Stressbewältigung: Die Stressfaktoren der neuen Arbeitswelt

Stressbewältigung: Die Stressfaktoren der neuen Arbeitswelt

Stressfaktoren und Stressbewältigung früher und heute – hat sich viel verändert?

Der Kapitän steht auf der Brücke. Das Steuerrad in der Hand, ein Auge auf die Landkarte, das andere auf den Horizont gerichtet. Die Expedition verläuft bisher ohne Zwischenfälle. Die Suche nach neuem Land, finanziert von der britischen Krone, neigt sich dem Ende zu. Zwar sind die Wellen hoch und der Wind stark, aber er hat das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben. Er vertraut seinen Matrosen. Jeder weiß, was vom ihm oder ihr erwartet wird. Jeder kennt die eigenen Aufgaben.

 Stressbewältigung - Wie meistert eine Führungskraft Stressfaktoren unserer Arbeitswelt?

 

Die Rolle des Kapitäns gleicht der eines mittelalterlichen Kriegsherren, der eines frühen Mount-Everest-Expeditionsleiters und der einer Führungskraft in einem modernen Unternehmen. Sie alle treffen Entscheidungen, setzen Prioritäten und wählen Menschen aus, von denen sie überzeugt sind, dass sie eine Aufgabe am besten erfüllen können. Stehen alle diese Führungskräfte vor der gleichen Herausforderung? Nein.

Das Arbeitsumfeld, in dem wir uns heute bewegen, hat sich verändert. Unsere VUKA-Welt ist volatil, unsicher, komplex und ambivalent. Wir arbeiten vernetzter, flexibler und digitaler als zuvor. In dieser Entwicklung liegen eine ganze Menge Chancen, keine Frage. Die Arbeitswelt 4.0 bringt aber auch großen Druck und emotionale Herausforderungen mit sich. Was sind diese neuen Stressfaktoren? Und wie können wir in dieser heißen, sich immer schneller drehenden Welt einen kühlen Kopf bewahren.

Resilienz – Die wichtigste Ressource für deine Gesundheit

Egal welche Stürme toben, egal ob man ab und zu vom Kurs abkommt – es gibt Menschen, die jede Krise zu meistern scheinen. Sie sind mit einer außerordentlichen mentalen Widerstandskraft ausgestattet und verfügen über eine Ressource, die es ihnen ermöglicht, Rückschläge mit Leichtigkeit zu verkraften. Diese Menschen sind resilient.

Resilienz ist die Fähigkeit, …

… eine Krise relativ schnell und unbeschadet zu meistern und sogar Vorteile oder neues Wissen aus Rückschlägen zu ziehen.

… die eigenen Energiereserven richtig zu steuern und einzusetzen. Eine resiliente Persönlichkeit kann Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden und flexibel auf Stressfaktoren reagieren.

… sich in stressigen Situationen auf die eigenen Werte und Stärken zu besinnen.

… Entscheidungen auch dann treffen zu können, wenn die genauen Auswirkungen ungewiss sind.

Wie resilient du bist, kann einen direkten Einfluss auf deine Gesundheit und deine Kompetenzen als Führungskraft haben. Bist du in der Lage, deine eigenen Stresssymptome zu erkennen? Ja? Prima, dann kannst du auch an deiner Resilienz arbeiten und dich den Stressfaktoren der neuen Arbeitswelt stellen.

Stressbewältigung - Multitasking kann ein Stressfaktor sein.

 

Die Stressfaktoren der Arbeitswelt 4.0

Kommt ein Sturm auf, steht der Kapitän sicher unter Stress. Hat er Ärger mit seiner Frau, weil er ständig nur auf Reisen ist, wird ihn das wohl auch stressen. Und wie sieht es im Büro aus? Welche Stressfaktoren gibt es für Führungskräfte in unserer modernen Arbeitswelt?

Ungewissheit

Was heute gilt, muss morgen nicht mehr stimmen. Was gestern noch wichtig war, interessiert heute schon niemanden mehr. Klar, das klingt dramatisch. Fakt ist, Veränderungen sind Teil unseres täglichen Lebens und oft ist der Ausgang oder die Reichweite einer Entscheidung nicht vorhersehbar. Diese Ungewissheit, das Nichtwissen, was die Zukunft bringt, sorgt für Stress. Selbst wenn du dich vorbereitest, genügend Ressourcen und Zeit hast, wirst du nicht in jeder Situation in der Lage sein, das Ergebnis vorherzusagen.

Tipp zur Stressbewältigung:

Veränderungen wird es immer geben. Das kannst du nicht verhindern. Es ist, wie es ist. Die Frage ist nur, wie du über diese Veränderungen denkst und was du aus ihnen machst. Deshalb: Übe dich in Akzeptanz! Was du ändern kannst, ändere! Was du nicht beeinflussen kannst, das akzeptiere! Lasse die Dinge auf dich zukommen! Das Ungewisse bringt viel öfter, als du annehmen magst, auch neue Chancen und Inspiration mit sich.

Unsicherheit

Unsicherheit herrscht, wenn wir glauben, einer Aufgabe nicht gewachsen zu sein; wenn wir nicht wissen, was von uns erwartet wird; aber auch dann, wenn wir meinen, unser Arbeitsplatz wäre nicht sicher. Modelle wie Leih- und Zeitarbeit verlangen uns Flexibilität und Mobilität ab und erschweren das Schmieden von Lebensplänen. Diese Unsicherheit resultiert wiederum oft darin, dass wir immer vom Schlimmsten ausgehen. Wenn wir nicht zu viel erwarten, können wir nicht enttäuscht werden, richtig? Durch diese Lebenseinstellung verstärkt sich die Angst jedoch umso mehr.

Tipp zur Stressbewältigung:

Sei optimistisch! Leichter gesagt als getan, oder? Tatsächlich gibt es Menschen, die sind von Haus aus optimistischer als andere und es ist nicht einfach, die eigene Persönlichkeit zu ändern. Dennoch kannst du dich auf deine eigenen Stärken und Schwächen besinnen und in schwierigen Situationen fragen: „Bin ich wirklich schuld oder gab es noch andere Faktoren, die diesen Zustand verursacht haben?“ Wer realistisch optimistisch ist, der sucht die Ursache für Krisen nicht nur bei sich selbst, sondern auch in den Umständen.

Negative Gedanken bringen dich nicht weiter, ganz im Gegenteil. Darum: Feiere deine Erfolge! Sei dankbar für alles, was gut lief, und für alles, was dir Freude bringt! Lächle viel und achte auf deinen Körper! Er hat einen direkten Einfluss auf deine Gedanken und Gefühle. Hast du eine positive Grundhaltung, wird sich dein Blick außerdem automatisch auf deine Chancen und Möglichkeiten richten. Die verpasst du nämlich oft, wenn du mit gesenktem Blick und hochgezogenen Schultern durch die Gegend läufst.

Entscheidungen treffen

Alle diese Stressfaktoren, die ich hier aufzähle, stehen natürlich nicht alleine da. Sie bauen aufeinander auf und beeinflussen sich gegenseitig. Ungewissheit und Unsicherheit beeinflussen die Fähigkeit, Entscheidungen treffen zu können. Diese Aufgabe ist allerdings eine der wichtigsten im Führungsalltag. Wer soll wann welche Aufgabe übernehmen? Neues Personal einstellen? Einen Kollegen entlassen? Vor allem wenn wir viele Optionen haben, kann uns der Druck, die „richtige“ Entscheidung zu treffen, emotional ungemein herausfordern. Aus Angst, uns falsch zu entscheiden, machen wir dann doch lieber gar nichts. Unbewusst ist aber auch das eine Entscheidung, nämlich die, gar nichts zu ändern. Dadurch löst sich die Situation aber nicht in Luft auf. Die Entscheidung ist immer noch da, wir schieben sie nur vor uns her und innere Konflikte keimen auf.

