Luft, Licht und Lärm: Auf die Arbeitsatmosphäre kommt es an

Luft, Licht und Lärm: Auf die Arbeitsatmosphäre kommt es an

Kürzlich habe ich gelesen, dass Menschen in wohlhabenden Ländern durchschnittlich 90 Prozent ihrer Lebenszeit in geschlossenen Räumen verbringen. War dir das bewusst?

Viele von uns arbeiten in Büros oder von zu Hause aus. Viele von uns haben ihre eigenen „vier Wände“, in denen wir die Freizeit auf der Couch, in der Küche oder aber im Bett verbringen. Selbst Sport treiben wir heute vermehrt in geschlossenen Räumen.

Architekten und Designer müssen heute die Gebäude an unsere veränderten Lebensgewohnheiten anpassen, in denen die Qualität der Luft und des Lichts eine große Rolle spielt. Sind wir über einen langen Zeitraum hinweg schlechter Luft, künstlichem Licht und Lärm ausgesetzt, so kann dies negativen Einfluss auf unsere Gesundheit und unser physisches Wohlbefinden haben. Unsere neuen Gewohnheiten erfordern neue Konzepte, eine neue Gestaltung unseres Wohn- und Arbeitsraumes.

Doch gerade wenn es um die Temperatur und den Geräuschpegel im Büro geht, sind die subjektiven Wahrnehmungen oft sehr unterschiedlich. Dabei ist es für die Leistungsfähigkeit, Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeiter ausschlaggebend, in einer angenehmen Umgebung zu arbeiten – und hierauf kann das Raumklima, Licht und Lärm einen großen Einfluss haben.

 

Wie beeinflusst unsere Arbeitsatmopshäre unsere Konzentration und Produktivität?

Luft – Innen schmutziger als außen

Das Harvard Center für Gesundheit und globale Studien der Umwelt hat herausgefunden, dass eine überdurchschnittliche Belüftung von Büroräumen mit natürlicher Luft von außen, die kognitiven Fähigkeiten der Mitarbeiter um 40 Prozent verbessert – ganz einfach durch die Reduzierung der Schadstoffe in der Luft.

Alle Aktivitäten des täglichen Bürolebens, das Arbeiten an Computern, das Kochen in der Kantine, selbst unser Atmen belasten die Raumluft. Hinzu kommt, dass Reinigungsmaterialien, Plastik oder verwendete Baustoffe unter Umständen toxische Schadstoffe absondern. Um Allergien zu vermeiden, um gesund, aber auch leistungsfähig und konzentriert zu bleiben, sollte der Belüftung aller Räume, in denen wir uns regelmäßig aufhalten, eine große Bedeutung beigemessen werden.

Um natürliche Belüftung nachzuahmen, müssen mechanische Systeme pro Person und Stunde 30 Kubikmeter frische Luft zur Verfügung stellen können. Eine Herausforderung ist natürlich die Bereitstellung und Verteilung dieser großen Menge Luft, eine andere ist zudem die Kontrolle der Temperatur. Keine leichte Aufgabe – dem einen ist es zu kalt, dem anderen zu warm, wieder ein anderer will Frischluft. Arbeitest du selbst in einem Büro mit Kollegen, kommt dir diese Diskussion wahrscheinlich sehr bekannt vor.

Die optimale Lufttemperatur hängt stark von der Tätigkeit ab, die wir ausüben. Im Büro, also bei einer sitzenden Tätigkeit, liegt die optimale Temperatur zwischen 18 und 24 °C. Im Durchschnitt werden 21 °C als Raumtemperatur am angenehmsten empfunden.

 

Licht – Glücksfaktor, der die Konzentration fördert

Unsere Augen leisten täglich so einiges. Büroarbeit ist Schwerstarbeit. Sie wechseln vom Monitor zu den Unterlagen neben dir, von der Tastatur hin zum hellen Dokument auf deinem Bildschirm – über zehntausend Mal pro Tag springt der Blick hin und her. Stimmt die Beleuchtung am Arbeitsplatz nicht, kann das nicht nur gesundheitliche Folgen haben, sondern auch der Konzentration und Leistungsfähigkeit schaden.

Darüber hinaus ist die Versorgung mit ausreichend natürlichem Licht ein wichtiger Faktor zur Verbesserung unseres mentalen Wohlbefindens.

Du kennst es sicher selbst: Wenn die Sonne im Herbst oder Winter für ein paar Tage von dicken Wolken verdeckt wird, setzt bei mir viel schneller die Müdigkeit ein. Ich fühle mich ausgelaugt, will lieber auf der Couch bleiben, statt im Fitnessstudio zu schwitzen und habe selbst auf soziale Kontakte, einem Treffen mit Bekannten und Freunden, weniger Lust. Licht gibt uns Energie, Licht macht uns zufriedener, glücklicher.

In den skandinavischen Ländern, aber auch in Kanada – überall, wo die Winter lang und dunkel sind – statten sich Menschen mit Tageslichtlampen aus. Die kleinen, hübschen Stehlampen verbreiten ein warmes, angenehmes Licht, dass nachweislich die Stimmung hebt und miese Laune vertreibt.

Natürlich ist in vielen Büroräumen der Einsatz von künstlicher Beleuchtung nicht vermeidbar. Vor allem in älteren Gebäuden, in denen die Räume groß und weitläufig, Fenster aber eher klein sind, reicht das natürliche Licht nicht aus. Möglichen negativen Folgen künstlicher Beleuchtung kann mit der Verwendung von sogenannter circadianer Beleuchtung gegengewirkt werden. Am Morgen geht von diesem System ein warmes, rötliches Licht aus, das im Laufe des Tages heller und bläulich und am Abend gedimmt wird. Diese Methode passt sich ganz dem natürlichen Zyklus des menschlichen Körpers an und sorgt dafür, dass man abends besser einschlafen kann. Wer guten und genügend Schlaf bekommt, ist während des Tages produktiver.

Nachdem CBRE 2018 im Rahmen einer „Gesund im Büro“-Studie circadiane Beleuchtung installierte, gaben 71 Prozent der Teilnehmer an, sich energiegeladener zu fühlen. 18 Prozent waren sogar der Meinung, einen Anstieg ihrer kognitiven Leistung spüren zu können.

Wer allerdings direkt neben einem Fenster sitzt, sollte Vorhänge oder verstellbare Jalousinen nutzen, um Reflektion auf dem eigenem Bildschirm zu vermeiden, die den Augen schaden könnte.

 

Geräusche – Soundmasking für weniger Ablenkung

In der einen Ecke des Büros wird gemurmelt und gelacht, neben dir hört der Kollege so laut Musik, dass sie durch seine Kopfhörer dringt. Jemand steht auf, jemand geht zum dritten Mal in einer halben Stunde zur Toilette – Hintergrundgeräusche lenken ab und beeinflussen Mitarbeiter stark. Oxford Economics befragte 1.200 Büroangestellte. 53 Prozent, mehr als die Hälfte, gaben an, ihre Produktivität und Zufriedenheit werde durch Geräusche eingeschränkt. Deshalb sollten vor allem in Büros, in denen viel telefoniert und getippt wird, Maßnahmen eingeleitet werden, die den Lärm- und somit auch den Stresspegel der Mitarbeiter reduzieren. Architekten stehen vor der Herausforderung, eine kommunikative Umgebung zu schaffen, in der sich Mitarbeiter zwar miteinander austauschen können, aber die Konzentration auf die eigene Arbeit möglich ist.

Ein Lösungsansatz ist es, Hintergrundgeräusche elektroakustisch zu beeinflussen und durch natürliche Sound-Wellen zu überlagern. Die Idee des Soundmasking ist es, störende Geräusche durch angenehme zu ersetzen. So wird der Grundgeräuschpegel erhöht und man hört die Lüftung, die Gespräche der Kollegen, das Tippen der Nachbarn nicht mehr. Klingt erst einmal widersprüchlich, oder? Geräusche mit Geräuschen ertragbarer machen.

Tatsächlich hat eine Studie von DeLoach, Carter und Braasch aus dem Jahre 2015 herausgefunden, dass Soundmasking mit natürlichen Geräuschen die kognitiven Fähigkeiten derer erhöht, die ihnen ausgesetzt sind.

Nun ist es natürlich Ansichtssache, wer welche Musik als angenehm empfindet. Das gleiche gilt für das Raumklima – der eine mag es wärmer, der andere kühler. In einem Büro, an jedem Arbeitsplatz, in jeder zwischenmenschlichen Beziehung ist gegenseitige Rücksichtnahme gefragt. Wenn wir anderen zuhören und offen und ehrlich ansprechen, was uns stört, können Konflikte konstruktiv gelöst werden – auch wenn es um die Frage „Fenster auf oder zu“ geht.

 

Wie sieht’s bei euch aus?

