+49 (0) 4347 90 48 82 support@hirnpuls.de
Gewohnheiten ändern: Warum fällt es so schwer?

Gewohnheiten ändern: Warum fällt es so schwer?

Du willst Deine Gewohnheiten ändern? Du willst Dich endlich mit dem Zero-Inbox-Prinzip befassen, mehr Wasser trinken, eine halbe Stunde früher aufstehen, ein Buch schreiben – die Idee ist schließlich schon lange da und Dein volles E-Mail-Postfach treibt Dich an den Rand des Wahnsinns.

Irgendwie will es aber einfach nicht klappen. E-Mails zu ordnen scheint zu aufwendig, das Wasser vergisst Du immer, das Bier am Abend aber nie. Naja, dann wird es eben ein Vorsatz fürs neue Jahr.

Was ist da los? Warum fällt es uns so schwer, neue, gute Gewohnheiten in unser Leben zu integrieren? Ganz einfach: weil es anstrengend ist. Es erfordert Willenskraft. Gleiches gilt, wenn Du versuchst eine schlechte Angewohnheit aufzugeben.

Warum fällt es so schwer schlechte Angewohnheiten loszuwerden?

Welche Gewohnheiten gibt es in Deinem Leben, die Du gern ändern würdest, weil Du sie als „schlecht“ empfindest? Drückst Du prinzipiell mindestens zweimal den Snooze-Button auf Deinem Wecker? Driftest Du manchmal mitten im Gespräch mit einem Kollegen gedanklich ab und hörst nicht weiter zu? Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie vielen das passiert. Dir auch?

Unser Gehirn macht einen gewaltigen Unterschied zwischen dem Hier und Jetzt und der Zukunft.

Nimmst Du Dir vor, in jeder Mittagspause einen Spaziergang zu machen, klingt das erst einmal ganz gut. Du kommst raus an die frische Luft und gönnst Dir eine Pause vom Flimmer-Bildschirm. Prima!

13 Uhr, es wäre an der Zeit. Dein Gegenwarts-Gehirn will jetzt aber einfach nur das machen, was Spaß macht.

„Ach, mit dem Spazierengehen fang ich morgen an“, sagst Du Dir und scrollst lieber durch Facebook und Instagram. Die „Belohnung“ setzt sofort ein: Katzenvideos, ein Foto von Sindys Mittagessen und die Einladung zu einem Event – all dies wird Dir bequem auf den Tisch serviert. Gewohnheiten ändern ist nicht leicht – das wird jeder bestätigen.

Von der Gewohnheit zum Automatismus – wie lange dauert es?

In dem Moment, in dem wir die neue Gewohnheit umsetzen wollen, benötigen wir enorme Willenskraft – zumindest für ungefähr die ersten zwei Monate.

Laut James Clear, einem Autor und Redner, der sich eingehend mit dem Thema „Gewohnheiten“ auseinandersetzt, dauert es circa 66 Tage, bis eine neue Angewohnheit zum Automatismus geworden ist. Abhängig ist das natürlich davon, wie schwerwiegend die Änderung ist, die Du Dir angewöhnen möchtest.

Willst Du Dir angewöhnen, mehr Wasser zu trinken und stellst Dir jeden Morgen eine Flasche auf Deinen Schreibtisch, wird Dir das höchstwahrscheinlich leichter fallen, als konsequent jede zweite Woche ein Feedbackgespräch mit Deinen Mitarbeitern zu führen. Denn dazu gehört eine gute Vor- und Nachbereitung. Der Aufwand ist größer, die Veränderung des Verhaltens anstrengender.

Gewohnheiten ändern: den Habit-Loop für Dich nutzen

Zu verstehen, was Gewohnheiten genau sind und wie sie im Regelfall ablaufen – Stichwort: Habit-Loop – Gewohnheitsschleifen –, ist immer der erste Schritt, wenn Du Dich weiterentwickeln möchtest. Gesünder und glücklicher leben, Mitarbeiter besser verstehen und führen – alles hängt von den Gewohnheiten ab, die Deinen Alltag formen.

Nun hast Du viele Informationen gesammelt. Du hast meinen letzten Blogbeitrag gelesen. Du willst Deine Gewohnheiten ändern. Du bist bereit.

