument werden.

Ein jährlich stattfindendes Vier-Augen-Gespräch kann zu folgenden Zwecken eingesetzt werden:

  • Reflektion des vergangenem Arbeitszeitraumes – Was lief gut?
  • Evaluierung jetzt – Wo stehen wir gerade?
  • Entwicklungsmöglichkeiten/ Zielsetzung – Wo will mein Mitarbeiter hin?
  • Behebung von Konflikten – Was stört meinen Mitarbeiter?
  • Führungs- und Unternehmenskultur – Was können wir verbessern?

Themen, die sonst nur selten angesprochen werden, finden hier Raum und du hast die Chance die Motivation deiner Angestellten zu steigern und deren Vertrauen zu stärken. Zum Thema „Feedbackgespräch richtig führen“ findest du weitere Tipps in meinem Blog.

Mitarbeiterjahresgespräche – Wichtig ist, was danach passiert!

Lang erwartet, nun schon nach einer halben Stunde vorbei. Doch nach dem Mitarbeiterjahresgespräch beginnt erst die eigentliche Arbeit der beiden Parteien – Die Umsetzung des erhaltenen Feedbacks.

Laut einer Studie des HCI (Human Capital Institute) sind 62 % der Angestellten der Meinung, dass sich nach einem Performance-Gespräch für sie nichts verändert. Bei wem liegt hier aber die Verantwortung?

Es reicht nicht aus mit Mitarbeitern über deren Erfolge und Fehlschläge zu sprechen. Ideen, Möglichkeiten und Lösungen müssen entstehen, um jeden ganz individuell zu fördern und weiterzuentwickeln.

Außerdem darf es nicht bei einem Gespräch pro Jahr belassen werden. Richte Quartals-Termine mit deinen Mitarbeitern ein, um zu besprechen, wie die Umsetzung der Ziele, die im Jahresgespräch festgelegt wurden, läuft. Braucht es gegebenenfalls eine Kurskorrektur? Gibt es etwas, mit dem du als die Führungskraft deinen Angestellten unterstützen kannst? Es ist wichtig, dass dein Mitarbeiter weiß, dass er mit Fragen und Problemen jederzeit zu dir kommen kann.

Ich möchte dir im Folgenden fünf Wege aufzeigen, um die Produktivität, Motivation und Mitarbeiterzufriedenheit nach einem Performance-Gespräch tatsächlich zu steigern:

Tipps zu MitarbeiterjahresgesprächeBerufliche Weiterentwicklung muss möglich sein!

HCI stellte auch fest, dass 61 % aller befragten Arbeitnehmer der Meinung sind, ihre Unternehmen würden selbst nach den Mitarbeiterjahresgesprächen keine Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten. Die Option, sich beruflich zu entwickeln und die eigenen Stärken kennenzulernen zählt nach einer angemessenen Bezahlung zu den wichtigsten Leistungen, die ein Arbeitgeber bieten kann. Trotzdem kommt dieses Thema in vielen Abteilungen zu kurz.

In einem Mitarbeiterjahresgespräch hat man die Möglichkeit anzusprechen, was man lernen möchte. Manager haben die Gelegenheit Training anzubieten und gemeinsam kann ein Plan entwickelt werden. In welche Richtung möchte man sich weiterbilden? Wann genau kann mit diesem Prozess begonnen werden?

Setzt man hier klare Ziele und legt Maßnahmen fest, steigert sich auch die Produktivität und Motivation des Mitarbeiters. Nicht zuletzt wird er sich außerdem der Firma zugehöriger fühlen.

 

Tipps zu MitarbeiterjahresgesprächeVerstehe, wo dein Mitarbeiter hin will!

Eine hohe Anzahl aller Angestellten denken, dass ihre Vorgesetzten kein Interesse daran haben, was ihr nächster beruflicher Schritt sein wird. Können deine Mitarbeiter zu dir kommen, wenn sie einen Arbeits-Ratschlag brauchen? Wahrscheinlich werden sie sich zuerst an Freunde und Familie wenden und unter Umständen sogar das Gefühl haben, Mut aufbauen zu müssen, bevor sie mit dir sprechen.

Du solltest der Typ mit dem offenem Ohr sein. Hast du Mitarbeiter, die ihre Stärken in einer anderen Position besser genutzt sehen, könnten sie Lücken füllen, von denen du vielleicht gar nicht wusstest, dass sie da waren. Wir sprechen hier von einer Win-Win-Situation.

Tipps zu MitarbeiterjahresgesprächeSetze klare Ziele!

Bereits während des Performance-Gespräches solltest du deinem Mitarbeiter Ziele nach der SMART-Methode setzten.

 

 

  • S – Spezifisch
  • M – Messbar
  • A – Attraktiv und Erreichbar
  • R – Realistisch
  • T – Terminiert

Dein Angestellter sollte genau wissen, was deine Erwartungen sind und worauf er hinarbeiten muss. Gleichen diese Ziele denen der Firma, wird dein Mitarbeiter sehen, welchen Einfluss er auf den Erfolg des Unternehmens hat.

Tipps zu Mitarbeiterjahresgespräche

Nutze die Daten, die du bereits hast!

Bist du mehr der Zahlen-Typ, dann analysiere die Daten genau, die dir zur Verfügung stehen. Ist einer deiner Mitarbeiter zum Beispiel mit dem Kundenservice beauftragt, so kannst du sehen, wie viel Zeit jeder Anruf in Anspruch nahm. Entsprechen diese Zahlen nun nicht deinen Anforderungen, kannst du deine Angestellten entsprechend schulen. So erkennst du, wo, bei wem und in was Verbesserungsbedarf besteht.

Siehst du anhand der Daten, dass dein Mitarbeiter in einem Bereich besondere Erfolge zu verzeichnen hatte, muss dies natürlich auch erwähnt werden!

Tipps zu MitarbeiterjahresgesprächeLernen muss leicht gemacht werden!

Die Aberdeen Group fand im Rahmen einer Umfrage heraus, dass 39 % aller Angestellten nicht wissen, wo sie für sich relevantes Training finden können. Die Aufgabe für dich als Führungskraft ist es also, Lehrmittel nicht nur im Meetingraum, sondern auch in Dokumentenform bereit zu stellen. Geh mit der Zeit und nutze Systeme, auf die deine Angestellten immer und auch mit ihrem Mobiltelefon oder Tablet zugreifen können. Kannst du deine Mitarbeiter vielleicht sogar dazu motivieren, zusammen lernen zu wollen?

Die Idee ist es, in jedem Angestelltem genau die Fähigkeiten zu fördern, die deinem Unternehmen weiterbringen.

Infografik zum Mitarbeiterjahresgespräch/ Performance-Gespräch

Fazit:

Finde die richtigen Mitarbeiter, führe ein offenes und persönliches Verhältnis mit ihnen und fördere die Fähigkeiten in ihnen, die dein Unternehmen weiterbringt. Mitarbeiterjahresgespräche können einen äußerst positiven Effekt haben und die Mitarbeiterzufriedenheit steigern, wenn der Angestellte in Folge dessen weiß, was von ihm erwartet wird, wie er sich weiterentwickeln kann und wo er alle Hilfsmittel dazu findet.

Welche Erfahrungen hast du mit Mitarbeiterjahresgesprächen? Finden sie derzeit in deinem Unternehmen statt?

 

Dein Saleh Amiralai

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