Luft, Licht und Lärm: Auf die Arbeitsatmosphäre kommt es an

Luft, Licht und Lärm: Auf die Arbeitsatmosphäre kommt es an

Kürzlich habe ich gelesen, dass Menschen in wohlhabenden Ländern durchschnittlich 90 Prozent ihrer Lebenszeit in geschlossenen Räumen verbringen. War dir das bewusst?

Viele von uns arbeiten in Büros oder von zu Hause aus. Viele von uns haben ihre eigenen „vier Wände“, in denen wir die Freizeit auf der Couch, in der Küche oder aber im Bett verbringen. Selbst Sport treiben wir heute vermehrt in geschlossenen Räumen.

Architekten und Designer müssen heute die Gebäude an unsere veränderten Lebensgewohnheiten anpassen, in denen die Qualität der Luft und des Lichts eine große Rolle spielt. Sind wir über einen langen Zeitraum hinweg schlechter Luft, künstlichem Licht und Lärm ausgesetzt, so kann dies negativen Einfluss auf unsere Gesundheit und unser physisches Wohlbefinden haben. Unsere neuen Gewohnheiten erfordern neue Konzepte, eine neue Gestaltung unseres Wohn- und Arbeitsraumes.

Doch gerade wenn es um die Temperatur und den Geräuschpegel im Büro geht, sind die subjektiven Wahrnehmungen oft sehr unterschiedlich. Dabei ist es für die Leistungsfähigkeit, Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeiter ausschlaggebend, in einer angenehmen Umgebung zu arbeiten – und hierauf kann das Raumklima, Licht und Lärm einen großen Einfluss haben.

 

Wie beeinflusst unsere Arbeitsatmopshäre unsere Konzentration und Produktivität?

Luft – Innen schmutziger als außen

Das Harvard Center für Gesundheit und globale Studien der Umwelt hat herausgefunden, dass eine überdurchschnittliche Belüftung von Büroräumen mit natürlicher Luft von außen, die kognitiven Fähigkeiten der Mitarbeiter um 40 Prozent verbessert – ganz einfach durch die Reduzierung der Schadstoffe in der Luft.

Alle Aktivitäten des täglichen Bürolebens, das Arbeiten an Computern, das Kochen in der Kantine, selbst unser Atmen belasten die Raumluft. Hinzu kommt, dass Reinigungsmaterialien, Plastik oder verwendete Baustoffe unter Umständen toxische Schadstoffe absondern. Um Allergien zu vermeiden, um gesund, aber auch leistungsfähig und konzentriert zu bleiben, sollte der Belüftung aller Räume, in denen wir uns regelmäßig aufhalten, eine große Bedeutung beigemessen werden.

Um natürliche Belüftung nachzuahmen, müssen mechanische Systeme pro Person und Stunde 30 Kubikmeter frische Luft zur Verfügung stellen können. Eine Herausforderung ist natürlich die Bereitstellung und Verteilung dieser großen Menge Luft, eine andere ist zudem die Kontrolle der Temperatur. Keine leichte Aufgabe – dem einen ist es zu kalt, dem anderen zu warm, wieder ein anderer will Frischluft. Arbeitest du selbst in einem Büro mit Kollegen, kommt dir diese Diskussion wahrscheinlich sehr bekannt vor.

Die optimale Lufttemperatur hängt stark von der Tätigkeit ab, die wir ausüben. Im Büro, also bei einer sitzenden Tätigkeit, liegt die optimale Temperatur zwischen 18 und 24 °C. Im Durchschnitt werden 21 °C als Raumtemperatur am angenehmsten empfunden.

 

Licht – Glücksfaktor, der die Konzentration fördert

Unsere Augen leisten täglich so einiges. Büroarbeit ist Schwerstarbeit. Sie wechseln vom Monitor zu den Unterlagen neben dir, von der Tastatur hin zum hellen Dokument auf deinem Bildschirm – über zehntausend Mal pro Tag springt der Blick hin und her. Stimmt die Beleuchtung am Arbeitsplatz nicht, kann das nicht nur gesundheitliche Folgen haben, sondern auch der Konzentration und Leistungsfähigkeit schaden.

Darüber hinaus ist die Versorgung mit ausreichend natürlichem Licht ein wichtiger Faktor zur Verbesserung unseres mentalen Wohlbefindens.

Du kennst es sicher selbst: Wenn die Sonne im Herbst oder Winter für ein paar Tage von dicken Wolken verdeckt wird, setzt bei mir viel schneller die Müdigkeit ein. Ich fühle mich ausgelaugt, will lieber auf der Couch bleiben, statt im Fitnessstudio zu schwitzen und habe selbst auf soziale Kontakte, einem Treffen mit Bekannten und Freunden, weniger Lust. Licht gibt uns Energie, Licht macht uns zufriedener, glücklicher.

In den skandinavischen Ländern, aber auch in Kanada – überall, wo die Winter lang und dunkel sind – statten sich Menschen mit Tageslichtlampen aus. Die kleinen, hübschen Stehlampen verbreiten ein warmes, angenehmes Licht, dass nachweislich die Stimmung hebt und miese Laune vertreibt.

Natürlich ist in vielen Büroräumen der Einsatz von künstlicher Beleuchtung nicht vermeidbar. Vor allem in älteren Gebäuden, in denen die Räume groß und weitläufig, Fenster aber eher klein sind, reicht das natürliche Licht nicht aus. Möglichen negativen Folgen künstlicher Beleuchtung kann mit der Verwendung von sogenannter circadianer Beleuchtung gegengewirkt werden. Am Morgen geht von diesem System ein warmes, rötliches Licht aus, das im Laufe des Tages heller und bläulich und am Abend gedimmt wird. Diese Methode passt sich ganz dem natürlichen Zyklus des menschlichen Körpers an und sorgt dafür, dass man abends besser einschlafen kann. Wer guten und genügend Schlaf bekommt, ist während des Tages produktiver.

Nachdem CBRE 2018 im Rahmen einer „Gesund im Büro“-Studie circadiane Beleuchtung installierte, gaben 71 Prozent der Teilnehmer an, sich energiegeladener zu fühlen. 18 Prozent waren sogar der Meinung, einen Anstieg ihrer kognitiven Leistung spüren zu können.