Tipp zur Stressbewältigung:

Für jede Situation gibt es eine Lösung. Klar, die ist vielleicht nicht die „einzig Richtige“ oder gleich offensichtlich, aber finden kannst du sie nur, wenn du nach ihr suchst, statt dich ewig lang mit dem eigentlichen Problem aufzuhalten. Deinen Fokus solltest du auf das Handeln richten, nicht auf die Ursachensuche und das Selbstmitleid.

Wonach richtest du deine Entscheidung aus? Nach welchen Kriterien setzt der Kapitän seine Segel? Wir alle brauchen einen Kompass, wenn nicht sogar mehrere. Der erste Kompass ist Teil unserer Persönlichkeit. Er symbolisiert unsere Werte und Leitlinien. Sind dir deine Werte klar? Der zweite Kompass beeinflusst dich von außen – da sind die Unternehmensstrategie, -werte und -ziele sowie die Erwartungen von anderen. Bist du dir beider Kompasse bewusst, wirst du erkennen, in welche Richtung sie dich lenken.

Der falsche Job

Wenn du schon auf dem Weg ins Büro schlechte Laune bekommst, wenn dich deine Aufgaben langweilen, wenn du ein kreativer Typ bist, aber im Controlling arbeitest, dann hast du schlichtweg den falschen Job. Viele, viel zu viele Menschen haben eine Arbeit, die nicht ihren Fähigkeiten oder Interessen entspricht. Auf Dauer stresst die fortwährende Unzufriedenheit, Unter- oder Überforderung und kann sogar zu Burnout führen.

Tipp zur Stressbewältigung:

Um bei der Arbeit motiviert und leistungsfähig zu bleiben, solltest du dir regelmäßig die Frage beantworten: „Warum mache ich das eigentlich?“ Einen Sinn im eigenen Job zu sehen und das Gefühl zu haben, etwas zum großen Ganzen beizutragen, ist für das eigene Glück so richtig wichtig. Ist das nicht gegeben, solltest du ernsthaft über einen Berufswechsel nachdenken.

Kein Raum für das Privatleben

Es ist Freitag, 16 Uhr. Dein Vorgesetzter kommt an deinem Schreibtisch vorbei und wedelt einen Stapel Dokumente durch die Luft. „Ich muss los. Kannst du das noch schnell überarbeiten und dann in die Post legen? Das muss noch raus“, sagt er und ist auch schon wieder verschwunden.

Kennst du sie aus deinem eigenen Büro? Oder bist du selbst einer? Ein Ja-Sager und Immer-freundlich-Nicker? Bei den Kollegen sind sie äußerst beliebt, denn sie übernehmen Aufgaben, die man selbst nicht erledigen will, und bleiben auch gern mal länger. Wer keine Grenzen setzen und nie „Nein“ sagen kann, bleibt allerdings selbst auf der Strecke. Mehr Zeit im Büro bedeutet immer, dass weniger Zeit für die Familie und Freunde bleibt. Zu viele Aufgaben, zu wenig Zeit – das stresst.

Tipp zur Stressbewältigung:

Lerne „Nein“ zu sagen! Nicht immer, nicht zu jedem, nicht bei jeder Aufgabe, aber vor allem dann, wenn du das Gefühl hast, selbst auf der Strecke zu bleiben. Fällt dir das schwer? Dann frage dich zuallererst, warum das so ist! Hast du Angst davor, abgelehnt zu werden oder egoistisch zu wirken? Oder suhlst du dich tatsächlich in dem Gefühl „gebraucht zu werden“?

Als Führungskraft ist richtiges Delegieren absolut wichtig. Das fällt vielen Menschen allerdings schwer. Doch das Privatleben leidet, wenn man der Meinung ist, im Arbeitsleben unabdingbar zu sein. Verabschiede dich von dem Gedanken, dass nur du deine Aufgaben richtig erledigen kannst und nimm dir die Zeit, andere ordentlich einzuarbeiten. Es wird sich lohnen!

Dauererreichbarkeit

Liest du deine dienstlichen E-Mails auch am Abend? Nur noch schnell die Kundenanfrage beantworten, nur mal kurz checken, was für nächste Woche im Kalender steht, nur mal schnell den neuen Einfall auf die To-do-Liste setzen – viele von uns sind heute dauer-erreichbar. Warum auch nicht? Mit dem Smartphone nimmst du die Arbeit mit nach Hause und kannst sie auch vom heimischen Sofa aus erledigen, während du die neue Netflix-Serie schaust. Irgendwann geht es dir dann aber so wie deinem Handy: Sind die Akkus leer, ist Schluss.

Tipp zur Stressbewältigung:

Ist die ständige Erreichbarkeit eine tatsächliche Erwartungshaltung, die dein Chef, deine Kunden oder deine Kollegen haben? Oder glaubst du nur, dass genau das von dir erwartet wird? Vielleicht machst du dir den Druck auch ganz allein. Unausgesprochene Regeln stellen wir selten – und vor allem nicht offen – infrage. Jeder denkt, er müsste immer, und niemand traut sich etwas zu ändern. Beschwer dich nicht, fokussiere dich nicht auf das Problem, sondern überlege dir praktische Lösungsansätze!

Fazit – Neue Anforderungen erfordern neues Stressmanagement

 Die Liste der Stressfaktoren ist natürlich nicht vollständig. Das kann sie auch nicht sein, denn jeder von uns fühlt sich durch ganz unterschiedliche Dinge und Situationen überfordert. Dementsprechend unterscheiden sich auch die Stresssymptome und die Maßnahmen zur Stressbewältigung.

Unser Stressmanagement Seminar richtet sich an jeden, der sich von den Herausforderungen der neuen Arbeitswelt überfordert fühlt und an der eigenen Resilienz arbeiten möchte. Bist du dabei?

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Stressmanagement Seminar: Was wir von Bambus lernen können

Stressmanagement Seminar: Was wir von Bambus lernen können

An meinem kleinen Gartenteich wächst Bambus. Ich sitze auf der Terrasse, genieße das Wetter und beobachte, wie sich die Halme leicht im Wind wiegen. Wusstest du, dass Bambus Temperaturen bis zu -20 °C aushält und selbst im Winter noch Blätter treibt? Er wächst besonders schnell (bis zu einem Meter pro Tag), hält Stürmen stand und war außerdem die einzige Pflanze, die Hiroshima überlebte. Bambus ist die widerstandsfähigste Pflanze der Erde und während ich so unter meinem Sonnenschirm sitze, kommt mir eine Frage: „Können Menschen auch schaffen, was Bambus schafft?“ Der Samen für unser Stressmanagement Seminar war gestreut.

Können wir, was Bambus kann?

Jeder von uns hat einen Bambushalm in sich, jeder von uns besitzt eine innere Widerstandsfähigkeit. Entscheidend ist, ob wir diese freilegen, nutzen und stärken. Wer wie Bambus in der Lage ist, selbst bei Stress, Misserfolgen und Krisen über sich hinauszuwachsen, der ist resilient. Wer positiv in die Zukunft schaut und akzeptiert, was nicht veränderbar ist, der besitzt Widerstandskraft. Diese ist vor allem in unserer von Unsicherheiten geprägten Arbeitswelt gefragt, um mit den anspruchsvollen, neuen Herausforderungen umgehen zu können.

Ein Stressmanagement Seminar kann bei der Bewältigung der täglichen Herausforderungen helfen.

Neurowissenschaften haben herausgefunden, dass wir keinesfalls dazu verdammt sind, unser Leben lang in der gleichen Art und Weise zu handeln und zu denken. Wir können unsere innere Einstellung, also unser Mindset, verändern und den Gegebenheiten anpassen – wenn wir es nur wollen. Förderliche, positive Gedanken können wie ein Muskel trainiert werden. Lernen wir etwas Neues, wird eine Verbindung zwischen zwei Nervenzellen geformt. Wiederholen wir diesen Gedanken oder diese Handlung immer wieder, wird auch die Verbindung stärker. Diese Tatsache können wir durchaus zu unserem Vorteil nutzen.