Wie sieht die Beleuchtung, Belüftung und der Geräuschpegel in deinem Unternehmen aus? Habt ihr innovative Konzepte, die Mitarbeiter positiv beeinflussen und die Konzentration steigern? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

Warum du vielleicht nicht für die Führungsposition geschaffen bist

Warum du vielleicht nicht für die Führungsposition geschaffen bist

Du liebst deinen Job? Bist motiviert, kompetent und ehrgeizig? Dann bist du der perfekte Kandidat für eine Führungsposition, oder? Ein Team zu managen würde bedeuten, du kannst dein Wissen teilen und andere mit deiner Arbeitsfreude anstecken.

Moment mal – es gibt da doch die ein oder andere Herausforderung, die eine Führungsposition mit sich bringt. Während deines Arbeitsalltags wirst du nur wenig darauf vorbereitet, was es heißt, Führungskraft in unserer schnellen, modernen und digitalen Welt zu sein.

Auch wenn die Rolle eines Vorgesetzten natürlich erst einmal deinem Ego und möglicherweise auch deinem Portemonnaie gut tut, ist sie es vielleicht nicht wert.Tatsächlich streben laut einem Artikel der ZEIT immer weniger junge Berufseinsteiger eine Führungsposition an. Lebenszeit, Familie und Freunde sind ihnen wichtiger als Karriere. Keine Lust auf Überstunden, Stress und weniger Freizeit und stattdessen einen Job finden, der wirklich Spaß macht und bei dem genügend Energie und Zeit für das Private übrig bleibt.

In einer Führungsposition kann es sein, dass du dich gezwungen fühlst, zwischen Karriere und Freizeit zu entscheiden.

Ich bin zwar ein Verfechter von Ehrgeiz, von dem Willen, sich weiterzuentwickeln und zu wachsen, nur bin ich der Meinung, dass es am Ende des Tages trotz allem um das eigene Arbeits-(Glück) geht. Macht dich eine Führungsposition nicht glücklich, dann ist sie nichts für dich und du nichts für sie.

5 Gründe, warum eine Führungsposition vielleicht nichts für dich ist

Grund 1: Du bist nicht mehr nur für dich verantwortlich

Du bist vielleicht ein super Designer, richtig gut mit Excel-Listen und kompliziertem HTML-Code, aber von Führung hast du keine Ahnung. Du weißt nicht, wie du ein Team anleitest, anderen hilfst, sich weiterzuentwickeln und mithilfe deiner Kollegen Ziele erreichst.

Versetze dich einmal in die Situation, die dich bei der Geburt deines ersten Kindes erwartet oder erwartet hat. Der Fokus deines Lebens hat sich verschoben. Plötzlich geht es nicht mehr nur um deine eigenen Bedürfnisse, sondern die eines anderen kleinen Lebewesens. So sehr du auch versucht hast, dich vorzubereiten, jetzt befindest du dich direkt in dieser neuen Situation, in diesem Wechsel und musst in sehr kurzer Zeit sehr viel lernen. Du musst lernen, ein Elternteil zu sein.

Sehr ähnlich verhält es sich, wenn du von der Rolle eines „normalen” Angestellten in eine Führungsposition wechselst. Du musst einen komplett neuen Beruf lernen, auf den du höchstwahrscheinlich – wie beim Eltern werden – trotz zahlreicher Fachbücher erst einmal nur mäßig vorbereitet bist. Es geht nicht mehr nur darum, deine Aufgaben zu erledigen, sondern auch menschliche Probleme zu lösen, zu motivieren und wirkungsvoll zu kommunizieren.

Die Grundvoraussetzung, um einen solch anstrengenden Wechsel erfolgreich zu vollziehen, ist, dass du dazu Lust hast. Hast du generell Interesse an deinen Kollegen? Oder willst du nur wegen des höheren Lohnes Führungskraft werden?

In einer Führungsposition hast du nicht nur Verantwortung für dich selbst sondern dein ganzes Team.

Grund 2: Du musst viele Aufgaben abgeben, die du so liebst

Um dich als Führungskraft auf das Wesentliche konzentrieren zu können – um “führen” zu können –, musst du dich von deiner alten Rolle lösen und Aufgaben delegieren. Das fällt dem ein oder anderen nicht leicht. Bisher hast du deine Leistung an deinen persönlichen Ergebnissen gemessen, jetzt bestimmt die Produktivität deines gesamten Teams, wie erfolgreich du bist.

Wenn du deine Arbeit wirklich liebst, dann könnte der Wechsel in eine Führungsposition ein Fehler sein. Wie bereits erwähnt, zählt deine Zufriedenheit, dein Glück am Ende des Tages. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf solltest du Entscheidungen treffen. Wozu willst du Führungskraft werden?

Übernimmt man eine Führungsposition so ist es in der Regel notwendig alte Aufgaben abzugeben.

Grund 3: Du wirst es nie allen recht machen können

Am Montag morgen beim Kaffee das Wochenende besprechen, am Donnerstag auf ein Bierchen in die Bar – klar, du kannst all diese Dinge immer noch mit deinen Kollegen machen, aber eure Beziehung wird sich unabdingbar ändern, sobald du eine Führungsposition antrittst. Du musst dich aus jedweder Gerüchteküche heraushalten, darfst keine Lieblinge haben und solltest auch über die anderen Mitglieder der Führungsebene niemals abwertend sprechen. Möglicherweise werden ehemalige oder neue Kollegen versuchen, deine Unerfahrenheit auszunutzen. Bereite dich darauf vor und versuche nicht jedem zu gefallen, jeden glücklich zu machen – das wird eh nicht funktionieren. Hast du einmal eine Entscheidung getroffen, so musst du zu 100 Prozent hinter ihr stehen.

Der Wechsel vom Mitarbeiter zur Führungskraft ist nicht einfach. Da sind Gefühle im Spiel, da kann es eben auch unangenehm werden. Bist du bereit dazu?

Bist du neu in einer Führungsposition, so musst du Soft Skills und Konfliktmanagement erlernen.

Grund 4: Es wird Druck ausgeübt, von allen Seiten

Als Vorgesetzter befindest du dich in einer sogenannten Sandwich-Position. Sowohl die übergeordnete Führungsebene als auch deine Mitarbeiter haben Erwartungen, die zum Teil  ganz widersprüchlich sein können. Es ist deine Aufgabe, die hohen Ziele der Unternehmensführung in einen konkreten Handlungsplan zu übersetzen. Deine Mitarbeiter sollten genau wissen, in welche Richtung es geht und dass sie sich auf dich verlassen können.

Du musst beiden Seiten gerecht werden, was nicht ohne gelegentliche Diskussionen möglich sein wird. Versuche nicht, dauerhaft Harmonie zu wahren, sondern rege konstruktive Diskussion an und sage auch mal „Nein”.

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird der hohe Leistungsdruck aber vor allem von dir selbst kommen. Du willst losziehen, Dinge verändern und lädst dir viel zu viel auf einmal auf. Da wird eine Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche schnell zum Traum, worunter natürlich auch das Privatleben leiden wird.

In einer Führungsposition nimmst du schnell eine Sandwich-Position ein.

Grund 5: Du wirst ganz allein ins kalte Wasser geschmissen

Sicherlich trifft das nicht auf alle Unternehmen zu, aber ich habe während meines Berufslebens festgestellt, dass viele Neu-Führungskräfte keinerlei Unterstützung erhalten – weder von der Personalabteilung, noch von ihren Vorgesetzten oder externen Coaches. Haben sie danach gefragt oder Hilfe eingefordert? In den meisten Fällen nicht. Wer befördert wird, der will den Anschein erwecken, der Wechsel in eine Führungsposition sei gerechtfertigt, Unsicherheiten werden vertuscht.  

Bist du in einer neuen Führungsposition, so kann dir zu Beginn die Unterstützung fehlen.

Der eine Grund, warum eine Führungsposition genau das Richtige für dich ist

Du hilfst gern anderen? Du hast gesunde Wertvorstellungen, die du konsequent verfolgst? Es gibt wohl kaum einen Job, in dem du das Leben einer Person stärker positiv beeinflussen kannst, als in einer Führungsposition. Wenn du dazu bereit bist, deine Selbstwahrnehmung zu evaluieren, deine emotionale Intelligenz und deine Fähigkeiten weiterzuentwickeln, dann kannst du Menschen Teil einer Vision, eines großen Ganzen werden lassen. Wenn du dazu bereit bist, die Bedürfnisse deines Teams über deine eigenen zu stellen, dann wirst du feststellen, wie stolz es dich machen wird, wenn ihr gemeinsam  Herausforderungen meistert und Erfolge liefert.