Wer allerdings direkt neben einem Fenster sitzt, sollte Vorhänge oder verstellbare Jalousinen nutzen, um Reflektion auf dem eigenem Bildschirm zu vermeiden, die den Augen schaden könnte.

 

Geräusche – Soundmasking für weniger Ablenkung

In der einen Ecke des Büros wird gemurmelt und gelacht, neben dir hört der Kollege so laut Musik, dass sie durch seine Kopfhörer dringt. Jemand steht auf, jemand geht zum dritten Mal in einer halben Stunde zur Toilette – Hintergrundgeräusche lenken ab und beeinflussen Mitarbeiter stark. Oxford Economics befragte 1.200 Büroangestellte. 53 Prozent, mehr als die Hälfte, gaben an, ihre Produktivität und Zufriedenheit werde durch Geräusche eingeschränkt. Deshalb sollten vor allem in Büros, in denen viel telefoniert und getippt wird, Maßnahmen eingeleitet werden, die den Lärm- und somit auch den Stresspegel der Mitarbeiter reduzieren. Architekten stehen vor der Herausforderung, eine kommunikative Umgebung zu schaffen, in der sich Mitarbeiter zwar miteinander austauschen können, aber die Konzentration auf die eigene Arbeit möglich ist.

Ein Lösungsansatz ist es, Hintergrundgeräusche elektroakustisch zu beeinflussen und durch natürliche Sound-Wellen zu überlagern. Die Idee des Soundmasking ist es, störende Geräusche durch angenehme zu ersetzen. So wird der Grundgeräuschpegel erhöht und man hört die Lüftung, die Gespräche der Kollegen, das Tippen der Nachbarn nicht mehr. Klingt erst einmal widersprüchlich, oder? Geräusche mit Geräuschen ertragbarer machen.

Tatsächlich hat eine Studie von DeLoach, Carter und Braasch aus dem Jahre 2015 herausgefunden, dass Soundmasking mit natürlichen Geräuschen die kognitiven Fähigkeiten derer erhöht, die ihnen ausgesetzt sind.

Nun ist es natürlich Ansichtssache, wer welche Musik als angenehm empfindet. Das gleiche gilt für das Raumklima – der eine mag es wärmer, der andere kühler. In einem Büro, an jedem Arbeitsplatz, in jeder zwischenmenschlichen Beziehung ist gegenseitige Rücksichtnahme gefragt. Wenn wir anderen zuhören und offen und ehrlich ansprechen, was uns stört, können Konflikte konstruktiv gelöst werden – auch wenn es um die Frage „Fenster auf oder zu“ geht.

 

Wie sieht’s bei euch aus?

Wie sieht die Beleuchtung, Belüftung und der Geräuschpegel in deinem Unternehmen aus? Habt ihr innovative Konzepte, die Mitarbeiter positiv beeinflussen und die Konzentration steigern? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

Warum du vielleicht nicht für die Führungsposition geschaffen bist

Warum du vielleicht nicht für die Führungsposition geschaffen bist

Du liebst deinen Job? Bist motiviert, kompetent und ehrgeizig? Dann bist du der perfekte Kandidat für eine Führungsposition, oder? Ein Team zu managen würde bedeuten, du kannst dein Wissen teilen und andere mit deiner Arbeitsfreude anstecken.

Moment mal – es gibt da doch die ein oder andere Herausforderung, die eine Führungsposition mit sich bringt. Während deines Arbeitsalltags wirst du nur wenig darauf vorbereitet, was es heißt, Führungskraft in unserer schnellen, modernen und digitalen Welt zu sein.

Auch wenn die Rolle eines Vorgesetzten natürlich erst einmal deinem Ego und möglicherweise auch deinem Portemonnaie gut tut, ist sie es vielleicht nicht wert.Tatsächlich streben laut einem Artikel der ZEIT immer weniger junge Berufseinsteiger eine Führungsposition an. Lebenszeit, Familie und Freunde sind ihnen wichtiger als Karriere. Keine Lust auf Überstunden, Stress und weniger Freizeit und stattdessen einen Job finden, der wirklich Spaß macht und bei dem genügend Energie und Zeit für das Private übrig bleibt.

In einer Führungsposition kann es sein, dass du dich gezwungen fühlst, zwischen Karriere und Freizeit zu entscheiden.

Ich bin zwar ein Verfechter von Ehrgeiz, von dem Willen, sich weiterzuentwickeln und zu wachsen, nur bin ich der Meinung, dass es am Ende des Tages trotz allem um das eigene Arbeits-(Glück) geht. Macht dich eine Führungsposition nicht glücklich, dann ist sie nichts für dich und du nichts für sie.

5 Gründe, warum eine Führungsposition vielleicht nichts für dich ist

Grund 1: Du bist nicht mehr nur für dich verantwortlich

Du bist vielleicht ein super Designer, richtig gut mit Excel-Listen und kompliziertem HTML-Code, aber von Führung hast du keine Ahnung. Du weißt nicht, wie du ein Team anleitest, anderen hilfst, sich weiterzuentwickeln und mithilfe deiner Kollegen Ziele erreichst.

Versetze dich einmal in die Situation, die dich bei der Geburt deines ersten Kindes erwartet oder erwartet hat. Der Fokus deines Lebens hat sich verschoben. Plötzlich geht es nicht mehr nur um deine eigenen Bedürfnisse, sondern die eines anderen kleinen Lebewesens. So sehr du auch versucht hast, dich vorzubereiten, jetzt befindest du dich direkt in dieser neuen Situation, in diesem Wechsel und musst in sehr kurzer Zeit sehr viel lernen. Du musst lernen, ein Elternteil zu sein.

Sehr ähnlich verhält es sich, wenn du von der Rolle eines „normalen” Angestellten in eine Führungsposition wechselst. Du musst einen komplett neuen Beruf lernen, auf den du höchstwahrscheinlich – wie beim Eltern werden – trotz zahlreicher Fachbücher erst einmal nur mäßig vorbereitet bist. Es geht nicht mehr nur darum, deine Aufgaben zu erledigen, sondern auch menschliche Probleme zu lösen, zu motivieren und wirkungsvoll zu kommunizieren.

Die Grundvoraussetzung, um einen solch anstrengenden Wechsel erfolgreich zu vollziehen, ist, dass du dazu Lust hast. Hast du generell Interesse an deinen Kollegen? Oder willst du nur wegen des höheren Lohnes Führungskraft werden?

