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Female Empowerment – Ein Interview mit Kinga Bartczak

Female Empowerment – Ein Interview mit Kinga Bartczak

Frauen sind in Führungsebenen auch im Jahr 2018 noch unterrepräsentiert. Die Balance zwischen Familie und Karriere fällt nie leicht und viele Unternehmen können jungen Frauen noch nicht die Flexibilität bieten, die dank der Digitalisierung möglich wäre.

Kinga Bartczak, Female Empowerment- und Karrierecoach aus Aachen beschäftigt sich genau mit diesen Themen: Inwieweit existiert Geschlechtervielfalt in unserer Arbeitswelt? Auf ihrer Webseite femalexperts.de veröffentlicht sie eigene Blogbeiträge, Interviews und Gastartikel, um Informationen zur Verfügung zu stellen und einen Austausch zu starten.

Wir durften mit ihr sprechen und ihr die Fragen stellen, die uns unter den Nägeln brannten.

Hallo Kinga, wie geht es dir heute? Du scheinst derzeit mit der Uni, deiner Webseite und deiner Tätigkeit als Coach recht viel um die Ohren zu haben. Möchtest du dich nach deiner Coaching-Ausbildung ganz auf Coaching- und Trainingstätigkeit konzentrieren?

Vielen Dank für die Einladung! Mir geht es im Augenblick wirklich toll, auch wenn „Zeitmanagement“ bei mir im Augenblick in der Tat eine große Rolle spielt.

Ich treffe jeden Tag wundervolle Menschen, darf mir neue und spannende Aufgabengebiete erschließen und werde in den kommenden Monaten gemeinsam mit meinem Partner mein eigenes Unternehmen gründen.

Es ist ein wirklich aufregender Prozess. Ich gründe aus meinem Job heraus, den ich wirklich sehr gerne ausübe und freue mich gleichermaßen auf diese neue Aufgabe, die mir einige Herausforderungen bieten wird.

Du bist oft auf Messen und Seminaren anzutreffen. Welche Veranstaltungen besuchst du und wie empfindest du die Atmosphäre dort?

Ich bewege mich überwiegend auf Messen für (weibliche) Fach- und Führungskräfte. Mir gefällt die Stimmung und das Gefühl der Solidarität untereinander. Wir Frauen wissen, dass es noch viel für uns zu tun gibt und auch wenn es oftmals einige Xanthippen unter uns gibt, deren einzige Aufgabe es ist Zwietracht zu säen, so erkenne ich zunehmend ein harmonisches Miteinander. Schön ist es, wenn sich aus Bekanntschaften und Kontakten eine tolle Zusammenarbeit entwickelt, noch mehr jedoch schätze ich den offenen Diskurs miteinander.

Was steckt hinter dem Namen deiner Webseite – FemalExperts?

FemalExperts ist ein sogenanntes „Kofferwort/Schachtelwort“, welches sich aus den beiden Worten „Female“ und „Experts“ (weibliche Experten/Expertinnen) zusammensetzt.

Ursprünglich entstanden ist der Name für die Gründung eines Unternehmens. Ich entschied mich jedoch, mir noch etwas Zeit zu geben und zunächst die Leidenschaft des Schreibens zu verwenden, um eine eigene Community zu schaffen.

Gemeinsam mit einer Freundin, deren Wesen und Ansichten mich bis heute inspirieren, habe ich den Namen für mich entdeckt und mich entschieden, diesen als Blognamen zu verwenden.

Du beschäftigst dich mit den Themen Gender & Diversity. Meinst du, wir sind hier bereits auf einem guten Weg?

Ich denke den Grundstein haben bereits die ersten feministischen Bewegungen im Frankreich des späten 19. Jahrhunderts gelegt, sehe uns jedoch in einem beständigen Prozess der Weiterentwicklung. Es ist wichtig zu sensibilisieren und nicht zu vergessen, dass es im Patriarchat keinerlei Wachstumsmöglichkeiten gibt, egal ob für Frauen, Menschen mit unterschiedlicher sexueller oder religiöser Orientierung sowie Menschen mit Behinderung. Wir müssen für eine freie Welt voller Vielfalt und Gleichberechtigung einstehen, denn nur dadurch lernen wir auch das Gute in uns selbst zu entdecken, zu fördern und zu schätzen.

Was sind deiner Erfahrung nach die Sorgen und Herausforderungen, mit denen sich Frauen in der heutigen Arbeitswelt auseinandersetzen?

Ich denke zunehmend, dass Frauen sich mit zu vielen Konfliktfeldern konfrontiert sehen. Sie haben oftmals einen guten Abschluss und vielleicht auch einen guten Berufseinstieg geschafft, was sie bis hierhin nicht zwangsläufig von ihren männlichen Mitstreitern unterscheidet. Mit zunehmenden Alter kommen jedoch die nervigen Fragen und damit das Gedankenkarussell: Wann heiratet ihr? Wann möchtest du Kinder bekommen? Du wirst doch sicher in Teilzeit im Anschluss arbeiten? Dinge, die vorher vielleicht eine untergeordnete Rolle gespielt haben, werden durch äußere Einflüsse plötzlich zu den zentralen Fragen des Lebens erhoben. Es ist kein Wunder, dass sich viele Frauen vor allem im amerikanischen Raum nach Möglichkeiten umsehen, diese Fragen aufzuschieben, um sie zu einem späteren Zeitraum selbstbestimmt für sich beantworten zu können.