Die Entscheidung liegt ganz bei dir

Der eine liebt die Verantwortung und die Herausforderungen, die eine Führungsposition mit sich bringt, der andere eben nicht. Der eine macht die eigene Karriere, der andere die Familie zur Priorität. Das ist okay. Wir sind alle unterschiedlich. Statt den Anforderungen anderer gerecht werden zu wollen, sollten wir uns darauf fokussieren, was uns glücklich macht – egal was das ist.

Die Führungsposition muss sich ändern

Für Unternehmen stellt es natürlich ein Problem dar, wenn immer weniger junge Menschen die Chef-Laufbahn anstreben. Um auch in Zukunft genügend Teamleiter, Geschäftsführer und Manager zu haben, muss ein Umdenken erfolgen.

Verantwortung kann zwischen zwei Personen geteilt werden, sodass Mütter oder Väter auch in Teilzeit arbeiten können. Zur Führungskräfteentwicklung sollte Schulungen – auch von externen Coaches – angeboten und in Testphasen trainiert werden.

Führung kann Spaß machen, Führung kann erfüllen, ohne auszubrennen. Dorthin wollen wir kommen!

 

Fehlzeitenmanagement: Abwesenheit runter, Motivation hoch

Fehlzeitenmanagement: Abwesenheit runter, Motivation hoch

Ist dein Büro zu Grippezeiten wie leer gefegt? Fehlt dein Kollege öfter montags nach einem Partywochenende aufgrund einer Magen-Darm-Infektion? Ist der Krankenstand in deiner Abteilung hoch, dann gilt es, die Ursachen hierfür herauszufinden. Denn: Fehlende Mitarbeiter verursachen einem Unternehmen – ganz nüchtern betrachtet –Kosten. Sie verlangen Organisation und gehen zu Lasten derer, die liegen gebliebene Aufgaben zusätzlich zu den eigenen erledigen müssen. Fehlzeitenmanagement ist also nicht nur aus personalwirtschaftlichen Gründen wichtig, sondern kann auch die Motivation aller Kollegen steigern, die ansonsten immer einspringen müssen.

Warum kommt es überhaupt zu Fehlzeiten?

Erst eine gründliche Analyse der Ursachen für Fehlzeiten in deinem Unternehmen ermöglicht es dir, geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Frage dich, aus welchem Grund deine Mitarbeiter häufiger fehlen! Glänzt eine Person besonders oft durch Abwesenheit? Inwieweit hast du als Führungskraft überhaupt Einfluss?

Die häufigsten Ursachen für Fehlzeiten sind:

  • Erkrankungen, saisonal bedingt; körperliche Leiden
  • Verletzungen
  • Stress und andere psychische Leiden
  • Erkrankungen der Kinder oder der Familie des Mitarbeiters
  • Demotivation

Braucht es Regeln und Abläufe für Fehlzeiten?        

In jedem Unternehmen sollte es eine einfache und klar verständliche Prozedur geben, an die sich jeder Mitarbeiter halten muss, der sich krankmeldet. Was muss wann gemacht, was muss wann eingereicht werden?

Manche Unternehmen sind hier recht streng und fordern bereits ab dem ersten Fehltag einen ärztlichen Nachweis, andere sind nachlässiger. Da wird der schniefende Mitarbeiter einfach nach Hause geschickt, ohne Dokumentation, ohne Konsequenzen. Leider wird Firmen diese Gutmütigkeit dann häufig zum Verhängnis. Unmotivierte Angestellte nutzen Lücken im Umgang mit Fehlzeiten gern aus, kommen zu spät oder verlassen das Büro einfach, ohne sich abzumelden.

Was kann ein Unternehmen dagegen unternehmen? Zuerst gilt es wieder zu analysieren, warum und wer das System der Krankentage ausnutzt. Ist es eine bestimmte Person, eine Abteilung, die von einer bestimmten Führungskraft geleitet wird?

Im nächsten Schritt sollte ein Gespräch mit den Angestellten stattfinden, um herauszufinden, ob es vielleicht Probleme im persönlichen oder im Familienumfeld des Kollegen gibt. Auch innerbetriebliche Herausforderungen oder Auseinandersetzungen können der Grund für die krankheitsbedingten Ausfälle sein. Unter Umständen kann das Unternehmen Hilfestellung bieten, den Mitarbeiter vorübergehend freistellen oder Konflikte lösen.

Ein zweites Gespräch – das Krankenrückkehrgespräch – sollte dann geführt werden, wenn ein Mitarbeiter nach längerer Krankheit zurückkehrt.

Eine Führungskraft sollte auch lernen „Nein“ zu sagen. Bittet ein Mitarbeiter um einen freien Tag und gibt hierfür einen unzureichenden Grund an, dann ist es vollkommen ok, wenn du sagst, dass er hier gebraucht wird und das Büro momentan nicht verlassen kann.

Wenn deine Mitarbeiter die Grippe haben …

Fehlzeitenmanagement: Zur Grippezeit sind fehlen besonders viele Mitarbeiter. Was kann dagegen unternommen werden?2018 begann mit einer Grippewelle, die viele Angestellte ans Bett statt den Schreibtisch fesselte. Da zwei Virenstämme nur um Wochen versetzt kursierten, erwischte es manche sogar mehrfach und viele mussten für längere Zeit zu Hause bleiben. Fehlzeiten haben also auch saisonale Gründe. Ist der Winter kalt, der Frühling nass, dann wird das Büro öfter mal leerer sein. Hierauf hast du als Führungskraft oder Arbeitgeber nur wenig Einfluss.

Auch wenn du kein Wettergott bist, gibt es doch Maßnahmen, die durchgeführt werden können, um zumindest das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Die Belüftung der Arbeitsräume spielt eine große Rolle, eine angenehme Temperatur und das Vermeiden von Zugluft. Das Waschen der Hände nach dem Toilettengang, das Niesen in den eigenen Ellenbogen statt quer durchs Büro und das Entsorgen von Taschentüchern sollten schon fast keiner Erwähnung bedürfen.

Zu welcher Gruppe von Mitarbeitern gehörst du? Schon beim ersten Schniefen bleibst du lieber daheim – man will ja nicht, dass es schlimmer wird – oder schleppst du dich auch mit Fieber noch ins Büro – man kann ja nicht auf dich verzichten.

Der Grad ist hier wirklich schmal: Wie krank ist krank genug, um zu Hause zu bleiben?

Bist du in einer Branche, in der die Arbeit vom Home-Office aus möglich ist, so ermutige Kollegen, die sich nicht ganz in Topform fühlen, genau das zu tun. Will er oder sie erst einmal nur ins Bett und sich dem Projekt später noch einmal widmen, so ist auch das in Ordnung.

Unser digitales Zeitalter und moderne Führungskonzepte ermöglichen es vielen, ihren Job auch von zu Hause und zu flexiblen Zeiten auszuführen. Das verbessert die Work-Life-Balance und hat auch im Krankheitsfall zahlreiche Vorteile.

Langes Sitzen auf Stühlen, die nicht immer ergonomisch optimal sind, führt zu Rückenschmerzen, das dauerhafte Starren auf den Monitor zu Migräne und Sehproblemen.

 

Fehlzeitenmanagement – Mein Tipp:

  • Passe die Temperatur in den Büroräumen dem Mitarbeiter an, dem es in der Regel am kältesten ist.
  • Stelle Hand-Desinfektionsmittel zur Verfügung.
  • Ein Fitnessraum oder ein Angebot an Kursen wie Yoga oder Zumba können Mitarbeiter motivieren, mehr Sport zu treiben.
  • Ergonomische Stühle, Stehtische und regelmäßiges Aufstehen verringern Rücken- und Kopfschmerzen.

Wenn sich deine Mitarbeiter verletzt haben …

Verletzen sich Mitarbeiter häufig, so muss Fehlzeitenmanagement betrieben und die Ursache herausgefunden werden.Vor allem, wenn du und deine Kollegen körperlicher Arbeit nachgeht, besteht natürlich immer ein Verletzungsrisiko. Unfälle passieren, sorgen dann auch oft dafür, dass Mitarbeiter über einen längeren Zeitraum hinweg ausfallen. Maßnahmen zur Arbeitssicherheit und gründliche Schulungen aller Angestellten können das Unfallrisiko zwar senken, aber ganz eliminieren kann man es wohl nie – auch nicht im Büro. Da wird mal auf einen Stuhl geklettert, um einen Geburtstags-Luftballon an der Decke anzubringen, da hat jemand Kaffee auf der Treppe verschüttet, Kabel wurden provisorisch über den Gang verlegt und Frank stellt prinzipiell seine Tasche neben statt unter seinen Tisch. Wo Menschen arbeiten, da passieren Unfälle.

