Warum du vielleicht nicht für die Führungsposition geschaffen bist

Warum du vielleicht nicht für die Führungsposition geschaffen bist

Du liebst deinen Job? Bist motiviert, kompetent und ehrgeizig? Dann bist du der perfekte Kandidat für eine Führungsposition, oder? Ein Team zu managen würde bedeuten, du kannst dein Wissen teilen und andere mit deiner Arbeitsfreude anstecken.

Moment mal – es gibt da doch die ein oder andere Herausforderung, die eine Führungsposition mit sich bringt. Während deines Arbeitsalltags wirst du nur wenig darauf vorbereitet, was es heißt, Führungskraft in unserer schnellen, modernen und digitalen Welt zu sein.

Auch wenn die Rolle eines Vorgesetzten natürlich erst einmal deinem Ego und möglicherweise auch deinem Portemonnaie gut tut, ist sie es vielleicht nicht wert.Tatsächlich streben laut einem Artikel der ZEIT immer weniger junge Berufseinsteiger eine Führungsposition an. Lebenszeit, Familie und Freunde sind ihnen wichtiger als Karriere. Keine Lust auf Überstunden, Stress und weniger Freizeit und stattdessen einen Job finden, der wirklich Spaß macht und bei dem genügend Energie und Zeit für das Private übrig bleibt.

In einer Führungsposition kann es sein, dass du dich gezwungen fühlst, zwischen Karriere und Freizeit zu entscheiden.

Ich bin zwar ein Verfechter von Ehrgeiz, von dem Willen, sich weiterzuentwickeln und zu wachsen, nur bin ich der Meinung, dass es am Ende des Tages trotz allem um das eigene Arbeits-(Glück) geht. Macht dich eine Führungsposition nicht glücklich, dann ist sie nichts für dich und du nichts für sie.

5 Gründe, warum eine Führungsposition vielleicht nichts für dich ist

Grund 1: Du bist nicht mehr nur für dich verantwortlich

Du bist vielleicht ein super Designer, richtig gut mit Excel-Listen und kompliziertem HTML-Code, aber von Führung hast du keine Ahnung. Du weißt nicht, wie du ein Team anleitest, anderen hilfst, sich weiterzuentwickeln und mithilfe deiner Kollegen Ziele erreichst.

Versetze dich einmal in die Situation, die dich bei der Geburt deines ersten Kindes erwartet oder erwartet hat. Der Fokus deines Lebens hat sich verschoben. Plötzlich geht es nicht mehr nur um deine eigenen Bedürfnisse, sondern die eines anderen kleinen Lebewesens. So sehr du auch versucht hast, dich vorzubereiten, jetzt befindest du dich direkt in dieser neuen Situation, in diesem Wechsel und musst in sehr kurzer Zeit sehr viel lernen. Du musst lernen, ein Elternteil zu sein.

Sehr ähnlich verhält es sich, wenn du von der Rolle eines „normalen” Angestellten in eine Führungsposition wechselst. Du musst einen komplett neuen Beruf lernen, auf den du höchstwahrscheinlich – wie beim Eltern werden – trotz zahlreicher Fachbücher erst einmal nur mäßig vorbereitet bist. Es geht nicht mehr nur darum, deine Aufgaben zu erledigen, sondern auch menschliche Probleme zu lösen, zu motivieren und wirkungsvoll zu kommunizieren.

Die Grundvoraussetzung, um einen solch anstrengenden Wechsel erfolgreich zu vollziehen, ist, dass du dazu Lust hast. Hast du generell Interesse an deinen Kollegen? Oder willst du nur wegen des höheren Lohnes Führungskraft werden?

In einer Führungsposition hast du nicht nur Verantwortung für dich selbst sondern dein ganzes Team.

Grund 2: Du musst viele Aufgaben abgeben, die du so liebst

Um dich als Führungskraft auf das Wesentliche konzentrieren zu können – um “führen” zu können –, musst du dich von deiner alten Rolle lösen und Aufgaben delegieren. Das fällt dem ein oder anderen nicht leicht. Bisher hast du deine Leistung an deinen persönlichen Ergebnissen gemessen, jetzt bestimmt die Produktivität deines gesamten Teams, wie erfolgreich du bist.

Wenn du deine Arbeit wirklich liebst, dann könnte der Wechsel in eine Führungsposition ein Fehler sein. Wie bereits erwähnt, zählt deine Zufriedenheit, dein Glück am Ende des Tages. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf solltest du Entscheidungen treffen. Wozu willst du Führungskraft werden?

Übernimmt man eine Führungsposition so ist es in der Regel notwendig alte Aufgaben abzugeben.

Grund 3: Du wirst es nie allen recht machen können

Am Montag morgen beim Kaffee das Wochenende besprechen, am Donnerstag auf ein Bierchen in die Bar – klar, du kannst all diese Dinge immer noch mit deinen Kollegen machen, aber eure Beziehung wird sich unabdingbar ändern, sobald du eine Führungsposition antrittst. Du musst dich aus jedweder Gerüchteküche heraushalten, darfst keine Lieblinge haben und solltest auch über die anderen Mitglieder der Führungsebene niemals abwertend sprechen. Möglicherweise werden ehemalige oder neue Kollegen versuchen, deine Unerfahrenheit auszunutzen. Bereite dich darauf vor und versuche nicht jedem zu gefallen, jeden glücklich zu machen – das wird eh nicht funktionieren. Hast du einmal eine Entscheidung getroffen, so musst du zu 100 Prozent hinter ihr stehen.

Der Wechsel vom Mitarbeiter zur Führungskraft ist nicht einfach. Da sind Gefühle im Spiel, da kann es eben auch unangenehm werden. Bist du bereit dazu?

Bist du neu in einer Führungsposition, so musst du Soft Skills und Konfliktmanagement erlernen.

Grund 4: Es wird Druck ausgeübt, von allen Seiten

Als Vorgesetzter befindest du dich in einer sogenannten Sandwich-Position. Sowohl die übergeordnete Führungsebene als auch deine Mitarbeiter haben Erwartungen, die zum Teil  ganz widersprüchlich sein können. Es ist deine Aufgabe, die hohen Ziele der Unternehmensführung in einen konkreten Handlungsplan zu übersetzen. Deine Mitarbeiter sollten genau wissen, in welche Richtung es geht und dass sie sich auf dich verlassen können.

Du musst beiden Seiten gerecht werden, was nicht ohne gelegentliche Diskussionen möglich sein wird. Versuche nicht, dauerhaft Harmonie zu wahren, sondern rege konstruktive Diskussion an und sage auch mal „Nein”.

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird der hohe Leistungsdruck aber vor allem von dir selbst kommen. Du willst losziehen, Dinge verändern und lädst dir viel zu viel auf einmal auf. Da wird eine Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche schnell zum Traum, worunter natürlich auch das Privatleben leiden wird.