Was können Unternehmen deiner Meinung nach besser machen, um jungen Frauen die Möglichkeit zu bieten, eine Balance zwischen Karriere und Familie zu finden?

Zuhören, Fragen stellen und Interesse zeigen. Ich erlebe das bei meinem Arbeitgeber besonders positiv. Niemand fragt nach meinem Alter oder spekuliert über eine mögliche Familienplanung. Stattdessen werden Fragen nach der beruflichen Zukunft gestellt und wie man mich dabei unterstützen kann.

Entscheidet sich eine Frau doch für die Familienplanung, sollte das beim Arbeitgeber nicht gleich eine Panikattacke auslösen, stattdessen sollte dieser/diese lieber die positiven Aspekte sehen. Eine Mutter ist in Bezug auf Zeitmanagement und effizientes Arbeiten ein Mastermind.

Ich selbst schaue mir die meisten Techniken von Müttern ab, da ich weiß, dass sie keine Zeit zu verschenken haben.

Grundsätzlich ist es natürlich nicht verkehrt, wenn sich die Arbeitgeber/-innen an die Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts anpassen würden: Vertrauensarbeitszeit, Homeoffice, Telearbeit, Gleitzeit. Der Anspruch sollte nicht sein, seine Mitarbeiter/- innen neun Stunden am Tag ans Büro zu fesseln, sondern ausschließlich darauf zu schauen, ob Projekte erfolgreich abgeschlossen werden, egal ob das morgens um 8:00 Uhr im Büro oder im Homeoffice passiert.

Was hältst du von einer Frauenquote in deutschen Unternehmen?

Sollte es geben und zwar flächendeckend. Natürlich ist es schwierig in manchen Branchen die Quote durchzusetzen, doch es geht um die Bemühungen. Wenn wir mehr Frauen in MINT-Berufen wollen und die Wirtschaft sich beschwert, dass zu wenige auf dem Markt sind (was schon zweifelhaft erscheint), dann sollten wir hier die stetige Förderung und Sensibilisierung ausbauen und zwar beginnend in der Grundschule, wo der Grundstein für viele „Lieblingsfächer“ gelegt wird.

Aus der Erfahrung innerhalb der Politik wissen wir doch, dass durch die Einführung von Quotenregelungen der Frauenanteil im deutschen Bundestag, seit Gründung der Bundesrepublik, bis auf 31 % angestiegen ist.

Natürlich ist die Quote nicht perfekt und es gibt einige Schlupflöcher, doch das Argument, dass man sich nicht als „Quotenfrau“ fühlen möchte, lasse ich nicht gelten. Niemand kann einem das Gefühl geben, weniger wert zu sein als jeder andere (in diesem Fall) Mann im Raum, außer man lässt es zu. Sollen sie doch denken was sie wollen, solange man selbst die Wahrheit kennt. In 20 Jahren werden alle nur über die ersten Frauen in Führungsebenen sprechen, die es geschafft haben, die gläserne Decke mit so vielen Rissen zu durchsetzen, sodass es jede andere Frau nach ihnen ebenfalls schafft, nach oben zu kommen. Sie schaffen dies dann nicht durch gutes Aussehen oder einen wohlwollenden Chef, sondern durch Leistung, Mut und Verstand.

In vielen Unternehmen, besonders wenn es sich um Jobs in Büros handelt, kommt es leicht zur wohl bekannten Gerüchteküche. Dabei ziehen wir doch eigentlich alle an einem Strang. Hast du hier bereits Erfahrungen gemacht?

Ich denke, es ist das konstante Bemühen von Frauen Harmonie aufrechtzuerhalten, welches die Gerüchteküche so tückisch macht. In Bereichen, in denen Kernentscheidungen getroffen werden müssen, kommt es zu Konflikten und diese sollten offen und transparent diskutiert werden. Hierbei geht es um Positionen, Macht und das Testen von Grenzen. Auf dieses Spielfeld trauen sich viele Frauen (noch) nicht. Sie ziehen sich stattdessen in den Hintergrund zurück und verwenden unlautere Mittel, um ihre „Gegner/- innen“ zu denunzieren. Für mich ist dieses ganze Gehabe von sogenannten „Bienenköniginnen“ ein Armutszeugnis. Ich kann jedem nur empfehlen, Konflikte offen anzusprechen und sich nicht in die Ecke drängen zu lassen. Nur durch Stärke und Authentizität nehmen wir eine klare Position ein.

Meinst du, wir arbeiten zu hart? Viele von uns sind Workaholics? Meinst du, es gibt hier Unterschiede zwischen Männern und Frauen?

Ich denke, wir bewegen uns in Deutschland noch im gesunden Mittelfeld. Ostasien und Nordamerika haben ein viel strikteres Arbeitsvolumen, welches natürlich mit einer gewissen Arbeitshaltung einhergeht. Hierbei geht es darum, Innovationen voranzutreiben, seine Leistung zu erbringen und Prestige für sich und andere zu „erarbeiten“.

Ich denke jedoch, dass wir uns in Deutschland eher an die skandinavischen Arbeitsweisen herantasten sollten. Es geht um Glück, Sinnhaftigkeit und Balance. Vor allem mit dem Generationswechsel wird diese Einstellungsveränderung sichtbar. Mit einem anständigen Gehalt und kostenlosen Kaffee werden keine Fachkräfte dauerhaft gehalten, denn heutzutage stellen viele junge Menschen ihre Lebensqualität in den Vordergrund und messen ihr Handeln anhand ihrer eigenen Kriterien für ein glückliches Leben.