 

Fehlzeitenmanagement – Mein Tipp:

  • Nimm Arbeitssicherheit ernst, informiere deine Kollegen über Risiken und sorge dafür, dass bei bestimmten Arbeiten die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen eingehalten werden.
  • Besonders häufig sind Rückenproblemen, die durch unsachgemäßes Heben schwerer Gegenstände hervorgerufen werden. Stelle deinen Mitarbeitern Maschinen und Mittel zur Verfügung, die diese Arbeiten erleichtern.
  • Rufe den verletzten Kollegen an und frage, ob du etwas tun kannst, um seine Situation zu erleichtern. Gib ihm zu verstehen, dass ihn alle vermissen und er wertgeschätzt wird.

 

Wenn sich deine Mitarbeiter überfordert und gestresst fühlen ….

Viele Mitarbeiter fehlen stressbedingt. Fehlzeitenmanagement soll hiergegen angehen.Wohingegen Fehlzeiten aufgrund von Verletzungen in Relation recht selten vorkommen, steigt die Anzahl derer, die sich aufgrund von Stress oder Überforderung nicht in der Lage fühlen, zur Arbeit zu gehen. Zum einen liegt das daran, dass wir für psychische Erkrankungen heute mehr sensibilisiert sind, zum anderen aber auch daran, dass sich die Arbeitswelt immer schneller zu drehen scheint und immer unvorhersehbarer wird.

Selbst in unserer Freizeit schalten wir den Laptop und das Smartphone nur selten ab, sind ständig erreichbar und haben das Gefühl, auf Arbeit präsent sein zu müssen.

 

Fehlzeitenmanagement – Mein Tipp:

  • Ein positives Arbeitsumfeld, in dem sich Mitarbeiter wohl und gebraucht fühlen, steigert die Zufriedenheit und somit auch das seelische Wohl.
  • Zeige Interesse an deinen Kollegen und entwickele ein Gespür dafür, wann sie sich über- oder unterfordert fühlen.
  • Ergebnisorientiertes Führen“ statt Bewertung der Leistung anhand der Präsenz einer Person“ sollte das Motto für den Führungsstil sein.
  • Informiere über Maßnahmen zum Stressmanagement und ermutige deine Kollegen, einen Tag frei zu nehmen, wenn du bemerkst, dass sie sind auf dem besten Weg sind, auszubrennen.

Wenn die Kinder deiner Mitarbeiter erkrankt sind …  

Fehlzeitenmanagement beschäftigt sich auch mit dem Ausfall von Mitarbeitern aus familiären Gründen.Fehlen deine Mitarbeiter auch häufiger krankheitsbedingt während der Schulferien? Den Beruf und die Familie unter einen Hut zu bekommen, ist nicht immer einfach, erst recht nicht, wenn jüngere Kinder erkranken und dann nicht durch den Kindergarten betreut werden können. Viele Angestellte sehen sich dann gezwungen, selbst einen Krankentag einzureichen, um das Kind abzuholen und betreuen zu können.

Auch hier bietet die Möglichkeit, vom Home-Offices aus zu arbeiten, wieder Vorteile. Eltern können sich so ihre Zeit flexibler einteilen, das kranke Kind versorgen und von zu Hause aus fertigstellen, was sie im Büro begonnen haben.

 

Fehlzeitenmanagement – Mein Tipp:

  • Ermögliche die Arbeit vom Home-Office aus.
  • Zeige Interesse an deinem Kollegen und lerne seine familiäre Situation kennen.
  • Lerne, deinen Mitarbeitern zu vertrauen, und fokussiere dich auf Ergebnisse statt auf die tatsächliche Anwesenheit des Kollegen.

 

Wenn deine Mitarbeiter demotiviert sind …

Beim Fehlzeitenmanagement wird versucht unmotivierte Mitarbeiter zu identifizieren und mit ihnen zu kommunizieren.Ein Job, der nicht fordernd oder erfüllend ist, Kollegen, mit denen du dich nicht verstehst, und ein Vorgesetzter, der dir nie zuzuhören scheint – die Gründe für Demotivation sind vielfältig und vor allem ganz individuell. Wer nicht gern zur Arbeit geht, wer keinen Sinn in dem sieht, was er tut, der bleibt auch schon bei nur kleinen Wehwehchen oder unter einem Vorwand zu Hause..

 

 

Fehlzeitenmanagement – Mein Tipp:

  • Ein transparenter und wertschätzender Führungsstil steigert die Mitarbeitermotivation und das Vertrauen in den Vorgesetzten.
  • Wer einen Sinn in der eigenen Tätigkeit sieht und täglich die eigenen Stärken einsetzen darf, um einer Vision näherzukommen, hat ein erfüllteres Arbeitsleben.
  • Gute Beziehungen zu den Kollegen sind wichtig, sehr sogar. Wer nicht möchte, dass Projekte und somit Mitarbeiter blockiert werden oder diese zusätzliche Aufgaben übernehmen müssen, der wird weniger fehlen.
  • Gleitzeit oder die Möglichkeit, vom Home-Office aus zu arbeiten, erhöhen die Flexibilität und somit die Work-Life-Balance. Viele Angestellte wissen genau das zu schätzen.

Fazit

Fühlen sich deine Mitarbeiter für den Erfolg des Unternehmens und die Arbeitslast ihrer Kollegen mitverantwortlich, so werden Fehlzeiten ganz automatisch reduziert. Wer seinem Vorgesetzten vertraut, der sucht das Gespräch, statt „blauzumachen“, wer will, dass ihm oder ihr Vertrauen geschenkt wird, der ist offen und ehrlich.

Fehlzeitenmanagement braucht klare Prozesse, Abläufe, die jeder Mitarbeiter kennt. Außerdem braucht es Kommunikation.

Das Streben nach Management Exzellenz

Das Streben nach Management Exzellenz

Management Exzellenz ist das intensive und konstante Streben nach Großartigkeit im Unternehmen. Es ist der ehrgeizige Versuch, immer ein bisschen über dem derzeitigen Stand der Führungspraxis zu stehen und Stoff für Weiterentwicklung, Anpassung und Wachstum zu bieten.

Bittet man zehn leitende Angestellte, die Begriffe Führung und Strategie zu definieren, garantiere ich, dass man eine faszinierende Vielfalt an Antworten erhält. Fragt man dieselbe Gruppe, was Management Exzellenz bedeutet, sollte man darauf vorbereitet sein, lange, tiefgehende Ausführungen zu hören. Das Ziel dieses Artikels ist es, den Begriff Management Exzellenz zu erklären und auf diesem Wege vielleicht neue Anhänger für diese noble Idee zu gewinnen.

 

Die Inspiration für das Streben nach Management Exzellenz

 

Als MBA-Student in den 1980er Jahren war es fast unmöglich, an einem Buch vorbeizukommen: „Auf der Suche nach Spitzenleistungen“ von Thomas J. Peters und Robert H. Waterman jr. Die zwei McKinsey-Berater beschrieben und definierten Eigenschaften, die manche Unternehmen „exzellent“ in Prozessen umsetzen, während andere in Mittelmäßigkeit waten.

Und somit begann eine immer noch andauernde Suche nach Management-Denkern, Anwendern und Akademikern, um die Formel für Großartigkeit in Unternehmen zu finden.

Der Forscher Jim Collins trug mit seinen Büchern „Immer erfolgreich: Die Strategien der Top-Unternehmen“ und „Der Weg zu den Besten: Die sieben Management-Prinzipien für dauerhaften Unternehmenserfolg“ ebenfalls einen Teil zur Diskussion bei. Beide Werke vertieften die Gedanken, die von Peters und Waterman angestoßen worden waren. Mithilfe von Collins frischen Ideen und neuen Forschungsergebnissen konnte die Thematik – warum manche Unternehmen so erfolgreich sind und bleiben und andere (die Wettbewerber) nicht – noch eingehender untersucht werden. Neue Impulse wurden hervorgebracht, und die nächste Generation von MBA-Studenten und Praktikern nahmen sich Collins Werken an, um mit ihrer Hilfe die Formel für Großartigkeit zu finden.

Auch heute noch forscht Jim Collins weiter und baut hierbei auf seinen früheren Erkenntnissen und Theorien auf. Das McKinsey-Team erweiterte seine Studie durch das Konzept der unternehmerischen Gesundheit, welches in ihrem Buch „Beyond Performance: How Great Organizations Build Ultimate Competitive Advantage“ erläutert wird. Man geht davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen bestimmten Verhaltensweisen und einer herausragenden Leistung gibt.

Auch wenn die Ergebnisse all dieser Studien ermutigend sind, bieten sie trotzdem keinen konkreten Leitfaden für Führungskräfte, die nach Exzellenz in ihrem Unternehmen streben. Zwar geben sie eine Richtung an, werden aber nicht konkret genug, wenn es um die notwendigen Verhaltensweisen geht, die ein Manager braucht, um einen „exzellenten“ Zustand zu erzielen.