In einer Führungsposition hast du nicht nur Verantwortung für dich selbst sondern dein ganzes Team.

Grund 2: Du musst viele Aufgaben abgeben, die du so liebst

Um dich als Führungskraft auf das Wesentliche konzentrieren zu können – um “führen” zu können –, musst du dich von deiner alten Rolle lösen und Aufgaben delegieren. Das fällt dem ein oder anderen nicht leicht. Bisher hast du deine Leistung an deinen persönlichen Ergebnissen gemessen, jetzt bestimmt die Produktivität deines gesamten Teams, wie erfolgreich du bist.

Wenn du deine Arbeit wirklich liebst, dann könnte der Wechsel in eine Führungsposition ein Fehler sein. Wie bereits erwähnt, zählt deine Zufriedenheit, dein Glück am Ende des Tages. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf solltest du Entscheidungen treffen. Wozu willst du Führungskraft werden?

Übernimmt man eine Führungsposition so ist es in der Regel notwendig alte Aufgaben abzugeben.

Grund 3: Du wirst es nie allen recht machen können

Am Montag morgen beim Kaffee das Wochenende besprechen, am Donnerstag auf ein Bierchen in die Bar – klar, du kannst all diese Dinge immer noch mit deinen Kollegen machen, aber eure Beziehung wird sich unabdingbar ändern, sobald du eine Führungsposition antrittst. Du musst dich aus jedweder Gerüchteküche heraushalten, darfst keine Lieblinge haben und solltest auch über die anderen Mitglieder der Führungsebene niemals abwertend sprechen. Möglicherweise werden ehemalige oder neue Kollegen versuchen, deine Unerfahrenheit auszunutzen. Bereite dich darauf vor und versuche nicht jedem zu gefallen, jeden glücklich zu machen – das wird eh nicht funktionieren. Hast du einmal eine Entscheidung getroffen, so musst du zu 100 Prozent hinter ihr stehen.

Der Wechsel vom Mitarbeiter zur Führungskraft ist nicht einfach. Da sind Gefühle im Spiel, da kann es eben auch unangenehm werden. Bist du bereit dazu?

Bist du neu in einer Führungsposition, so musst du Soft Skills und Konfliktmanagement erlernen.

Grund 4: Es wird Druck ausgeübt, von allen Seiten

Als Vorgesetzter befindest du dich in einer sogenannten Sandwich-Position. Sowohl die übergeordnete Führungsebene als auch deine Mitarbeiter haben Erwartungen, die zum Teil  ganz widersprüchlich sein können. Es ist deine Aufgabe, die hohen Ziele der Unternehmensführung in einen konkreten Handlungsplan zu übersetzen. Deine Mitarbeiter sollten genau wissen, in welche Richtung es geht und dass sie sich auf dich verlassen können.

Du musst beiden Seiten gerecht werden, was nicht ohne gelegentliche Diskussionen möglich sein wird. Versuche nicht, dauerhaft Harmonie zu wahren, sondern rege konstruktive Diskussion an und sage auch mal „Nein”.

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird der hohe Leistungsdruck aber vor allem von dir selbst kommen. Du willst losziehen, Dinge verändern und lädst dir viel zu viel auf einmal auf. Da wird eine Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche schnell zum Traum, worunter natürlich auch das Privatleben leiden wird.

In einer Führungsposition nimmst du schnell eine Sandwich-Position ein.

Grund 5: Du wirst ganz allein ins kalte Wasser geschmissen

Sicherlich trifft das nicht auf alle Unternehmen zu, aber ich habe während meines Berufslebens festgestellt, dass viele Neu-Führungskräfte keinerlei Unterstützung erhalten – weder von der Personalabteilung, noch von ihren Vorgesetzten oder externen Coaches. Haben sie danach gefragt oder Hilfe eingefordert? In den meisten Fällen nicht. Wer befördert wird, der will den Anschein erwecken, der Wechsel in eine Führungsposition sei gerechtfertigt, Unsicherheiten werden vertuscht.  

Bist du in einer neuen Führungsposition, so kann dir zu Beginn die Unterstützung fehlen.

Der eine Grund, warum eine Führungsposition genau das Richtige für dich ist

Du hilfst gern anderen? Du hast gesunde Wertvorstellungen, die du konsequent verfolgst? Es gibt wohl kaum einen Job, in dem du das Leben einer Person stärker positiv beeinflussen kannst, als in einer Führungsposition. Wenn du dazu bereit bist, deine Selbstwahrnehmung zu evaluieren, deine emotionale Intelligenz und deine Fähigkeiten weiterzuentwickeln, dann kannst du Menschen Teil einer Vision, eines großen Ganzen werden lassen. Wenn du dazu bereit bist, die Bedürfnisse deines Teams über deine eigenen zu stellen, dann wirst du feststellen, wie stolz es dich machen wird, wenn ihr gemeinsam  Herausforderungen meistert und Erfolge liefert.

Die Entscheidung liegt ganz bei dir

Der eine liebt die Verantwortung und die Herausforderungen, die eine Führungsposition mit sich bringt, der andere eben nicht. Der eine macht die eigene Karriere, der andere die Familie zur Priorität. Das ist okay. Wir sind alle unterschiedlich. Statt den Anforderungen anderer gerecht werden zu wollen, sollten wir uns darauf fokussieren, was uns glücklich macht – egal was das ist.

Die Führungsposition muss sich ändern

Für Unternehmen stellt es natürlich ein Problem dar, wenn immer weniger junge Menschen die Chef-Laufbahn anstreben. Um auch in Zukunft genügend Teamleiter, Geschäftsführer und Manager zu haben, muss ein Umdenken erfolgen.

Verantwortung kann zwischen zwei Personen geteilt werden, sodass Mütter oder Väter auch in Teilzeit arbeiten können. Zur Führungskräfteentwicklung sollte Schulungen – auch von externen Coaches – angeboten und in Testphasen trainiert werden.

Führung kann Spaß machen, Führung kann erfüllen, ohne auszubrennen. Dorthin wollen wir kommen!