Los geht’s! Der folgende Leitfaden soll Dich dabei unterstützen, eine neue Routine in Dein Leben zu integrieren, die – Trommelwirbel – auch bleibt. Du wirst nicht aufgeben wollen, nicht, wenn es so einfach ist.

In unserer Infografik findest Du einen Überblick zum Thema „Gewohnheiten ändern“:

Infografik Gewohnheiten ändern Gewohnheiten bilden

Gewohnheiten ändern – Der 5-Punkte-Plan

1. Fange mit einer wahnsinnig kleinen, einfachen Gewohnheit an!

Mit der Motivation ist das so eine Sache. An einem Tag ist sie da, am nächsten nicht. Dich zu etwas zu zwingen, macht nie Spaß. Willenskraft ist wie eine Art Muskel, der über den Tag hinweg an Power verliert, sich dann aber erholt und wieder voll dabei ist.Also: Überlege Dir eine Sache, die Du Dir angewöhnen möchtest, die Dir jetzt vielleicht winzig, fast lächerlich erscheint. Sie sollte so klein sein, dass Du Dir denkst: „Muss ich mir das wirklich vornehmen, das sollte doch kein Problem sein.“ Statt Dich täglich eine Stunde mit Fachliteratur weiterzubilden, versuche, täglich nur einen Fakt zu lernen, einen kurzen Text zu lesen, der nur zwei Minuten deines Tages in Anspruch nimmt.

Oder möchtest Du vielleicht deine E-Mail-Flut unter Kontrolle bringen und das nervige rote Briefsymbol aus Deinem Leben verbannen? Dann beginne langsam die Zeitabstände auszudehnen, in denen Du Dein Postfach checkst.

Willst Du eine Gewohnheit ändern, dann mach es Dir so einfach, dass sie auch dann durchführst, wenn Du eigentlich keine Motivation hast.

Und? Hast Du Dir etwas ausgedacht? Überlege Dir etwas, bevor Du mit dem Lesen dieses Textes fortfährst.

Willst Du Gewohnheiten bilden, so überlege Dir kleine Gewohnheiten, mit denen Du beginnst.

2. Jeden Tag nur ein klein wenig besser/mehr/weniger – was auch immer Du Dir vornimmst

Statt morgen gleich volle Fahrt aufzunehmen und dann nach einem tragischen Unfall womöglich aufzugeben, rolle im ersten Gang los. Wenn Du Dich dann so richtig gut und sicher fühlst, fahre jeden Tag ein klein wenig schneller – nur die große Zehe auf dem Gaspedal, immer so langsam, dass auch Deine Motivation und Willenskraft mithalten kann.Verändere und verbessere deine neue Angewohnheit jeden Tag um nur einen Prozent. Ein Prozent gleichmäßig über einige Tage hinweg hat einen stärkeren Effekt als von 0 auf 100 aufzudrehen, glaube es mir!

Dir wird es leichter fallen, Deine Motivation aufrechtzuerhalten, wenn Du Dir kleine statt großer Stücke vornimmst.

Ein Beispiel: Dankbarkeit ist die grundlegendste Form guten Benehmens. Uns wird beigebracht, immer „Bitte“ und „Danke“ zu sagen, bestenfalls dabei sogar noch zu lächeln. Sind wir aber wirklich dankbar für alles, was wir haben, was uns täglich widerfährt?

Nimm Dir jetzt vor, täglich drei Dinge aufzusagen, für die Du dankbar bist: gutes Wetter, eine spannende berufliche Möglichkeit, ein tolles Team-Meeting, jemand hat Muffins mitgebracht … keine Sorge, Dir wird etwas einfallen. Nun versuche, statt abends im Bett über alle drei Dinge nachzugrübeln, diese Dankbarkeit aufzuteilen. Am Vormittag gibt es den ersten „Dankbarkeits-Gedanken“, am Nachmittag den zweiten und abends dann den dritten. Stell Dir ruhig einen Wecker dafür!

Mit dieser Vorgehensweise, die „Dankbarkeits-Gedanken“ aufzuteilen, wird Dir bewusst, welche schönen Dinge täglich in Deinem Arbeitsleben passieren. Denn oft fällt es uns leichter, nur das zu sehen, was schlecht läuft!