Doch was genau versteckt sich hinter dem Begriff „Management Exzellenz“? Ich möchte einen Versuch starten, diesen Begriff zu definieren. Natürlich bin auch ich stark durch meine Erfahrungen beeinflusst und kann nicht mit absoluter Gewissheit sagen, dass die folgenden Punkte in jedem Unternehmen, auf jede Führungskraft und jeden Mitarbeiter anwendbar sind. Ich versuche lediglich, Gedankenfutter bereitzustellen.

 

Was ist Management Excellence – Ein Definitionsversuch

 

„Management Excellence“ beschreibt einen Führungsansatz, in dem es darum geht, das Unternehmen zu Spitzenleistungen zu führen. Um erfolgreich zu sein und dauerhaft Spitzenleistungen zu erzielen, braucht es eine Strategie, die anpassungsfähig ist, Werte, hinter denen jeder Mitarbeiter steht, und die Motivation, ständig zum Wohle des Unternehmens weiter zu wachsen. Wer nach „Management Excellence“ strebt, der bewegt sich in zwei Zeiten – in der Vergangenheit mit ihren Erkenntnissen, die gewonnen wurden, und der Zukunft, in der Altes möglicherweise nicht mehr relevant ist. Experimentieren ist erlaubt, nein, sogar gewünscht – Fehler machen genauso.

 

Die 9 Eigenschaften von Management Excellence in der Praxis 

 

Ständige Verbesserung und Weiterentwicklung als Treiber in der täglichen Arbeit
Mitarbeiter optimieren ständig Prozesse und lernen Neues. Innovation ist mehr als nur Programm, es ist eines der mächtigsten Instrumente im Unternehmen. „Mit Experimenten lernen“ lautet das Motto.
Management Excellence beginnt mit Werten

Mitarbeiter zeigen eine starke Verpflichtung den gemeinsamen Unternehmenswerten und der Vision gegenüber und leben sie in allem, was sie tun. Ob es um das Finden von neuen Talenten und das Entwickeln neuer Programme, ob es um Entscheidungen oder um Regeln geht – die Werte hat jeder Mitarbeiter immer im Hinterkopf. Es gilt Selbstkontrolle. Wer sich nicht mit den Werten identifizieren kann, der ist im Unternehmen nicht richtig aufgehoben.

Konstruktive Debatten führen zu gemeinsamen Aktionen
Die Unternehmenskultur fördert Diskussionen. Jeder darf seine Meinung sagen und wird gehört. Wurde eine Entscheidung getroffen, so wird sie von allen getragen.
Strategie geht alle an
Jeder ist in die Unternehmensstrategie involviert und trägt seinen Teil dazu bei.
Mitarbeiter, die täglich mit Kunden Kontakt haben, tragen zum Beispiel deren Feedback weiter und bieten so ein Stück Realität. Jeder Kollege versteht die Strategie des Unternehmens und unterstützt deren ständige Weiterentwicklung.
Zeitreisen sind vonnöten
Ein Unternehmen, das Management Excellence zeigt, operiert in zwei Zeitzonen: Im Hier und Jetzt und in der Zukunft, in der alles das, was einmal Relevanz hatte, nicht mehr funktioniert. Beide Zeitebenen sind für den gesamten Planungsprozess ausschlaggebend. Der Ausgangspunkt wechselt zwischen gegenwärtigen und zukünftigen Technologien. In der heutigen volatilen Zeit ist es wichtig, dass ein Unternehmen Risiken und Möglichkeiten in der Zukunft sucht, ohne den Blick für das Hier und Jetzt zu verlieren.
Es gibt keinen Stillstand
Ein Unternehmen ist ständig in Bewegung. Prozesse werden verfeinert und verbessert, es wird experimentiert und nach Innovationen gesucht. Es gibt ein permanentes Streben nach Neudefinition und -erfindung, ein Zustand der nicht nur akzeptiert, sondern auch erwartet wird.
Keine Unterschiede bei der Mitarbeiterentwicklung
Jeder Arbeitnehmer wird sowohl für Leitungs- als auch Mitarbeiterpositionen ausgebildet. Jeder kann „führen“, jeder kann „folgen“. Jeder ist Teil der ständigen Weiterentwicklung – von der Unternehmensspitze bis hin zum – neuen Mitarbeiter. Zwar gibt es Positionen und Experten auf verschiedenen Gebieten, aber die Rechenschaftspflicht besteht immer gegenüber dem Unternehmen.
Finanzielle Ergebnisse werden als wichtige Resultate gemeinsamer Maßnahmen angesehen
Sie sind weder das Hauptziel noch werden sie als unwichtig abgetan.
Das Streben nach etwas Großartigem ist der Treibstoff für jeden Mitarbeiter
Nur Weniges ist stärker als eine Gruppe von Menschen, die glauben, gemeinsam etwas Besonderes hervorbringen zu können.
Die folgende Infografik zu Management Excellence fasst diese 9 Punkte noch einmal übersichtlich zusammen.

Infografik zu Management Infografik - Streben nach Management Exzellenz

Fazit

Die neun genannten Eigenschaften eines Unternehmens, das nach Management Exzellenz strebt, sind nur Verallgemeinerungen von einzelnen, idealisierten Verhaltensweisen. Natürlich ist immer Voraussetzung, dass sich die leitenden Führungskräfte des Unternehmens verpflichten, eine Unternehmenskultur und ein Umfeld zu schaffen und zu gestalten, in dem dieser Stil des Arbeitens und Engagierens entsteht und gedeiht.

Management Excellence scheint eine Wunschvorstellung zu sein. Vielleicht ist sie es auch. Eines ist sicher: Zeigst Du Interesse an Deinen Mitarbeitern, lernst Du, sie wertzuschätzen und gibst ihnen den Freiraum, Neues auszuprobieren und sich selbst zu verwirklichen – immer mit dem Angebot für Unterstützung –, kommst Du der exzellenten Führungskraft schon recht nahe.

Auch wenn Zyniker die oben beschriebenen Verhaltensweisen als idealistisch und unpraktisch abtun, bin ich der Überzeugung, dass eine Gruppe von Menschen, die an denselben Werten festhält, alles erreichen kann.

Gibt es Deiner Meinung nach Management Exzellenz? Was verstehst Du unter diesem Begriff?

Gewohnheiten ändern: Warum fällt es so schwer?

Gewohnheiten ändern: Warum fällt es so schwer?

Du willst Deine Gewohnheiten ändern? Du willst Dich endlich mit dem Zero-Inbox-Prinzip befassen, mehr Wasser trinken, eine halbe Stunde früher aufstehen, ein Buch schreiben – die Idee ist schließlich schon lange da und Dein volles E-Mail-Postfach treibt Dich an den Rand des Wahnsinns.

Irgendwie will es aber einfach nicht klappen. E-Mails zu ordnen scheint zu aufwendig, das Wasser vergisst Du immer, das Bier am Abend aber nie. Naja, dann wird es eben ein Vorsatz fürs neue Jahr.

Was ist da los? Warum fällt es uns so schwer, neue, gute Gewohnheiten in unser Leben zu integrieren? Ganz einfach: weil es anstrengend ist. Es erfordert Willenskraft. Gleiches gilt, wenn Du versuchst eine schlechte Angewohnheit aufzugeben.

Warum fällt es so schwer schlechte Angewohnheiten loszuwerden?

Welche Gewohnheiten gibt es in Deinem Leben, die Du gern ändern würdest, weil Du sie als „schlecht“ empfindest? Drückst Du prinzipiell mindestens zweimal den Snooze-Button auf Deinem Wecker? Driftest Du manchmal mitten im Gespräch mit einem Kollegen gedanklich ab und hörst nicht weiter zu? Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie vielen das passiert. Dir auch?

Unser Gehirn macht einen gewaltigen Unterschied zwischen dem Hier und Jetzt und der Zukunft.

Nimmst Du Dir vor, in jeder Mittagspause einen Spaziergang zu machen, klingt das erst einmal ganz gut. Du kommst raus an die frische Luft und gönnst Dir eine Pause vom Flimmer-Bildschirm. Prima!

13 Uhr, es wäre an der Zeit. Dein Gegenwarts-Gehirn will jetzt aber einfach nur das machen, was Spaß macht.

„Ach, mit dem Spazierengehen fang ich morgen an“, sagst Du Dir und scrollst lieber durch Facebook und Instagram. Die „Belohnung“ setzt sofort ein: Katzenvideos, ein Foto von Sindys Mittagessen und die Einladung zu einem Event – all dies wird Dir bequem auf den Tisch serviert. Gewohnheiten ändern ist nicht leicht – das wird jeder bestätigen.

Von der Gewohnheit zum Automatismus – wie lange dauert es?

In dem Moment, in dem wir die neue Gewohnheit umsetzen wollen, benötigen wir enorme Willenskraft – zumindest für ungefähr die ersten zwei Monate.