In einer Führungsposition nimmst du schnell eine Sandwich-Position ein.

Grund 5: Du wirst ganz allein ins kalte Wasser geschmissen

Sicherlich trifft das nicht auf alle Unternehmen zu, aber ich habe während meines Berufslebens festgestellt, dass viele Neu-Führungskräfte keinerlei Unterstützung erhalten – weder von der Personalabteilung, noch von ihren Vorgesetzten oder externen Coaches. Haben sie danach gefragt oder Hilfe eingefordert? In den meisten Fällen nicht. Wer befördert wird, der will den Anschein erwecken, der Wechsel in eine Führungsposition sei gerechtfertigt, Unsicherheiten werden vertuscht.  

Bist du in einer neuen Führungsposition, so kann dir zu Beginn die Unterstützung fehlen.

Der eine Grund, warum eine Führungsposition genau das Richtige für dich ist

Du hilfst gern anderen? Du hast gesunde Wertvorstellungen, die du konsequent verfolgst? Es gibt wohl kaum einen Job, in dem du das Leben einer Person stärker positiv beeinflussen kannst, als in einer Führungsposition. Wenn du dazu bereit bist, deine Selbstwahrnehmung zu evaluieren, deine emotionale Intelligenz und deine Fähigkeiten weiterzuentwickeln, dann kannst du Menschen Teil einer Vision, eines großen Ganzen werden lassen. Wenn du dazu bereit bist, die Bedürfnisse deines Teams über deine eigenen zu stellen, dann wirst du feststellen, wie stolz es dich machen wird, wenn ihr gemeinsam  Herausforderungen meistert und Erfolge liefert.

Die Entscheidung liegt ganz bei dir

Der eine liebt die Verantwortung und die Herausforderungen, die eine Führungsposition mit sich bringt, der andere eben nicht. Der eine macht die eigene Karriere, der andere die Familie zur Priorität. Das ist okay. Wir sind alle unterschiedlich. Statt den Anforderungen anderer gerecht werden zu wollen, sollten wir uns darauf fokussieren, was uns glücklich macht – egal was das ist.

Die Führungsposition muss sich ändern

Für Unternehmen stellt es natürlich ein Problem dar, wenn immer weniger junge Menschen die Chef-Laufbahn anstreben. Um auch in Zukunft genügend Teamleiter, Geschäftsführer und Manager zu haben, muss ein Umdenken erfolgen.

Verantwortung kann zwischen zwei Personen geteilt werden, sodass Mütter oder Väter auch in Teilzeit arbeiten können. Zur Führungskräfteentwicklung sollte Schulungen – auch von externen Coaches – angeboten und in Testphasen trainiert werden.

Führung kann Spaß machen, Führung kann erfüllen, ohne auszubrennen. Dorthin wollen wir kommen!

 

Diversity Management: 3 wichtige Vorteile von Vielfalt am Arbeitsplatz

Diversity Management: 3 wichtige Vorteile von Vielfalt am Arbeitsplatz

Die Welt ist groß, bunt, vor allem aber vielfältig. Genauso vielfältig sind deine Kunden und deine Mitarbeiter. Sie haben unterschiedliche Ansichten, gehören verschiedenen Religionen an, sind Männer und Frauen, leben in unterschiedlichen Kulturen und familiären Hintergründen. Aus genau diesem einfachen Grund ist Diversity Management so wichtig. Warum solltest du ein einheitliches Team aufbauen, nur Mitarbeiter einstellen, die sich ähneln, wenn die Anforderungen der modernen, vernetzten Welt doch so anders sind? Wie willst du als Arbeitgeber mithalten und neue Fachkräfte anziehen, wenn du deinen Blick nicht erweiterst und die Einzigartigkeit, die jeder von uns hat, nutzt?

So unterschiedlich wir alle sind, so viel haben wir doch gemeinsam. Wenn wir alle – egal wie alt, welchen Geschlechts, welcher Religion, welcher Kultur – ein Ziel haben und motiviert sind, darauf hinzuarbeiten, –  dann sind wir stark, dann entsteht Kraft durch unsere Vielfalt.

Was verstehen wir unter Diversity Management?

Diversity Management beinhaltet Maßnahmen, die seitens des Unternehmens durchgeführt werden, um für Mitarbeiter

  • unterschiedlicher Nationalitäten und Kulturen,
  • Religionen,
  • verschiedenen Alters und Geschlechts,
  • mit oder ohne Behinderung und
  • verschiedener sexueller Identität

ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sie ihr volles Leistungspotenzial entfalten und optimal im Team zusammenarbeiten können.

„Unsere Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital.” – Zu dieser Erkenntnis sind mittlerweile die meisten Unternehmen gekommen. Diversity Management ist eine der besten Methoden, um diese „Der Mitarbeiter kommt zuerst”-Werte zu leben. Zufriedene Mitarbeiter sind nicht nur produktiver und kreativer, sondern fehlen auch weniger häufig und bleiben dem Unternehmen länger treu.

Soziales Engagement ist also nicht der einzige Vorteil von DM, auch die Vorteile, die der wirtschaftliche Erfolg bringt, sind wichtige Komponenten. Unterschiedliche kulturelle Hintergründe, verschiedene Ansichten und Erfahrungen haben einen enormen Nutzen für das Unternehmen; die Vielfalt der Mitarbeiter optimal zu nutzen, ist ausschlaggebend für den Erfolg.

Statistiken Diversity Management und Inclusion

So verschieden sind wir:

Peter ist 67 Jahre alt und seit vielen, vielen Jahren im Unternehmen. Heute arbeitet er nur noch in Teilzeit, will aber trotz Arthrose noch nicht ganz in Rente gehen. Sein Wissen kann und will er schließlich noch mit den jungen Hüpfern, seinen Nachfolgern, teilen.

Sofia ist Muslima. Da dein Unternehmen nach und nach auch international wächst, bist du auf die Unterstützung englischsprachiger Mitarbeiter angewiesen. Die Kollegen aus anderen Kulturkreisen in das Team zu integrieren und hierbei auf Gewohnheiten und zum Beispiel auf das Speisenangebot in der Kantine Acht zu geben, ist eine Herausforderung.

Franka sitzt nach einem Autounfall im Rollstuhl. Sie weiß ganz genau, was ihre Stärken sind und hat sich in ihrem Unternehmen zur Teamleiterin hochgearbeitet. Vor Kurzem hat sie eine Lohnerhöhung erhalten und ihr Gehalt wurde somit endlich dem ihrer männlichen Kollegen angeglichen.