Jede kleine Neuerung im Fühlen, Denken und Handeln kann in unserem Gehirn einen Domino-Effekt auslösen. Indem wir das Muster unserer Nervenverbindungen umstellen, die sich durch Routine und statisches Denken gebildet haben, ändern sich gleichzeitig andere Bereiche unseres Gehirns.

Schauen wir uns einmal ein Beispiel an: Du bist im Stress. Bei der Arbeit gibt es tausend Dinge zu erledigen, deine Freunde drängen dich zu Unternehmungen, deine Familie hat hohe Erwartungen an dich. Was machst du? Du ziehst dich zurück. Du nimmst dir vor, dich vollkommen auf deinen Job zu konzentrieren, sagst deinen Bekannten ab und gehst nicht mehr ans Telefon. Dabei ist es gerade in stressigen Zeiten noch wichtiger zu wissen, dass wir ein Netzwerk haben, auf das wir uns verlassen können. Das Zusammensein mit guten Freunden kann neue Kraft geben und Prioritäten wieder ins richtige Licht rücken. Netzwerkorientierung gilt als eine der 7 Säulen der Resilienz, über die auch eingehend in unserem Stressmanagement Seminar gesprochen wird.

Was macht Bambus so resilient und was können wir von ihm lernen?

Denken wir über innere Widerstandsfähigkeit nach, gibt es kein besseres Sinnbild als die Bambus-Pflanze. Was genau macht sie so resilient und was können wir davon für uns selbst mitnehmen?

Tiefe, starke Wurzeln:

Die starken Wurzeln von Bambus reichen tief in den Boden hinein und sind weit verzweigt. Als ich kürzlich versuchte, einige der Halme rund um meinen Gartenteich zu entfernen, geriet ich ganz schön ins Schwitzen. Ist der Bambus einmal da, wird man ihn nur schwer wieder los.

Stressmanagement Seminar - Starke Wurzeln symbolisieren das Vertrauen in die Umgebung.

Bambus verzweigt seine Wurzeln weit. Mach genau dasselbe! Baue dir ein Netzwerk mit Personen auf, die dich inspirieren und bei denen du dich nicht verstellen musst und ganz du selbst sein kannst. Benötigst du Unterstützung, dann trau dich darum zu bitten und biete sie wiederum anderen an. Viele Menschen scheuen sich davor, über ihre Sorgen zu sprechen und häufen sich so innerlich einen ganzen Krisenberg an. Je gefestigter deine Wurzeln sind, desto einfacher wird es dir fallen, auch ab und an „Stopp!“ zu sagen oder um Hilfe zu bitten.

Die Wurzeln von Bambus sind stark. Du solltest eine starke, positive Grundhaltung zum Leben haben, so dass dich nichts wirklich umwerfen kann. Akzeptiere, was unabänderlich ist und übe dich in realistischem Optimismus! Um das Gehirn auf positive Gedanken zu trimmen, gibt es einfache Methoden; so hilft es, sich vor dem Einschlafen an schöne Erfahrungen zu erinnern. Hierbei vernetzen sich Neuronen und gute Gedanken werden in deinem Kopf tiefer verankert.

Natürlich besteht das Leben nicht nur aus Zuckerwatte und Einhörnern. Auch resiliente Menschen durchleben Krisen und natürlich gibt es sogar für den Bambus ab und an schwierige Zeiten. Aber auch die gehen wieder vorbei. Selbst nach dem kältesten Winter kommt wieder ein Sommer. Mit genau dieser Zuversicht sind widerstandsfähige Menschen in der Lage, eine Situation anzunehmen, sie zu verarbeiten und mit ihr zu wachsen. In unserem Stressmanagement Seminar sprechen wir unter anderem über Optimismus und Zuversicht.

Ein elastischer Stamm:

Selbst wenn der Regen peitscht und der Sturm ganze Bäume umwirft, brechen Bambusstämme nicht. Sogar wenn im Winter eine hohe Schneelast auf den Stämmen liegt, richten sie sich doch wieder auf und wachsen weiter, als wäre nie etwas gewesen. Ihr Stamm ist außerordentlich robust, belastbar und vor allem biegsam.

Stressmanagement Seminar - Flexibler Stamm als Symbol für die Selbstwahrnehmung.

 

Um so biegsam und agil wie der Bambus zu sein, ist es wichtig, genau zu wissen, wer du bist, wo deine Stärken liegen und welchen Wert du dir selbst zuschreibst. Bist du in der Lage, selbst bei hohem Druck auf deine Fähigkeiten zu vertrauen, wird es dir um einiges leichter fallen, Krisen zu meistern.

Im ersten Schritt solltest du dir bewusst zu machen, wie du über dich selbst denkst. Was sagt dir der kleine Kobold, der da oben in deinem Kopf sitzt, deine innere Stimme? Er spricht ständig und nicht immer ist er besonders freundlich. Der kleine Kobold kritisiert, nörgelt, streut Selbstzweifel und sorgt damit für eine ganze Menge Stress und Angst. Das muss nicht sein! Mache dir in einer Situation mit hoher Belastung bewusst, wie genau dein innerer Dialog aussieht! Welche Gedanken sind förderlich, welche behindern dich nur? Biete dem kleinen Mann die Stirn und übernimm die Kontrolle!

So wie du dich von deiner negativen inneren Stimme freimachen kannst, solltest du es auch von dem Bestreben, es immer allen recht machen zu wollen. Wenn du dich selbst und deine Stärken anerkennst, bist du weniger auf die Anerkennung anderer angewiesen. Der Bambus hält es eine ganze Weile ohne Wasser und Zuwendung aus. Auf Wasser solltest du nicht verzichten, dich aber wohl in Genügsamkeit üben. Hier kann ein Stressmanagement Seminar mit konkreten Tipps helfen.

Schön und gut, aber wie gewinnen wir Vertrauen in unsere Fähigkeiten? Indem wir uns Herausforderungen stellen und ab und an mit kleinen Schritten unsere Komfortzone verlassen; indem wir an dem kitzeln, was wir nicht für möglich hielten, schulen wir unsere Selbstsicherheit. Ein Stressmanagement Seminar kann dich auch hier unterstützen und Tipps zu Selbstwahrnehmung und Selbstbewusstsein geben.

Immergrüne Blätter:

Bambus verliert nie seine Blätter. Selbst im Winter sind sie grün, selbst im Sturm fallen sie nicht zu Boden. Sobald die Sonne auftaucht, wenden sie sich ihr zu. Woher nimmt der Bambus diese Kraft?

Stressmanagement Seminar - Immergrüne Blätter als Symbol für deine Ziele und Zuversicht.

Woher nimmst du deine Energie? Da wäre zum einen dein Umfeld. Wir neigen dazu, unser Denken unserer Umgebung anzupassen. Wollen wir mentale Stärke entwickeln, sollten wir, auch wenn es schwerfällt, ein negatives Umfeld verlassen und uns positiveren Gedanken zuwenden. Setzt dich beim Mittagessen doch einmal zu den Kollegen, die mit Spaß bei der Sache sind, statt dich von den Dauernörglern runterziehen zu lassen.

Ein weiterer Energiespender sind deine Visionen und Ziele. Weißt du, worauf du hinarbeitest und siehst einen Sinn in deinem Job, bist du gleich motivierter.

Last but not least: Der wichtigste Kraftspender bist du selbst.

Finde heraus, was du brauchst, um deine volle Leistungsfähigkeit zu zeigen! Teile dir deine Kraft genau ein und wende sie nicht für Dinge auf, die du nicht ändern kannst. Du bestimmst, wie viel Bedeutung du einer Sache beimisst, und du hast die Kontrolle über deine Gefühle, Gedanken und Handlungen. Du musst sie nur übernehmen. Vor allem wenn du dich in einer Führungsposition befindest, solltest du stark und zu allererst an deiner Selbstführung arbeiten. Nur wenn du dich selbst beeinflussen kannst, wird es dir gelingen, andere zu inspirieren. Fokussiere dich auf das, was dir wirklich, wirklich wichtig ist.