Laut James Clear, einem Autor und Redner, der sich eingehend mit dem Thema „Gewohnheiten“ auseinandersetzt, dauert es circa 66 Tage, bis eine neue Angewohnheit zum Automatismus geworden ist. Abhängig ist das natürlich davon, wie schwerwiegend die Änderung ist, die Du Dir angewöhnen möchtest.

Willst Du Dir angewöhnen, mehr Wasser zu trinken und stellst Dir jeden Morgen eine Flasche auf Deinen Schreibtisch, wird Dir das höchstwahrscheinlich leichter fallen, als konsequent jede zweite Woche ein Feedbackgespräch mit Deinen Mitarbeitern zu führen. Denn dazu gehört eine gute Vor- und Nachbereitung. Der Aufwand ist größer, die Veränderung des Verhaltens anstrengender.

Gewohnheiten ändern: den Habit-Loop für Dich nutzen

Zu verstehen, was Gewohnheiten genau sind und wie sie im Regelfall ablaufen – Stichwort: Habit-Loop – Gewohnheitsschleifen –, ist immer der erste Schritt, wenn Du Dich weiterentwickeln möchtest. Gesünder und glücklicher leben, Mitarbeiter besser verstehen und führen – alles hängt von den Gewohnheiten ab, die Deinen Alltag formen.

Nun hast Du viele Informationen gesammelt. Du hast meinen letzten Blogbeitrag gelesen. Du willst Deine Gewohnheiten ändern. Du bist bereit.

Los geht’s! Der folgende Leitfaden soll Dich dabei unterstützen, eine neue Routine in Dein Leben zu integrieren, die – Trommelwirbel – auch bleibt. Du wirst nicht aufgeben wollen, nicht, wenn es so einfach ist.

In unserer Infografik findest Du einen Überblick zum Thema „Gewohnheiten ändern“:

Infografik Gewohnheiten ändern Gewohnheiten bilden

Gewohnheiten ändern – Der 5-Punkte-Plan

1. Fange mit einer wahnsinnig kleinen, einfachen Gewohnheit an!

Mit der Motivation ist das so eine Sache. An einem Tag ist sie da, am nächsten nicht. Dich zu etwas zu zwingen, macht nie Spaß. Willenskraft ist wie eine Art Muskel, der über den Tag hinweg an Power verliert, sich dann aber erholt und wieder voll dabei ist.Also: Überlege Dir eine Sache, die Du Dir angewöhnen möchtest, die Dir jetzt vielleicht winzig, fast lächerlich erscheint. Sie sollte so klein sein, dass Du Dir denkst: „Muss ich mir das wirklich vornehmen, das sollte doch kein Problem sein.“ Statt Dich täglich eine Stunde mit Fachliteratur weiterzubilden, versuche, täglich nur einen Fakt zu lernen, einen kurzen Text zu lesen, der nur zwei Minuten deines Tages in Anspruch nimmt.

Oder möchtest Du vielleicht deine E-Mail-Flut unter Kontrolle bringen und das nervige rote Briefsymbol aus Deinem Leben verbannen? Dann beginne langsam die Zeitabstände auszudehnen, in denen Du Dein Postfach checkst.

Willst Du eine Gewohnheit ändern, dann mach es Dir so einfach, dass sie auch dann durchführst, wenn Du eigentlich keine Motivation hast.

Und? Hast Du Dir etwas ausgedacht? Überlege Dir etwas, bevor Du mit dem Lesen dieses Textes fortfährst.

Willst Du Gewohnheiten bilden, so überlege Dir kleine Gewohnheiten, mit denen Du beginnst.

2. Jeden Tag nur ein klein wenig besser/mehr/weniger – was auch immer Du Dir vornimmst

Statt morgen gleich volle Fahrt aufzunehmen und dann nach einem tragischen Unfall womöglich aufzugeben, rolle im ersten Gang los. Wenn Du Dich dann so richtig gut und sicher fühlst, fahre jeden Tag ein klein wenig schneller – nur die große Zehe auf dem Gaspedal, immer so langsam, dass auch Deine Motivation und Willenskraft mithalten kann.Verändere und verbessere deine neue Angewohnheit jeden Tag um nur einen Prozent. Ein Prozent gleichmäßig über einige Tage hinweg hat einen stärkeren Effekt als von 0 auf 100 aufzudrehen, glaube es mir!

Dir wird es leichter fallen, Deine Motivation aufrechtzuerhalten, wenn Du Dir kleine statt großer Stücke vornimmst.

Ein Beispiel: Dankbarkeit ist die grundlegendste Form guten Benehmens. Uns wird beigebracht, immer „Bitte“ und „Danke“ zu sagen, bestenfalls dabei sogar noch zu lächeln. Sind wir aber wirklich dankbar für alles, was wir haben, was uns täglich widerfährt?

Nimm Dir jetzt vor, täglich drei Dinge aufzusagen, für die Du dankbar bist: gutes Wetter, eine spannende berufliche Möglichkeit, ein tolles Team-Meeting, jemand hat Muffins mitgebracht … keine Sorge, Dir wird etwas einfallen. Nun versuche, statt abends im Bett über alle drei Dinge nachzugrübeln, diese Dankbarkeit aufzuteilen. Am Vormittag gibt es den ersten „Dankbarkeits-Gedanken“, am Nachmittag den zweiten und abends dann den dritten. Stell Dir ruhig einen Wecker dafür!

Mit dieser Vorgehensweise, die „Dankbarkeits-Gedanken“ aufzuteilen, wird Dir bewusst, welche schönen Dinge täglich in Deinem Arbeitsleben passieren. Denn oft fällt es uns leichter, nur das zu sehen, was schlecht läuft!

Willst Du Gewohnheiten ändern, hilft es, große Ziele in kleine Stücken zu unterteilen.

3. Gewohnheiten ändern: Finde Deinen Auslöser!

Wie Du ja nun weißt, läuft jede Gewohnheit nach immer demselben Muster, dem Habit-Loop ab und ein Auslöser bzw. eine Erinnerung geht der Handlung voraus. Nun sind wir alle Menschen. Wir vergessen – besonders vergesslich sind wir dann, wenn es um ein neues Verhalten geht. Warum? Weil wir bereits eine Routine haben und die neue Gewohnheit bisher noch nicht dazu gehört.Aus diesem Grund brauchen wir zwei Dinge:

  1. Eine Routine, auf der die neue Gewohnheit aufbauen kann:
    Du kommst jeden Morgen ins Büro, Tür auf, „Hallo“ zur Rezeptionistin, dann schnurstracks zu Deinem Schreibtisch, Tasche drauf und Laptop rausgeholt.

    Diese Routine ist bereits da. Sie läuft jeden Morgen genau so ab. Möchtest Du Dir angewöhnen, jeden Deiner Mitarbeiter jeden Morgen ordentlich zu begrüßen, dann bau dies in den Vorgang, der ja eh schon abläuft, ein. Das könnte dann so aussehen:Du kommst ins Büro, „Hallo, wie geht es Dir? Gestern Abend noch etwas Schönes gemacht?“ zur Rezeptionistin, zu Deinem Schreibtisch, Tasche abgestellt, dann zum Kollegen und diesen begrüßen, dann zum nächsten und zum nächsten. Vielleicht hat ja jemand Lust auf einen Kaffee?
  2. Ein intelligent platzierter Auslöser:
    Meinst Du, morgens immer zu sehr in Eile zu sein, und fürchtest Du schon die ganzen E-Mails, die auf Dich warten, dann klebe Dir einen Zettel an den Bildschirm:Ich möchte meine Mitarbeiter besser kennenlernen, um sie zukünftig besser einschätzen und unterstützen zu können.

Dir wird es gleich viel leichter fallen, Deine neue Routine durchzuziehen, weil Du das „Warum“ dahinter kennst.

Willst Du also eine neue Angewohnheit in Deinen Alltag integrieren, so platziere bestimmte Dinge, die als Auslöser dienen können, genau dort, wo Du sie benötigst. So werden sie Dich an die Handlung erinnern. Willst Du zum Beispiel während der Arbeitszeit mehr Wasser trinken, dann besorge Dir eine große Flasche, die Du direkt neben Dich stellst. Kleine Erinnerungen helfen so lange, bis sie nicht mehr notwendig sind.

Gewohnheiten ändern: Finde den passenden Auslöser für Deine Routine.

