Deine Mitarbeiter wollen das negative Feedback, das Du nur ungern gibst

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Würdest Du lieber positives Feedback zu Deiner Leistung oder Verbesserungsvorschläge hören?

In den letzten zwei Wochen haben wir Daten zu dieser Frage und zu den allgemeinen Einstellungen der Menschen zu positivem und korrigierendem Feedback gesammelt. Bislang haben wir die Daten von 899 Personen gesammelt. 

Bevor wir Dir mitteilen, was wir herausgefunden haben, schlagen wir Dir vor, dieselbe Bewertung vorzunehmen, damit Du unsere Ergebnisse in Deinen eigenen persönlichen Kontext stellen kannst.

Unsere Bewertung misst, inwieweit Du es vorziehst, sowohl positives als auch korrigierendes Feedback zu geben und zu erhalten. Sie misst auch Dein Selbstvertrauen. Für die Zwecke dieser Studie haben wir Lob, Stärkung und lobende Kommentare als positives Feedback zusammengefasst. Verbesserungsvorschläge, die Erkundung neuer und besserer Möglichkeiten, Dinge zu tun, oder der Hinweis auf eine nicht optimale Vorgehensweise, werden als korrigierendes Feedback bezeichnet. Wir glauben, dass dies eine wichtige Unterscheidung ist, denn wie die folgenden Daten bestätigen, wünschen sich die Menschen korrigierendes Feedback, wie wir es definiert haben, sogar noch mehr als Lob, wenn es auf konstruktive Weise gegeben wird.  Ungefähr jeder Dritte ist der Meinung, dass es ihre Leistung noch mehr verbessert als positives Feedback.

Die nachstehende Grafik zeigt, in welchem Maße die Teilnehmer unserer ersten Stichprobe im Durchschnitt dazu neigen, positives und korrigierendes Feedback zu vermeiden oder zu bevorzugen.

Aus der ersten Spalte geht hervor, dass etwa gleich viele Personen lieber positives Feedback geben wie diejenigen, die dies nicht tun. Dies ist faszinierend, wenn man bedenkt, wie hoch der Prozentsatz der Menschen ist, die positives Feedback zu schätzen wissen, und wie positiv es sich auf die Leistungsverbesserung auswirkt.

Die zweite Spalte zeigt, wie sehr die Menschen es vorziehen, kein negatives Feedback zu geben (eine Erkenntnis, die uns natürlich nicht überrascht hat). Die dritte Spalte zeigt, dass die Menschen positive Kommentare in gleichem Maße bevorzugen, wie sie es ablehnen, negatives Feedback zu geben. Auch dies ist keine Überraschung.

Wir haben den Befragten auch eine zusätzliche Frage gestellt: Würden sie Lob/Anerkennung oder korrigierendes Feedback bevorzugen? 

Und dieses Mal haben uns die Antworten überrascht. Eine deutlich größere Anzahl (57 %) bevorzugte korrigierendes Feedback; nur 43 % bevorzugten Lob/Anerkennung. Das ist vielleicht nicht verwunderlich, denn unsere wichtigste Erkenntnis bezog sich auf die Frage, welche Art von Feedback sich am stärksten auf die Arbeitsleistung der Befragten auswirkt.  

Auf die Frage, was für ihre Karriere am hilfreichsten ist, gaben 72 % an, dass sie glauben, ihre Leistung würde sich verbessern, wenn ihre Vorgesetzten korrigierendes Feedback geben würden.

Aber es kam wirklich darauf an, wie es gegeben wurde – 92 % der Befragten stimmten der Aussage zu: „Negatives (umlenkendes) Feedback ist, wenn es angemessen gegeben wird und somit wirksam bei der Verbesserung der Leistung ist. In diesem Zusammenhang ist es bezeichnend, dass die Personen, die es als schwierig und stressig empfinden, negatives Feedback zu geben, auch deutlich weniger bereit waren, es selbst zu erhalten.  Andererseits gaben diejenigen, die ihre Vorgesetzten als sehr effektiv bei der Erteilung von ehrlichem, geradlinigem Feedback eingeschätzt haben, deutlich häufiger an, dass sie korrigierendes Feedback bevorzugen.

Und wie die folgende Grafik zeigt, scheint es auch eine starke positive Korrelation zwischen dem Selbstvertrauen einer Person und ihrer Vorliebe für negatives Feedback zu geben.

Wir waren neugierig, ob Menschen verschiedener Generationen unterschiedlich über Feedback denken. In unserer Stichprobe waren 12 % Babyboomer, 50 % gehörten der Generation X und 38 % der Generation Y an.  Wie unser abschließendes Diagramm zeigt, zeigten alle eine Abneigung gegen negatives Feedback (interessanterweise jedoch die Generation X etwas weniger).  Und jede Gruppe war sowohl offen für positives Feedback als auch noch offener für korrigierendes Feedback.

Generell gilt jedoch: Je älter die Befragten waren, desto mehr Feedback wollten sie von beiden Seiten erhalten. Die Boomer zeigten eine viel stärkere Vorliebe dafür, positives Feedback zu geben und negatives Feedback zu erhalten als die anderen beiden Gruppen (während sich die junge Generation Y anscheinend noch nicht einmal dabei wohl fühlt, positives Feedback zu geben). Einige Leute haben die Hypothese aufgestellt, dass die Mitglieder der Generation Y hungrig und offen für Feedback ist, insbesondere für positives Feedback, aber hier zeigt sich, dass ihre Vorliebe nicht so stark ist wie die der Boomer und der Generation X.  Es ist nicht klar, ob diese Unterschiede in erster Linie mit dem Alter zusammenhängen, oder mit der kürzeren Verweildauer im Berufsleben zu tun haben.

Klar ist jedoch das Paradoxon, welches unsere Daten offenbaren, ganz gleich wie wir sie betrachten. Die Menschen glauben, dass konstruktive Kritik für ihre berufliche Entwicklung wichtig ist. Sie wünschen sie sich von ihren Führungskräften. Aber ihre Führungskräfte fühlen sich oft nicht wohl dabei, sie zu äußern. Daraus schließen wir, dass die Fähigkeit, konstruktiv korrigierendes Feedback zu geben, einer der entscheidenden Schlüssel zur Führung ist, eine wesentliche Fähigkeit zur Steigerung der Leistung Deines Teams, die Du auszeichnen könntest.

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