Wie dich ein Stressmanagement Seminar zum Bambus macht

Artikel wie den meinen gibt es einige. Du wirst Anti-Stress-Ratgeber in Frauenzeitschriften und in Internet-Foren lesen können. Ich bin mir sicher, auch deine Oma hat einen Tipp auf Lager (in meinem Fall: „Trink doch erstmal einen Tee!“). Willst du wirklich an deiner Resilienz und somit an deiner Gesundheit arbeiten, ist es für viele aber nicht mit gut gemeinten Ratschlägen getan, die man sich kurz anhört und dann wieder vergisst. Von allein bilden sich keine neuen Neuronenverbindungen.

Ein Stressmanagement Seminar mit einem verifizierten Trainer ist für viele die beste Lösung, um der Stressfalle zu entkommen. Hier werden dir praxiserprobte Tipps und Werkzeuge an die Hand gegeben und du lernst, den Druck auf dich und dein Umfeld Schritt für Schritt zu verringern. Wir werden über deine Wurzeln sprechen, von denen du jetzt noch nicht weißt, wie stark sie sind. Dann wirst du mithilfe praktischer Übungen lernen, was es bedeutet, agil und biegsam zu sein – nicht nur an der Oberfläche, sondern in deinem Mindset. Unser Stressmanagement Seminar hat das Ziel, dich für dein Arbeits- und Berufsleben zu stärken und für Belastungen fit zu machen.

Bist du dabei? Hast du Lust, an deinem inneren Bambus zu arbeiten? Dann klicke ganz einfach auf das folgende Banner und melde dich an:

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Mein Literaturtipp heute: Katharina Maehrlein: Die Bambusstrategie. Den täglichen Druck mit Resilienz meistern.

Agiles Mindset: Kommt deine innere Einstellung heute noch hinterher?

Agiles Mindset: Kommt deine innere Einstellung heute noch hinterher?

Was hat agiles Mindset mit nur „richtig wollen“ zu tun? Nun ganz einfach…

„Du musst das nur richtig wollen. Auf deine Einstellung kommt es an!“ – Wer hat diesen Spruch als Kind nicht gehört? Augenrollend drehst du dich von den Eltern weg und den Hausaufgaben wieder zu. Die Matheaufgabe ließ sich durchs „richtig wollen“ immer noch nicht lösen.

Wenige Jahre später, dein erster Job: Du füllst die Regale des heimischen Supermarktes auf. Erst die Gurken, dann die Milch, dann die Einwegrasierer, dann die Tomaten. Kurz überlegst du, wie viel schneller du doch wärst, würdest du erst das gesamte Gemüse einräumen, dann die Milchprodukte und später die Hygieneartikel. Der Gedanke verfliegt ganz schnell wieder. Die Anweisungen sind klar und hinterfragen ist nicht erwünscht.

Den ausgetretenen Pfaden zu folgen ist einfacher, als neue Wege zu finden. Und was kümmert es dich überhaupt? Am Ende des Monats bekommst du so oder so dein Geld. Diese Einstellung zieht sich durch dein Berufsleben. Plötzlich wird alles anders. Plötzlich ist von Agilität die Rede, von Eigenverantwortung, von Innovation. Es werden neue Konzepte und Strukturen eingeführt. Projekte werden in Scrums organisiert und dauern statt sechs nur noch drei Monate, Ziele ändern sich und neue Software findet den Weg in die neuen, modernen Arbeitslaptops. Im Meeting spricht plötzlich nicht mehr nur die Führungskraft, sondern jeder soll „out-of-the-box“ denken und sich kreativ beteiligen. Kommt deine Einstellung da noch hinterher? Lebst du bereits das agile Mindset, das von dir eingefordert wird?

Ein agiles Mindset ist gefragt, um die Herausforderungen der neuen Arbeitswelt zu meistern.

Was verstehen wir eigentlich unter „Mindset“?

Jeder von uns hat eine andere Vergangenheit. Ich habe nicht das gleiche erlebt wie du und du hast wiederum andere Erfahrungen gemacht, als deine Kinder machen werden. Die Summe und Wechselwirkung unserer Werte, Prinzipien, Glaubenssätze und Erinnerungen bestimmt, wie wir in einer Situation denken. Was wir denken, das entscheidet wiederum darüber, wie wir uns verhalten.

Unsere Gedanken – und infolgedessen unsere Handlungen – sind demnach gewissermaßen voreingestellt. Genau hieraus lassen sich die beiden Begriffe herauslesen, aus denen das Wörtchen agiles Mindset zusammengesetzt ist: Mind, also unser Verstand, und Set, also die Zusammenstellung. Oder anders formuliert: „integrierte Denk- und Handlungslogik“.

Das Mindset eines jeden Menschen sieht anders aus und dient für jeden von uns als eine Art Filter, durch den wir die Realität betrachten. Sind du und ich in derselben Situation, bedeutet das noch lange nicht, dass wir diese gleich interpretieren und dieselben Entscheidungen treffen.

Fixed vs. Growth Mindset

Auch wenn ich soeben von deinem Mindset als deine „Voreinstellung“ sprach, meine ich damit nicht, dass du verdammt bist, für immer so zu denken, wie du es genau jetzt, in diesem Moment, tust. Das sieht aber nicht jeder so.

Laut der Stanford Professorin Carol Dweck können wir zwei Arten des Mindset unterscheiden: Das Fixed und das Growth Mindset.

Fixed Mindset oder statisches Mindset

Viele Menschen sind der Meinung, ihnen sei von Geburt an ein festgelegtes Blatt an Spielkarten zugeteilt worden. Einige Karten sind gut und einige weniger prickelnd, aber das Blatt neu zu mischen scheint nicht möglich. Wer dieses Mindset hat, der sagt sich: „Ich bin, wie ich bin. Ich kann daran eh nichts ändern.“ Diese Einstellung erzeugt das Gefühl, etwas Höherem oder aber sich selbst ausgeliefert zu sein.

Ein agiles Mindset kann kein statisches oder Fixed Mindset sein.

Growth Mindset oder Dynamisches Mindset

Wer sich selbst als dynamisch und entwicklungsfähig sieht, der hat ein Growth Mindset. Fehler und Feedback werden als Chance zur Weiterentwicklung gesehen und Herausforderungen sind nur allzu willkommen. Die Karten, die einem zur Geburt ausgehändigt wurden, sind eine Art Leitfaden, aber über den Ausgang des Spieles entscheiden sie nicht.

Ein agiles Mindset ist auch immer ein dynamisches oder Growth Mindset.

Was erfordert die neue Arbeitswelt?

In der alten Arbeitswelt und in manchen Berufsfeldern war ein statisches Mindset nicht unbedingt hinderlich. Ganz im Gegenteil! Viele Führungskräfte sind heute in ihrer Position, weil sie sich stets an die Regeln gehalten und immer alles „richtig“ gemacht haben. Sie haben stets den Anweisungen gefolgt und sich informiert, welche Fehler unbedingt vermieden werden sollten. Natürlich hat nicht jeder der hier beschriebenen Führungskräfte ein Fixed Mindset, aber alte Strukturen haben das Aufkommen neuer Ideen teilweise gar nicht zugelassen und jeden, der kreativ werden wollte, unterdrückt.

Heute sieht der ideale Mitarbeiter und der perfekte Vorgesetzte anders aus. Agil, also veränderlich soll er sein, sich anpassen können, kreativ werden und kooperativ im Team handeln. Passt das Denken der soeben beschriebenen Führungskräfte also noch zu den Anforderungen ihres Umfeldes? Nein. Ein Mindshift, ein Umdenken ist gefragt. Wie aber genau sieht das aus?