Willst du zu einer echten Führungspersönlichkeit werden, lege ich dir mein vierwöchiges Online-Programm „Führen statt Managen“ ans Herz. Dieses Seminar ist für all diejenigen gedacht, die das volle Potential ihrer Mitarbeiter entdecken, erwecken und nutzen wollen. Bist du dabei?

Bannerbild - Führen statt Managen - Mehr Spaß in der Führungsposition

 

 

Diversity Management: 3 wichtige Vorteile von Vielfalt am Arbeitsplatz

Diversity Management: 3 wichtige Vorteile von Vielfalt am Arbeitsplatz

Die Welt ist groß, bunt, vor allem aber vielfältig. Genauso vielfältig sind deine Kunden und deine Mitarbeiter. Sie haben unterschiedliche Ansichten, gehören verschiedenen Religionen an, sind Männer und Frauen, leben in unterschiedlichen Kulturen und familiären Hintergründen. Aus genau diesem einfachen Grund ist Diversity Management so wichtig. Warum solltest du ein einheitliches Team aufbauen, nur Mitarbeiter einstellen, die sich ähneln, wenn die Anforderungen der modernen, vernetzten Welt doch so anders sind? Wie willst du als Arbeitgeber mithalten und neue Fachkräfte anziehen, wenn du deinen Blick nicht erweiterst und die Einzigartigkeit, die jeder von uns hat, nutzt?

So unterschiedlich wir alle sind, so viel haben wir doch gemeinsam. Wenn wir alle – egal wie alt, welchen Geschlechts, welcher Religion, welcher Kultur – ein Ziel haben und motiviert sind, darauf hinzuarbeiten, –  dann sind wir stark, dann entsteht Kraft durch unsere Vielfalt.

Was verstehen wir unter Diversity Management?

Diversity Management beinhaltet Maßnahmen, die seitens des Unternehmens durchgeführt werden, um für Mitarbeiter

  • unterschiedlicher Nationalitäten und Kulturen,
  • Religionen,
  • verschiedenen Alters und Geschlechts,
  • mit oder ohne Behinderung und
  • verschiedener sexueller Identität

ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sie ihr volles Leistungspotenzial entfalten und optimal im Team zusammenarbeiten können.

„Unsere Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital.” – Zu dieser Erkenntnis sind mittlerweile die meisten Unternehmen gekommen. Diversity Management ist eine der besten Methoden, um diese „Der Mitarbeiter kommt zuerst”-Werte zu leben. Zufriedene Mitarbeiter sind nicht nur produktiver und kreativer, sondern fehlen auch weniger häufig und bleiben dem Unternehmen länger treu.

Soziales Engagement ist also nicht der einzige Vorteil von Diversity Management, auch die Vorteile, die der wirtschaftliche Erfolg bringt, sind wichtige Komponenten. Unterschiedliche kulturelle Hintergründe, verschiedene Ansichten und Erfahrungen haben einen enormen Nutzen für das Unternehmen; die Vielfalt der Mitarbeiter optimal zu nutzen, ist ausschlaggebend für den Erfolg.

Statistiken Diversity Management und Inclusion

So verschieden sind wir:

Peter ist 67 Jahre alt und seit vielen, vielen Jahren im Unternehmen. Heute arbeitet er nur noch in Teilzeit, will aber trotz Arthrose noch nicht ganz in Rente gehen. Sein Wissen kann und will er schließlich noch mit den jungen Hüpfern, seinen Nachfolgern, teilen.

Sofia ist Muslima. Da dein Unternehmen nach und nach auch international wächst, bist du auf die Unterstützung englischsprachiger Mitarbeiter angewiesen. Die Kollegen aus anderen Kulturkreisen in das Team zu integrieren und hierbei auf Gewohnheiten und zum Beispiel auf das Speisenangebot in der Kantine Acht zu geben, ist eine Herausforderung.

Franka sitzt nach einem Autounfall im Rollstuhl. Sie weiß ganz genau, was ihre Stärken sind und hat sich in ihrem Unternehmen zur Teamleiterin hochgearbeitet. Vor Kurzem hat sie eine Lohnerhöhung erhalten und ihr Gehalt wurde somit endlich dem ihrer männlichen Kollegen angeglichen.

Wir unterscheiden uns in verschiedenen Dimensionen. Lee Gardenswartz und Anita Rowe, zwei der führenden Autoren auf dem Gebiet der Diversität, haben hierzu ein vierstufiges Modell entwickelt, dem „4 Layers of Diversity”.

4 Layers of Diversity nach Lee Gardenswartz und Anita Rowe

Vielfalt bringt nichts ohne Inklusion

Verna Myer, eine US-amerikanische Unternehmerin, beschreibt Inklusion wahrlich großartig: „Diversity is being invited to the party, inclusion is being asked to dance and belonging is dancing like no one’s watching.”

Stell dir einmal vor, du wurdest von einem Bekannten zu einer Party eingeladen, auf der du außer ihm niemanden kennst. Wenn es dir schwerfällt, fremde Menschen anzusprechen, wirst du wahrscheinlich erst einmal eine Weile in der Ecke stehen und dich an deinem Glas festhalten. Eine unangenehme Vorstellung, oder? Bis dann jemand kommt, sich vorstellt und dich zum Tanzen auffordert.

Nur auf der Party zu sein, reicht nicht aus, um einen tollen Abend zu verbringen. Dich einzubringen, Neues kennenzulernen und mit anderen Menschen zu lachen – das bringt erst richtig Freude.

Die 3 wichtigsten Vorteile von gutem Diversity Management für ein Unternehmen

Es wird einfacher, Mitarbeiter zu finden, die auch bleiben wollen

Mitarbeiter einstellen und Mitarbeiterfluktuation vermeiden – diese beiden Punkte werden oft einzeln aufgeführt, sind aber eigentlich das beste Beispiel, warum Diversität und Diversity Management eben nicht ohne Inklusion funktioniert.

In Zeiten des Fachkräftemangels ist der Wettbewerb um talentierte Mitarbeiter groß. Arbeitssuchende legen heute mehr denn je Wert auf Vielfalt und geben dies als wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines zukünftigen Arbeitgebers an. Kann dein Unternehmen konkrete Diversity-Management Maßnahmen vorweisen, hast du bessere Chancen, einen guten Kandidaten für deine offene Stelle zu finden. Einmal eingestellt, gilt es natürlich nun auch, diesen zu halten – ansonsten geht die Rechnung nicht auf.