Willst Du Gewohnheiten ändern, hilft es, große Ziele in kleine Stücken zu unterteilen.

3. Gewohnheiten ändern: Finde Deinen Auslöser!

Wie Du ja nun weißt, läuft jede Gewohnheit nach immer demselben Muster, dem Habit-Loop ab und ein Auslöser bzw. eine Erinnerung geht der Handlung voraus. Nun sind wir alle Menschen. Wir vergessen – besonders vergesslich sind wir dann, wenn es um ein neues Verhalten geht. Warum? Weil wir bereits eine Routine haben und die neue Gewohnheit bisher noch nicht dazu gehört.Aus diesem Grund brauchen wir zwei Dinge:

  1. Eine Routine, auf der die neue Gewohnheit aufbauen kann:
    Du kommst jeden Morgen ins Büro, Tür auf, „Hallo“ zur Rezeptionistin, dann schnurstracks zu Deinem Schreibtisch, Tasche drauf und Laptop rausgeholt.

    Diese Routine ist bereits da. Sie läuft jeden Morgen genau so ab. Möchtest Du Dir angewöhnen, jeden Deiner Mitarbeiter jeden Morgen ordentlich zu begrüßen, dann bau dies in den Vorgang, der ja eh schon abläuft, ein. Das könnte dann so aussehen:Du kommst ins Büro, „Hallo, wie geht es Dir? Gestern Abend noch etwas Schönes gemacht?“ zur Rezeptionistin, zu Deinem Schreibtisch, Tasche abgestellt, dann zum Kollegen und diesen begrüßen, dann zum nächsten und zum nächsten. Vielleicht hat ja jemand Lust auf einen Kaffee?
  2. Ein intelligent platzierter Auslöser:
    Meinst Du, morgens immer zu sehr in Eile zu sein, und fürchtest Du schon die ganzen E-Mails, die auf Dich warten, dann klebe Dir einen Zettel an den Bildschirm:Ich möchte meine Mitarbeiter besser kennenlernen, um sie zukünftig besser einschätzen und unterstützen zu können.

Dir wird es gleich viel leichter fallen, Deine neue Routine durchzuziehen, weil Du das „Warum“ dahinter kennst.

Willst Du also eine neue Angewohnheit in Deinen Alltag integrieren, so platziere bestimmte Dinge, die als Auslöser dienen können, genau dort, wo Du sie benötigst. So werden sie Dich an die Handlung erinnern. Willst Du zum Beispiel während der Arbeitszeit mehr Wasser trinken, dann besorge Dir eine große Flasche, die Du direkt neben Dich stellst. Kleine Erinnerungen helfen so lange, bis sie nicht mehr notwendig sind.

Gewohnheiten ändern: Finde den passenden Auslöser für Deine Routine.

4. Ausrutscher passieren, sie geben Dir aber nicht die Erlaubnis aufzugeben

Wie bereits im letzten Blogbeitrag – Macht der Gewohnheit – erwähnt, neigen wir zu einem All-or-Nothing-Denken.Das bedeutet, dass wir uns oft vornehmen, uns eine neue, gute Gewohnheit anzueignen. Der Start ist geschafft. Nun kommt Tag 5 und wir vergessen / wollen nicht / können nicht / was auch immer. Tag 6 kommt daher und wir denken uns: „Jetzt habe ich gestern schon ausgelassen, jetzt klappt das ganze Vorhaben eh nicht mehr. Ich fang einfach nächsten Monat noch einmal von vorn an.“

So sollte es nicht sein! Fehler passieren! Du solltest sie nicht unbedingt erwarten, aber einplanen. Überlege Dir, was Dich dazu verleiten könnte, deine neue Routine durchzuführen. Könnten diese „Risikofaktoren“ von vornherein aus dem Weg geräumt werden?

Es ist wichtig, dass Du konsequent bist, nicht jedoch unbedingt perfekt! Ausrutscher passieren, aber nicht an zwei Tagen hintereinander.