Agile Methoden brauchen ein agiles Mindset

Es tönt von allen Häuserdächern: Die neue Arbeitswelt ist hier. Digitalisierung, New Work, VUCA-Welt – Buzzwords machen die Runde und jede Führungskraft, die von sich behauptet, modern zu sein, will ganz vorn mitspielen. Da gibt es nur eine klitzekleine Hürde: Agile Methoden lassen sich ohne ein agiles Mindset nicht erfolgreich umsetzen. Ohne ein Umdenken verpufft alles, was du in deinem gedanklichen Werkzeugkoffer von der letzten Must-do-Schulung mitgebracht hast.

Die gute Nachricht: Eine Entwicklung des agilen Mindset ist möglich, nicht von heute auf morgen, aber Schritt für Schritt und angefangen bei dir selbst.

Wer die Welt verändern will, muss bereit sein, seine Komfortzone zu verlassen.

Einen guten Vergleich bietet uns das Silicon Valley: Hier gründeten Steve Jobs und Mark Zuckerberg ihre Unternehmen und revolutionierten mit ihnen die Welt. Was verbindet sie und die vielen anderen genialen Unternehmer aus dem Valley? Es ist eine ganz bestimmte Denkweise: Das agile Mindset.

Grundlage dafür sind Kreativität und Einfallsreichtum. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, über Grenzen hinaus zu denken – und die Bereitschaft, seine Komfortzone zu verlassen.
Bahnbrechende Neuerungen entstehen jedoch nie auf geraden Wegen oder über Nacht. Ebenso ist es mit dem agilen Mindset, aber dazu später mehr.

Deshalb ist auch Mut eine zentrale Eigenschaft der Pioniere aus dem Silicon Valley. Wer völlig neue Wege sucht, darf keine Angst vorm Scheitern haben. Und genau diese angstfreie, positive Einstellung zum Scheitern ist im Valley sehr verbreitet. Kaum eine Unternehmung war hier auf Anhieb erfolgreich. Nahezu alle Akteure mussten Rückschläge einstecken, haben aus Fehlern gelernt und sich neu aufgerappelt, bevor sie durchstarten konnten.

Nur mit dieser Haltung gelingt es, sein Mindset und seine Produkte nicht nur Schritt für Schritt, also inkrementell zu verbessern, sondern echte Innovationen zu erschaffen, also disruptiv zu agieren.

Beispiele für eine solche disruptive Entwicklung in der Vergangenheit sind die Erfindung des Rads, des Flugzeugs und des Internets. Auch das Start-up Uber, das seit 2009 weltweit den Taximarkt durcheinanderwirbelt, ist eine disruptive Innovation. Es vermittelt Transportdienste zwischen Fahrgästen und Haltern von Privatautos. Ein völlig neuer Ansatz, konsequent und global durchgesetzt – eine typische Idee, die durch ein agiles Mindset, entstehen kann.

4 Schritte hin zu einem agilen Mindset

Die folgenden vier Schritte wurden von der Management- und Karriereberaterin Svenja Hofert entwickelt.

Schritt 1 zum agilen Mindset: Selbstwahrnehmung

Wenn du mit Menschen arbeitest und sie entwickeln willst, dann schau zuerst in dich selbst hinein. Bist du der Meinung, du selbst kannst dich nicht verändern, dann wird es dir schwerfallen, eine Weiterentwicklung in deinen Mitarbeitern hervorzurufen.

Bist du eine der Personen, die immer alles „richtig“ machen möchte, dann habe ich einen Rat für dich: Mach dich mal locker! Du magst stets nach der perfekten Anleitung und dem unfehlbaren Plan suchen, aber du solltest lernen, dass keiner von uns vollkommen ist. Um innovativ neue Wege zu gehen, musst du auch ab und an falsch abbiegen.

Schritt 2 zum agilen Mindset: Selbstkenntnis

Hast du eine Mission? Folgst du bestimmten Werten? Ja? Gut so! Sie weisen dir die Richtung und können dir, wenn du dich auf sie besinnst, dein eigenes Handeln erklären. Du bestimmst, wie dein agiles Mindset, also der Filter, durch den du deine Realität wahrnimmst, aussieht. Du kannst nicht immer beeinflussen, in welcher Situation du dich befindest, aber du kannst immer entscheiden, wie du über sie denkst.

Sieh deine Werte und Prinzipien allerdings nicht als etwas Starres an und hinterfrage sie regelmäßig.

Schritt 3 zum agilen Mindset: Selbstaktualisierung

Werde dir bewusst, dass du kein Sklave deiner aktuellen Situation bist. Du kannst dich verändern, du kannst deine Werte neu ausrichten und dich weiterentwickeln.

Bitte deine Kollegen zum Beispiel um ein Feedback und lerne, konstruktive Kritik anzunehmen. Verlasse deine Komfortzone ab und an und in kleinen Schritten.

Schritt 4 zum agilen Mindset: Selbstentwicklung

In diesem Schritt gehst du, wenn nicht schon zuvor geschehen, vom Denken ins Handeln über. Was willst du dich tatsächlich verändern und wie? Setze dir Ziele und behalte dir vor, diese zu kalibrieren. Dann zieh los und mach!

Infografik - Was ist ein agiles Mindset und was braucht es?

Fazit – Feuer dein agiles Mindset an, damit es wieder in die Spur kommt

Die soeben genannten vier Schritte sind auf keinen Fall eine feste, starre Anleitung, denn damit wäre das gesamte Ziel dieses Beitrages verfehlt. Vielmehr sollen sie eine Inspiration sein, an dir selbst zu arbeiten und Dinge zu hinterfragen. Dein agiles Mindset macht den Unterschied.

Emotionsarbeit: Welche Gefühle sind im Arbeitsleben erlaubt?

Emotionsarbeit: Welche Gefühle sind im Arbeitsleben erlaubt?

Roboter lösen uns nach und nach ab. Die Digitalisierung ist auf dem Vormarsch. Früher musste ich mein Licht noch selbst ausschalten, heute macht das Alexa für mich. Sie schreibt übrigens auch meine Einkaufsliste, speichert meine Termine und spielt für mich eine Schnulze, wenn ich mal schlecht drauf bin. Nur erkennen, wie es mir geht, das kann sie noch nicht. Alexa fühlt nicht. Sie hat keine Emotionen, kein Auf und Ab. Sie weiß nicht, was Angst oder Glück ist.

Roboter mit Herzluftballon: Roboter leisten keine Emotionsarbeit

Auch Sebastian ist wie Alexa. Nein, nicht klein und rund, sondern wie ein Roboter. Bei der Arbeit zumindest. Dort muss es schließlich professionell zugehen.

Sebastian führt seit fünf Jahren ein Team von 25 Mitarbeitern in einem Versicherungsunternehmen. Zwar verbringt er täglich viel Zeit mit seinen Kollegen, aber er kennt sie nicht wirklich. Er versucht, sich immer möglichst seriös zu geben und ist stets darauf bedacht, respektiert zu werden. Sebastian ist ein Manager. Er weiß, was bis wann fertig sein muss, er kennt die Zahlen des letzten Quartals aus dem Kopf und rümpft die Nase, wenn jemand zehn Minuten zu spät kommt. Er weiß aber auch, wann er lächeln sollte und dass er den Kopf in Empathie neigen muss, wenn ihm eine Mitarbeiterin erzählt, dass ihr Mann beim Schneiden der Hecke von der Leiter gefallen ist.

Es ist nicht so, dass Sebastian keine Gefühle hat. Die haben wir schließlich alle. Sebastian meint nur, er dürfe im Job nur die Gefühle zeigen, die von ihm verlangt werden.

Wahre, raue Emotionen gehören nicht in die Arbeitswelt. Wer die eigenen Gefühle zeigt, der ist schwach und verletzlich, der wird weniger respektiert. Außerdem können Emotionen auch ganz schnell einmal die klare Sicht verschleiern und somit rationales Entscheiden erschweren.