Je zufriedener Mitarbeiter sind, desto treuer sind sie auch dem Unternehmen. Klingt erst einmal logisch, oder? In der Praxis ist das natürlich nicht ganz so einfach. Wie wird ein Angestellter so richtig zufrieden? Eine Unternehmenskultur, in der Inklusion eine wichtige Rolle spielt, ist ein wichtiger Faktor – wenn auch nicht der einzige.

Es ist die Aufgabe eines jeden – Mitarbeiter und Führungsebene –, das Arbeitsumfeld so zu gestalten, dass sich jeder wohlfühlt. Dabei kommt es ganz auf die unscheinbaren Dinge an: dem anderen zuzuhören, Interesse zeigen, Wertschätzung und Respekt als wichtigste Werte vorleben und Empathie üben.

 

Tipps für Führungskräfte:

  • Unterhältst du dich mit deinen Mitarbeitern, vielleicht im Rahmen eines Feedbackgesprächs, dann frage zum Beispiel auch danach, was der Kollege am Wochenende gemacht hat. Es muss nicht immer nur um das Geschäftliche gehen!
  • Lebe die Werte, die dein Unternehmen vertritt, selbst! Sei selbst respektvoll, konsequent und empathisch, wenn du es von anderen erwartest.
  • Versetze dich in deine Mitarbeiter hinein und lerne deren vielfältigen Anforderungen zu verstehen.

Mitarbeiter werden leistungsfähiger, kreativer und motivierter

Befindet sich jeder deiner Mitarbeiter in einem Arbeitsumfeld, das ihm erlaubt, seine volle Leistungsfähigkeit zu zeigen? Stelle im ersten Schritt sicher, dass jeder alle Informationen hat, um seine Arbeit zu verrichten, dass die direkte Umgebung, der Stuhl, der Tisch, die Höhe der Schränke auf die individuellen Anforderungen des Angestellten angepasst sind. Versteht jeder sprachlich, was von ihm verlangt wird? Ja? Super! Dann hast du die Grundlagen für Produktivität geschaffen.

Jeder von uns hat Stärken. Jeder hat verschiedene Erfahrungen machen dürfen, jeder hat einen unterschiedlichen Wissensstand. Das kann und sollte ein Unternehmen nutzen. Muss ein Problem gelöst werden, ist es hilfreich, verschiedene Standpunkte zu hören. Auch wenn man schneller ans Ziel kommen mag, wenn jeder immer die gleiche Meinung hat, ist ein homogenes Team nicht immer erfolgreicher. Diskussionen und selbst Konflikte können gesund sein und Innovation hervorbringen, insofern Kommunikation immer wertschätzend bleibt.

Tipps für Führungskräfte:

  • Beauftrage immer wieder unterschiedliche Mitarbeiter damit, die Teammeetings zu organisieren. Lege zwar das Hauptziel fest, lasse aber den Kollegen die Freiheit, die Unterpunkte so organisieren, wie sie ihm wichtig sind.
  • Sorge dafür, dass die Unternehmenskultur ein Kennenlernen der Kollegen abseits des Arbeitsplatzes zulässt. Wir sind zufriedener, wenn wir gute zwischenmenschliche Beziehungen bei der Arbeit pflegen, und Teams arbeiten besser zusammen, wenn Mitarbeiter Interesse an anderen und deren Meinung zeigen.
  • Es ist okay, eine andere Meinung zu haben! Mache das unbedingt deinem Team klar und ermutige jeden, in Meetings Fragen zu stellen oder die eigenen Gedanken einzubringen.

Mehr Empathie für deine Kunden

Es ist wichtig, dass sich deine Mitarbeiter verstanden fühlen und dass ihre individuellen Bedürfnisse Beachtung finden. Gleiches gilt für deine Kunden. Egal, was du verkaufst oder welche Dienstleistung du anbietest, auch deine Kunden haben unterschiedlichste Ansprüche. Mehr noch: Unsere Welt rückt zusammen und vielleicht möchtest du dich zukünftig auch mit deinem Unternehmen im internationalen Markt präsentieren.

Um verschiedene Kunden zu verstehen und ihnen den besten Service zu bieten, braucht es verschiedene Mitarbeiter und eben gutes Diversity Management.

Tipps für Führungskräfte:

  • Entwickelst du ein neues Produkt oder grübelst über einem Problem, dann ziehe verschiedene Mitarbeiter zurate. Bewältigt ihr gemeinsam eine Herausforderung, so könnt ihr auch gemeinsam eure Erfolge feiern!
  • Arbeite und führe transparent und kommuniziere, was in deinem Unternehmen vor sich geht!

Das Interesse an der Person: Vom Mitarbeiter zum Mensch

Das Bewusstsein für die Vielfalt von Mitarbeitern ist auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel stark gestiegen. Zwar herrschen in manchen Branchen immer noch bewusst oder unbewusst alte, verstaubte Glaubenssätze, wenn neue Mitarbeiter eingestellt werden. Viele Unternehmen sind aber bereits um einiges vielfältiger geworden, als sie es noch vor wenigen Jahren waren. Wir gehen erste Schritte in die richtige Richtung. Sei auch du Teil dieser Bewegung!

Zeige aufrichtiges Interesse an deinen Kollegen, erfahre, woher jeder kommt, was er erlebt hat und was ihm wichtig ist. Das gilt übrigens nicht nur dann, wenn du eine Führungsposition inne hast. Du wirst feststellen, dass deine Mitarbeiter Kompetenzen und Potenziale haben, von denen du nichts wusstest.

Ich wünsche dir viel Spaß dabei, die Möglichkeiten und Vorteile von Diversity Management und die verschiedenen Menschen kennenzulernen, die dir auf dem Weg begegnen werden. Hast du Fragen, wende dich gern jederzeit an mich.

In meinem Seminar „Führen statt Managen“ gehe ich darauf ein, wie du jeden deiner Mitarbeiter besser kennenlernen und Potentiale entdecken kannst, von denen du zuvor nichts wusste. Klicke einfach auf den folgenden Banner, um weitere Informationen zu erhalten. 

 

Der autoritäre Führungsstil: Welches Mittel hilft gegen Angst?

Der autoritäre Führungsstil: Welches Mittel hilft gegen Angst?

