Eine erfolgreiche Karriere ist für viele Menschen nicht mehr das Wichtigste im Leben. Besonders die kommenden Generationen der Millennials und Digital Natives sehnen sich nach einem ausgewogenen Alltag, in dem die Arbeit nicht immer im Vordergrund stehen muss. Diese Einstellung rückte den Modebegriff “Work-Life-Balance” immer weiter ins Rampenlicht. Doch was bedeutet dies eigentlich für Unternehmen, welche sich aktuell mit einer zunehmenden Fluktuation und dem angehenden War for Talents auseinandersetzen müssen?

Zuallererst ist es wichtig zu verstehen, was eine ausgeglichene Work-Life-Balance ausmacht, um im Privatleben sowie in der eigenen beruflichen Laufbahn glücklich und zufrieden zu sein. Wie unterscheiden sich die Erwartungen, die unterschiedliche Generationen an ihre Arbeitsstelle haben?

Was ist die Work-Life-Balance eigentlich?

Unter einer Work-Life-Balance verstehen vor allem junge Talente die Fähigkeit, das Arbeits- und Privatleben so in Einklang zu bringen, dass berufliche Ziele verfolgt werden können, ohne dass darunter das Privatleben leidet. Man setzt sich im Laufe der Zeit immer wieder neue berufliche sowie private Ziele und versucht diese parallel verlaufend zu erreichen ohne, dass die berufliche Laufbahn oder das Privatleben darunter leidet.

Jedoch kann das Gleichgewicht manchmal etwas durcheinander geraten. Steht man beispielsweise kurz vor einem Projektabschluss, kann es schon mal dazu kommen, dass man seinen Freundeskreis oder die Familie etwas vernachlässigt. Ein solches Ungleichgewicht sollte allerdings nicht zu einem Standard werden, da dauerhafte Stresssituationen, ohne einen Ausgleich, nicht nur der Gesundheit, sondern auch der grundsätzlichen Produktivität auf der Arbeit schaden können.

Was bedeutet Work Life Balance für Generation Z

Was stresst junge Talente?

Hört man heutzutage den Begriff “junge Talente”, ist die Rede von den sogenannten Millennials und der Generation Z. Da diese aktuell den Wandel auf dem Arbeitsmarkt bestimmen ist es unumgänglich, deren Bedürfnisse und Ängste zu kennen und sich auf diesem entsprechend einzustellen.

Selbstverwirklichung und eine ausgeglichene Work-Life-Balance zählen für die Millennials zu einem Muss, sie sind nicht nur auf der Suche nach einem Job in dem sie sich wiederfinden, sondern auch nach einem, welcher ihnen auch Spaß macht. Sie legen vor allem Wert auf eine Möglichkeit der Vernetzung am Arbeitsplatz, sowie auf sozialer und digitaler Ebene.

Der Generation Z hingegen ist es wichtig, sich frei entfalten zu können und auf eine gewisse Art und Weise unabhängig zu sein. Und das nicht nur in ihrer beruflichen Laufbahn, sondern auch in ihrem Privatleben.
Da die Arbeit nicht mehr an ein Unternehmen, sondern an ihre eigenen Fähigkeiten gebunden ist, ist Flexibilität bezüglich Arbeitszeiten, Arbeitsort und sogar Arbeitgeber sehr relevant für sie. Auch diese Generation legt einen hohen Wert darauf, dass ihr Job zu ihrer Persönlichkeit passt.

Junge Talente beider Generationen haben Angst vor Stillstand und fehlender beruflicher Weiterentwicklung. Sie streben es an, in der Zukunft eine Führungsrolle einzunehmen, würden aber, wenn sie diese als zu stressig empfinden, ein solches Angebot ablehnen. Bei Schulungen präferieren junge Talente eine persönliche Schulung gegenüber einem Online-Kurs. Besonders attraktiv sind Start-Ups, internationale Unternehmen oder gar ein eigenes Business.

Wie können Unternehmen Arbeitsplätze attraktiv für junge Talente gestalten?

Viele Unternehmen nutzen entspannte Büroräume sowie Benefits, wie beispielsweise kostenloses Mittagessen, frisches Obst, Gesundheits- und Fitnessangebote oder Fahrtkostenzuschläge, um das Wohlbefinden und somit auch die Qualität der Arbeit ihrer Mitarbeiter zu steigern.

Allgemein kann man sagen, dass sich das Personalwesen eines Unternehmens auf folgende Punkte konzentrieren sollte:

  • Training: frühzeitiges Anbieten von Fortbildungen
  • Sinn & Zweck: Klare Kommunikation von dem Sinn der Arbeit / einer Aufgabe
  • Mitarbeiterpsychologie: Erkennung von individuellen Problemen und Ängsten, Lösungen anbieten
  • Agilität: Agile Prozesse und flexibles Arbeitsleben schaffen
  • Vielfalt: Das Unternehmen generationsübergreifend ansprechend gestalten
  • Fluktuation: Personalfluktuation als Chance sehen, die geeignetsten Mitarbeiter zu finden
  • Positives Arbeitsklima: Eine wertschätzende Führung sowie echtes persönliches Interesse können das Arbeitsklima enorm verbessern
  • Auszeiten ermöglichen: Jeder Arbeitnehmer schätzt die Möglichkeit eines Sabbaticals oder der Familienpflegezeit sehr. Mitarbeiter haben hiermit die Möglichkeit sich weiterzubilden oder neue Energie zu tanken und somit wieder ausgeruht und motiviert in den Arbeitsalltag zu starten.

Konzentrieren sich Unternehmen auf die oben genannten Punkte, sollten sie keine Probleme damit haben, die geeigneten Kandidaten aus jeder Generation für sich zu gewinnen.

Autorenbild Franziska Amend

Die Autorin:
Franziska Amend studiert interkulturelle Wirtschaftspsychologie und absolviert gerade ihr Online Marketing Praktikum bei StudentJob in Amsterdam. Sie verfasst für StudentJob relevante Artikel für und über junge Talente.