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Mitarbeiterfluktuation ist eine sehr wichtige Kennzahl, die du beobachten solltest.

Du solltest die Mitarbeiterfluktuation nicht nur beobachten, sondern auch aktiv daran arbeiten, diese Kennzahl zu optimieren und zu senken.

Eine gewisse Fluktuation ist vollkommen normal, aber natürlich sollte diese Zahl möglichst gering sein und du solltest versuchen, sie so niedrig wie möglich zu halten.

Neben den finanziellen Auswirkungen einer hohen Mitarbeiterfluktuation hat sie einen großen emotionalen Effekt, auf den ich später noch näher eingehen werde.

Der finanzielle Effekt der Mitarbeiterfluktuation ist tatsächlich sogar ziemlich erschreckend. Einige Schätzungen geben sogar das Doppelte des ursprünglichen Gehaltes eines Mitarbeiters an. Das Problem wird noch schlimmer, wenn du versuchst, eine hochspezialisierte Rolle zu ersetzen, für die es sehr schwierig ist, geeignete Mitarbeiter zu finden.

Trotzdem ist der emotionale Effekt, den der Mitarbeiterwechsel auf die Unternehmensmoral hat, in meinen Augen noch schlimmer. Sie erzeugt eine schlechte Unternehmenskultur und sorgt dafür, dass sich niemand wirklich emotional mit dem Unternehmen verbunden fühlt. Als Folge leidet häufig die Qualität der Arbeit.

Ein Unternehmen auf diese Weise zu führen, ist eine nervenaufreibende und belastende Angelegenheit. Auf Basis meiner Seminare und Coachings habe ich jedoch das Gefühl, dass viele Unternehmen (noch) so arbeiten.

Damit wir das gleiche Verständnis über Mitarbeiterfluktuation haben, lass uns einen kurzen Blick darauf werfen, was ich darunter verstehe.

Anschließend schauen wir uns an, wie die Mitarbeiterfluktuation berechnet wird und was du machen kannst, um sie möglichst niedrig zu halten.

Definition Mitarbeiterfluktuation

Mitarbeiterfluktuation bezieht sich auf die Prozentzahl der Arbeiter, die eine Organisation verlässt und durch neue Angestellte ersetzt wird. Die Fluktuationsrate ist ein guter Indikator für die Unternehmenskultur und die Mitarbeiterzufriedenheit. Durch die Mitarbeiterfluktuation lassen sich Probleme aufdecken und somit auch lösen.

Kosten der Mitarbeiterfluktuation

Eine Daumenregel besagt, dass der ungeplante Abgang eines Mitarbeiters dem Unternehmen ca. 50 % seines Jahresgehaltes kostet. Das Problem bei der Berechnung der Kosten ist, dass so viel davon beeinflusst wird. Für höher spezialisierte Positionen, bei denen es länger dauert, sie neu zu besetzen, sind die Kosten noch sehr viel höher. In Berufen mit hoher Fluktuation (wie im Einzelhandel, im Callcenter etc.) sind die Fluktuationskosten dagegen geringer.

Ein weiteres Problem bei der Kostenberechnung sind all die Dinge, die nicht offensichtlich oder schwierig mit einer Summe zu beziffern sind.

Dinge wie:

  • die Kosten, die mit der Einstellung verbunden sind (Jobanzeigen, Bewerbungsgespräche, Tests etc.),
  • Einarbeitungskosten (Mitarbeiter sind für mindestens die ersten drei Monate nicht “100 % wertschöpfend” tätig),
  • Trainingskosten,
  • die verlorene Zeit, während der andere Mitarbeiter bei Fragen aushelfen,
  • Kosten für Gespräche zwischen Mitarbeitern.

Ich vergleiche es immer mit einem Eisberg: Wir können nur die Spitze des Eisberges beziffern, jedoch liegen 2/3 des Eisberges unter der Wasseroberfläche, die wir nur schwierig bemessen können.