„Sollen sie mich hassen, solange sie mich fürchten“ lautete das Motto des römischen Kaisers Caligula. Wer seinen Befehlen und Regeln nicht Folge leistete, verlor eben auch schnell mal seinen Kopf. Selber schuld! Man hätte sich ja auch anpassen und den Führenden zufrieden stellen können. Die Angst, als nächste seinen Kopf zu verlieren, treibt dich an – motiviert dich gar. Warum spricht eigentlich jeder von Wertschätzung, Empathie und sogar dienender Führung, wenn es doch auch so, mit autoritärer Führung geht?

Was zeichnet einen autoritären Führungsstil aus?

Wird ein Unternehmen (oder ein Land) und dessen Mitarbeiter durch Regeln, Befehle und Kontrolle gesteuert, so spricht man von einem autoritären oder auch hierarchischen Führungsstil. Eine Person, in diesem Fall der Vorgesetzte, leitet alles mit klaren Anweisungen, bei ihm laufen alle Fäden zusammen. Er gibt nur wenig Verantwortung ab, leitet Informationen nur bedingt weiter und trifft Entscheidungen allein. Alle Aufgaben werden von oben nach unten delegiert.

Ein autoritärer Führungsstil hat einen Vorgesetzten an der Spitze, der von oben nach unten delegiert.

Wahrscheinlich formt sich beim Lesen dieses Textes bereits ein kleiner Protest in deinem Kopf. So arbeiten wir heute nicht mehr! Wir leben schließlich im 21. Jahrhundert! Stimmt! Der autoritäre Führungsstil, der noch vor Jahrhunderten so beliebt war, hat sich – zumindest flächendeckend – nicht durchsetzen können. Warum? Weil sich ein Terror- oder Unterdrückungs-Regime nur selten lange an der Macht halten konnte. In Unternehmen wird gekündigt, es wird gestreikt, Menschen gehen auf die Straße. Denn am Ende des Tages will keiner von uns ausgelaugt und mit einem nervösen Magen nach Hause gehen.

Auch wenn viele anderer Meinung sind: Leistung ist nicht die Antwort auf Druck.

Ein autoritärer Führungsstil geht davon aus, dass Leistung auf Druck hin folgt.

Wird der autoritäre Führungsstil überhaupt noch angewendet?

Tatsächlich führen nur noch sehr wenige Vorgesetzte autoritär. Unsere Arbeitswelt ist komplexer geworden und egal, wie kompetent jemand ist, wir sind in der Regel auf das Wissen unserer Kollegen angewiesen, nicht zuletzt, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Auch wenn Führungskräfte den autoritären Führungsstil nicht mehr konsequent umsetzen, wird weiterhin Druck als Mittel zum Zweck eingesetzt. Laut einer von der IGS Organisationsberatung veranlassten Studie unter Arbeitnehmern fühlen sich ganze 81,7 Prozent der Befragten täglich massiv unter Druck gesetzt. Viele gaben an, die ständig steigenden Anforderungen würden von der Führungsebene ausgehen. Konkret gehören hierzu Drohungen, stetig steigende Arbeitsbelastung, die zu Überstunden zwingt, fehlende Kommunikation und Mobbing.

„Ach, die sollen sich mal nicht so haben!“, tönt es. „Nur die Harten kommen in den Garten“, „Was dich nicht umbringt, macht dich nur härter.“ Die Parolen kennst du noch aus deiner Kindheit? Tatsächlich geben viele Angestellte dem Druck erst einmal nach. Sie machen Überstunden, schalten auch das Handy am Abend nicht aus, um immer erreichbar zu sein, und schaffen es irgendwie, die unrealistischen Terminvorgaben, die sie erhalten haben, einzuhalten. Lange geht das aber nicht gut. Dieser Leistungsdruck bringt Nebenwirkungen mit sich, die man leicht unterschätzt.

Wirst du respektiert oder gefürchtet?

Ein autoritärer Führungsstil hat einen gefürchteten statt respektierten Vorgesetzten.

Der autoritäre Führungsstil und das Führen durch Druck und Angst wirken sich schnell auf die Mitarbeiterzufriedenheit, die Motivation und die Leistungsbereitschaft aus. Über die Hälfte aller Befragten gaben in der Studie der IGS an, ihre Loyalität dem Unternehmen gegenüber verloren zu haben, da überhöhte Erwartungen an sie gestellt wurden. Wer den Druck nicht mehr aushalten will oder kann, der sucht sich eben einen neuen Job. An wen ständig mehr und mehr Ansprüche gestellt werden, der verliert Vertrauen in die Führungsebene.

Wie genau sieht also die Atmosphäre in diesen Firmen aus, in denen sich die Mitarbeiter vor ihrem Chef fürchten?

In Meetings herrscht Stille. Niemand will etwas fragen, aus Angst, dumm dazustehen; niemand will eine Idee vorbringen, aus Furcht, sofort in der Luft zerfetzt zu werden. Im Flur läuft man wie auf rohen Eiern – nicht auffallen, nicht zu laut sein, nicht widersprechen. Wird dir dann eine neue Aufgabe anvertraut, so kämpfst du dich lieber durch die alten Dokumente, statt noch einmal nachzufragen. Dir werden nur selten alle Informationen gleich seitens des Delegierenden mitgeteilt. Zwar weißt du, dass es gut ist, wenn neben der Abrechnung ein grünes Plus steht. Was mit dem Profit geschieht, wurde dir aber nie mitgeteilt. Mittlerweile ist es dir auch egal. Du arbeitest, um Geld zu verdienen, nicht, um dich für ein gemeinsames Ziel einzusetzen. Dafür hast du weder die Kraft noch die Zeit. Schließlich bist du damit beschäftigt, dir den Rücken frei und den Kopf unten zu halten. Abends gehst du erschöpft nach Hause und es dauert eine ganze Weile, bis du dieses nervöse Gefühl abschütteln kannst. Morgen ist ein neuer Tag!

Diese Vorstellung klingt wirklich nicht attraktiv, oder? Und sie kann bittere Folgen für das Unternehmen, aber auch die Gesundheit des Einzelnen haben.

Woran erkennst du einen Vorgesetzten, der Druck als Führungsmittel einsetzt?