Wir unterscheiden uns in verschiedenen Dimensionen. Lee Gardenswartz und Anita Rowe, zwei der führenden Autoren auf dem Gebiet der Diversität, haben hierzu ein vierstufiges Modell entwickelt, dem „4 Layers of Diversity”.

4 Layers of Diversity nach Lee Gardenswartz und Anita Rowe

Vielfalt bringt nichts ohne Inklusion

Verna Myer, eine US-amerikanische Unternehmerin, beschreibt Inklusion wahrlich großartig: „Diversity is being invited to the party, inclusion is being asked to dance and belonging is dancing like no one’s watching.”

Stell dir einmal vor, du wurdest von einem Bekannten zu einer Party eingeladen, auf der du außer ihm niemanden kennst. Wenn es dir schwerfällt, fremde Menschen anzusprechen, wirst du wahrscheinlich erst einmal eine Weile in der Ecke stehen und dich an deinem Glas festhalten. Eine unangenehme Vorstellung, oder? Bis dann jemand kommt, sich vorstellt und dich zum Tanzen auffordert.

Nur auf der Party zu sein, reicht nicht aus, um einen tollen Abend zu verbringen. Dich einzubringen, Neues kennenzulernen und mit anderen Menschen zu lachen – das bringt erst richtig Freude.

Die 3 wichtigsten Vorteile von gutem Diversity Management für ein Unternehmen

Es wird einfacher, Mitarbeiter zu finden, die auch bleiben wollen

Mitarbeiter einstellen und Mitarbeiterfluktuation vermeiden – diese beiden Punkte werden oft einzeln aufgeführt, sind aber eigentlich das beste Beispiel, warum Diversität eben nicht ohne Inklusion funktioniert.

In Zeiten des Fachkräftemangels ist der Wettbewerb um talentierte Mitarbeiter groß. Arbeitssuchende legen heute mehr denn je Wert auf Vielfalt und geben dies als wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines zukünftigen Arbeitgebers an. Kann dein Unternehmen konkrete Diversity-Management-Maßnahmen vorweisen, hast du bessere Chancen, einen guten Kandidaten für deine offene Stelle zu finden. Einmal eingestellt, gilt es natürlich nun auch, diesen zu halten – ansonsten geht die Rechnung nicht auf.

Je zufriedener Mitarbeiter sind, desto treuer sind sie auch dem Unternehmen. Klingt erst einmal logisch, oder? In der Praxis ist das natürlich nicht ganz so einfach. Wie wird ein Angestellter so richtig zufrieden? Eine Unternehmenskultur, in der Inklusion eine wichtige Rolle spielt, ist ein wichtiger Faktor – wenn auch nicht der einzige.

Es ist die Aufgabe eines jeden – Mitarbeiter und Führungsebene –, das Arbeitsumfeld so zu gestalten, dass sich jeder wohlfühlt. Dabei kommt es ganz auf die unscheinbaren Dinge an: dem anderen zuzuhören, Interesse zeigen, Wertschätzung und Respekt als wichtigste Werte vorleben und Empathie üben.

Tipps für Führungskräfte:

  • Unterhältst du dich mit deinen Mitarbeitern, vielleicht im Rahmen eines Feedbackgesprächs, dann frage zum Beispiel auch danach, was der Kollege am Wochenende gemacht hat. Es muss nicht immer nur um das Geschäftliche gehen!
  • Lebe die Werte, die dein Unternehmen vertritt, selbst! Sei selbst respektvoll, konsequent und empathisch, wenn du es von anderen erwartest.
  • Versetze dich in deine Mitarbeiter hinein und lerne deren vielfältigen Anforderungen zu verstehen.

Mitarbeiter werden leistungsfähiger, kreativer und motivierter

Befindet sich jeder deiner Mitarbeiter in einem Arbeitsumfeld, das ihm erlaubt, seine volle Leistungsfähigkeit zu zeigen? Stelle im ersten Schritt sicher, dass jeder alle Informationen hat, um seine Arbeit zu verrichten, dass die direkte Umgebung, der Stuhl, der Tisch, die Höhe der Schränke auf die individuellen Anforderungen des Angestellten angepasst sind. Versteht jeder sprachlich, was von ihm verlangt wird? Ja? Super! Dann hast du die Grundlagen für Produktivität geschaffen.

Jeder von uns hat Stärken. Jeder hat verschiedene Erfahrungen machen dürfen, jeder hat einen unterschiedlichen Wissensstand. Das kann und sollte ein Unternehmen nutzen. Muss ein Problem gelöst werden, ist es hilfreich, verschiedene Standpunkte zu hören. Auch wenn man schneller ans Ziel kommen mag, wenn jeder immer die gleiche Meinung hat, ist ein homogenes Team nicht immer erfolgreicher. Diskussionen und selbst Konflikte können gesund sein und Innovation hervorbringen, insofern Kommunikation immer wertschätzend bleibt.

Tipps für Führungskräfte:

  • Beauftrage immer wieder unterschiedliche Mitarbeiter damit, die Teammeetings zu organisieren. Lege zwar das Hauptziel fest, lasse aber den Kollegen die Freiheit, die Unterpunkte so organisieren, wie sie ihm wichtig sind. 
  • Sorge dafür, dass die Unternehmenskultur ein Kennenlernen der Kollegen abseits des Arbeitsplatzes zulässt. Wir sind zufriedener, wenn wir gute zwischenmenschliche Beziehungen bei der Arbeit pflegen, und Teams arbeiten besser zusammen, wenn Mitarbeiter Interesse an anderen und deren Meinung zeigen.
  • Es ist okay, eine andere Meinung zu haben! Mache das unbedingt deinem Team klar und ermutige jeden, in Meetings Fragen zu stellen oder die eigenen Gedanken einzubringen.

Mehr Empathie für deine Kunden

Es ist wichtig, dass sich deine Mitarbeiter verstanden fühlen und dass ihre individuellen Bedürfnisse Beachtung finden. Gleiches gilt für deine Kunden. Egal, was du verkaufst oder welche Dienstleistung du anbietest, auch deine Kunden haben unterschiedlichste Ansprüche. Mehr noch: Unsere Welt rückt zusammen und vielleicht möchtest du dich zukünftig auch mit deinem Unternehmen im internationalen Markt präsentieren.

Um verschiedene Kunden zu verstehen und ihnen den besten Service zu bieten, braucht es verschiedene Mitarbeiter.

Tipps für Führungskräfte:

  • Entwickelst du ein neues Produkt oder grübelst über einem Problem, dann ziehe verschiedene Mitarbeiter zurate. Bewältigt ihr gemeinsam eine Herausforderung, so könnt ihr auch gemeinsam eure Erfolge feiern!
  • Arbeite und führe transparent und kommuniziere, was in deinem Unternehmen vor sich geht!