Wie du weißt, beschäftige ich mich hauptsächlich mit dem Thema „Arbeitsglück” und ich durfte dazu einen Artikel auf deiner Seite FemalExperts veröffentlichen. Danke noch einmal dafür. Was hältst du von diesem Konzept?

Das Thema „Arbeitsglück“ verfolge ich seit einiger Zeit sehr intensiv auf eurer Homepage, da ich als Female Empowerment-Coach vor allem im Hinblick auf die zukünftigen weiblichen Fach- und Führungskräfte eine Sensibilität hierfür schaffen möchte.

Arbeitsglück ist etwas äußerst individuelles. So bedeutet es für mich beispielsweise, persönliche und finanzielle Freiheit für mich zu schaffen und selbstbestimmt zu arbeiten.

Ich finde es toll, dass du meinen Leser/- innen einige Kriterien nennen konntest, die sie als Orientierungshilfen verwenden können, um inneres Glück auch im Außen zu schaffen.

Und zum Abschluss: Was denkst du, wird sich durch die Digitalisierung verändern? Werden wir alle nur noch von zu Hause aus arbeiten?

Die Digitalisierung eröffnet uns eine neue Art des selbstbestimmten Arbeitens. Wir werden nicht mehr an Büroräume gebunden sein und erhalten die Chance, uns völlig neu kreativ zu entfalten. Viele haben Angst davor, etablierte Strukturen aufzubrechen, doch unser Leben unterliegt einem fortdauernden Wandel und sollte nicht in starre Strukturen gepresst werden. Wenn ich kreativ werden möchte, kann ich so mit anderen zusammenkommen, wenn ich jedoch spüre, dass mir die Arbeits- oder Verhaltensweise anderer die Kreativität oder Energie raubt, so kann ich mich dem entziehen und trotzdem meinem Beruf (meiner Berufung) nachgehen. Auf Dauer könnte so das Arbeitsglück steigen, da die Mitarbeiter/- innen das Gefühl haben, wieder selbst über Ihre Zeit bestimmen zu können. Begünstigt wird durch die Digitalisierung zudem die stetige Weiterbildung, an deren aktiver Förderung sich auch immer mehr Arbeitgeber beteiligen möchten.

Natürlich müssen wir hierbei eine mögliche Gefahr berücksichtigen und zwar (anders als es viele Arbeitgeber vermuten), dass zu viel und nicht zu wenig gearbeitet wird. Ich bin jedoch Optimistin, dass sich hier ebenfalls eine gute Lösung finden lässt

Vielen Dank für das nette Gespräch, liebe Kinga.

Kinga Bartczak ist als Trainerin, Business Influencerin (FemalExperts) und Female Empowerment- sowie Karrierecoach tätig.

Durch Personal Branding, kreatives Bewerbungsmanagement und individuelles Coaching räumt sie mit verbreiteten Glaubenssätzen auf. Sie hilft weiblichen Fach- und Führungskräften sichtbar zu werden und die Position für sich einzufordern, die Ihnen zusteht.

10 wichtige Fragen für das neue Arbeitsjahr

10 wichtige Fragen für das neue Arbeitsjahr

Der Beginn eines neuen Jahres ist eine gute Zeit, um eine Bestandsaufnahme deines Arbeitslebens zu machen. Warst du glücklich oder unglücklich bei der Arbeit? Was würdest du gerne ändern?

 

Es ist wichtig, dies zu bewerten, denn wie du dich bei der Arbeit fühlst, hat einen so großen Einfluss auf dich sowohl bei der Arbeit als auch zu Hause. Wenn du bei der Arbeit zufrieden bist, hast du eine bessere Arbeitsleistung und mehr beruflichen Erfolg. Du hast auch eine bessere Gesundheit und ein glücklicheres Privatleben.

 

Leider blicken die meisten Menschen zurück und denken ausschließlich daran, was schief gelaufen ist. Die Dinge, die sie hätten tun sollen. Sie sollten Ziele erreicht haben. Der Fortschritt, der nicht kam.

 

Wir gewinnen viel von unserem Glück bei der Arbeit (und im Leben), indem wir die guten Dinge, die wir haben und tun, schätzen. Sicher, du solltest auch deine Situation verbessern und Probleme angehen, aber es ist genauso wichtig, die Dinge zu schätzen, die funktionieren.

 

Das ist schwer. Negativitätsverzerrung ist eines der am meisten etablierten psychologischen Phänomene und es bedeutet ganz einfach, dass unser Verstand dem Schlechten mehr geistige Konzentration und Erkenntnis widmet als dem Guten. Unsere Gedanken gehen automatisch zu Problemen, Ärger, Bedrohungen und Ängsten, aber das Erinnern und Anerkennen des Guten in unserem Leben erfordert Anstrengung und Konzentration.

 

Wir denken, dass du viel mehr erreichen kannst, wenn du das um 180 Grad drehst, also hier ist unser Vorschlag für eine kleine Neujahrsübung in der Freude am Arbeitsplatz:

 

Denke an dein Arbeitsleben in 2017 zurück und beantworte die folgenden 10 Fragen. Es funktioniert am besten, wenn du dir etwas Zeit nimmst und deine Antworten aufschreibst:

 

  • Was lief 2017 für dich bei der Arbeit wirklich gut?
  • Was hast du getan, auf das du stolz warst?
  • Für wen hast du bei der Arbeit etwas unternommen?
  • Welche neuen Fähigkeiten hast du beruflich gelernt?
  • Wie bist du persönlich bei der Arbeit gewachsen?
  • Wer hat dir im Jahr 2017 bei der Arbeit geholfen?
  • Wen hast du beruflich bewundert?
  • Welche 5 Dinge aus deinem Arbeitsleben im Jahr 2017 hättest du gern mehr in 2018?
  • Welche 5 Dinge aus deinem Arbeitsleben würdest du 2017 weniger mögen?
  • Was wirst du konkret tun, um 2018 bei der Arbeit glücklicher zu werden?