4. Ausrutscher passieren, sie geben Dir aber nicht die Erlaubnis aufzugeben

Wie bereits im letzten Blogbeitrag – Macht der Gewohnheit – erwähnt, neigen wir zu einem All-or-Nothing-Denken.Das bedeutet, dass wir uns oft vornehmen, uns eine neue, gute Gewohnheit anzueignen. Der Start ist geschafft. Nun kommt Tag 5 und wir vergessen / wollen nicht / können nicht / was auch immer. Tag 6 kommt daher und wir denken uns: „Jetzt habe ich gestern schon ausgelassen, jetzt klappt das ganze Vorhaben eh nicht mehr. Ich fang einfach nächsten Monat noch einmal von vorn an.“

So sollte es nicht sein! Fehler passieren! Du solltest sie nicht unbedingt erwarten, aber einplanen. Überlege Dir, was Dich dazu verleiten könnte, deine neue Routine durchzuführen. Könnten diese „Risikofaktoren“ von vornherein aus dem Weg geräumt werden?

Es ist wichtig, dass Du konsequent bist, nicht jedoch unbedingt perfekt! Ausrutscher passieren, aber nicht an zwei Tagen hintereinander.

Gewohnheiten ändern: Erlaube Dir Ausrutscher beim Gewohnheiten bilden

5. Selbstdisziplin und Ausdauer

Prinzipiell solltest Du nicht zu viel Disziplin investieren müssen, wenn Du alle vorangegangenen Tipps berücksichtigst. Deine neue Gewohnheit ist in winzige, kleine Teilschritte heruntergebrochen, Du erlaubst Dir (wenige) Ausrutscher und hast das neue Verhalten in eine bestehende Routine implementiert. Prima!

Und trotzdem gibt es da manchmal die Tage, an denen Du Dich überwinden musst. Denke immer daran, warum Du das neue Verhalten einbinden möchtest. Schließe eine Art Vertrag mit Dir selbst ab, in dem Du ganz genau definierst, was Du bis wann erreichen möchtest – nicht schwammig, nicht irgendwann, sondern ganz genau und mit „heute“ als Startdatum.

Ganz wichtig ist es, Dich selbst zu belohnen. Positives Feedback wird Deine Motivation aufrechterhalten. Feiere Dich selbst!

Macht der Gewohnheit: Wie Gewohnheiten unser Leben bestimmen

Macht der Gewohnheit: Wie Gewohnheiten unser Leben bestimmen

Wiederholen wir Verhaltens- oder Denkweisen stetig, so werden sie zu Gewohnheiten, also zu Handlungen, die wir ganz automatisch durchführen, viele davon sogar täglich.

Wie stark Gewohnheiten unser Leben beeinflussen, wird in den folgenden Beispielen deutlich:

Ben hat seinen virtuellen Briefkasten immer genau im Auge und meint, er ist im Multitasking bestens geübt. Beim Telefonieren und im Meeting werden E-Mails überflogen, selbst auf der Couch vor dem Fernseher, wo er sich doch entspannen sollte. Ploppt die kleine rote Zahl an der Mailbox auf, klickt er sofort. „Sie haben Post.“
Ben hat sich angewöhnt, E-Mails immer sofort zu lesen – nicht unbedingt aufmerksam, nicht um sie gleich zu erledigen, sondern nur um zu wissen, worum es geht. Die Macht der Gewohnheit treibt ihn dazu. Dieses Verhalten lenkt ihn jedoch von den Aufgaben ab, auf die er sich eigentlich gerade konzentrieren wollte. Er fühlt sich gestresst, gejagt und geknechtet von dem kleinen Briefsymbol.

Daniel ist leidenschaftlicher Motorradfahrer. Die Freiheit, das Adrenalin, sich richtig in die Kurven legen – das ist sein Ding. Er muss dabei nicht mehr nachdenken, wann er den nächsten Gang einlegt, wie er den Blinker bedient oder bremst. Alles läuft automatisch ab, alle Handgriffe sitzen.

Wir brauchen Gewohnheiten

Gewohnheiten bestimmen unseren Alltag – manche erleichtern ihn, sind teilweise sogar überlebenswichtig, manche sind aber auch schädlich oder lästig. Abhängig ist das davon, ob sie mit unseren Zielen übereinstimmen oder uns nur Energie und Zeit rauben, sogar unsere Gesundheit schädigen.

Die Macht der Gewohnheit: Gewohnheiten beeinflussen unser Leben.

Ohne Gewohnheiten würde uns die Routine fehlen. Laut Bas Verplanken, einem Professor für Sozialpsychologie an der University of Bath in England, zufolge werden zwischen 30 und 50 Prozent unseres täglichen Handelns von Angewohnheiten bestimmt (Quelle: zeit.de). Bist Du erfolgreich oder nicht? Ergebnis deiner Gewohnheiten. Bist Du glücklich oder nicht? Alles was Du tust, alles was Du bist, ist die Summe Deiner Gewohnheiten.

Das Fazit aus dieser Erkenntnis: Du hast Dein Leben in der Hand. Trenne Dich von alten Routinen, die Dir schaden und arbeite an neuen, die Dich bereichern.

Woher weiß ich, welche neuen Gewohnheiten mein Leben bereichern würden?

Früher oder später kommt jeder von uns an den Punkt, an dem man sich entscheidet: Veränderungen müssen her.

Die Folge dieser Entscheidung ist, dass wir uns Ziele setzen – meistens zu hohe. Wir nehmen uns vor, etwas umzukrempeln, etwas ganz „neu“ zu machen, am besten gleich morgen. Die Motivation ist anfangs hoch, nimmt dann aber immer weiter ab. Es ist einfach zu schwierig, zu anstrengend.

Anhaltende Veränderung ist ein Produkt täglicher Routinen, es gibt nur sehr selten eine „Einmal-und-nie-wieder-Lösung“.

Tipps für das Bilden von Gewohnheiten: Mach es Dir einfach, damit die Motivation bestehen bleibt.

Ablauf von Gewohnheiten: Die Gewohnheitsschleife

Gewohnheiten laufen (fast) immer nach dem gleichen Schema ab – drei Schritte, die der Autor und Gewichtheber James Clear als die Gewohnheitsschleife bezeichnet.

  1. Auslöser
    Was löst die Angewohnheit aus?
    Du möchtest Dich auf eine Aufgabe fokussieren, öffnest Spotify und wählst erst einmal eines der (vielen) Alben von Metallica aus. Mit der richtigen Musik kannst Du Dich einfach am besten konzentrieren.Plötzlich ploppt ein kleiner Kasten rechts oben auf: „Sie haben eine neue E-Mail.“
  2. Routine
    Als Routine wird in der Gewohnheitsschleife das Verhalten bezeichnet, dem ein Auslöser vorausging und das Du nun automatisch durchführst.Du wirst durch Metallica einfach in Deinen „Arbeitsmodus“ versetzt, und das geht so lange gut, bis die kleine rote Zahl dort an dem Briefsymbol auf deinem Desktop erscheint und Dich ablenkt. Der visuelle Auslöser provoziert eine automatisierte Handlung: E-Mails gleich zu lesen, wenn sie reinkommen.
  3. Ergebnis/Belohnung
    Welches Ergebnis erzielt Deine Handlung?Du bist ziemlich weit in der Bearbeitung Deiner Aufgabe gekommen – Metallica sei Dank. Die Belohnung: Du wirst gleich die Zeit für einen Kaffee mit dem Kollegen haben.Dann ist aber die E-Mail gekommen und hat Dich aus Deinem Rhythmus gerissen. Eigentlich hattest Du Dir doch vorgenommen, Dich nicht mehr so schnell ablenken zu lassen. Aber immerhin weißt Du jetzt, wer Dir geschrieben hat und worum es ging.

Ist das Ergebnis positiv, so wirst Du den Vorgang wiederholen (wollen), wenn Du den Auslöser das nächste Mal wahrnimmst, dann immer und immer wieder, bis aus der Handlung eine Gewohnheit geworden ist.

Die Gewohnheitsschleife oder Habit Loop beschreibt den Ablauf einer Gewohnheit.

Was formt Gewohnheiten – Die vier verborgenen Kräfte

„Du kannst alles erreichen, wenn Du es nur wirklich willst“ – Ich bin ein absoluter Verfechter dieses Mottos. Ich bin mir aber auch bewusst, dass es „verborgene Kräfte“, wie ich sie gern nenne, gibt, die unser Leben beeinflussen, Gewohnheiten formen und uns zu der Person werden lassen, die wir sind.

Dein Umfeld

Dein Umfeld bestimmt Deine Gewohnheiten mit. Gestalte Dein Umfeld, so dass es die Bildung neuer Gewohnheiten unterstütz.Geht etwas schief, schieben wir die Schuld nur zu gern auf unser Umfeld. Dabei vergessen wir allerdings, dass unser Umfeld uns auch im umgekehrten Fall dabei unterstützen kann, etwas zu tun oder zu unterlassen.

Was ich damit meine?
Du ertappst Dich dabei, dass Du während der Arbeit ständig auf Dein Smartphone schaust und Dich so ablenken lässt? Dann lege es in den Nebenraum, packe es in einen Schrank, schalte es aus.