Das Interesse an der Person: Vom Mitarbeiter zum Mensch

Das Bewusstsein für die Vielfalt von Mitarbeitern ist auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel stark gestiegen. Zwar herrschen in manchen Branchen immer noch bewusst oder unbewusst alte, verstaubte Glaubenssätze, wenn neue Mitarbeiter eingestellt werden. Viele Unternehmen sind aber bereits um einiges vielfältiger geworden, als sie es noch vor wenigen Jahren waren. Wir gehen erste Schritte in die richtige Richtung. Sei auch du Teil dieser Bewegung!

Zeige aufrichtiges Interesse an deinen Kollegen, erfahre, woher jeder kommt, was er erlebt hat und was ihm wichtig ist. Du wirst feststellen, dass deine Mitarbeiter Kompetenzen und Potenziale haben, von denen du nichts wusstest.

Der autoritäre Führungsstil: Welches Mittel hilft gegen Angst?

Der autoritäre Führungsstil: Welches Mittel hilft gegen Angst?

„Sollen sie mich hassen, solange sie mich fürchten“ lautete das Motto des römischen Kaisers Caligula. Wer seinen Befehlen und Regeln nicht Folge leistete, verlor eben auch schnell mal seinen Kopf. Selber schuld! Man hätte sich ja auch anpassen und den Führenden zufrieden stellen können. Die Angst, als nächste seinen Kopf zu verlieren, treibt dich an – motiviert dich gar. Warum spricht eigentlich jeder von Wertschätzung, Empathie und sogar dienender Führung, wenn es doch auch so, mit autoritärer Führung geht?

Was zeichnet einen autoritären Führungsstil aus?

Wird ein Unternehmen (oder ein Land) und dessen Mitarbeiter durch Regeln, Befehle und Kontrolle gesteuert, so spricht man von einem autoritären oder auch hierarchischen Führungsstil. Eine Person, in diesem Fall der Vorgesetzte, leitet alles mit klaren Anweisungen, bei ihm laufen alle Fäden zusammen. Er gibt nur wenig Verantwortung ab, leitet Informationen nur bedingt weiter und trifft Entscheidungen allein. Alle Aufgaben werden von oben nach unten delegiert.

Ein autoritärer Führungsstil hat einen Vorgesetzten an der Spitze, der von oben nach unten delegiert.

Wahrscheinlich formt sich beim Lesen dieses Textes bereits ein kleiner Protest in deinem Kopf. So arbeiten wir heute nicht mehr! Wir leben schließlich im 21. Jahrhundert! Stimmt! Der autoritäre Führungsstil, der noch vor Jahrhunderten so beliebt war, hat sich – zumindest flächendeckend – nicht durchsetzen können. Warum? Weil sich ein Terror- oder Unterdrückungs-Regime nur selten lange an der Macht halten konnte. In Unternehmen wird gekündigt, es wird gestreikt, Menschen gehen auf die Straße. Denn am Ende des Tages will keiner von uns ausgelaugt und mit einem nervösen Magen nach Hause gehen.

Auch wenn viele anderer Meinung sind: Leistung ist nicht die Antwort auf Druck.

Ein autoritärer Führungsstil geht davon aus, dass Leistung auf Druck hin folgt.

Wird der autoritäre Führungsstil überhaupt noch angewendet?

Tatsächlich führen nur noch sehr wenige Vorgesetzte autoritär. Unsere Arbeitswelt ist komplexer geworden und egal, wie kompetent jemand ist, wir sind in der Regel auf das Wissen unserer Kollegen angewiesen, nicht zuletzt, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Auch wenn Führungskräfte den autoritären Führungsstil nicht mehr konsequent umsetzen, wird weiterhin Druck als Mittel zum Zweck eingesetzt. Laut einer von der IGS Organisationsberatung veranlassten Studie unter Arbeitnehmern fühlen sich ganze 81,7 Prozent der Befragten täglich massiv unter Druck gesetzt. Viele gaben an, die ständig steigenden Anforderungen würden von der Führungsebene ausgehen. Konkret gehören hierzu Drohungen, stetig steigende Arbeitsbelastung, die zu Überstunden zwingt, fehlende Kommunikation und Mobbing.

„Ach, die sollen sich mal nicht so haben!“, tönt es. „Nur die Harten kommen in den Garten“, „Was dich nicht umbringt, macht dich nur härter.“ Die Parolen kennst du noch aus deiner Kindheit? Tatsächlich geben viele Angestellte dem Druck erst einmal nach. Sie machen Überstunden, schalten auch das Handy am Abend nicht aus, um immer erreichbar zu sein, und schaffen es irgendwie, die unrealistischen Terminvorgaben, die sie erhalten haben, einzuhalten. Lange geht das aber nicht gut. Dieser Leistungsdruck bringt Nebenwirkungen mit sich, die man leicht unterschätzt.

Wirst du respektiert oder gefürchtet?

Ein autoritärer Führungsstil hat einen gefürchteten statt respektierten Vorgesetzten.

Der autoritäre Führungsstil und das Führen durch Druck und Angst wirken sich schnell auf die Mitarbeiterzufriedenheit, die Motivation und die Leistungsbereitschaft aus. Über die Hälfte aller Befragten gaben in der Studie der IGS an, ihre Loyalität dem Unternehmen gegenüber verloren zu haben, da überhöhte Erwartungen an sie gestellt wurden. Wer den Druck nicht mehr aushalten will oder kann, der sucht sich eben einen neuen Job. An wen ständig mehr und mehr Ansprüche gestellt werden, der verliert Vertrauen in die Führungsebene.

Wie genau sieht also die Atmosphäre in diesen Firmen aus, in denen sich die Mitarbeiter vor ihrem Chef fürchten?

In Meetings herrscht Stille. Niemand will etwas fragen, aus Angst, dumm dazustehen; niemand will eine Idee vorbringen, aus Furcht, sofort in der Luft zerfetzt zu werden. Im Flur läuft man wie auf rohen Eiern – nicht auffallen, nicht zu laut sein, nicht widersprechen. Wird dir dann eine neue Aufgabe anvertraut, so kämpfst du dich lieber durch die alten Dokumente, statt noch einmal nachzufragen. Dir werden nur selten alle Informationen gleich seitens des Delegierenden mitgeteilt. Zwar weißt du, dass es gut ist, wenn neben der Abrechnung ein grünes Plus steht. Was mit dem Profit geschieht, wurde dir aber nie mitgeteilt. Mittlerweile ist es dir auch egal. Du arbeitest, um Geld zu verdienen, nicht, um dich für ein gemeinsames Ziel einzusetzen. Dafür hast du weder die Kraft noch die Zeit. Schließlich bist du damit beschäftigt, dir den Rücken frei und den Kopf unten zu halten. Abends gehst du erschöpft nach Hause und es dauert eine ganze Weile, bis du dieses nervöse Gefühl abschütteln kannst. Morgen ist ein neuer Tag!