Gewohnheiten ändern: Erlaube Dir Ausrutscher beim Gewohnheiten bilden

5. Selbstdisziplin und Ausdauer

Prinzipiell solltest Du nicht zu viel Disziplin investieren müssen, wenn Du alle vorangegangenen Tipps berücksichtigst. Deine neue Gewohnheit ist in winzige, kleine Teilschritte heruntergebrochen, Du erlaubst Dir (wenige) Ausrutscher und hast das neue Verhalten in eine bestehende Routine implementiert. Prima!

Und trotzdem gibt es da manchmal die Tage, an denen Du Dich überwinden musst. Denke immer daran, warum Du das neue Verhalten einbinden möchtest. Schließe eine Art Vertrag mit Dir selbst ab, in dem Du ganz genau definierst, was Du bis wann erreichen möchtest – nicht schwammig, nicht irgendwann, sondern ganz genau und mit „heute“ als Startdatum.

Ganz wichtig ist es, Dich selbst zu belohnen. Positives Feedback wird Deine Motivation aufrechterhalten. Feiere Dich selbst!

Macht der Gewohnheit: Wie Gewohnheiten unser Leben bestimmen

Macht der Gewohnheit: Wie Gewohnheiten unser Leben bestimmen

Wiederholen wir Verhaltens- oder Denkweisen stetig, so werden sie zu Gewohnheiten, also zu Handlungen, die wir ganz automatisch durchführen, viele davon sogar täglich.

Wie stark Gewohnheiten unser Leben beeinflussen, wird in den folgenden Beispielen deutlich:

Ben hat seinen virtuellen Briefkasten immer genau im Auge und meint, er ist im Multitasking bestens geübt. Beim Telefonieren und im Meeting werden E-Mails überflogen, selbst auf der Couch vor dem Fernseher, wo er sich doch entspannen sollte. Ploppt die kleine rote Zahl an der Mailbox auf, klickt er sofort. „Sie haben Post.“
Ben hat sich angewöhnt, E-Mails immer sofort zu lesen – nicht unbedingt aufmerksam, nicht um sie gleich zu erledigen, sondern nur um zu wissen, worum es geht. Die Macht der Gewohnheit treibt ihn dazu. Dieses Verhalten lenkt ihn jedoch von den Aufgaben ab, auf die er sich eigentlich gerade konzentrieren wollte. Er fühlt sich gestresst, gejagt und geknechtet von dem kleinen Briefsymbol.

Daniel ist leidenschaftlicher Motorradfahrer. Die Freiheit, das Adrenalin, sich richtig in die Kurven legen – das ist sein Ding. Er muss dabei nicht mehr nachdenken, wann er den nächsten Gang einlegt, wie er den Blinker bedient oder bremst. Alles läuft automatisch ab, alle Handgriffe sitzen.

Wir brauchen Gewohnheiten

Gewohnheiten bestimmen unseren Alltag – manche erleichtern ihn, sind teilweise sogar überlebenswichtig, manche sind aber auch schädlich oder lästig. Abhängig ist das davon, ob sie mit unseren Zielen übereinstimmen oder uns nur Energie und Zeit rauben, sogar unsere Gesundheit schädigen.

Die Macht der Gewohnheit: Gewohnheiten beeinflussen unser Leben.

Ohne Gewohnheiten würde uns die Routine fehlen. Laut Bas Verplanken, einem Professor für Sozialpsychologie an der University of Bath in England, zufolge werden zwischen 30 und 50 Prozent unseres täglichen Handelns von Angewohnheiten bestimmt (Quelle: zeit.de). Bist Du erfolgreich oder nicht? Ergebnis deiner Gewohnheiten. Bist Du glücklich oder nicht? Alles was Du tust, alles was Du bist, ist die Summe Deiner Gewohnheiten.

Das Fazit aus dieser Erkenntnis: Du hast Dein Leben in der Hand. Trenne Dich von alten Routinen, die Dir schaden und arbeite an neuen, die Dich bereichern.

Woher weiß ich, welche neuen Gewohnheiten mein Leben bereichern würden?

Früher oder später kommt jeder von uns an den Punkt, an dem man sich entscheidet: Veränderungen müssen her.

Die Folge dieser Entscheidung ist, dass wir uns Ziele setzen – meistens zu hohe. Wir nehmen uns vor, etwas umzukrempeln, etwas ganz „neu“ zu machen, am besten gleich morgen. Die Motivation ist anfangs hoch, nimmt dann aber immer weiter ab. Es ist einfach zu schwierig, zu anstrengend.