Sebastian übernimmt also nicht nur Führungs-, sondern auch Emotionsarbeit.

Gefühle zeigen: Emotionsarbeit bei Führungskräften

Was ist Emotionsarbeit?

Jeder Job bringt ein gewisses Portfolio an Erwartungen mit sich. Ein Flugbegleiter soll auch dann lächeln, wenn ein Kleinkind andauernd den Gang versperrt, eine Altenpflegerin soll ermutigend und eine Führungskraft inspirierend und selbst motiviert sein. Um diese Erwartungen zu erfüllen, leisten viele von uns – eigentlich wohl jeder – Emotionsarbeit.

Die amerikanische Soziologin A. R. Hochschild verwendete diesen Begriff zuerst. Sie versteht darunter die Beeinflussung der eigenen Gefühle, so dass Mimik, Gestik und unsere Kommunikation mit den an uns gestellten Erwartungen übereinstimmen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob unser Verhalten mit unseren inneren Empfindungen übereinstimmt oder nicht.

Von Sebastian wird zum Beispiel erwartet, dass er erfolgshungrig ist. Das hat man ihm bei der Beförderung so gesagt. Das war ein Kriterium, weshalb er eingestellt wurde. Nun fürchtet er sich vor jedem Meeting mit seinem Chef, weil er weiß, dass er dort diese Gefühle zeigen muss – und hat sie eigentlich gar nicht. Derzeit fehlt ihm ganz einfach die Motivation, um Innovation vorantreiben zu wollen.

Emotionsarbeit klingt irgendwie stressig, oder? Ist es auch!
Viele Mitarbeiter und Führungskräfte meinen, ihre eigentlichen Emotionen seien bei der Arbeit nicht gefragt oder nicht einmal erlaubt. Ist das so?

Emotionsarbeit : Gefühle liegen wie bei einem Eisberg unter der Oberfläche

Sind Gefühle in der Arbeitswelt erlaubt?

Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen positiven und negativen Gefühlen. Damit ist aber nicht gemeint, dass es gute und schlechte Emotionen gibt. Die Natur hat uns so ausgestattet, dass jedes unserer Gefühle ein bestimmtes Ziel verfolgt. Sie sind das Bindeglied zwischen einer Beobachtung und einer darauf ausgerichteten Reaktion. Standen einem unserer Vorfahren vor Furcht die Nackenhaare hoch, dann war der Säbelzahntiger wahrscheinlich nicht weit. Angst macht uns aufmerksamer, Freude macht uns energiegeladen und Zorn entschlossen.

Diese Reaktion wurde von der Natur so vorprogrammiert und unsere Nerven im Gehirn entsprechend so verdrahtet. Paul Ekman, ein US-amerikanischer Psychologe, hat herausgefunden, dass es sieben primäre, angeborene Reaktionsmechanismen gibt, die wir durch unser limbisches System ganz automatisch zeigen. Martin Hess, ein deutscher Unternehmensberater, erklärt im folgenden Videoausschnitt anschaulich, welche das sind und warum auch negative Gefühle ihren Zweck haben.

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Gefühle zeigen: Ja, aber bitte die richtigen

Wie aber sieht es mit Traurigkeit, Frustration und Angst am Arbeitsplatz aus? Hast du schon einmal eine Kollegin bei der Arbeit weinen sehen? Überlege dir mal, was du dir in dem Moment gedacht hast. Warst du empathisch oder dachtest du: „Mensch, die soll sich aber jetzt mal zusammenreißen“? Kam dir Letzteres in den Sinn, so ist es dir auf keinen Fall zu verübeln. Uns wird schon von Kindheit an erzählt, dass Indianer keinen Schmerz kennen, Jungs nicht weinen und Mädchen nie die Beherrschung verlieren.

Negative Gefühle sind tabu! Lächelnd am Schreibtisch sitzen und dann in die Toilette verschwinden, um sich erst einmal richtig auszuheulen? Das Glas immer halb voll, statt halb leer anzusehen. Auch darüber sprach Martin Hess in seinem Vortrag.

Keine Frage, negative Emotionen sind nichts Angenehmes, weder für denjenigen, der sie zeigt, noch für diejenige, die auf sie reagieren muss. Aber: Auch Angst und Ärger müssen raus, sonst kommt es zum Gefühlsstau. Wer Stress und Frust zu lange mit sich herumträgt und dann noch gegenteilige Emotionsarbeit leisten muss, der wird diesen Druck früher oder später nicht nur mental, sondern auch körperlich spüren. Emotionaler Stress kann zu Burn-out und Depressionen führen, und dann bröckelt auch die Fassade, die man dank anstrengender Emotionsarbeit aufgebaut hat.

Emotionsarbeit: Gefühle bei der Arbeit nicht erlaubt

Wir sind alle Menschen – Gefühle gehören dazu

Fakt ist: Wir sind alle Menschen und Gefühle gehören nun einmal zum Menschsein dazu. Wir mögen denken, dass wir nur rational entscheiden, aber Neurowissenschaftler haben unlängst herausgefunden, dass das Emotionszentrum (limbische System) in unserem Gehirn für sämtliche Entscheidungen verantwortlich ist. Es wirkt wie eine Art Filter, ob und welche Informationen an die höheren Hirnregionen weitergeleitet werden. Ausgeschüttete Hormone, also Botenstoffe, werden über die Nervenbahnen weitergeleitet und von Zellen in den entsprechenden Körperregionen aufgenommen. Unsere Entscheidungen beeinflussen dann wiederum unser Verhalten.

Stellen wir uns vor, du stehst auf der Mitte der Straße und siehst, wie ein Auto auf dich zurast. Möglicherweise kann dein analytisches Bewusstsein die Zeit bis zum Zusammenprall einschätzen, aber das lässt dich noch nicht reagieren. Ganz automatisch bekommst du auch Angst. Du könntest dich verletzen, wenn nicht sogar sterben. Dieses Gefühl ist die treibende Kraft und Motivation, damit du dich schnellstens von der Fahrbahn und somit aus der Gefahrenzone bewegst. Gefühle haben deine Energie in die richtigen Bahnen gelenkt und dein Handeln beeinflusst.

Die Macht der Gefühle beeinflusst unser Handeln

Ohne Emotionen kommt Energie also oft nicht da an, wo sie gebraucht wird. Auf den Arbeitsalltag übertragen bedeutet dies, dass sich zum Beispiel Konflikte nur durch rein logisches Denken nicht lösen lassen werden. Damit wir der Situation angemessen handeln und Beziehungen aufbauen können, müssen wir in der Lage sein, unsere wahren Emotionen zu zeigen. Wer dies nicht tut, wirkt schnell gekünstelt, kontrolliert und wenig sympathisch.

Die Arbeitswelt braucht Gefühle

Auch wenn wir mittendrin stecken, im digitalen Wandel: Authentizität ist heute wichtiger denn je. In einer Zeit, in der sich die Welt immer schneller zu drehen scheint, sucht man nach Ankerpunkten – Routinen, Menschen, denen man vertrauen kann.

Wie gewinnst du das Vertrauen einer anderen Person? Indem du ehrlich und aufrichtig bist, indem du zuhörst und … Gefühle zeigst. Roboter, Computer, Geräte mit künstlicher Intelligenz können nicht fühlen, und manche Aufgabe, mancher Konflikt lässt sich nur durch Gefühle lösen, nicht zuletzt, weil immer Kommunikation im Spiel ist.

Inspiration braucht ebenfalls Emotionen. Willst du deine Mitarbeiter so richtig begeistern, willst du sie mitreißen, dann musst du sie deine eigene Leidenschaft spüren lassen. Erst wenn du einen Funken auf deine Kollegen überspringen lässt, könnt ihr gemeinsam ein Feuer entfachen.