 

Manche Leute denken, dass sie hart arbeiten müssen, um erfolgreich zu sein – und dieser Erfolg wird sie glücklich machen. Die Wahrheit ist das Gegenteil: Glücklich sein macht dich effektiver und erfolgreicher bei der Arbeit.

 

Mache in diesem Jahr dein berufliches Erfolgskapital zum Beruf Nr. 1 – denn beruflich glücklich zu sein, wird dich in deiner Karriere erfolgreicher machen.

 

Und das erfordert möglicherweise einige schwierige Entscheidungen. Wenn du feststellst, dass du bei der Arbeit nicht glücklich bist, ist es vielleicht an der Zeit, einen neuen Job zu finden. Zum Glück ist bald der „International Quit Your Crappy Job Day“.

 

Ich wünsche dir ein frohes neues Jahr bei der Arbeit!

Dein Saleh Amiralai

8 Gründe, warum du vielleicht ein schlechter Vorgesetzter bist

8 Gründe, warum du vielleicht ein schlechter Vorgesetzter bist

 

Weitere Informationen zum Thema Mitarbeiter-Führung

Wenn du nun genau wissen willst, was sich hinter guter Mitarbeiter-Führung verbirgt und wie du sie in deinem Unternehmen aktivieren kannst, dann schau dir meinen „Happiness at Work“-Workshop an. Wie immer freue ich mich über deine Anregungen und Kommentare.

Bis dahin

Dein Saleh Amiralai

Wenn dir die Infografik gefällt, dann kannst du sie gerne teilen oder auf deiner Webseite einfügen.

Kopiere hierfür einfach diesen Einbettungscode:

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Arbeitsglück als Burnout Prophylaxe

Wissenschaftler glaubten lange Zeit, dass angenehme und unangenehme Emotionen die Nebenprodukte von erfreulichen oder unerfreulichen Ereignissen sind. So dachten die Forscher beispielsweise, dass ein Ärgerprogramm parallel abläuft, während ein Mensch bestohlen oder beleidigt wird oder dass, während ein Mensch vor einem hungrigen Löwen flieht, nebenbei Angst entsteht.

 

Inzwischen weiß man, dass negative Emotionen nicht die Nebenerzeugnisse von Handlungen zur Abwehr widriger Ereignisse sind, sondern dass diese Gefühle den Menschen erst in einen Zustand versetzen, der es ihm ermöglicht, die schädlichen Folgen unangenehmer Konstellationen abzuwenden. Angst und Ärger leiten die Ausschüttung von Hormonen wie Cortisol, Noradrenalin und Adrenalin ein, die der Bewältigung von Stresssituationen dienen. Cortisol reduziert die Schmerzempfindlichkeit, Noradrenalin schaltet nicht benötigte Körperfunktionen aus, und Adrenalin stellt schnell Energiereserven bereit. Dadurch wird der Körper auf Angriff oder Flucht vorbereitet.

 

Positive Emotionen

In Bezug auf positive Emotionen ist die Denkweise jedoch gleich geblieben:

Die Wissenschaftler vermuten nach wie vor, dass zum Beispiel Freude eine Begleiterscheinung ist, die eintritt, wenn jemand ein schönes Geschenk erhält oder dass Begeisterung ein Nebeneffekt ist, der auftritt, wenn ein Bergsteiger einen Gipfel erklommen hat.

 

Hier setzt nun der amerikanische Psychologe Martin Seligman mit einer plausiblen Interpretation an. Er postuliert zunächst, dass positive Gefühle einen Sinn besitzen müssen, weil Lebewesen im Prozess der Evolution nur solche Merkmale beibehalten, die ihnen Überlebensvorteile bieten. Da aber angenehme Emotionen weltweit verbreitet sind, können sie nicht nur bedeutungslose Nebenerscheinungen von erfreulichen Ereignissen sein. Sie müssen einen Sinn für den Menschen besitzen. Viele Untersuchungen und Experimente sprechen dafür, dass der Sinn der positiven Emotionen in der Erhöhung der Widerstandskraft gegen seelische und körperliche Schmerzen liegt und dass sie gleichzeitig Schutz vor Krankheiten bieten und damit die Wahrscheinlichkeit für ein langes hochwertiges Leben erhöhen.

 

Einen Versuch zu dieser Thematik konnten die deutschen Fernsehzuschauer in der Quarks-Arena beobachten. Zuschauer hielten eine Hand in Eiswasser. Sie meldeten sich, sobald sie Schmerzen empfanden, und sie zogen ihre Hand aus dem Wasser, wenn sie die Schmerzen nicht mehr aushalten konnten. Danach wurden die Versuchspersonen in zwei Gruppen unterteilt. Gruppe 1 wurde durch Humor unterhalten, so dass die Menschen viel lachten. Gruppe 2 genoss ein Unterhaltungsprogramm, das eher zum Nachdenken anregte. Danach absolvierten beide Gruppen erneut das Eis-Experiment. Bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Denkgruppe verlängerten sich die Zeiten, in denen sie noch keine Schmerzen verspürten bzw. in denen sie die Schmerzen noch aushalten konnten, nur unwesentlich.