Anhaltende Veränderung ist ein Produkt täglicher Routinen, es gibt nur sehr selten eine „Einmal-und-nie-wieder-Lösung“.

Tipps für das Bilden von Gewohnheiten: Mach es Dir einfach, damit die Motivation bestehen bleibt.

Ablauf von Gewohnheiten: Die Gewohnheitsschleife

Gewohnheiten laufen (fast) immer nach dem gleichen Schema ab – drei Schritte, die der Autor und Gewichtheber James Clear als die Gewohnheitsschleife bezeichnet.

  1. Auslöser
    Was löst die Angewohnheit aus?
    Du möchtest Dich auf eine Aufgabe fokussieren, öffnest Spotify und wählst erst einmal eines der (vielen) Alben von Metallica aus. Mit der richtigen Musik kannst Du Dich einfach am besten konzentrieren.Plötzlich ploppt ein kleiner Kasten rechts oben auf: „Sie haben eine neue E-Mail.“
  2. Routine
    Als Routine wird in der Gewohnheitsschleife das Verhalten bezeichnet, dem ein Auslöser vorausging und das Du nun automatisch durchführst.Du wirst durch Metallica einfach in Deinen „Arbeitsmodus“ versetzt, und das geht so lange gut, bis die kleine rote Zahl dort an dem Briefsymbol auf deinem Desktop erscheint und Dich ablenkt. Der visuelle Auslöser provoziert eine automatisierte Handlung: E-Mails gleich zu lesen, wenn sie reinkommen.
  3. Ergebnis/Belohnung
    Welches Ergebnis erzielt Deine Handlung?Du bist ziemlich weit in der Bearbeitung Deiner Aufgabe gekommen – Metallica sei Dank. Die Belohnung: Du wirst gleich die Zeit für einen Kaffee mit dem Kollegen haben.Dann ist aber die E-Mail gekommen und hat Dich aus Deinem Rhythmus gerissen. Eigentlich hattest Du Dir doch vorgenommen, Dich nicht mehr so schnell ablenken zu lassen. Aber immerhin weißt Du jetzt, wer Dir geschrieben hat und worum es ging.

Ist das Ergebnis positiv, so wirst Du den Vorgang wiederholen (wollen), wenn Du den Auslöser das nächste Mal wahrnimmst, dann immer und immer wieder, bis aus der Handlung eine Gewohnheit geworden ist.

Die Gewohnheitsschleife oder Habit Loop beschreibt den Ablauf einer Gewohnheit.

Was formt Gewohnheiten – Die vier verborgenen Kräfte

„Du kannst alles erreichen, wenn Du es nur wirklich willst“ – Ich bin ein absoluter Verfechter dieses Mottos. Ich bin mir aber auch bewusst, dass es „verborgene Kräfte“, wie ich sie gern nenne, gibt, die unser Leben beeinflussen, Gewohnheiten formen und uns zu der Person werden lassen, die wir sind.

Dein Umfeld

Dein Umfeld bestimmt Deine Gewohnheiten mit. Gestalte Dein Umfeld, so dass es die Bildung neuer Gewohnheiten unterstütz.Geht etwas schief, schieben wir die Schuld nur zu gern auf unser Umfeld. Dabei vergessen wir allerdings, dass unser Umfeld uns auch im umgekehrten Fall dabei unterstützen kann, etwas zu tun oder zu unterlassen.

Was ich damit meine?
Du ertappst Dich dabei, dass Du während der Arbeit ständig auf Dein Smartphone schaust und Dich so ablenken lässt? Dann lege es in den Nebenraum, packe es in einen Schrank, schalte es aus.

Beim Mittagessen sind die Augen immer größer als der Magen? Dann nimm Dir einen kleineren Teller, mit dem Du automatisch weniger essen wirst. Du entscheidest!

Unser Umfeld ist wie eine unsichtbare Hand, die unser menschliches Verhalten formt. Zwar glauben wir, unsere Gewohnheiten seien das Produkt aus Motivation, Talent und harter Arbeit.