Diese Vorstellung klingt wirklich nicht attraktiv, oder? Und sie kann bittere Folgen für das Unternehmen, aber auch die Gesundheit des Einzelnen haben.

Woran erkennst du einen Vorgesetzten, der Druck als Führungsmittel einsetzt?

Ein autoritärer Führungsstil lässt sich oft auf den Charakter und die Selbstwahrnehmung des Vorgesetzten zurückführen. Er oder sie hat unter Umständen kein starkes Selbstbewusstsein und ist im Umgang mit anderen eher unsicher. Diese Unsicherheiten geben Führungskräfte dann an die Mitarbeiter weiter und hoffen, sie dadurch verstecken zu können. Während sie versuchen, die Kontrolle zu behalten, überprüfen sie Ergebnisse streng und legen großen Wert auf Zahlen und Prozesse, auch wenn diese Vorgehensweise nicht sinnvoll ist.

Viele zweifeln die eigene Kompetenz an und fürchten, ihren Posten zu verlieren, wenn sie andere nicht „klein“ halten. Aus diesem Grund wird bereits im Einstellungsgespräch versucht zu erkennen, wie selbstbewusst der potenzielle neue Mitarbeiter ist. Man will sich schließlich keine Konkurrenz ins Haus holen.

Zwar sind viele Manager, die autoritär führen, fachlich sehr kompetent und doch hapert es an der emotionalen Intelligenz. Wer die Gefühle anderer wahrnimmt und versteht, dem fällt es leichter, Beziehungen aufzubauen. Diese führen wiederum zu effizienter Zusammenarbeit im Team und dem Aufbau von Vertrauen. Genau hier liegt der Knackpunkt: Vertrauen kann ein Mittel gegen Angst sein. Das gilt für beide Seiten.

Die Merkmale einer gefürchteten Führungskraft und auch die Nachteile eines autoritären Führungsstils findest du noch einmal zusammengefasst in der folgenden Infografik.

Autoritäter Führungsstil Infografik - Was unterscheidet eine autoritären Führungskraft von einer anderen?

Vertrauensvorschuss: Vertraue auf die Leistungsfähigkeit deiner Mitarbeiter

Der autoritäre Führungsstil geht unterbewusst von der Annahme aus, dass Angestellte Kontrolle und klare Anweisungen brauchen, um produktiv zu sein. Wird ein neuer Mitarbeiter eingestellt oder erhält jemand eine neue Aufgabe, so herrscht erst einmal Misstrauen. Wer weiß denn schon, ob die Kollegen den neuen Anforderungen gewachsen sind? Wahrscheinlich sind sie es nicht!

Auch der digitale Wandel macht es autoritären Führungskräften nicht einfacher, über alles und jeden die Kontrolle zu behalten. Mitarbeiter fordern flexible Arbeitszeiten und möchten im Homeoffice oder in Teilzeit arbeiten – ohne Vertrauen ist das nicht möglich. Zu genau diesem Thema hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) eine Studie veröffentlicht, welche auf den Zahlen der European Working Conditions Survey basiert. Danach nimmt die Mitarbeiterzufriedenheit ab, je stärker das Arbeitstempo kontrolliert wird. Sechs von zehn Angestellten geben an, mit ihrem Job sehr unzufrieden zu sein, weil sie unter Druck gesetzt werden.

Wer seinen Mitarbeitern nicht vertraut, der kann nicht erwarten, dass sie mutig ihre Ideen vorbringen und mit vollem Einsatz für das Unternehmen tätig werden (wollen). Gibt man Angestellten aber einen Vertrauensvorschuss, Vertrauen, das sie sich nicht erst erarbeiten müssen, so werden sie versuchen, diesem gerecht zu werden.

Fazit:

Führe nicht wie der römische Kaiser Caligula! Sei nicht derjenige, der seine Mitarbeiter an der kurzen Leine hält! Wir alle suchen nach Arbeitsglück und dieses Gefühl haben wir nur, wenn wir mit intrinsischer Motivation an etwas arbeiten, das für uns Sinn ergibt. Nimm dich also selbst nicht zu ernst, lerne deine Unsicherheiten kennen und gib sie zu!

Zeige Interesse an Deinen Mitarbeitern, finde heraus, was deren Stärken sind und schenke ihnen Vertrauen.

Die Herausforderungen von rasantem Unternehmenswachstum

Die Herausforderungen von rasantem Unternehmenswachstum

Rasantes Unternehmenswachstum – da gibt es doch wirklich weniger einladende Herausforderungen. Wer hat schon etwas dagegen einzuwenden, wenn das Geschäft brummt, wenn die Energie spürbar ist, wenn neue Fachkräfte zum Team stoßen und es schlichtweg einfach „läuft“?

Es ist egal, ob du Führungskraft in einem erfolgreichen Start-up bist oder in einem etablierten Unternehmen mit hohen Auftragseingängen arbeitet: Das Team in diesen turbulenten Zeiten ruhig und motiviert auf Kurs zu halten, ist harte Arbeit. Klar, Erfolg ist ein Grund zur Freude, wachsen Unternehmen allerdings zu plötzlich, stehen alle Beteiligten rasch vor so einigen Herausforderungen.

Schauen wir uns zuerst einmal an, welche Hürden es zu bewältigen gibt, wenn das Unternehmen einen Sprint hinlegt.

Ist das Unternehmenswachstum zu schnell, besteht die Gefahr Mitarbeiter und technische Systeme zu überfordern.Unternehmenswachstum – Wenn alles zu schnell geht

Wenn keine Zeit bleibt, innezuhalten und über die nächsten Schritte nachzudenken, schlägt die Freude über den Erfolg leicht in Stress und Überarbeitung um. Man hastet von einer Aufgabe zur nächsten und versucht, alles möglichst umgehend zu erledigen. Dabei bleibt in einer so hektischen Atmosphäre wenig Zeit, eine Strategie für die kommenden Monate oder Jahre zu entwickeln.

Aber nicht nur in der Zukunft, sondern auch im Hier und Jetzt müssen Strukturen angepasst werden. Mehr Aufträge, mehr Mitarbeiter – eine Struktur gibt vor, was wie abläuft und wer für welche Aufgaben zuständig ist. Direkt davon abhängig ist häufig auch die Kommunikation. Wer nicht weiß, wem er was und wie zu sagen hat, der schweigt lieber.

Bei schnellem Unternehmenswachstum müssen rasch neue Mitarbeiter eingestellt werden.