Die Personen aus der Lachgruppe dagegen erreichten ihre Schmerzgrenzen wesentlich später als im ersten Versuchsdurchgang. Lachen und die damit verbundenen positiven Emotionen haben bewirkt, dass diese Menschen entweder schmerzunempfindlicher waren oder dass sie die Schmerzen besser in Kauf nehmen konnten.

 

Im Namen der Wissenschaft

Es gibt weitere Experimente, die nahelegen, dass Menschen, die sich selbst als glücklich einschätzen, seltener krank sind als die Menschen, die sich eher auf der Schattenseite des Lebens wähnen.

  • In einem Versuch der Carnegie Mellon University in Pittsburgh wurden Menschen, die sich freiwillig dazu bereit erklärt hatten, mit einem Grippevirus infiziert. Es zeigte sich, dass die Menschen, die sich selbst als glücklich bezeichneten, später und weniger schlimm erkrankten als die Personen, die sich eher als unglücklich einschätzten. Glück scheint das Immunsystem zu stärken.
  • In einer Untersuchung der University of Michigan stellte sich heraus, dass glückliche Arbeitnehmer durchschnittlich 15 Tage im Jahr weniger krank sind als ihre unzufriedenenen Kolleginnen und Kollegen.

 

Positive Gefühle bilden möglicherweise also eine Schutzschicht gegen Unbill der Zukunft. Dieser Gedankengang erscheint einleuchtend, zumal viele Menschen die Erfahrung machen, dass sie in Zeiten, in denen sie sich gestresst fühlen, anfälliger sind für Krankheiten als in Phasen, in denen sie sich wohlfühlen.

 

Die Glücksforschung hat herausgearbeitet, dass Menschen sich glücklich fühlen, wenn in ihrem Leben die Zahl der positiv empfundenen Phasen die negativen überwiegt. Die Positive Psychologie postuliert, dass ein Verhältnis von drei zu eins günstig ist – auf jedes schlechte Gefühl sollten mindestens drei gute kommen. Jeder kann diese Quote allein dadurch verbessern, indem er lernt, die guten Dinge im Leben mehr zu beachten.

 

Arbeitsglück muss aktiv erstellt werden

Positive Emotionen und Arbeitsglück entstehen nicht einfach dadurch, dass die negativen Gefühle verschwinden. Das Abklingen von unangenehmen Empfindungen führt zunächst lediglich zu einem neutralen Zustand, in dem die Menschen auf die Frage, was sie fühlen, keine Antwort geben können. Glücksgefühle müssen aktiv hergestellt werden: Nur wenn Menschen tätig sind, wenn sie gedanklich oder konkret handelnd mit der Umwelt und/oder anderen Personen interagieren, empfinden sie Zufriedenheit und Glück. Und wenn Menschen durch Selbstbeobachtung und Reflexion herausfinden, welche Handlungen und Gedanken für sie die wesentlichen Rahmenbedingungen für Flow-Erlebnisse erfüllen, so können sie Glücksgefühle durch willentliche Veränderung ihrer Gewohnheiten hervorrufen und einem Burnout vorbeugen.

 

Weitere Informationen zum Thema Arbeitsglück

Wenn du nun genau wissen willst, was sich hinter dem Begriff Arbeitsglück verbirgt und wie du es in deinem Unternehmen aktivieren kannst, dann schau dir meinen „Happiness at Work“-Workshop an. Wie immer freue ich mich über deine Anregungen und Kommentare.

Bis dahin

Dein Saleh Amiralai

Arbeitsglück Weihnachtstipp: 5 Möglichkeiten, für eine schöne (Vor-)Weihnachtszeit

Arbeitsglück Weihnachtstipp: 5 Möglichkeiten, für eine schöne (Vor-)Weihnachtszeit

Fragst du dich gerade, was das Thema Arbeitsglück mit Weihnachten zu tun hat? Ok, dann lass es mich bitte kurz erklären.

Der Dezember ist ein Monat, in dem es kalt und dunkel ist. Es fehlt das Sonnenlicht und viele Menschen sind aufgrund der bevorstehenden Feiertage angespannt.
Dieses führt dann häufig zu Lustlosigkeit und Stress bei der Arbeit.

Um dem vorzubeugen zeige ich dir 5 Möglichkeiten, die (Vor-)Weihnachtszeit auf der Arbeit mit mehr Spaß und Freude zu erleben.

 

1: Zufällige Aktionen, um in Weihnachtsstimmung zu kommen

arbeitsglueck-weihnachtstipp1-zwei Abteilungsleiter als weihnachtsmänner

Hier ist ein großartiges Beispiel der dänischen Firma Solar.
Die beiden Abteilungsleiter Carsten und Karsten versorgen das gesamte Büro mit Ris à la Mande (ein traditionelles dänisches Weihnachtsdessert).

 

Und hier ein kleines Video von den beiden in Aktion:

[su_youtube url=“https://youtu.be/w12H3eiu784″]

Die Weihnachtszeit ist eine großartige Gelegenheit, andere Menschen glücklich zu machen.

Arbeitsglück Weihnachtstipp:
Was könntest Du tun? Vielleicht deine Kollegen mit Süßigkeiten überraschen? Oder gemeinsam Weihnachtslieder proben?

 

2: Dekoriere deinen Arbeitsplatz weihnachtlich

arbeitsglueck-weihnachtstipp2-arbeitsplatz ist übertrieben dekoriert

Vor ein paar Jahren sah ich auf einem Amt diesen unglaublich weihnachtlich dekorierten Arbeitsplatz.