Ein autoritärer Führungsstil lässt sich oft auf den Charakter und die Selbstwahrnehmung des Vorgesetzten zurückführen. Er oder sie hat unter Umständen kein starkes Selbstbewusstsein und ist im Umgang mit anderen eher unsicher. Diese Unsicherheiten geben Führungskräfte dann an die Mitarbeiter weiter und hoffen, sie dadurch verstecken zu können. Während sie versuchen, die Kontrolle zu behalten, überprüfen sie Ergebnisse streng und legen großen Wert auf Zahlen und Prozesse, auch wenn diese Vorgehensweise nicht sinnvoll ist.

Viele zweifeln die eigene Kompetenz an und fürchten, ihren Posten zu verlieren, wenn sie andere nicht „klein“ halten. Aus diesem Grund wird bereits im Einstellungsgespräch versucht zu erkennen, wie selbstbewusst der potenzielle neue Mitarbeiter ist. Man will sich schließlich keine Konkurrenz ins Haus holen.

Zwar sind viele Manager, die autoritär führen, fachlich sehr kompetent und doch hapert es an der emotionalen Intelligenz. Wer die Gefühle anderer wahrnimmt und versteht, dem fällt es leichter, Beziehungen aufzubauen. Diese führen wiederum zu effizienter Zusammenarbeit im Team und dem Aufbau von Vertrauen. Genau hier liegt der Knackpunkt: Vertrauen kann ein Mittel gegen Angst sein. Das gilt für beide Seiten.

Die Merkmale einer gefürchteten Führungskraft und auch die Nachteile eines autoritären Führungsstils findest du noch einmal zusammengefasst in der folgenden Infografik.

Autoritäter Führungsstil Infografik - Was unterscheidet eine autoritären Führungskraft von einer anderen?

Vertrauensvorschuss: Vertraue auf die Leistungsfähigkeit deiner Mitarbeiter

Der autoritäre Führungsstil geht unterbewusst von der Annahme aus, dass Angestellte Kontrolle und klare Anweisungen brauchen, um produktiv zu sein. Wird ein neuer Mitarbeiter eingestellt oder erhält jemand eine neue Aufgabe, so herrscht erst einmal Misstrauen. Wer weiß denn schon, ob die Kollegen den neuen Anforderungen gewachsen sind? Wahrscheinlich sind sie es nicht!

Auch der digitale Wandel macht es autoritären Führungskräften nicht einfacher, über alles und jeden die Kontrolle zu behalten. Mitarbeiter fordern flexible Arbeitszeiten und möchten im Homeoffice oder in Teilzeit arbeiten – ohne Vertrauen ist das nicht möglich. Zu genau diesem Thema hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) eine Studie veröffentlicht, welche auf den Zahlen der European Working Conditions Survey basiert. Danach nimmt die Mitarbeiterzufriedenheit ab, je stärker das Arbeitstempo kontrolliert wird. Sechs von zehn Angestellten geben an, mit ihrem Job sehr unzufrieden zu sein, weil sie unter Druck gesetzt werden.

Wer seinen Mitarbeitern nicht vertraut, der kann nicht erwarten, dass sie mutig ihre Ideen vorbringen und mit vollem Einsatz für das Unternehmen tätig werden (wollen). Gibt man Angestellten aber einen Vertrauensvorschuss, Vertrauen, das sie sich nicht erst erarbeiten müssen, so werden sie versuchen, diesem gerecht zu werden.

Fazit:

Führe nicht wie der römische Kaiser Caligula! Sei nicht derjenige, der seine Mitarbeiter an der kurzen Leine hält! Wir alle suchen nach Arbeitsglück und dieses Gefühl haben wir nur, wenn wir mit intrinsischer Motivation an etwas arbeiten, das für uns Sinn ergibt. Nimm dich also selbst nicht zu ernst, lerne deine Unsicherheiten kennen und gib sie zu!

Zeige Interesse an Deinen Mitarbeitern, finde heraus, was deren Stärken sind und schenke ihnen Vertrauen.

Die Herausforderungen von rasantem Unternehmenswachstum

Die Herausforderungen von rasantem Unternehmenswachstum

Rasantes Unternehmenswachstum – da gibt es doch wirklich weniger einladende Herausforderungen. Wer hat schon etwas dagegen einzuwenden, wenn das Geschäft brummt, wenn die Energie spürbar ist, wenn neue Fachkräfte zum Team stoßen und es schlichtweg einfach „läuft“?

Es ist egal, ob du Führungskraft in einem erfolgreichen Start-up bist oder in einem etablierten Unternehmen mit hohen Auftragseingängen arbeitet: Das Team in diesen turbulenten Zeiten ruhig und motiviert auf Kurs zu halten, ist harte Arbeit. Klar, Erfolg ist ein Grund zur Freude, wachsen Unternehmen allerdings zu plötzlich, stehen alle Beteiligten rasch vor so einigen Herausforderungen.

Schauen wir uns zuerst einmal an, welche Hürden es zu bewältigen gibt, wenn das Unternehmen einen Sprint hinlegt.

Ist das Unternehmenswachstum zu schnell, besteht die Gefahr Mitarbeiter und technische Systeme zu überfordern.Unternehmenswachstum – Wenn alles zu schnell geht

Wenn keine Zeit bleibt, innezuhalten und über die nächsten Schritte nachzudenken, schlägt die Freude über den Erfolg leicht in Stress und Überarbeitung um. Man hastet von einer Aufgabe zur nächsten und versucht, alles möglichst umgehend zu erledigen. Dabei bleibt in einer so hektischen Atmosphäre wenig Zeit, eine Strategie für die kommenden Monate oder Jahre zu entwickeln.

Aber nicht nur in der Zukunft, sondern auch im Hier und Jetzt müssen Strukturen angepasst werden. Mehr Aufträge, mehr Mitarbeiter – eine Struktur gibt vor, was wie abläuft und wer für welche Aufgaben zuständig ist. Direkt davon abhängig ist häufig auch die Kommunikation. Wer nicht weiß, wem er was und wie zu sagen hat, der schweigt lieber.

Bei schnellem Unternehmenswachstum müssen rasch neue Mitarbeiter eingestellt werden.