Wenn man schnell neue Mitarbeiter braucht

Rasantes Unternehmenswachstum bedeutet mehr Aufträge, dadurch aber natürlich auch mehr Arbeit. Wird diese nicht gleichmäßig verteilt, dann fühlen sich einige Mitarbeiter möglicherweise schnell mit den gestiegenen Anforderungen überfordert. Die Folge: Wichtige Angestellte kündigen, weil sie überlastet sind und hinterlassen ein nur schwer zu füllendes Loch.

Die Rekrutierung neuer Mitarbeiter stellt eine der größten Herausforderungen schnell wachsender Unternehmen dar. In Eile werden viele Vorstellungsgespräche geführt und so einige Anforderungen an den „perfekten“ Kandidaten gelockert. Hauptsache, jemand sitzt dort am Schreibtisch und kann helfen, mit der gestiegenen Nachfrage mitzuhalten. Sich gründlich mit dem neuen Kollegen auseinandersetzen kann man schließlich noch dann, wenn alles ein wenig ruhiger geworden ist.

Kommt es zu schnellem Unternehmenswachstum, so werden häufig Mitarbeiter befördert und zu Führungskräften, ohne Schulung zu erhalten.

Wenn aus Mitarbeitern Führungskräfte werden

Das Unternehmen befindet sich im Erfolgs-Tornado. Da ist Hektik angesagt, keine Zeit, um neue Manager an die Hand zu nehmen und ihnen Führungskompetenzen zu vermitteln. Führungskräfteentwicklung steht erst einmal hinten an. Stattdessen werden Mitarbeiter in schnell wachsenden Firmen häufig befördert und ins kalte Wasser geworfen. Schließlich sind alle anderen auch gerade so richtig am Schwimmen.

Bei rasantem Unternehmenswachstum muss trotz hektischem Arbeitsalltag auf die Qualität der Produkte und die Zufriedenheit der Kunden geachtet werden.Wenn der Ruf auf dem Spiel steht

War das rasante Unternehmenswachstum nicht vorhersehbar und konnte deshalb nicht sorgfältig vorbereitet werden, dann fehlen dir möglicherweise zum einen die technischen Systeme, zum anderen aber auch das Personal, um mehr Anfragen zu bearbeiten und Aufträge auszuführen, was sich wiederum negativ auf die Kundenzufriedenheit und die Qualität auswirken kann. Durch das operative Geschäft wird jede Menge Druck aufgebaut, und nicht jedes Unternehmen ist hier in der Lage, Schritt zu halten. Das kann auf lange Sicht auch dem Ruf der Firma schaden. Wer vor dem rasanten Wachstum als besonders kundenfreundlich galt, will dies natürlich bleiben.

Wie können schnell wachsende Unternehmen diese Herausforderungen meistern?

Wirst du mit diesen Herausforderungen konfrontiert, dann erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Unternehmenserfolg. Keine Sorge, Hürden sind dazu da, um überwunden zu werden.

Stelle dir selbst die folgenden vier Schlüsselfragen, um den Tornado wieder in geordnete Bahnen zu lenken.

  • Wer trägt Verantwortung für die Zukunft?

    Eine Person oder ein Team sollte immer dafür zuständig sein, die Zukunft im Auge zu behalten. Wahrscheinlich wird sich das Unternehmenswachstum zu irgendeinem Zeitpunkt verlangsamen. Was dann? Die Führungsebene muss hier Verantwortung übernehmen und Strategien für die Zukunft entwickeln. Es zählt: aus Vergangenem lernen und auf die Zukunft vorbereiten, so ungewiss sie auch sein mag.

  • Wer trägt Verantwortung für das aktuelle Geschäft?

    Die Qualität deiner Produkte oder Dienstleistung und die Kundenzufriedenheit sollte immer gewährleistet sein – auch im Wachstums-Tornado. Ein Mitarbeiter sollte genau hierauf ein Auge haben. Kann unsere IT-Infrastruktur mithalten? Brauchen wir neue Prozesse, neue Vorlagen, mehr Mitarbeiter? Diese Position sollte von einer Führungskraft übernommen werden, zu der Angestellte viel Vertrauen haben und die über ausgezeichnete Kommunikationskompetenzen verfügt.

  • Wer trägt die Verantwortung dafür, neue Talente zu finden?

    In rasant wachsenden Unternehmen werden, wie bereits erwähnt, schnell viele neue Mitarbeiter eingestellt und andere befördert. Ob das alles so klappt, ob die Personen eigentlich zu ihren Positionen passen, darum kümmern wir uns später. Wer wirklich effizient sein will, der nimmt sich Zeit und wählt Kandidaten mit Bedacht aus. Die Kollegen können so in das Training des neuen Mitarbeiters aktiv mit einbezogen werden.Motiviere auch deine Mitarbeiter dazu, sich am Rekruitierungs-Prozess zu beteiligen. Sie wissen genau, wer zur Unternehmensatmosphäre passt und können möglicherweise einen Kandidaten aus ihrem privaten Umfeld empfehlen.

  • Wer trägt die Verantwortung für die Unternehmenskultur?

    Klare und sinnvolle Werte sind genau dann am wichtigsten, wenn sich ein Unternehmen in einer herausfordernden Zeit befindet – auch wenn rasches Wachstum eine attraktive Herausforderung scheint. Wenn alle an einem Strang ziehen, einer Unternehmensvision folgen und die gemeinsamen Werte leben, dann lässt sich so manche Hürde meistern. Mitarbeitermotivation hängt heute stark davon ab, ob sich der Angestellte mit dem identifizieren kann, was die Firma vertritt. Die Führungskraft sollte hier mit gutem Beispiel vorangehen und die Unternehmenswerte in alle Entscheidungen mit einfließen lassen.

Stell dir vor, du sitzt auf einem bockenden Pferd und klammerst dich fest. So fühlt es sich an, Teil eines Unternehmens zu sein, welches sich im rasanten Wachstum befindet. Fehler passieren, neue Mitarbeiter kommen, andere gehen – es ist spannend, es ist aufregend und teilweise überwältigend. Führungskräfte müssen trotz allem einen kühlen Kopf bewahren. Es geht darum, in die Zukunft zu schauen, Strategien zu entwickeln und vor allem, Strukturen zu schaffen. Gibt es ein Gerüst, an dem sich alle Beteiligten festhalten können, ist der Wachstums-Tornado keine Herausforderung mehr.

Female Empowerment – Ein Interview mit Kinga Bartczak

Female Empowerment – Ein Interview mit Kinga Bartczak

Frauen sind in Führungsebenen auch im Jahr 2018 noch unterrepräsentiert. Die Balance zwischen Familie und Karriere fällt nie leicht und viele Unternehmen können jungen Frauen noch nicht die Flexibilität bieten, die dank der Digitalisierung möglich wäre.