Arbeitsglück Weihnachtstipp:
Wie kannst du deinen Arbeitsplatz schmücken? Es darf gern etwas „over the top“ sein und zum Lachen anregen.

 

3: Heimliche Streiche unter Kollegen

In vielen skandinavischen Unternehmen ist es eine Weihnachtstradition, seinen Kollegen einen kleinen Streich zu spielen.
Diese Sitte funktioniert folgendermaßen: Jeder Mitarbeiter zieht den Namen eines Kollegen, dem er im Laufe des Monats einen kleinen Streich spielt, ohne erwischt zu werden.

 

Vielleicht magst du das Büro deines Kollegen auch als Geschenk verpacken?

arbeitsglueck-weihnachtstipp3-arbeitsplatzverpackt

 

Ich empfehle jedoch, diese Weihnachtstradition etwas abzuändern und deine Kollegen mit etwas Schönem zu überraschen, ohne dabei erwischt zu werden.

Arbeitsglück Weihnachtstipp:
Wie kannst du deine Kollegen überraschen und ihnen eine kleine Freude machen? Vielleicht versteckst du Süßigkeiten im Schreibtischfach oder eine kleine Nachricht mit einigen netten Zeilen?

Du könntest sogar am letzten Arbeitstag alle zu Kaffee und Kuchen einladen und sie raten lassen, wer den ganzen Monat so nett zu ihnen war.

 

4: Weihnachtsgeschenk würfeln

Jeder im Team bringt ein (billiges) hübsch verpacktes Weihnachtsgeschenk mit und legt es auf den Geschenketisch. Nun darf jeder reihum einmal würfeln. Wenn du eine sechs würfelst, dann darfst du dir ein Geschenk vom Tisch nehmen und es jemandem anderen im Team schenken.

Aber Achtung! Dieses Spiel sorgt für viel Spaß und Dynamik!

Arbeitsglück Weihnachtstipp:

Du kannst es auch mit deiner Familie spielen – es macht wirklich richtig Spaß, besonders wenn Kinder dabei sind.

 

5: Schenke deinen Kollegen Aufmerksamkeit

Du hast es sicherlich schon gemerkt: Bei allen Tipps geht es darum, deinen Kollegen und/oder Mitarbeitern etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Und einige Tipps sind mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Aber darauf kommt es auch gar nicht an. Wichtig ist nur, dass ihr zusammen Spaß habt und den anderen als Menschen wahrnehmt.

Mitarbeiterzufriedenheit: Luftballons und LuftschlagenKostenloser Bonus:
22 einfache Tipps zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit
Nun gibt es keine Ausrede mehr, warum die Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit nicht möglich sein sollte.

 

 

Arbeitsglück Weihnachtstipp:

Finde heraus, was deine Kollegen sich zu Weihnachten wünschen. Was ist ihnen wichtig und was bereitet ihnen Freude?

 

Was machst du in der (Vor-) Weihnachtszeit?

Wie sieht der Dezember in deinem Unternehmen aus? Was machst du mit deinen Kollegen und Mitarbeitern, um euch auf Weihnachten einzustimmen?
Schreib es mir in die Kommentare.

Bis dahin

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Dein Saleh Amiralai

Arbeitsglück – Der ultimative Produktivitätsschub für Unternehmen

Arbeitsglück – Der ultimative Produktivitätsschub für Unternehmen

10 TOP GRÜNDE, WIESO ARBEITSGLÜCK DER ULTIMATIVE PRODUKTIVITÄTSSCHUB IST

Wie Lisa ihr Arbeitsglück verlor

Lisa war dem Gefühl von „Arbeitsglück“ weit entfernt und es wurde ihr alles einfach zu viel. Jeden Morgen wachte sie nervös auf und fragte sich, was ihr an diesem Arbeitstag bevorstehen würde. Jeden Abend ging sie nach Hause und dachte an die Aufgaben, die sie nicht mehr geschafft hatte.

Lisa ist eine 35-jährige Ingenieurin und Projektmanagerin in einem IT-Unternehmen. Seitdem das Geschäft boomte, war es schwierig geworden, mitzuhalten – sie fühlte sich, als ob sie sehr schnell laufen musste, nur um auf der Stelle zu bleiben.

Durch ihren überfüllten Posteingang und die vielen Menschen, die ihre Assistenz bei ihren Projekten benötigten, begann sie, nach neuen Produktivitätswerkzeugen und -systemen zu suchen, und entschied sich schnell für etwas Passendes. Wie es für Lisa typisch ist, blieb sie am Ball. Mit den neuen Möglichkeiten, ihre Zeit zu planen, mit ihrer verbesserten To-do-Liste und den neuen Prioritäten am Arbeitsplatz fiel ihr schnell auf, dass sie mehr Arbeit erledigen konnte.

Trotzdem hatte sie das Gefühl, dass sie noch produktiver sein könnte. Während sie über ihren nächsten Schritt nachdachte, fiel ihr plötzlich etwas auf: Einiges von dem, was sie tun musste, tat sie einfach nicht gern. Sie hasste es regelrecht.

Obwohl ihr ihre Arbeit im Allgemeinen Spaß machte – besonders, wenn sie Menschen dabei helfen konnte, Projekte zu planen, und ihnen Ratschläge gab, wie sie am besten weiterkommen würden – waren einige ihrer Aufgaben administrativer Natur. Ihren Fortschritt zu messen, unterschiedliche Statistiken zu aktualisieren, Berichte zu erstellen etc… Es ging um Aufgaben, die nicht viel ihrer Zeit einnahmen, aber ihr sehr viel weniger Spaß machten. Oder lass es mich klarer ausgedrückt: Für Lisa waren diese Aufgaben todlangweilig.