Wenn man schnell neue Mitarbeiter braucht

Rasantes Unternehmenswachstum bedeutet mehr Aufträge, dadurch aber natürlich auch mehr Arbeit. Wird diese nicht gleichmäßig verteilt, dann fühlen sich einige Mitarbeiter möglicherweise schnell mit den gestiegenen Anforderungen überfordert. Die Folge: Wichtige Angestellte kündigen, weil sie überlastet sind und hinterlassen ein nur schwer zu füllendes Loch.

Die Rekrutierung neuer Mitarbeiter stellt eine der größten Herausforderungen schnell wachsender Unternehmen dar. In Eile werden viele Vorstellungsgespräche geführt und so einige Anforderungen an den „perfekten“ Kandidaten gelockert. Hauptsache, jemand sitzt dort am Schreibtisch und kann helfen, mit der gestiegenen Nachfrage mitzuhalten. Sich gründlich mit dem neuen Kollegen auseinandersetzen kann man schließlich noch dann, wenn alles ein wenig ruhiger geworden ist.

Kommt es zu schnellem Unternehmenswachstum, so werden häufig Mitarbeiter befördert und zu Führungskräften, ohne Schulung zu erhalten.

Wenn aus Mitarbeitern Führungskräfte werden

Das Unternehmen befindet sich im Erfolgs-Tornado. Da ist Hektik angesagt, keine Zeit, um neue Manager an die Hand zu nehmen und ihnen Führungskompetenzen zu vermitteln. Führungskräfteentwicklung steht erst einmal hinten an. Stattdessen werden Mitarbeiter in schnell wachsenden Firmen häufig befördert und ins kalte Wasser geworfen. Schließlich sind alle anderen auch gerade so richtig am Schwimmen.

Bei rasantem Unternehmenswachstum muss trotz hektischem Arbeitsalltag auf die Qualität der Produkte und die Zufriedenheit der Kunden geachtet werden.Wenn der Ruf auf dem Spiel steht

War das rasante Unternehmenswachstum nicht vorhersehbar und konnte deshalb nicht sorgfältig vorbereitet werden, dann fehlen dir möglicherweise zum einen die technischen Systeme, zum anderen aber auch das Personal, um mehr Anfragen zu bearbeiten und Aufträge auszuführen, was sich wiederum negativ auf die Kundenzufriedenheit und die Qualität auswirken kann. Durch das operative Geschäft wird jede Menge Druck aufgebaut, und nicht jedes Unternehmen ist hier in der Lage, Schritt zu halten. Das kann auf lange Sicht auch dem Ruf der Firma schaden. Wer vor dem rasanten Wachstum als besonders kundenfreundlich galt, will dies natürlich bleiben.

Wie können schnell wachsende Unternehmen diese Herausforderungen meistern?

Wirst du mit diesen Herausforderungen konfrontiert, dann erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Unternehmenserfolg. Keine Sorge, Hürden sind dazu da, um überwunden zu werden.

Stelle dir selbst die folgenden vier Schlüsselfragen, um den Tornado wieder in geordnete Bahnen zu lenken.

  • Wer trägt Verantwortung für die Zukunft?

    Eine Person oder ein Team sollte immer dafür zuständig sein, die Zukunft im Auge zu behalten. Wahrscheinlich wird sich das Unternehmenswachstum zu irgendeinem Zeitpunkt verlangsamen. Was dann? Die Führungsebene muss hier Verantwortung übernehmen und Strategien für die Zukunft entwickeln. Es zählt: aus Vergangenem lernen und auf die Zukunft vorbereiten, so ungewiss sie auch sein mag.

  • Wer trägt Verantwortung für das aktuelle Geschäft?

    Die Qualität deiner Produkte oder Dienstleistung und die Kundenzufriedenheit sollte immer gewährleistet sein – auch im Wachstums-Tornado. Ein Mitarbeiter sollte genau hierauf ein Auge haben. Kann unsere IT-Infrastruktur mithalten? Brauchen wir neue Prozesse, neue Vorlagen, mehr Mitarbeiter? Diese Position sollte von einer Führungskraft übernommen werden, zu der Angestellte viel Vertrauen haben und die über ausgezeichnete Kommunikationskompetenzen verfügt.

  • Wer trägt die Verantwortung dafür, neue Talente zu finden?

    In rasant wachsenden Unternehmen werden, wie bereits erwähnt, schnell viele neue Mitarbeiter eingestellt und andere befördert. Ob das alles so klappt, ob die Personen eigentlich zu ihren Positionen passen, darum kümmern wir uns später. Wer wirklich effizient sein will, der nimmt sich Zeit und wählt Kandidaten mit Bedacht aus. Die Kollegen können so in das Training des neuen Mitarbeiters aktiv mit einbezogen werden.Motiviere auch deine Mitarbeiter dazu, sich am Rekruitierungs-Prozess zu beteiligen. Sie wissen genau, wer zur Unternehmensatmosphäre passt und können möglicherweise einen Kandidaten aus ihrem privaten Umfeld empfehlen.

  • Wer trägt die Verantwortung für die Unternehmenskultur?

    Klare und sinnvolle Werte sind genau dann am wichtigsten, wenn sich ein Unternehmen in einer herausfordernden Zeit befindet – auch wenn rasches Wachstum eine attraktive Herausforderung scheint. Wenn alle an einem Strang ziehen, einer Unternehmensvision folgen und die gemeinsamen Werte leben, dann lässt sich so manche Hürde meistern. Mitarbeitermotivation hängt heute stark davon ab, ob sich der Angestellte mit dem identifizieren kann, was die Firma vertritt. Die Führungskraft sollte hier mit gutem Beispiel vorangehen und die Unternehmenswerte in alle Entscheidungen mit einfließen lassen.

Stell dir vor, du sitzt auf einem bockenden Pferd und klammerst dich fest. So fühlt es sich an, Teil eines Unternehmens zu sein, welches sich im rasanten Wachstum befindet. Fehler passieren, neue Mitarbeiter kommen, andere gehen – es ist spannend, es ist aufregend und teilweise überwältigend. Führungskräfte müssen trotz allem einen kühlen Kopf bewahren. Es geht darum, in die Zukunft zu schauen, Strategien zu entwickeln und vor allem, Strukturen zu schaffen. Gibt es ein Gerüst, an dem sich alle Beteiligten festhalten können, ist der Wachstums-Tornado keine Herausforderung mehr.