Kinga Bartczak, Female Empowerment- und Karrierecoach aus Aachen beschäftigt sich genau mit diesen Themen: Inwieweit existiert Geschlechtervielfalt in unserer Arbeitswelt? Auf ihrer Webseite femalexperts.de veröffentlicht sie eigene Blogbeiträge, Interviews und Gastartikel, um Informationen zur Verfügung zu stellen und einen Austausch zu starten.

Wir durften mit ihr sprechen und ihr die Fragen stellen, die uns unter den Nägeln brannten.

Hallo Kinga, wie geht es dir heute? Du scheinst derzeit mit der Uni, deiner Webseite und deiner Tätigkeit als Coach recht viel um die Ohren zu haben. Möchtest du dich nach deiner Coaching-Ausbildung ganz auf Coaching- und Trainingstätigkeit konzentrieren?

Vielen Dank für die Einladung! Mir geht es im Augenblick wirklich toll, auch wenn „Zeitmanagement“ bei mir im Augenblick in der Tat eine große Rolle spielt.

Ich treffe jeden Tag wundervolle Menschen, darf mir neue und spannende Aufgabengebiete erschließen und werde in den kommenden Monaten gemeinsam mit meinem Partner mein eigenes Unternehmen gründen.

Es ist ein wirklich aufregender Prozess. Ich gründe aus meinem Job heraus, den ich wirklich sehr gerne ausübe und freue mich gleichermaßen auf diese neue Aufgabe, die mir einige Herausforderungen bieten wird.

Du bist oft auf Messen und Seminaren anzutreffen. Welche Veranstaltungen besuchst du und wie empfindest du die Atmosphäre dort?

Ich bewege mich überwiegend auf Messen für (weibliche) Fach- und Führungskräfte. Mir gefällt die Stimmung und das Gefühl der Solidarität untereinander. Wir Frauen wissen, dass es noch viel für uns zu tun gibt und auch wenn es oftmals einige Xanthippen unter uns gibt, deren einzige Aufgabe es ist Zwietracht zu säen, so erkenne ich zunehmend ein harmonisches Miteinander. Schön ist es, wenn sich aus Bekanntschaften und Kontakten eine tolle Zusammenarbeit entwickelt, noch mehr jedoch schätze ich den offenen Diskurs miteinander.

Was steckt hinter dem Namen deiner Webseite – FemalExperts?

FemalExperts ist ein sogenanntes „Kofferwort/Schachtelwort“, welches sich aus den beiden Worten „Female“ und „Experts“ (weibliche Experten/Expertinnen) zusammensetzt.

Ursprünglich entstanden ist der Name für die Gründung eines Unternehmens. Ich entschied mich jedoch, mir noch etwas Zeit zu geben und zunächst die Leidenschaft des Schreibens zu verwenden, um eine eigene Community zu schaffen.

Gemeinsam mit einer Freundin, deren Wesen und Ansichten mich bis heute inspirieren, habe ich den Namen für mich entdeckt und mich entschieden, diesen als Blognamen zu verwenden.

Du beschäftigst dich mit den Themen Gender & Diversity. Meinst du, wir sind hier bereits auf einem guten Weg?

Ich denke den Grundstein haben bereits die ersten feministischen Bewegungen im Frankreich des späten 19. Jahrhunderts gelegt, sehe uns jedoch in einem beständigen Prozess der Weiterentwicklung. Es ist wichtig zu sensibilisieren und nicht zu vergessen, dass es im Patriarchat keinerlei Wachstumsmöglichkeiten gibt, egal ob für Frauen, Menschen mit unterschiedlicher sexueller oder religiöser Orientierung sowie Menschen mit Behinderung. Wir müssen für eine freie Welt voller Vielfalt und Gleichberechtigung einstehen, denn nur dadurch lernen wir auch das Gute in uns selbst zu entdecken, zu fördern und zu schätzen.

Was sind deiner Erfahrung nach die Sorgen und Herausforderungen, mit denen sich Frauen in der heutigen Arbeitswelt auseinandersetzen?

Ich denke zunehmend, dass Frauen sich mit zu vielen Konfliktfeldern konfrontiert sehen. Sie haben oftmals einen guten Abschluss und vielleicht auch einen guten Berufseinstieg geschafft, was sie bis hierhin nicht zwangsläufig von ihren männlichen Mitstreitern unterscheidet. Mit zunehmenden Alter kommen jedoch die nervigen Fragen und damit das Gedankenkarussell: Wann heiratet ihr? Wann möchtest du Kinder bekommen? Du wirst doch sicher in Teilzeit im Anschluss arbeiten? Dinge, die vorher vielleicht eine untergeordnete Rolle gespielt haben, werden durch äußere Einflüsse plötzlich zu den zentralen Fragen des Lebens erhoben. Es ist kein Wunder, dass sich viele Frauen vor allem im amerikanischen Raum nach Möglichkeiten umsehen, diese Fragen aufzuschieben, um sie zu einem späteren Zeitraum selbstbestimmt für sich beantworten zu können.

Was können Unternehmen deiner Meinung nach besser machen, um jungen Frauen die Möglichkeit zu bieten, eine Balance zwischen Karriere und Familie zu finden?

Zuhören, Fragen stellen und Interesse zeigen. Ich erlebe das bei meinem Arbeitgeber besonders positiv. Niemand fragt nach meinem Alter oder spekuliert über eine mögliche Familienplanung. Stattdessen werden Fragen nach der beruflichen Zukunft gestellt und wie man mich dabei unterstützen kann.

Entscheidet sich eine Frau doch für die Familienplanung, sollte das beim Arbeitgeber nicht gleich eine Panikattacke auslösen, stattdessen sollte dieser/diese lieber die positiven Aspekte sehen. Eine Mutter ist in Bezug auf Zeitmanagement und effizientes Arbeiten ein Mastermind.

Ich selbst schaue mir die meisten Techniken von Müttern ab, da ich weiß, dass sie keine Zeit zu verschenken haben.

Grundsätzlich ist es natürlich nicht verkehrt, wenn sich die Arbeitgeber/-innen an die Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts anpassen würden: Vertrauensarbeitszeit, Homeoffice, Telearbeit, Gleitzeit. Der Anspruch sollte nicht sein, seine Mitarbeiter/- innen neun Stunden am Tag ans Büro zu fesseln, sondern ausschließlich darauf zu schauen, ob Projekte erfolgreich abgeschlossen werden, egal ob das morgens um 8:00 Uhr im Büro oder im Homeoffice passiert.

Was hältst du von einer Frauenquote in deutschen Unternehmen?