Stimmt die Kommunikation und wird offen mit Emotionen umgegangen, gibt es außerdem weniger Missverständnisse und Fehlinterpretationen. Wenn du dir bei einer Sache unsicher bist, kannst du das gern zugeben. Keiner von uns ist perfekt und deine Mitarbeiter werden sich ungemein wertgeschätzt fühlen, wenn du sie um Hilfe bittest oder nach ihrer Meinung fragst.

Was meinst du – wäre Innovation ohne Gefühle möglich? Wohl kaum! Um voranzukommen, brauchen wir Neugierde, wir brauchen Konflikte und Authentizität.

Gefühle sind immer Spiel.

Fazit: Gefühle in der Arbeitswelt sind nicht nur erlaubt, sondern auch gefragt.

Authentizität vs. Gefühlsmanagement

Nun muss aber klargestellt werden, dass wir keine Sklaven unserer Emotionen sind. Du hast noch lange keinen Freifahrtschein, um die Kollegin, der ein Fehler unterlaufen ist, vor Wut anzuschreien und deinen Schuh gegen die Wand zu werfen.

Im Arbeitsalltag, aber auch im Privatleben ist eine gewisse Souveränität gefragt und Konflikte sollten stets distanziert betrachtet werden. Allzu starke Gefühlsausbrüche beeinflussen zwischenmenschliche Verhältnisse und im Kollegenkreis kann das verheerend sein. Wir können authentisch und uns trotzdem unserer Rollen bewusst sein. Das hat eine ganze Menge mit Selbstwahrnehmung zu tun.

Wenn du weißt, wer du bist und wie du wirkst, lernst du deine Gefühle zu kontrollieren. Hast du dich mit deinen Stärken, Prinzipien und Werten beschäftigt, weißt du ganz genau, welche Bedürfnisse und Wünsche du nach außen transportieren kannst, ohne die Selbstkontrolle zu verlieren.

Betrachte deine Gefühle in der jeweiligen Situation als Art Information und gewinne so erst einmal einen gewissen Abstand. Du bist wütend? Gut! Atme durch! Schau zweimal hin! Hast du deine Emotion wahrgenommen, so kannst du sie auch beeinflussen. Damit meine ich nicht, dass du dich verstellen oder sie verstecken sollst. Beschäftige dich stattdessen mit der Ursache für dein Gefühl und übernimm die Verantwortung für dein Innenleben!

5 Tipps für mehr Gefühle am Arbeitsplatz

 

1. Lerne deine Gefühlswelt kennen!

Gefühle kommen, Gefühle gehen. Viel zu selten beschäftigen wir uns ehrlich mit uns selbst und hinterfragen, warum wann welche Emotionen hochkochen. Eine gesunde Selbstwahrnehmung ist die Basis emotionaler Intelligenz. Erst wenn du deine Gefühle erkennen kannst, wirst du auch in der Lage sein, sie zu kontrollieren.

2. Trainiere deine Empathie!

Erinnerst du dich an Sebastian, der seinen Kollegen Empathie nur vorspielte? Meint er wirklich, die Mitarbeiterin würde nicht bemerken, dass er sich nicht ernsthaft für sie interessiert? Und wie geht es Sebastian, der diese Emotionsarbeit liefern muss? Statt dem Empathie-Theater könnte sich Sebastian auch ganz ehrlich in die Schuhe seiner Kollegin versetzen. Versuchte er, ihre Sorgen zu verstehen, dann würde ihm klar, warum sie unkonzentriert ist, und er könnte seine Hilfe anbieten.

3. Bleib neugierig!

Neugierde ist der Schlüssel zu Innovation und zu Veränderung. Frag nach! Höre nie auf zu lernen! Erkundige dich nach dem Wochenende deiner Kollegen! Initiiere eine Ideen-Runde, in der jeder kreativ werden darf.

4. Sei konsequent!

Nichts zerstört Vertrauen schneller als Inkonsequenz. Verhalte dich so, wie du es von anderen erwartest und akzeptiere die Ecken und Kanten deiner Kollegen. Willst du mehr Gefühle bei der Arbeit zeigen, dann musst du auch mit den Gefühlen anderer umgehen können. Übe dich darum nicht nur darin, Kritik auszuteilen, sondern sie auch anzunehmen.

5. Der Ton macht die Musik!

Möchtest du deine Gefühle kommunizieren, so achte auf deine Worte! Bleibe respektvoll, wertschätzend und hinterfrage das Verhalten anderer!

Am Ende des Tages sind wir alle Menschen – auch Sebastian. Würde er seinem Chef sagen, was ihm bei der Arbeit fehlt, um motiviert zu sein, könnten Veränderungen eingeleitet werden. Würde er ab und an mehr über sich selbst lachen, käme das bei seinen Kollegen sicher gut an. Würde er Unsicherheiten zulassen und seine Mitarbeiter um Rat fragen, wären diese bestimmt ganz neu motiviert. Führungswirksamkeit ist an emotionale Reife gekoppelt und die ist erlernbar.

Deshalb: Werde dir deiner Gefühle bewusst und traue dich, sie zu zeigen!

Aufgaben einer Führungskraft: Was macht eine Führungskraft wirklich?

Aufgaben einer Führungskraft: Was macht eine Führungskraft wirklich?

Letztens auf der Familienfeier: Beim Abendessen sitze ich meinen beiden Neffen gegenüber. Beide machen derzeit eine Ausbildung in Handwerksberufen und meckern kräftig über Rotkohl und Klöße. „Mein Chef, der sitzt nur rum. Der macht den ganzen Tag gar nichts und verlangt dann von mir, dass ich auch noch die Abrechnung übernehme. Dabei wäre das doch sein Job”, sagt Max. Fabian stimmt ein: „Bei meinem Boss ist das genauso. Ich würde gern mal wissen, was der den lieben langen Tag macht. Der steht doch nur rum, trinkt Kaffee und quatscht.”

Ich sitze da, lausche und mache mir meine Gedanken. Es gibt zwei mögliche Erklärungen für die Situation, in der sich Fabian und Max befinden. Entweder sollte ihren Vorgesetzten die Unzufriedenheit ihrer Mitarbeiter einmal vor Augen gehalten werden oder aber ihnen müsste erklärt werden, welche Aufgaben eine Führungskraft oder ein Manager hat. Möglicherweise fehlt das Bewusstsein für die Verantwortung, die eine Führungsposition mit sich bringt, möglicherweise ist die Unterscheidung zwischen Führungskräften und Managern nicht ganz klar, möglicherweise stimmt an der offenen Kommunikationskultur im Unternehmen etwas nicht, möglicherweise haben Fabian und Max sich noch nie wirklich dafür interessiert, was der Chef eigentlich macht und sie suchen nur einen Schuldigen für ihre Unzufriedenheit. Wer Erwartungen hat, der schafft automatisch Rollen für einen anderen.

 

Weisst Du, was die Aufgaben einer Führungskraft wirklich sind?

 

 

Was sind die Aufgaben einer Führungskraft?

Kontrollieren, organisieren, koordinieren, planen, inspirieren, delegieren, führen, weiterentwickeln, unterstützen … Zähle doch einfach einmal auf, was du alles von einem guten Chef erwartest. Mitarbeiter wünschen sich einen authentischen Vorgesetzten, der Klartext spricht und jeden am Geschehen in der Firma teilhaben lässt. Sie wollen gelobt werden, wollen Ziele, aber auch Freiheiten. Mitarbeiter – wir alle – wollen, dass man uns zuhört und Empathie zeigt. Wir wollen gefordert, unbedingt aber auch fair entlohnt werden. Wir haben Erwartungen.

Doch wie sieht die Realität aus? Fakt ist, dass selbst vielen Führungskräften nicht ganz klar ist, welche Aufgaben sie eigentlich haben. Sie kommen am Morgen ins Büro, klappen den Laptop auf und beantworten erst einmal E-Mails. Die Flut an Anrufen, Anfragen und Nachrichten bricht nicht ab. Das Mittagessen wird am Schreibtisch hinuntergeschlungen, um keine Zeit „zu verschwenden”. Da gilt es, die täglichen Routinearbeiten zu erledigen, aber auch, die Mitarbeiter und das Unternehmen weiterzuentwickeln. Am Abend knipst dann der Vorgesetzte als Letzter das Licht aus, zieht die Tür zu und atmet einmal tief durch. Wieder ein Tag geschafft.