Sie sprach mit ihrem Chef darüber und beide entschieden, die Aufgaben an eine Projektsekretärin abzugeben. Das verschaffte Lisa mehr Zeit, ermöglichte ihr aber vor allem, sich auf die Aspekte ihres Jobs zu konzentrieren, die ihr wirklich Spaß machten. Als Konsequenz war Lisa sehr viel glücklicher an ihrem Arbeitsplatz – und DAS war der Zeitpunkt, an dem ihre Produktivität den Höhepunkt erreichte. Sie hatte die Energie, produktiv mit anderen zusammenzuarbeiten, und genügend Kreativität, um neue Ideen zu finden und umzusetzen. Statt sich gestresst und überfordert zu fühlen, war sie optimistisch und gut gelaunt.

Obwohl ihr Produktivitätssystem ihr wirklich dabei geholfen hatte, Dinge zu erledigen, war der Motivationsschub, weil sie plötzlich glücklicher an ihrem Arbeitsplatz war, gleich zehnmal so groß. Lisa arbeitet jetzt kürzer – und schafft dabei gleichzeitig mehr. Und noch viel wichtiger: Sie hat sehr viel mehr Spaß und ist seitdem glücklicher an ihrem Arbeitsplatz!

 

Produktivitätswerkzeuge

Viele der Produktivitätsgurus werden dir erzählen, dass sich alles um das richtige System dreht, wenn du mehr in deinem Job schaffen willst. Du musst deine Aufgaben priorisieren, detailliert festhalten, womit du deine Zeit verbringst, To-do-Listen anlegen, lernen deinen Kalender zu strukturieren und vieles mehr.

Produktivitätswerkzeuge sind durchaus nützlich und hilfreich. Ich selbst nutze die Pomodoro-Technik sowie ein Kanban-System für meine Aufgaben. Aber diese hervorragenden Tools werden dir nicht helfen, deine Zufriedenheit an deinem Arbeitsplatz zu steigern.

 

Auswirkung von Arbeitsglück im Vergleich zu anderen Produktivitätsmethoden

Was ist Arbeitsglück?

Arbeitsglück ist ein in Deutschland eher selten benutztes Wort. Häufiger ist der englische Begriff „Happiness at Work“ anzutreffen.

Für mich ist Arbeitsglück von genau zwei Faktoren abhängig:

  1. Du siehst einen Sinn in dem, was du tust, und bist stolz darauf.
  2. Du hast eine positive Beziehung zu deinen Kollegen und Vorgesetzten.

Oder anders ausgedrückt:

Dass du selbst an einen verregneten Montagmorgen gern zur Arbeit gehst und Spaß hast.

Deshalb ist meine Empfehlung, dir erst einmal zu überlegen, welche Tätigkeiten dir wirklich Spaß machen, und erst im zweiten Schritt dir Gedanken über die Steigerung deiner Produktivität zu machen.

Deshalb ist Arbeitsglück (für mich) der wichtigste Punkt, um deine Produktivität zu steigern.

 

Sind Produktivitätswerkzeuge dann sinnlos?

Kein System, kein Tool und keine Methode der Welt kann den Produktivitätsschub überbieten, den du erlebst, wenn dir deine Arbeit wirklich Spaß macht.

Ich möchte die verschiedenen Produktivitätswerkzeuge nicht schlechtmachen – sie sind weder schlecht noch wirkungslos. Doch wendest du die Ratschläge in einem Job an, der dich nicht glücklich macht, dann versuchst du, auf oberflächlicher Ebene ein Problem zu lösen, das eigentlich viel tiefer reicht.

 

Deshalb zeige ich dir 10 der wichtigsten Gründe, wieso Arbeitsglück der beste Weg zur Steigerung deiner Produktivität ist.

 

1: Glückliche Menschen arbeiten besser mit anderen zusammen

Man umgibt sich sehr viel lieber mit glücklichen Menschen und natürlich haben diese daher auch bessere zwischenmenschliche Beziehungen auf der Arbeit, die sich wie folgt auswirken:

  • Bessere Teamarbeit mit Kollegen
  • Bessere Mitarbeiterbeziehungen, wenn du eine Führungskraft bist
  • Zufriedenere Kunden, falls du im Dienstleistungssektor arbeitest
  • Mehr Verkäufe, wenn du im Vertrieb tätig bist

 

2: Glückliche Menschen sind kreativer

Hängt deine Produktivität davon ab, ob du in der Lage bist, neue Ideen zu haben, dann musst du auf der Arbeit glücklich sein. Sieh dir die Forschung von Teresa Amabile als Beweis an. Sie sagt:

Hat ein Mensch an einem Tag gute Laune, dann ist es wahrscheinlicher, dass er an diesem und am nächsten Tag kreative Ideen hat – selbst, wenn er am nächsten Tag schlecht gelaunt ist. Es scheint einen kognitiven Prozess zu geben, der in Gang gesetzt wird, wenn sich Menschen gut fühlen und der zu einem flexibleren, flüssigeren und originellen Denken führt, das sich sogar mithilfe eines Inkubationseffekts auf den nächsten Tag überträgt.