Sollte es geben und zwar flächendeckend. Natürlich ist es schwierig in manchen Branchen die Quote durchzusetzen, doch es geht um die Bemühungen. Wenn wir mehr Frauen in MINT-Berufen wollen und die Wirtschaft sich beschwert, dass zu wenige auf dem Markt sind (was schon zweifelhaft erscheint), dann sollten wir hier die stetige Förderung und Sensibilisierung ausbauen und zwar beginnend in der Grundschule, wo der Grundstein für viele „Lieblingsfächer“ gelegt wird.

Aus der Erfahrung innerhalb der Politik wissen wir doch, dass durch die Einführung von Quotenregelungen der Frauenanteil im deutschen Bundestag, seit Gründung der Bundesrepublik, bis auf 31 % angestiegen ist.

Natürlich ist die Quote nicht perfekt und es gibt einige Schlupflöcher, doch das Argument, dass man sich nicht als „Quotenfrau“ fühlen möchte, lasse ich nicht gelten. Niemand kann einem das Gefühl geben, weniger wert zu sein als jeder andere (in diesem Fall) Mann im Raum, außer man lässt es zu. Sollen sie doch denken was sie wollen, solange man selbst die Wahrheit kennt. In 20 Jahren werden alle nur über die ersten Frauen in Führungsebenen sprechen, die es geschafft haben, die gläserne Decke mit so vielen Rissen zu durchsetzen, sodass es jede andere Frau nach ihnen ebenfalls schafft, nach oben zu kommen. Sie schaffen dies dann nicht durch gutes Aussehen oder einen wohlwollenden Chef, sondern durch Leistung, Mut und Verstand.

In vielen Unternehmen, besonders wenn es sich um Jobs in Büros handelt, kommt es leicht zur wohl bekannten Gerüchteküche. Dabei ziehen wir doch eigentlich alle an einem Strang. Hast du hier bereits Erfahrungen gemacht?

Ich denke, es ist das konstante Bemühen von Frauen Harmonie aufrechtzuerhalten, welches die Gerüchteküche so tückisch macht. In Bereichen, in denen Kernentscheidungen getroffen werden müssen, kommt es zu Konflikten und diese sollten offen und transparent diskutiert werden. Hierbei geht es um Positionen, Macht und das Testen von Grenzen. Auf dieses Spielfeld trauen sich viele Frauen (noch) nicht. Sie ziehen sich stattdessen in den Hintergrund zurück und verwenden unlautere Mittel, um ihre „Gegner/- innen“ zu denunzieren. Für mich ist dieses ganze Gehabe von sogenannten „Bienenköniginnen“ ein Armutszeugnis. Ich kann jedem nur empfehlen, Konflikte offen anzusprechen und sich nicht in die Ecke drängen zu lassen. Nur durch Stärke und Authentizität nehmen wir eine klare Position ein.

Meinst du, wir arbeiten zu hart? Viele von uns sind Workaholics? Meinst du, es gibt hier Unterschiede zwischen Männern und Frauen?

Ich denke, wir bewegen uns in Deutschland noch im gesunden Mittelfeld. Ostasien und Nordamerika haben ein viel strikteres Arbeitsvolumen, welches natürlich mit einer gewissen Arbeitshaltung einhergeht. Hierbei geht es darum, Innovationen voranzutreiben, seine Leistung zu erbringen und Prestige für sich und andere zu „erarbeiten“.

Ich denke jedoch, dass wir uns in Deutschland eher an die skandinavischen Arbeitsweisen herantasten sollten. Es geht um Glück, Sinnhaftigkeit und Balance. Vor allem mit dem Generationswechsel wird diese Einstellungsveränderung sichtbar. Mit einem anständigen Gehalt und kostenlosen Kaffee werden keine Fachkräfte dauerhaft gehalten, denn heutzutage stellen viele junge Menschen ihre Lebensqualität in den Vordergrund und messen ihr Handeln anhand ihrer eigenen Kriterien für ein glückliches Leben.

Wie du weißt, beschäftige ich mich hauptsächlich mit dem Thema „Arbeitsglück” und ich durfte dazu einen Artikel auf deiner Seite FemalExperts veröffentlichen. Danke noch einmal dafür. Was hältst du von diesem Konzept?

Das Thema „Arbeitsglück“ verfolge ich seit einiger Zeit sehr intensiv auf eurer Homepage, da ich als Female Empowerment-Coach vor allem im Hinblick auf die zukünftigen weiblichen Fach- und Führungskräfte eine Sensibilität hierfür schaffen möchte.

Arbeitsglück ist etwas äußerst individuelles. So bedeutet es für mich beispielsweise, persönliche und finanzielle Freiheit für mich zu schaffen und selbstbestimmt zu arbeiten.

Ich finde es toll, dass du meinen Leser/- innen einige Kriterien nennen konntest, die sie als Orientierungshilfen verwenden können, um inneres Glück auch im Außen zu schaffen.

Und zum Abschluss: Was denkst du, wird sich durch die Digitalisierung verändern? Werden wir alle nur noch von zu Hause aus arbeiten?

Die Digitalisierung eröffnet uns eine neue Art des selbstbestimmten Arbeitens. Wir werden nicht mehr an Büroräume gebunden sein und erhalten die Chance, uns völlig neu kreativ zu entfalten. Viele haben Angst davor, etablierte Strukturen aufzubrechen, doch unser Leben unterliegt einem fortdauernden Wandel und sollte nicht in starre Strukturen gepresst werden. Wenn ich kreativ werden möchte, kann ich so mit anderen zusammenkommen, wenn ich jedoch spüre, dass mir die Arbeits- oder Verhaltensweise anderer die Kreativität oder Energie raubt, so kann ich mich dem entziehen und trotzdem meinem Beruf (meiner Berufung) nachgehen. Auf Dauer könnte so das Arbeitsglück steigen, da die Mitarbeiter/- innen das Gefühl haben, wieder selbst über Ihre Zeit bestimmen zu können. Begünstigt wird durch die Digitalisierung zudem die stetige Weiterbildung, an deren aktiver Förderung sich auch immer mehr Arbeitgeber beteiligen möchten.

Natürlich müssen wir hierbei eine mögliche Gefahr berücksichtigen und zwar (anders als es viele Arbeitgeber vermuten), dass zu viel und nicht zu wenig gearbeitet wird. Ich bin jedoch Optimistin, dass sich hier ebenfalls eine gute Lösung finden lässt

Vielen Dank für das nette Gespräch, liebe Kinga.

Kinga Bartczak ist als Trainerin, Business Influencerin (FemalExperts) und Female Empowerment- sowie Karrierecoach tätig.

Durch Personal Branding, kreatives Bewerbungsmanagement und individuelles Coaching räumt sie mit verbreiteten Glaubenssätzen auf. Sie hilft weiblichen Fach- und Führungskräften sichtbar zu werden und die Position für sich einzufordern, die Ihnen zusteht.