Gründe für Mitarbeiterfluktuation

Für die Mitarbeiterfluktuation gibt es eine Vielzahl von Gründen, die aber vor allem mit einer negativen Arbeitsumgebung zu tun haben. Die zwei größten Faktoren sind hierbei der Einstellungsprozess und Probleme mit dem direkten Vorgesetzten.

Einstellungsprozess

Laut der RainMaker Group sind Fehler beim Einstellungsprozess einer der Hauptgründe, die später zu einer erhöhten Mitarbeiterfluktuation führen.

Deswegen ist es so wichtig, sicherzustellen, dass du einen hervorragenden Einstellungsprozess implementierst und immer nach Möglichkeiten suchst, diesen weiter zu verbessern.

Der erste Schritt besteht darin, eine gute Jobbeschreibung zu verfassen, sodass potenzielle Kandidaten wissen, was genau sie erwarten können. Zudem solltest du für dich ein Profil von deinem idealen Kandidaten erstellen.

Im zweiten Schritt gilt es, herauszufinden, wo die Stärken des Bewerbers liegen (NICHT die Schwächen!). Was motiviert den Bewerber und macht ihm Spaß? Kann die Person ihre Stärken in das Stellenangebot einbringen? Lerne den Bewerber wirklich kennen.

Erst im dritten Schritt würde ich auf Abschlüsse und den Lebenslauf achten.

Ich halte es für ein absolutes Muss, mindestens zwei Gespräche zu führen.

Probleme mit dem direkten Vorgesetzten

Ein weiterer Hauptgrund für eine hohe Mitarbeiterfluktuation (wenn nicht sogar DER Hauptgrund) sind die direkten Vorgesetzten. Natürlich sind nicht immer die direkten Vorgesetzten daran schuld, wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt. Aber viele Führungskräfte sind so im Stress, dass sie gar nicht die Zeit finden, sich ihrer Führungsrolle richtig zu widmen.

Laut PricewaterhouseCoopers sind 9 von 10 Hindernissen bei Mitarbeiterengagement-Programmen auf zwischenmenschliche Beziehungen zurückzuführen.

Vielleicht kennst du den Spruch: „Mitarbeiter verlassen ihren Chef, nicht das Unternehmen!

Wie die Mitarbeiterfluktuation berechnet werden kann

Lass mich dir eine einfache Formel zur Berechnung der Fluktuation zeigen:

Mitarbeiterfluktuation: Formel zur Berechnung

Nehmen wir an, du hättest ein Unternehmen mit 200 Angestellten und 30 von ihnen verlassen während eines Jahres das Unternehmen. Zu Beginn des Jahres hattest du 200 Mitarbeiter und nun sind es noch 195 (die neu eingestellten Mitarbeiter müssen mit einberechnet werden).

Mitarbeiterfluktuation_BerechnungsbeispielDamit liegt das Unternehmen etwas über dem Bundesdurchschnitt. Dieser liegt laut dem Statistischen Bundesamt derzeitig bei 13%.

Möglichkeiten, die Mitarbeiterfluktuation zu senken

Die meisten Wege, um die Mitarbeiterfluktuation zu senken, sind sehr einfach. Sie erfordern lediglich, dass du dich auf eine langfristige Mitarbeiterbindung konzentrierst.

Hier einige Ideen, die du nutzen kannst, um die Mitarbeiterfluktuation zu verringern:

1. Verbessere den Einstellungsprozess

Wie bereits erwähnt, ist der erste Schritt, auf den du dich konzentrieren kannst, der Einstellungsprozess. Machst du hier alles richtig und stellst Menschen ein, die gut für die Aufgabe geeignet sind und zur Unternehmenskultur passen, dann wird sich auch deine Mitarbeiterfluktuation verringern.

2. Trainiere deine Manager

Daneben habe ich das Problem mit direkten Vorgesetzten erwähnt. Hier besteht eine weitere Möglichkeit, die Mitarbeiterfluktuation zu senken, indem du deine Führungskräfte und Manager trainierst.