 

3: Glückliche Menschen lösen Probleme, statt sich darüber zu beschweren

Magst du deine Arbeit nicht, dann kommt dir jeder Maulwurfhügel wie ein unbezwingbarer Berg vor. Es wird schwierig werden, ein Problem zu lösen, ohne sich zuerst lange den Kopf darüber zu zerbrechen. Bist du glücklich bei der Arbeit und stößt auf ein Problem, dann löst du es ganz einfach.

4: Glückliche Menschen haben mehr Energie

Glückliche und positive Menschen haben mehr Energie und arbeiten daher effizienter.

5: Glückliche Menschen sind optimistischer

Glückliche Menschen haben eine positivere, optimistischere Einstellung und die Forschung (besonders Martin Seligmans Arbeit in der positiven Psychologie) hat gezeigt, dass Optimisten sehr viel erfolgreicher und produktiver sind. Es ist einfach eine Neuauflage der alten Weisheit „Egal, ob du glaubst, du kannst etwas oder du kannst etwas nicht; wahrscheinlich hast du recht damit.“

 

6: Glückliche Menschen sind sehr viel motivierter

Wenig Motivation führt zu wenig Produktivität und die einzige nachhaltige und verlässliche Weise, bei der Arbeit motiviert zu sein, ist, wenn du magst, was du tust. Über dieses Thema habe ich schon in einem vorherigen Blogartikel mit dem Titel „Wieso Motivation mit Pizza nicht funktioniert“ geschrieben.

 

7: Glückliche Menschen sind seltener krank

Natürlich wirkt sich eine Krankheit negativ auf die Produktivität aus und magst du deinen Job nicht, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass du dir eine lange Liste an Krankheiten wie Geschwüre, Krebs und Diabetes einfängst. Du wirst außerdem zu mehr Stress am Arbeitsplatz und zu Burn-out neigen.

Eine Studie untersuchte die Auswirkung von Stress am Arbeitsplatz auf die Gesundheit von 21.290 weiblichen Krankenschwestern in den USA und kam zu dem Ergebnis, dass die Frauen mit dem größten Risiko für eine schlechte Gesundheit diejenigen waren, die ihren Job nicht mochten. Die Auswirkung auf ihre Gesundheit war groß, da sie mit Rauchen und einem bewegungslosen Lebensstil in Verbindung stand (Quelle).

 

8: Glückliche Menschen lernen schneller

Bist du glücklich und entspannt, dann bist du sehr viel offener dafür, neue Dinge auf der Arbeit zu lernen und so deine Produktivität zu verbessern.

 

9: Glückliche Menschen machen sich weniger Sorgen, Fehler zu machen – und machen daraufhin auch weniger Fehler

Bist du glücklich auf der Arbeit, dann stört dich ein gelegentlicher Fehler sehr viel weniger. Du kannst dich wieder aufraffen, daraus lernen und weitermachen. Du wirst auch kein Problem damit haben, deinen Fehler vor anderen zuzugeben – du übernimmst einfach die Verantwortung, entschuldigst dich und löst das Problem. Eine entspannte Einstellung bedeutet, dass weniger Fehler gemacht werden und dass es sehr viel wahrscheinlicher ist, dass du aus ihnen lernst.

 

10: Glückliche Menschen treffen bessere Entscheidungen

Unglückliche Menschen befinden sich in einer dauerhaften Krise. Sie können sich auf wenig konzentrieren und verlieren den Überblick, ihr Überlebensinstinkt setzt ein und sie treffen kurzfristigere Hier-und-Jetzt-Entscheidungen. Im Gegensatz dazu treffen glückliche und positive Menschen sehr viel bessere Entscheidungen und sind eher in der Lage, ihre Arbeiten zu priorisieren.

 

Das Fazit

Erinnere dich an eine Situation, in der du das Gefühl hattest, dass du deine bestmögliche Arbeit lieferst. Eine Situation, in der deine Ergebnisse zu den besten gezählt haben, die sie jemals waren. Ich würde wetten, dass du an etwas gearbeitet hast, das dich glücklich gemacht hat. Etwas, das dir sehr viel Spaß bereitet hat.

Zwischen Arbeitsglück und Produktivität besteht ein klarer Zusammenhang. Es bleibt also nur die Frage nach dem Grund hierfür: Macht uns die Produktivität glücklich oder sind wir produktiver, weil wir glücklich sind? Die Antwort auf beide Fragen lautet natürlich ja! Beides bedingt sich gegenseitig.

 

Zusammenhang zwischen Arbeitsglück und Produktivität als Kreislauf

 

Der stärkste Zusammenhang besteht aber zwischen Glück und Produktivität – was bedeutet, dass das Beste, was du tun kannst, um produktiver zu sein, darin besteht, Spaß an dem zu haben, was du tust.

 

Wie kannst du dein Arbeitsglück verbessern?

Wie schaffen wir es also, dass uns unsere Arbeit Spaß macht? Hier zwei mögliche Wege:

 

  1. Werde glücklich mit dem Job, den du hast. Hierzu gibt es Hunderte von Möglichkeiten, die du umsetzen kannst, um deine Arbeitssituation zu verbessern – vorausgesetzt, du entscheidest dich, etwas zu tun, anstatt darauf zu warten, dass jemand anderes etwas für dich tut.
  2. Finde einen neuen Job, mit dem du glücklich werden kannst. Kann dein aktueller Job nicht gerettet werden, dann warte nicht länger und suche dir einen neuen!

 

Wie denkst du über das Thema Arbeitsglück? Ich freue mich wie immer über deine Kommentare und Gedanken.

Bis dahin

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Dein Saleh Amiralai

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