Beim Mittagessen sind die Augen immer größer als der Magen? Dann nimm Dir einen kleineren Teller, mit dem Du automatisch weniger essen wirst. Du entscheidest!

Unser Umfeld ist wie eine unsichtbare Hand, die unser menschliches Verhalten formt. Zwar glauben wir, unsere Gewohnheiten seien das Produkt aus Motivation, Talent und harter Arbeit.

Und das ist sicherlich nicht falsch, doch vergessen wir, dass unser Umfeld uns stark beeinflusst. So können die allein ungünstige Lebensumstände oder auch finanzielle Einschränkungen verhindern, dass wir/Du unser gesamtes Potenzial ausschöpfen.

Es wird Dir nicht leicht fallen, Dich zu konzentrieren, wenn Dein Stuhl unbequem ist. Wie willst Du organisiert sein, wenn Du Dir kein System für Deine Aufgaben anlegst? Wie kannst Du offene Mitarbeitergespräche führen, wenn Du zu Deinen Angestellten kein gutes Verhältnis hast?

Menschen, die sich mit Leichtigkeit an gute Gewohnheiten halten, haben oft ein Umfeld, das dieses Verhalten fördert. Willst Du Dein Verhalten verändern, dann fange damit an, Deine Umgebung zu verändern. Optimiere Dein Arbeitsumfeld!

Deine Gene / Dein angeborenes Verhalten

Nicht jeder von uns hat die Figur von Usain Bolt und kann die 100 Meter in unter 10 Sekunden sprinten. Goethe war intelligent, keine Frage, doch fehlte ihm mathematisches Verständnis.

Klar, vieles können wir erlernen, doch wir haben alle Stärken und Schwächen, Talente, die uns angeboren sind. Jeder hat irgendwann einmal ein bestimmtes Deck an Karten zugeteilt bekommen und es ist unsere Aufgabe, sie optimal auszuspielen.

Die gute Nachricht: Auch wenn ein Teil unserer Stärken genetisch bedingt ist, so kannst Du doch mit Willenskraft und Leidenschaft (fast) alles erreichen, was Du Dir vornimmst.

Du kannst ein bestimmtes Verhalten trainieren, Du kannst Dir Wissen aneignen und an Deinen Soft Skills, also an Deiner emotionalen Intelligenz arbeiten.

Ein Beispiel:
Friedrich führt ein kleines, fünf Mann starkes IT-Team. Zwar liebt er seinen Job und auch die Herausforderung. Nur fällt es ihm nicht immer leicht, ein guter Manager zu sein. „Von Natur aus“ fiel ihm schon immer das Lesen einer Programmiersprache leichter als das Verstehen von Körpersprache. Zuhören war irgendwie noch nie so sein Ding. Er lässt sich zu leicht ablenken, der Kopf arbeitet immer an irgendeinem mathematischen Problem. Sein Team spürt bei Gesprächen die gedankliche Abwesenheit natürlich und fühlt sich dadurch wenig wertgeschätzt.

Friedrich nimmt sich vor, diesen Zustand zu ändern und arbeitet intensiv an seinen Gewohnheiten und seiner Fähigkeit, den Kollegen zuzuhören. Soft Skills wie diese können erlernt werden und eine Person zu einer besseren Führungskraft, aber auch zu einem besseren Menschen machen.

Deine Einstellung

Worin erkennst Du Dich wieder?

  1. Du weißt, dass Du „von Natur aus“ unorganisiert/faul/leicht zu überreden/… (hier eintragen, was Du von Dir selbst hältst) bist und denkst, das lässt sich nicht ändern.
  2. Du weißt, Du bist zwar im Moment schlecht in Mathe / im Wassertrinken / im Organisieren / im Joggen /…, aber Du denkst, Du packst das und kannst es ändern.

Welche Einstellung Du an den Tag legst – Deine Mentalität spielt beim Bilden neuer Gewohnheiten eine entscheidende Rolle.

Bilden neuer Gewohnheiten ist nur mit der richtigen Einstellung möglich.Normalerweise läuft das Setzen von Zielen so ab:
Ziel: Meetings sollen zukünftig immer pünktlich beginnen.
Aktion: Du speicherst in deinem Kalender eine Erinnerungsnotiz für den Termin ab um nicht so häufig zu spät im Konferenzraum zu erscheinen.
aber:
Du als Persönlichkeit: bummelst gern und verquatschst Dich schnell mal auf dem Gang. So richtig weißt Du gar nicht, warum Du immer zu spät kommst.

Beginne die ganze Sache stattdessen mit der Überlegung „Welche Person will ich werden?“
also:
Person, die ich werden will: immer pünktlich – davon wirst Du nicht abweichen.
Aktion: Du speicherst eine Erinnerungsnotiz in deinem Kalender ab, um nicht wieder zu spät im Konferenzraum zu erscheinen. Es gibt keine Ausreden. Die Kollegen auf dem Gang lässt Du freundlich wissen, dass Du auf dem Weg zum Meeting bist und Dich gerade nicht unterhalten kannst.

Ergebnis: Meetings werden zukünftig immer pünktlich beginnen.

Feedback/Das Ergebnis

Im letzten Punkt ging es um Deine Einstellung, die stimmen muss, wenn Du eine neue Angewohnheit in Dein Leben integrieren möchtest. Was kannst Du aber machen, wenn genau das nicht zu passen scheint?

Zwar willst Du Dich besser organisieren, aber Du fällst immer wieder in Dein altes Muster „Ich lass die E-Mail einfach hier, statt sie in den passenden Ordner zu verschieben“ zurück. Macht der Gewohnheit! Sooo ganz wichtig ist Dir die Sache mit dem Organisieren dann doch nicht.

Eine der Kräfte, die das Formen von Routinen beeinflusst, ist positives „Feedback“. Bemerkst Du also, wie ein aufgeräumter Posteingang Deinem Arbeitsalltag hilft, Dich schneller werden lässt, ändert sich auch Deine Einstellung.

Wir Menschen wollen Ergebnisse sehen. Wir wollen bestätigt werden oder uns einfach nur gut fühlen – was auch immer der Auslöser dafür ist. Willst Du eine neue Angewohnheit einführen, dann ist es wichtig, dass Du Dich jedes Mal belohnst, wenn Du erfolgreich eine Handlung durchgeführt hast.

Achtung: Du musst nicht immer perfekt sein!

Beim Gewohnheiten bilden geht es nicht nur um Ganz oder Gar nicht! Fehler sind erlaubt.

Oft haben wir eine „Ganz-oder-Gar-nicht-Einstellung“.

Ein Beispiel: Franzi führt ein Team von 15 Angestellten. Auf ihrem Schreibtisch herrscht Chaos. Sie hat grundsätzlich mehr Aufgaben, als sie bewältigen kann, und es fällt ihr schwer, auch nur eine davon abzugeben. Es bleiben Stress, Überstunden und am Ende trotzdem das Gefühl, nicht alles geschafft zu haben.

„Das muss sich ändern!“, denkt sie sich und nimmt sich vor, zukünftig jeden Tag etwas zu delegieren, sich also nach und nach frei zu schaufeln und das Abgeben zur Gewohnheit werden zu lassen. Bereits nach fünf Tagen dieses Vorhabens stößt sie auf eine Aufgabe, deren Erledigung sie lieber selbst machen möchte. Sie ringt mit sich. Einfach fix erledigen oder ganz abgeben?
Franzi holt sich eine Kollegin ins Büro, erläutert die Aufgabe und übergibt Teile. Einiges macht sie immer noch selbst.

Ist Franzis Ziel, sich das Delegieren als neue Gewohnheit anzueignen, nun dahin? Nein! Auch wenn Du auf Deinem Weg ein- oder zweimal „abrutschst“, heißt das nicht, dass Du von vorn anfangen oder aufgeben musst. Eine Gewohnheit kann entstehen werden, auch wenn Du nicht immer, nicht jeden Tag perfekt bist.

Wie schaffst Du es, neue Gewohnheiten in Dein Leben zu integrieren?

Du hast in diesem Beitrag von der Gewohnheitsschleife, der Macht der Gewohnheit und den verborgenen Kräften gehört, die Gewohnheiten formen. Wie kannst Du dieses Wissen nun für Dich umsetzen? Wie kannst Du Gewohnheiten ändern?

Dieses Thema ist unglaublich interessant und beeinflusst, wie bereits gesagt, alle Bereiche unseres Lebens. Demzufolge gibt es auch einiges dazu zu sagen. In meinem nächsten Blog-Beitrag werde ich Dir erklären, wie Du all dieses Wissen umsetzt – Gewohnheiten änderst, die abschaffst, die Dich runterziehen und neue einführst, die Dein Leben bereichern.