 

Eine Führungskraft hat zahlreiche Aufgaben, die unter einen Hut gebracht werden wollen. Hierbei gibt es Unterschiede in den Aufgabenbereichen bei Managern und Führungskräften.

 

Natürlich kann hier nicht verallgemeinert werden. Jede Branche bringt andere Anforderungen mit sich, jedes Unternehmen ist unterschiedlich gewachsen und hat verschiedene Hierarchiestrukturen. Nicht zuletzt sind wir alle nur Menschen mit Emotionen und mit 24 Stunden, die uns pro Tag zur Verfügung stehen. Wir brauchen Schlaf, Wasser und Licht, um zu überleben, und zwischenmenschliche Beziehungen und Erfolge, um glücklich zu sein. Was auch immer eine Führungskraft macht, sie wird es nur schwerlich immer jedem recht machen können. Muss sie das denn aber?

Der Unterschied zwischen einem Manager und einer Führungskraft

In der Theorie gibt es eine klare Abgrenzung der Aufgaben einer Führungskraft und denen eines Managers. Während beim Management die Erreichung eines Zieles durch Planung, Organisation und Kontrolle im Mittelpunkt steht, geht es beim Führen darum, Mitarbeiter zu beeinflussen, zu unterstützen und weiterzuentwickeln.

Ein Manager ist für die sachlich-abstrakten Faktoren verantwortlich. Er oder sie beschäftigt sich mit Budgets, Controlling, Planung und Organisation.

Eine Führungskraft ist hingegen für die emotional-menschlichen Faktoren zuständig. Er oder sie fokussiert sich auf das Stiften von Sinnhaftigkeit, auf die Definition der Unternehmenswerte und die Inspiration der Mitarbeiter.

 

Was ist der Unterschied zwischen einer Führungskraft und einem Manager?

Es ist also klug, zwei verschiedene Personen mit unterschiedlichen Charakteren anzustellen. Der eine organisiert, kontrolliert und plant, der andere entdeckt Neuland und kümmert sich um die Herausforderungen, vor dem Unternehmen und Mitarbeiter stehen. In der Praxis ist dies nicht immer möglich, und so stehen viele Führungskräfte vor der Aufgabe, beides zu tun: zu managen und zu führen. Wie lässt sich beides unter einen Hut bringen? Indem man in unterschiedliche Rollen schlüpft.

Authentizität vs. Rollenspiel

Eine Führungsposition bringt ganz unterschiedliche Anforderungen mit sich, die es erforderlich machen, in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Wir Menschen machen genau das ständig – nicht nur im Arbeits-, sondern auch im privaten Umfeld. Schließlich haben unsere Kinder andere Erwartungen an uns als unsere Freunde, Nachbarn, unser Bruder, der Fußballtrainer und der Lehrer. Manche Rollen übernehmen wir gern, andere eher ungern. Manchen können wir gerecht werden, anderen nicht.

Um glücklich zu sein und authentisch leben zu können, ist es wichtig, sich mit den Rollen auseinanderzusetzen, die man übernimmt oder denen man ausgeliefert ist. Stress kann zum Beispiel dann entstehen, wenn wir ganz mit unserer Rolle verschmelzen und zum Beispiel nur noch Führungskraft sind. Konflikte entstehen, aber eben auch dann, wenn wir uns weigern, eine Rolle anzunehmen. Wurde jemand zum Beispiel zum Manager befördert, nimmt aber weiterhin „nur” die Rolle des Mitarbeiters ein, so wird das Auswirkungen auf die Zufriedenheit der Kollegen haben.

 

Eine Führungskraft nimmt zahlreiche unterschiedliche Rollen ein.

 

7 „Rollen“ einer Führungskraft

Leader

Inspirieren kann nur, wer wirklich Leidenschaft für eine Sache zeigt. Zu den Hauptaufgaben einer Führungskraft gehört es, den Mitarbeitern die Vision, die Ziele, Strategien und die Werte eines Unternehmens zu vermitteln. Wer sich in genau diesen selbst wiederfindet, der wird motiviert auf die Unternehmensziele hinarbeiten. Zur Personalführung gehört außerdem das Einstellen und Schulen neuer Kollegen, Feedbackgespräche, der Aufbau positiver Beziehungen zu den Mitarbeitern und das Anbieten von Unterstützung.

Galionsfigur

Du repräsentierst als Führungskraft dein Unternehmen, deine Abteilung, dein Team und dessen Leistungen.

Vorbild

Als Führungskraft solltest du stets mit gutem Vorbild vorangehen. Das bedeutet nicht, dass du immer perfekt sein musst. Das ist schließlich keiner von uns.
Entscheidend ist aber, wie wir mit unseren Schwächen, wie wir mit Fehlern und Unwissen umgehen. Ziehst du andere zu Rate? Gibst du einen Fauxpas zu? Übernimmst du Verantwortung für dein Handeln?

Radarschirm und Sender

Kommunikation und somit der Austausch von Informationen ist für Führungskräfte unabdingbar. Führungskräfte sprechen mit Mitarbeitern und dem Vorstand, suchen und finden ständig neue, innovative Ideen; sie pflegen professionelle Netzwerke und geben die gesammelten Informationen an entsprechende Stellen weiter.

Unternehmer

Fühlt sich jeder Angestellte – die Führungskraft eingeschlossen – als Mitunternehmer, so werden alle auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten. Hierfür müssen Entscheidungen getroffen werden, jeder muss sich weiterentwickeln und Verbesserungen für bestehende Prozesse finden. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, Erfolge gemeinsam zu feiern und jeden einzelnen in die Geschehnisse im Unternehmen einzubeziehen. Wie sieht es bei dir aus? Wie kannst du deine Mitarbeiter zu Mitunternehmern machen?

Verhandlungsführer und Vermittler


Auch wenn es uns nicht unbedingt bewusst ist: Wir verhandeln und vermitteln ständig. Als Führungskraft ist es deine Aufgabe, mit dem Vorstand über Ressourcen und mit den Mitarbeitern über Gehalt und Positionen zu verhandeln. Du vermittelst zwischen verschiedenen Personen und deren Erwartungen, zwischen verschiedenen Denk- und Sichtweisen. In manchen Unternehmen zählt auch der Kontakt mit wichtigen Kunden und Partnern zum Aufgabengebiet der Führungsriege.

Problemlöser


Konflikte, Krisen, Fehler und Herausforderungen sind unvermeidbar und das ist auch okay so. Wir lernen aus schwierigen Situationen und sie geben uns die Chance, innovative neue Lösungen für unser Unternehmen zu finden. Eine konstruktive Fehlerkultur, die gute Zusammenarbeit im Team und lösungsorientiertes Denken ist hierbei Voraussetzung, um ein Schiff sicher durch jeden Sturm zu segeln.

Neben diesen kann eine Führungskraft natürlich noch weitere Rollen und somit auch Aufgaben übernehmen. Abhängig ist dies immer von den Erwartungen, die seitens des Vorstandes und der Mitarbeiter gestellt werden. Auf diese Anforderungen hast du als Führungskraft in der Regel keinen Einfluss. Du kannst nur entscheiden, wie du mit deiner Rolle umgehst, ob du sie akzeptierst und dich mit ihr wohl fühlst. Hier ist eine gesunde Selbstwahrnehmung gefragt. Frag dich selbst, ob du dir all deiner Rollen bewusst bist und wie du sie anderen vermittelst!

Sind sich Max und Fabian der Rollen ihrer Führungskräfte bewusst? Wahrscheinlich nicht.