Und das ist sicherlich nicht falsch, doch vergessen wir, dass unser Umfeld uns stark beeinflusst. So können die allein ungünstige Lebensumstände oder auch finanzielle Einschränkungen verhindern, dass wir/Du unser gesamtes Potenzial ausschöpfen.

Es wird Dir nicht leicht fallen, Dich zu konzentrieren, wenn Dein Stuhl unbequem ist. Wie willst Du organisiert sein, wenn Du Dir kein System für Deine Aufgaben anlegst? Wie kannst Du offene Mitarbeitergespräche führen, wenn Du zu Deinen Angestellten kein gutes Verhältnis hast?

Menschen, die sich mit Leichtigkeit an gute Gewohnheiten halten, haben oft ein Umfeld, das dieses Verhalten fördert. Willst Du Dein Verhalten verändern, dann fange damit an, Deine Umgebung zu verändern. Optimiere Dein Arbeitsumfeld!

Deine Gene / Dein angeborenes Verhalten

Nicht jeder von uns hat die Figur von Usain Bolt und kann die 100 Meter in unter 10 Sekunden sprinten. Goethe war intelligent, keine Frage, doch fehlte ihm mathematisches Verständnis.

Klar, vieles können wir erlernen, doch wir haben alle Stärken und Schwächen, Talente, die uns angeboren sind. Jeder hat irgendwann einmal ein bestimmtes Deck an Karten zugeteilt bekommen und es ist unsere Aufgabe, sie optimal auszuspielen.

Die gute Nachricht: Auch wenn ein Teil unserer Stärken genetisch bedingt ist, so kannst Du doch mit Willenskraft und Leidenschaft (fast) alles erreichen, was Du Dir vornimmst.

Du kannst ein bestimmtes Verhalten trainieren, Du kannst Dir Wissen aneignen und an Deinen Soft Skills, also an Deiner emotionalen Intelligenz arbeiten.

Ein Beispiel:
Friedrich führt ein kleines, fünf Mann starkes IT-Team. Zwar liebt er seinen Job und auch die Herausforderung. Nur fällt es ihm nicht immer leicht, ein guter Manager zu sein. „Von Natur aus“ fiel ihm schon immer das Lesen einer Programmiersprache leichter als das Verstehen von Körpersprache. Zuhören war irgendwie noch nie so sein Ding. Er lässt sich zu leicht ablenken, der Kopf arbeitet immer an irgendeinem mathematischen Problem. Sein Team spürt bei Gesprächen die gedankliche Abwesenheit natürlich und fühlt sich dadurch wenig wertgeschätzt.

Friedrich nimmt sich vor, diesen Zustand zu ändern und arbeitet intensiv an seinen Gewohnheiten und seiner Fähigkeit, den Kollegen zuzuhören. Soft Skills wie diese können erlernt werden und eine Person zu einer besseren Führungskraft, aber auch zu einem besseren Menschen machen.

Deine Einstellung

Worin erkennst Du Dich wieder?

  1. Du weißt, dass Du „von Natur aus“ unorganisiert/faul/leicht zu überreden/… (hier eintragen, was Du von Dir selbst hältst) bist und denkst, das lässt sich nicht ändern.
  2. Du weißt, Du bist zwar im Moment schlecht in Mathe / im Wassertrinken / im Organisieren / im Joggen /…, aber Du denkst, Du packst das und kannst es ändern.

Welche Einstellung Du an den Tag legst – Deine Mentalität spielt beim Bilden neuer Gewohnheiten eine entscheidende Rolle.

Bilden neuer Gewohnheiten ist nur mit der richtigen Einstellung möglich.Normalerweise läuft das Setzen von Zielen so ab:
Ziel: Meetings sollen zukünftig immer pünktlich beginnen.
Aktion: Du speicherst in deinem Kalender eine Erinnerungsnotiz für den Termin ab um nicht so häufig zu spät im Konferenzraum zu erscheinen.
aber:
Du als Persönlichkeit: bummelst gern und verquatschst Dich schnell mal auf dem Gang. So richtig weißt Du gar nicht, warum Du immer zu spät kommst.