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Psychologie in der Führungsposition eine große Rolle spielt, und würde mir wirklich wünschen, dass mehr Manager in emotionaler Intelligenz und positiver Psychologie geschult werden.

Ich würde es daher jedem Manager, der das hier liest, ans Herz legen, einen Kurs in Positiv Leadership zu belegen und/oder alternativ meinen kostenlosen elftägigen E-Mail-Kurs zu belegen.

3. Biete Mitarbeitern die Möglichkeit, über sich hinauszuwachsen

Biete deinen Mitarbeiter an, neue Fähigkeiten zu erlernen und Sinn in dem zu sehen, was sie tun. Das Bedürfnis, etwas zu meistern, lässt sich einfach befriedigen, indem du ihnen dabei hilfst, die für ihren Job relevanten Fähigkeiten zu verbessern.

Hierbei handelt es sich tatsächlich um eine Win-win-Situation, da sie natürlich auch produktiver sind, wenn sie besser in dem sind, was sie tun.

4. Mitarbeiteranerkennung

Eine Studie von Bersin fand heraus, dass Unternehmen, die unter den besten 20 % abschneiden, wenn es darum geht, eine “wertschätzende Kultur” aufzubauen, eine um 31 % niedrigere Mitarbeiterfluktuation haben.

Bei diesem Forschungsergebnis ist es wichtig, dass die Anerkennung von Kollegen wichtiger war als die von Top-Managern. Achte also darauf, eine Möglichkeit einzuführen, die den Mitarbeitern hilft, sich gegenseitig anzuerkennen und zu loben.

5. Sei flexibel

Work-Life-Balance ist ein weiterer wichtiger Faktor, um dafür zu sorgen, dass deine Mitarbeiter glücklich, gesund und produktiv sind. Biete deinen Mitarbeitern unterschiedliche Möglichkeiten an, um sicherzustellen, dass sie ein erfülltes Leben außerhalb der Arbeit haben. Es ist ein einfacher (aber häufig vergessener) Weg, um die Mitarbeiterfluktuation zu senken.

Mehr und mehr Unternehmen beginnen, die Wichtigkeit dieses Punktes einzusehen. Deshalb solltest du darüber nachdenken. Ansonsten kann es sein, dass deine Mitarbeiter zu deinem Wettbewerber wechseln, der dieses bereits erkannt hat.

6. Führe regelmäßige Feedbackgespräche

Manche Unternehmen führen mit ihren Mitarbeitern nur einmal im Jahr ein Feedbackgespräch/Mitarbeitergespräch – eine traurige Bilanz!

Aber Mitarbeiter wollen das Gefühl haben, dass ihnen zugehört und ihre Meinung ernst genommen wird.

Eine gute Möglichkeit, die Mitarbeiterfluktuation zu senken, besteht daher darin, regelmäßig Feedbackgespräche mit deinen Mitarbeitern zu führen und auch nach ihrer Meinung zu fragen.

Deinen Mitarbeitern aktiv zuzuhören und sich für ihr Wohlbefinden zu interessieren, wird garantieren, dass deine Mitarbeiterfluktuation sinkt.

Achtung: Immer wieder erlebe ich, dass Mitarbeiter nach ihrer Meinung gefragt werden, aber im Anschluss nichts geschieht. Es erfolgt häufig nicht einmal eine Rückmeldung, warum nichts umgesetzt wird. Deshalb solltest du deine Mitarbeiter nur nach ihrer Meinung fragen, wenn du wirklich bereit bist, zu handeln. Ansonsten wirst du genau den gegenteiligen Effekt erzielen.

Was tust du, um die Mitarbeiterfluktuation zu senken?

Hast du Tipps, wie du die Mitarbeiterfluktuation in deinem Unternehmen senkst, die du mit uns teilen kannst?

Lass es mich in den Kommentaren unten wissen!

Bis dahin

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Dein Saleh Amiralai

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