Beginne die ganze Sache stattdessen mit der Überlegung „Welche Person will ich werden?“
also:
Person, die ich werden will: immer pünktlich – davon wirst Du nicht abweichen.
Aktion: Du speicherst eine Erinnerungsnotiz in deinem Kalender ab, um nicht wieder zu spät im Konferenzraum zu erscheinen. Es gibt keine Ausreden. Die Kollegen auf dem Gang lässt Du freundlich wissen, dass Du auf dem Weg zum Meeting bist und Dich gerade nicht unterhalten kannst.

Ergebnis: Meetings werden zukünftig immer pünktlich beginnen.

Feedback/Das Ergebnis

Im letzten Punkt ging es um Deine Einstellung, die stimmen muss, wenn Du eine neue Angewohnheit in Dein Leben integrieren möchtest. Was kannst Du aber machen, wenn genau das nicht zu passen scheint?

Zwar willst Du Dich besser organisieren, aber Du fällst immer wieder in Dein altes Muster „Ich lass die E-Mail einfach hier, statt sie in den passenden Ordner zu verschieben“ zurück. Macht der Gewohnheit! Sooo ganz wichtig ist Dir die Sache mit dem Organisieren dann doch nicht.

Eine der Kräfte, die das Formen von Routinen beeinflusst, ist positives „Feedback“. Bemerkst Du also, wie ein aufgeräumter Posteingang Deinem Arbeitsalltag hilft, Dich schneller werden lässt, ändert sich auch Deine Einstellung.

Wir Menschen wollen Ergebnisse sehen. Wir wollen bestätigt werden oder uns einfach nur gut fühlen – was auch immer der Auslöser dafür ist. Willst Du eine neue Angewohnheit einführen, dann ist es wichtig, dass Du Dich jedes Mal belohnst, wenn Du erfolgreich eine Handlung durchgeführt hast.

Achtung: Du musst nicht immer perfekt sein!

Beim Gewohnheiten bilden geht es nicht nur um Ganz oder Gar nicht! Fehler sind erlaubt.

Oft haben wir eine „Ganz-oder-Gar-nicht-Einstellung“.

Ein Beispiel: Franzi führt ein Team von 15 Angestellten. Auf ihrem Schreibtisch herrscht Chaos. Sie hat grundsätzlich mehr Aufgaben, als sie bewältigen kann, und es fällt ihr schwer, auch nur eine davon abzugeben. Es bleiben Stress, Überstunden und am Ende trotzdem das Gefühl, nicht alles geschafft zu haben.

„Das muss sich ändern!“, denkt sie sich und nimmt sich vor, zukünftig jeden Tag etwas zu delegieren, sich also nach und nach frei zu schaufeln und das Abgeben zur Gewohnheit werden zu lassen. Bereits nach fünf Tagen dieses Vorhabens stößt sie auf eine Aufgabe, deren Erledigung sie lieber selbst machen möchte. Sie ringt mit sich. Einfach fix erledigen oder ganz abgeben?
Franzi holt sich eine Kollegin ins Büro, erläutert die Aufgabe und übergibt Teile. Einiges macht sie immer noch selbst.

Ist Franzis Ziel, sich das Delegieren als neue Gewohnheit anzueignen, nun dahin? Nein! Auch wenn Du auf Deinem Weg ein- oder zweimal „abrutschst“, heißt das nicht, dass Du von vorn anfangen oder aufgeben musst. Eine Gewohnheit kann entstehen werden, auch wenn Du nicht immer, nicht jeden Tag perfekt bist.

Wie schaffst Du es, neue Gewohnheiten in Dein Leben zu integrieren?

Du hast in diesem Beitrag von der Gewohnheitsschleife, der Macht der Gewohnheit und den verborgenen Kräften gehört, die Gewohnheiten formen. Wie kannst Du dieses Wissen nun für Dich umsetzen? Wie kannst Du Gewohnheiten ändern?

Dieses Thema ist unglaublich interessant und beeinflusst, wie bereits gesagt, alle Bereiche unseres Lebens. Demzufolge gibt es auch einiges dazu zu sagen. In meinem nächsten Blog-Beitrag werde ich Dir erklären, wie Du all dieses Wissen umsetzt – Gewohnheiten änderst, die abschaffst, die Dich runterziehen und neue einführst, die Dein Leben bereichern.

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?